Tony Visconti wird 70

24.04.2014 von  

Tony ViscontiTony Visconti (Foto: Joe D‘Ambrosio Management)

Was verbindet Morrissey, Adam Ant, The Stranglers, David Bowie und die Manic Street Preachers? Alle wurden von einem Mann produziert: Tony Visconti, einem der umtriebigsten Produzenten der letzten 40 Jahre. Die Hochzeit seines Schaffens war in den 70er Jahren, er beeinflusste maĂźgeblich den Sound von Glamrock.

Tony Visconti wurde am 24. April 1944 in Brooklyn, New York geboren. Hier schloss er sich einer Band an, nachdem er mit 15 die High School geschmissen hatte. Mit Ricardo & The Latineers tourte er durch Hotels in den Catskill Mountains, einem beliebten Feriengebiet. Danach stand der junge Visconti oft in New Yorker Clubs als Gitarrist auf der BĂĽhne. Hier lernte er auch den englischen Produzenten Denny Cordell kennen, der zu einem Mentor fĂĽr ihn wurde. Eine folgenreiche Begegnung: Visconti zog bald darauf nach London.

Eines seiner ersten Projekte dort war die Produktion von „My People Were Fair and Had Sky in Their Hair… But Now They‘re Content to Wear Stars on Their Brows“, dem DebĂĽtalbum von Tyrannosaurus Rex, später T. Rex. Mit der Band pflegte Visconti eine gute Partnerschaft – er produzierte auch ihre sieben folgenden Alben, darunter „Electric Warrior“ mit den Singles „Get It On“ und „Jeepster“, das 1971 auf Platz 1 der britischen Charts landete. An diese Erfolge konnte die Band nicht mehr anknĂĽpfen, nachdem T. Rex-Frontmann Marc Bolan Visconti am Mischpult abgelöst hatte.

Noch bedeutender ist seine Zusammenarbeit mit David Bowie. Visconti war seit „Space Oddity“ 1969 an dreizehn Platten des legendären Musikers beteiligt. Auch fĂĽr Bowies neuestes Werk „The Next Day“ stand er mit im Studio. Was Visconti alles in den letzten Jahrzehnten im Musikgeschäft erlebt hat, kann man in seiner Autobiografie „Bowie, Bolan and the Brooklyn Boy“ nachlesen.

Jever Kneipenkonzert mit Mark Berube am 9. Mai im Hamburger Aalhaus

23.04.2014 von  

Mark BerubeMark Berube

Bereits kurz nach dem Konzert von Marissa Nadler am 27. April können wir schon ein nächstes Jever Kneipenkonzert präsentieren: Am 9. Mai spielt Mark Berube im Hamburger Aalhaus.

Als Einflüsse nennt der Singer-Songwriter sowohl den Folk und die damit verbundene Tradition des Geschichtenerzählens und die Poesie als auch südafrikanische Musik, psychedelischen Folk und Jazz.

Der Kanadier wird auf der Bühne am Cello, an der Autoharp und gesanglich von Kristina Koropecki unterstützt, die bereits auf seinem derzeitigen Album zu hören ist und außerdem an vielen anderen kleineren Produktionen anderer Künstler beteiligt war.

Das „Jever Kneipenkonzert – präsentiert von ByteFM im Aalhaus“ präsentiert hochwertige, international renommierte KĂĽnstler im intimen Rahmen vor „kleinem Publikum“. Vor ihrem Konzert sind die KĂĽnstler zu Gast im Programm von ByteFM.

Karten gibt es online bei TixforGigs, direkt im Aalhaus sowie bei der Theaterkasse Schumacher.

AuĂźerdem verlosen wir 2Ă—2 Karten fĂĽr das Konzert. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 4. Mai mit dem Betreff „Kneipenkonzert“ sowie Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Die restlichen Termine der Tournee:

04.05.2014 Köln – Die Wohngemeinschaft
05.05.2014 Frankfurt am Main – Brotfabrik
06.05.2014 MĂĽnchen – Milla
08.05.2014 Berlin – Kantine am Berghain

Neue Platten: Candie Hank – „Demons“

Candie Hank - Demons (Shitkatapult)Candie Hank – „Demons“ (Shitkatapult)

8,0

Candie Hank ist das leicht exzentrische Halbwelt-Alter-Ego von Patric Catani, seines Zeichens Gabba-Veteran, Digital-Hardcore-Krawallbruder und auch sonst Hansdampf in allen Gassen. In seiner Inkarnation als Candie Hank gibt Catani den elektrischen Gentleman-Trickster, der zwischen Rock ’n’ Roll, Surf-Style, blecherner Chiptune-Ästhetik und trashigem Ostblock-Charme changiert.

