Atlas Sound – „Parallax“

31.10.2011 von  

VÖ: 04.11.2011
Web: „http://4ad.com/parallax/“
Label: 4AD

Dieses Jahr war bislang ein hochwertiges, was die QualitĂ€t der Veröffentlichungen nordamerikanischer Indiemusiker anbelangt. Tu Fawning sorgten gleich zu Beginn fĂŒr eine hohe Messlatte; dann folgten Destroyer, Battles, die Fleet Foxes, Bon Iver, CANT, Fucked Up und die Handsome Furs, Future Islands und St. Vincent, die Liste ließe sich leicht noch fortsetzen. Alle haben sie neue Werke veröffentlicht, auch „Within And Without“, das Album Washed Outs, fĂŒr viele zwar hinter den ursprĂŒnglichen Erwartungen zurĂŒckbleibend, ist letztlich ein sehr gutes.

Da fragt man sich, was denn jetzt, da das Jahr langsam dem Ende entgegen rinnt, eigentlich noch kommen könne. Die Antwort legt uns Bradford Cox alias Atlas Sound mit „Parallax“ vor. So heißt sein neuer, aktuell auf 4AD erscheinender Output.

„Parallax“ ist eines dieser Alben, die man so schnell nicht wieder loslassen möchte, eine fesselnde BĂŒndelung faszinierender Musik. Dass Cox ein Musiker ist, der viele Menschen immer wieder aufs Neue mit seinen KlĂ€ngen berĂŒhrt, zeigte sich bereits letztes Jahr wieder, als er mit seiner Hauptband Deerhunter „Halcyon Digest“ unter die Leute brachte. FĂŒr viele war schnell klar, dass das eines der Alben des Jahres werden musste. Bei den – manche wĂŒrden sagen – Göttern des zeitgenössischen Online-Indie-Musikjournalismus, den Redaktionsmitgliedern von Pitchfork, schaffte es das Werk dann auch auf Platz drei der Jahrescharts; nur LCD Soundsystem und Kanye West waren besser. Deerhunters leicht psychedelisch angehauchter Indierock ĂŒberzeugte und ĂŒberzeugt Kritiker weltweit.

Auch Cox‘ Soloprojekt Atlas Sound genießt vor diesem Hintergrund natĂŒrlich besondere Aufmerksamkeit seitens der Musikpresse. Und das zurecht. Auf „Parallax“ sammelt Bradford Cox analog zu den beiden VorgĂ€ngern wieder die Momente, die er nicht mit Deerhunter ausarbeiten möchte, sondern lieber eigenstĂ€ndig verarbeitet. Es sind intime Momente, melancholische, aber auch extrovertiertere, die sich in Liedern wie dem breiter instrumentierten „Angel Is Broken“ ausdrĂŒcken, das nach guten zwei Dritteln des Albums erklingt. Ebenso gut kommen allerdings auch StĂŒcke von reduzierterer instrumentaler Ausstattung vor, geprĂ€gt von Akustikgitarren, Bass, Schlagzeug und dezenten elektronischen AusschmĂŒckungen, die fĂŒr den Feinglanz sorgen. Beispielhaft ist hier nicht nur das introvertiert wirkende, die GefĂŒhle bis aufs Äußerste ausreizende „Terra Incognita“, eines der paar Lieder, die bereits vorab zu hören waren, in dem Bradford Cox‘ Stimme wie so oft geradezu schwebt.

Das Schweben ist indes ein beim Hören von Atlas Sounds Musik auftretender Zustand. Von einer zauberhaften Leichtigkeit beseelt bewegt sich Bradford Cox‘ eigenwillige Stimme hĂ€ufig geradezu, zu keinem Zeitpunkt allerdings so verwaschen, wie es sonst derzeit in Mode ist. Die Stimme ist immer klar, immer prĂ€sent, immer berĂŒhrend, immer im Mittelpunkt. Es ist eine handfeste, eine greifbare Psychedelik, die in diesem Fall vorherrscht, und welche Atlas Sounds Musik so nahbar macht.

Auf dem Cover von „Parallax“ posiert Bradford Cox mit einem Mikrofon in schwarzer Umgebung; es ist nur er selbst, nichts dass ablenkt, es sind nur er und seine Stimme, die im Mittelpunkt stehen. „Everywhere I go / There is a light / And it will guide the way“ singt Cox mit dieser Stimme am Ende. Hoffentlich weist uns das Licht den Weg zu zahlreichen weiteren großartigen Atlas-Sound-Alben. ZunĂ€chst aber macht uns auch „Parallax“ alleine schon unglaublich glĂŒcklich.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausfĂŒhrliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.

Label: 4AD | Kaufen

Apparat – „The Devil’s Walk“

19.09.2011 von  

VÖ: 23.09.2011
Web: „http://www.apparat.net/“
Label: Mute

Vor zwei Jahren erschien das nach der Band betitelte Album von Moderat, ein elektronisches Werk als Kooperation des Berliner Produzentenduos Modeselektor und des ebenfalls in der Hauptstadt residierenden Traumpop-Elektronikers Sascha Ring alias Apparat. Obwohl es ein Ă€ußerst gelungenes, homogenes Album ist, ließ es, neben der Begeisterung darĂŒber, die Vorfreude auf ein neues Werk von Apparat selbst aufkommen, der bereits zuvor drei herrliche Alben veröffentlicht hat, zuletzt „Walls“ im Jahr 2007. Im Laufe der Zeit hat sich Sascha Rings musikalisches Schaffen zusehends weg von der reinen Computermusik hin zu songorientiertem, elektronisch geprĂ€gtem Pop entwickelt, der auf dem dieser Tage auf Mute erscheinendem neuen Album „The Devil’s Walk“ stellenweise Ă  la Sigur RĂłs daher kommt.