Während er in einer anderen seiner aktuellen Inkarnationen, dem Duo Driver & Driver, als Techno-Punk kompromisslos auf die Pauke haut und dabei vor allem auf derbe, parolenhafte Songs setzt, ist sein Candie-Hank-Sound wesentlich vielfältiger, besitzt dabei aber nicht weniger Energie und Kraft. Kitschige Synth-Sounds, aufgekratzte Cartoon-Musik, Elektro-Polka und schranzige Techno-Schützenfest-Tunes, das ist das musikalische Material, zu dem Candie Hank auf dem aktuellen Album seine inneren Dämonen tanzen lässt.

Ein prominentes, wenn auch nicht das einzige Motiv von „Demons“ ist der deutliche zentraleuropäische Einschlag. Aufgenommen wurde das Album laut Linernotes nämlich ĂĽber den Zeitraum der letzten sieben Jahre zwischen Berlin und Bukarest. Auf seiner Facebook-Seite posiert der KĂĽnstler dazu mit Bauschaufel auf der Schulter vor der Kulisse eines siebenbĂĽrgischen Dorfes, und wenn dann noch StĂĽcke „Babyshka Demona“ oder „Transylvanian Voodoo“ heiĂźen, dann ĂĽberrascht es wenig, wenn neben Polka-Rhythmen und Balalaika-Samples auch sonst viele exotische Sounds die elf ĂĽberwiegend instrumentalen StĂĽcke bestimmen.

Bereits das EröffnungsstĂĽck „The Fox“ ist ein nach vorne treibendes KammerstĂĽck, das auf geniale Weise Spukschloss-Orgeln, Surfgitarre und quäkige Acid-Synths zusammenbringt. Irgendwo zwischen albern und bedrohlich angesiedelt sind auch StĂĽcke wie „Solaris And Shadowism“ oder „Magnetic Forcefield“. Sie funktionieren einerseits als schräge Computerspiel-Soundtracks, unterstreichen aber sogleich auch Catanis Vorliebe fĂĽr skurrile Film- und Hörspiel-Samples. Hier noch ein säuselnder, thereminartiger Synth, dazu noch ein Plastik-Spinett und ein Schuss Geister-Dub – so wirkt „Demons“ zum Teil wie der Soundtrack zu einem schrottigen Karpaten-Horrorfilm im Tarantino-Style.

Daneben finden sich auch einige potenzielle Hits auf „Demons“. Etwa das aufgekratzte „Elevator Life“, das Candie Hank mit swingender Flummi-Bassline und quietschigen Chipsounds in Bestform zeigt. Bei „Swimming Rabbit“ sorgen eingängigere Melodien und die japanischen Vocals von Yuko Matsuyama fĂĽr einen echten Ohrwurm-Effekt und das hochtourige Schlagzeug und die Tremolo-Gitarren bei „Every Night“ sowie beim Schlusstrack „Peace (With My Demons)“ zeigen Candie Hanks Songwriting-Talent in Reinform und gleichzeitig den altemlosen Höhepunkt des Albums. Dass Catani hier am Ende wirklich Frieden mit seinen Dämonen schlieĂźt, ist unwahrscheinlich. Doch der ganze Wahnsinn ist auf jeden Fall kontrolliert und hat Methode.

Label: Shitkatapult | Kaufen

Tickets fĂĽr das Orange Blossom Special Festival

23.04.2014 von  

Orange Blossom Special FestivalOrange Blossom Special Festival

Einmal im Jahr trifft sich in Beverungen, einer Kleinstadt im Weserbergland, ein Grüppchen von ca. 2000 Menschen und lauscht Indie-Rock-, Americana-, Indie-Pop- und Rock-Klängen im firmeneigenen Garten von Glitterhouse Records. Das Ganze nennt sich Orange Blossom Special Festival und avancierte in den letzten Jahren zu einem der schönsten kleinen Open-Air-Festivals Deutschlands. Dieses Jahr stehen u. a. Wovenhand, Golden Kanine, Gallon Drunk, Pink Mountaintops, Die Höchste Eisenbahn, Rue Royale und Birth Of Joy auf der Bühne.

ByteFM präsentiert das bereits ausverkaufte Orange Blossom Special Festival und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ 2Ă—2 Karten fĂĽr das gesamte Wochenende. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 30. April mit dem Betreff „Orange“ und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstützen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

06.06. bis 08.06.2014 Beverungen – Glitterhouse-Garten

Tickets fĂĽr Mark Berube

22.04.2014 von  

Mark BerubeMark Berube

Mit seiner Mischung aus nordamerikanischem Folk, Jazz und afrikanisch anmutenden Sounds erspielt Mark Berube sich ein immer größer werdendes Publikum. Der kanadische Singer-Songwriter fasste 2012 mit seinem Album „June In Siberia“ FuĂź in der deutschen Musiklandschaft und veröffentlichte dieses Jahr den Nachfolger „Russian Dolls“.

2013 unterstĂĽtzte er Sophie Hunger auf ihrem aktuellen Album sowie auf Tour. Die beiden teilen sich nicht nur eine BĂĽhne, sondern auch das Label: Beide stehen bei Two Gentlemen unter Vertrag. Sein neuestes Werk „Russian Dolls“ wurde in den Breakglass Studios in Montreal von Jace Lasek (The Besnard Lakes, Wolf Parade, Suuns, Land Of Talk, Sunset Rubdown, Young Galaxy) produziert und ist ein emotional anrĂĽhrendes Album zwischen musikalischer Spielfreude und poetischer Kunstfertigkeit geworden, das die Zuhörenden gefangen nimmt.

ByteFM präsentiert die Tour von Mark Berube und verlost 1Ă—2 Karten pro Spielort. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 29. April mit dem Betreff „Berube“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

05.05.2014 Frankfurt am Main – Brotfabrik
06.05.2014 MĂĽnchen – Milla
08.05.2014 Berlin – Kantine am Berghain
09.05.2014 Hamburg – Aalhaus (Jever Kneipenkonzert)

Die ByteFM Charts KW 17

21.04.2014 von  

Die am meisten gespielten Alben bei ByteFM in den vergangenen zwei Wochen. The Afghan Whigs ziehen an allen vorbei und entern die Spitze der ByteFM Charts mit ihrem Album „Do To The Beast“. Timber Timbre und „Hot Dreams“ sind damit nur noch auf Rang Zwei und werden dicht gefolgt vom Gewinner der Woche – Mac DeMarco. Der verbessert sich um 10 Positionen auf Platz Drei mit dem Album „Salad Days“.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. The Afghan Whigs – Do To The Beast (3)
2. Timber Timbre – Hot Dreams (1)
3. Mac DeMarco – Salad Days (13)
4. Ratking – So It Goes (2)
5. The Notwist – Close To The Glass (9)
6. Hundreds – Aftermath (12)
7. Joan As Police Woman – The Classic (10)
8. Dillon – The Unknown (6)
9. The Micronaut – Panorama (7)
10. The War On Drugs – Lost In The Dream (15)
11. Future Islands – Singles (11)
12. Fenster – The Pink Caves (4)
13. Beck – Morning Phase (14)
14. Wild Beasts – Present Tense (8)
15. Dieter Meier – Out Of Chaos (neu)

Die ByteFM Albumcharts könnt Ihr natürlich auch beim Musikstreamingdienst WiMP nachhören, und zwar in voller Länge. Darüber hinaus natürlich auch noch viel mehr aus dem gesamten Angebot auf WiMP.

Tim Kasher live bei ByteFM

21.04.2014 von  

HundredsTim Kasher

Ein immer wieder gern gesehener Gast bei ByteFM ist Tim Kasher: Der Frontmann von Cursive oder The Good Life hat uns bereits zum vierten Mal im ByteFM Magazin besucht. Am Ostermontag sprach er im Interview mit Michael Hager ĂĽber religiöse Feiertage („Ich wĂĽrde mich eher als anti-religiös bezeichnen, aber zu behaupten, solche Tage wie Ostern wĂĽrden spurlos an mir vobeiziehen, wäre auch gelogen“) und dass ihm das ewige Thema Beziehungen als Songschreiber immer noch fasziniert und beschäftigt. Auch einen Song hat er uns live eingespielt: „You Scared Me To Death“ vom aktuellen Album „Adult Film“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Tim Kasher – You Scared Me To Death (Live bei ByteFM)

Robert Smith wird 55

21.04.2014 von  

Robert Smith The CureRobert Smith (rechts) mit The Cure (Foto: Andy Vella | Universal Music)

Schwarze, dank Haarspray in alle Richtungen stehende Haare, blasse Haut, schwarzer Eyeliner, verschmierte, rote Lippen – mit diesem Aussehen hat Robert Smith ein Bild geschaffen, das in der Popkultur immer wieder zitiert wird, in den letzten Jahren zum Beispiel im Film „Cheyenne – This Must Be The Place“. Sein Auftreten brachte Smith in frĂĽhen Tagen den Ruf ein, eine Gallionsfigur der Goth-Subkultur zu sein. Der Musiker und seine Band The Cure sehen das jedoch nicht so.

The Cure hat als Schulband angefangen, gegründet in den frühen 70ern im englischen Crawley. Die erste Inkarnation hieß The Obelisk. Bevor die Gruppe zu The Cure wurde, trug sie auch die Namen Malice und Easy Cure. Der am 21. April 1959 geborene Smith wurde durch seinen Bruder Richard an Musik rangeführt. Der war 13 Jahre älter, lieh dem kleinen Bruder seine Gitarre und spielte ihm Platten von den Rolling Stones, den Beatles und Jimi Hendrix vor.

Später kam Robert Smith mit Punk in BerĂĽhrung. „Anarchy in the U.K.“, die DebĂĽtsingle der Sex Pistols, hat ihn 1976 wie viele andere Jugendliche in GroĂźbritannien schwer beeindruckt. Zwei Jahre später erschien „Three Imaginary Boys“, das erste Album von The Cure. Die Band erfuhr ĂĽber die Jahre diverse Line-Up-Wechsel, Robert Smith blieb die einzige Konstante.

Der Sänger und Gitarrist war trotzdem schon immer an anderen Projekten beteiligt. Bei einer gemeinsamen Tour mit Siouxsie & The Banshees im Jahr 1979 sprang Smith fĂĽr deren Gitarristen ein und begleitete die Band in den folgenden Jahren immer wieder auf der BĂĽhne. Gemeinsam mit Steven Severin von den Banshees grĂĽndete er Anfang der 80er The Glove. Ihr einziges Album „Blue Sunshine“ erschien 1983. Danach wurde der Erfolg von The Cure immer größer.

Vier ihrer Alben erhielten in Folge in GroĂźbritannien und den USA mindestens Goldstatus. Den Anfang machte „The Head On The Door“ 1985, die GlĂĽckssträhne schloss „Wish“ 1992, auf dem unter anderem der Hit „Friday I‘m In Love“ zu finden ist. Zuletzt veröffentlichten The Cure vor sechs Jahren ein neues Album, „4:13 Dream“. Dieses Jahr gab Robert Smith in einem Interview bekannt, dass eine Auswahl von StĂĽcken, die es nicht auf die Platte geschafft haben, noch unter dem Titel „4:14 Scream“ und „4:26 Dream“ erscheinen sollen.

Album der Woche: Wye Oak – „Shriek“

21.04.2014 von  

Wye Oak - ShriekVĂ–: 25. April 2014
Web: wyeoakmusic.com
Label: City Slang

Lang leben die Synthies. In den letzten Jahren hat dieses musikalische Stilmittel eine echte Renaissance erlebt, vor allem in der alternativen Musikszene. Das Duo Wye Oak aus Baltimore legt nun ebenfalls eine neue Platte vor, die statt Gitarren vor wobbelnden Synthie-Klängen nur so strotzt. Kann diese Wendung gut gehen, vor allem bei einer Band, welche sich bisher erfolgreich dem handgemachten Indie-Folk-Rock verschrieben hat?

Zeit- und Ortswechsel. Seit 2006 existiert das Duo Wye Oak, bestehend aus Leadsängerin und Gitarristin Jenn Wasner und dem Drummer und Keyboarder Andy Stack. Auf eigene Faust wird 2007 das DebĂĽtalbum „If Children“ aufgenommen und veröffentlicht. Merge Records wird auf die beiden Musiker aufmerksam, nimmt sie unter Vertrag und veröffentlicht das DebĂĽtalbum ein zweites Mal im Jahr darauf. 2009 folgt „The Knot“. Der endgĂĽltige Durchbruch gelingt Wye Oak aber mit dem dritten und letzten Album „Civilian“, welches 2011 erscheint. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Die beiden gönnen sich eine kreative Pause und gewinnen auch an räumlicher Distanz: Wasner zieht an die WestkĂĽste nach Portland, Stack bleibt im heimischen Baltimore. Trotz dieser immensen Entfernung fliegen bald die ersten Sound- und SongentwĂĽrfe von KĂĽste zu KĂĽste. Wasner experimentiert mehr denn je mit anderen Instrumenten als ihrer gewohnten Gitarre und bleibt am Bass hängen. Und diese neuerlangte Fähigkeit wirkt sich maĂźgeblich auf den Klang des neuen Albums „Shriek“ aus, fĂĽr welches die Studioaufnahmen im September 2013 begannen. Auf das Ergebnis sind die beiden sichtlich stolz, so twittert Jenn Wasner Ende Januar 2014: „[…] I truly believe it consists of some of the best songs we’ve ever made. April can’t get here soon enough!“

Das Warten hat nun ein Ende. Und wie klingt das inzwischen vierte Album von Wye Oak? Schon der Opener macht deutlich: Jenn Wasners neue Muse, der Bass, dominiert zwischen einem grooven Beat und sphärischen Synthies. Und dieser musikalischen Konzeption bleibt das Duo im Verlauf der zehn Songs auf „Shriek“ treu. Da Bass und Drums bekanntlich Hand in Hand gehen, sind auch diese dominanter und tanzbarer als auf frĂĽheren Produktionen. Vor allem das hypnotische „Sick Talk“ spielt groĂźartig mit Synkopen und Kunstpausen. Trotz anfänglicher AnkĂĽndigungen, völlig auf Gitarren verzichten zu wollen, finden sich hier und da einzelne Reminiszenzen an das verstoĂźene Instrument, wie beim hektischen „Paradise“.

„Shriek“ muss sich hinter seinem hochgelobten Vorgänger keinesfalls verstecken. Im Gegenteil: Der frische und fĂĽr Wye Oak ungewöhnliche Sound, er wird sich auszahlen.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Wye Oak“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: City Slang | Kaufen

Clarence „Gatemouth“ Brown wäre heute 90 geworden

18.04.2014 von  

Clarence Gatemouth Brown

Eine Stimme wie ein offenes Tor soll er gehabt haben, sagte ein Lehrer zum jungen Clarence Brown. So kam er zu seinem Spitznamen „Gatemouth“. Aber nicht nur beeindruckend war Browns Stimme, er hatte groĂźes musikalisches Talent. In den 40er Jahren begann er Schlagzeug in Clubs in San Antonio, Texas zu spielen. Als T-Bone Walker, ein populärer Bluesmusiker, kurzfristig ein Konzert wegen Krankheit absagen musste, sprang Brown auf die BĂĽhne und improvisierte an der Gitarre unter Applaus des Publikums.

Der am 18. April 1924 geborene Brown war ein Multi-Instrumentalist, er beherrschte nicht nur Gitarre und Schlagzeug, sondern auch die Violine, Mundharmonika, das Klavier und die Mandoline. Ebenso vielseitig war sein Stilrepertoire – der Musiker mischte den ursprĂĽnglichen Blues mit Cajun, mit Jazz, Country und R‘n'B. Nach seinem Spontanauftritt versuchte sich Brown als tourender Musiker, mit Erfolg. Don Robey, dem der Club gehörte, in dem T-Bone Walker hätte spielen sollen, grĂĽndete kurzerhand Peacock Records, um Platten von Brown herauszubringen.

In den 70er Jahren wurde nach der ersten Pop- und Rock‘n'Roll-Hysterie Blues und Folk wiederentdeckt. Besonders in Westeuropa interessierte man sich fĂĽr die legendären Musiker, die diese ur-amerikanische Musik geprägt hatten. Clarence Brown ging ĂĽber ein Dutzend mal in Europa auf Tour, sogar in der Sowjetunion, was zu Zeiten des Kalten Krieges ein besonderes Ereignis war. Und er wurde zum offiziellen US-Botschafter fĂĽr Musik. Das brachte Brown bis nach Afrika.

In den 2000ern, als der versierte Musiker schon ĂĽber 70 war, spielte er ĂĽberall auf der Welt Konzerte. Doch damit musste er aufhören, als er die Diagnose Lungenkrebs erhielt. Als der Hurrikan Katrina 2005 New Orleans verwĂĽstete, floh Clarence „Gatemouth“ Brown in seine Heimatstadt Orange in Texas. Dort starb er wenige Zeit später.

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