Apparat beherrscht die Klaviatur des Pop nahezu perfekt, das ist auch auf „The Devil’s Walk“ ersichtlich; er weiß, wie man ein Album beginnen muss, mit dem sphĂ€rischen, sich immer weiter steigernden und letztlich gefĂŒhlvoll verebbendem „Sweet Unrest“, er beherrscht es, ein Album kunstvoll zu beenden, in Form des pittoresken „Your House Is My World“, gleichsam emotionsgeladen wie der Beginn, mit dem der Kreis sich schließt. „The Devil’s Walk“ ist wunderbarer Pop der subtileren, der nicht allzu augenscheinlichen Art, was sicherlich nicht zuletzt auch am Koproduzenten Patrick „Nackt“ Christensen liegt, von dem Sascha Ring selbst sagt, er habe ein GespĂŒr dafĂŒr, nicht jedes Mal das Offensichtliche zu tun.

Nach dem instrumentalen EröffnungsstĂŒck ist zum ersten Mal Sascha Rings Stimme zu hören, welche mit ebenso melancholischem Klang wie der Inhalt der vorgetragenen Texte singt. Um eine Melancholie von der Art handelt es sich, die es vermag, die Traurigkeit vieler Lebenssituationen mit der Freude am Leben perfekt unter einen Hut zu bringen. ErgĂ€nzt wird Rings eigene Stimme von der einer weiteren Meisterin der Melancholie: Anja Plaschg aka Soap&Skin. Bei dem Lied „Goodbye“ handelt es sich um eine gelungene Zusammenarbeit der beiden KĂŒnstler.

„The Devil’s Walk“ ist eine Anspielung auf ein gleichnamiges Gedicht von Percy Bysshe Shelly aus dem Jahr 1812, eine satirische Kritik an der Politik der britischen Regierung des frĂŒhen 19. Jahrhunderts, zudem eine Reminiszenz an den von Sascha Ring bei einem lĂ€ngeren Aufenthalt in Mexiko kennengelernten, ungewöhnlichen Umgang der Einwohner mit dem Tod, welcher in dem Land nicht unbedingt Grund zur Trauer ist. Als Musikalbum aber funktioniert „The Devil’s Walk“ auf einer anderen, nicht primĂ€r sozialkritischen Ebene wie in Shellys Gedicht, es ist vielmehr eines der schönsten, vertrĂ€umtesten Alben, die 2011 bislang erschienen sind.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Panasonic.

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Label: Mute | Kaufen

Neue Platten: Roman FlĂŒgel – „Fatty Folders“

15.09.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Von Roman FlĂŒgel kann man getrost sagen, dass er zu den Bedeutenden in der deutschen Elektronikszene gehört. Umtriebiger als er ist kaum jemand. Bereits seit den frĂŒhen 90er Jahren ist er musikalisch aktiv. Roman FlĂŒgel ist ein Mann der Pseudonyme – Eight Miles High, Sensorama, Acid Jesus und Soylent Green sind die bekannten. Zudem ist er ein Teil des Produzententeams Alter Ego und betreibt die Labels Playhouse, Klang Elektronik und Ongaku, um nur eine Auswahl seiner BetĂ€tigungsfelder zu nennen. Nicht nur hinter Pseudonymen verborgen macht Roman FlĂŒgel Musik, auch seinen echten Namen verwendet er – aktuell fĂŒr die beim Hamburger Label Dial erscheinende Platte „Fatty Folders“.

Was? Kaum wurde die Play-Taste betĂ€tigt, die Nadel auf die Platte gesetzt, die Musik wie auch immer gestartet, befindet man sich urplötzlich und unvermittelt in diesem Paradies aus House und Techno. House und Techno, wie er schöner nicht sein könnte. Mal angenehm reduziert und distanziert wie in „Lush Life Libido“, mal euphorisch wie im Eröffnungstitel „How To Spread Lies“, das rasant startet. „Deo“ kommt eher wie ein Disco-StĂŒck daher, mit seinen Kuhglocken, die spĂ€testens seit The Raptures „House Of Jealous Lovers“ im Disco-Kontext vertraut sind, und plötzlich ist eine Tonfolge zu hören, die nicht nur entfernt an die einprĂ€gsamen, unverkennbaren Melodien Kraftwerks erinnert, ehe sogar Bongos einsetzen. „Fatty Folders“ ist eine bunte Platte, die nach einem flotten Beginn und einer vielfĂ€ltigen Reise in das Reich der Elektronik mit einem schönen, vier Minuten lang hingezogenen Ausklang endet und den Hörer schonend entlĂ€sst, obwohl man sich wĂŒnscht, diese Musik möge niemals aufhören.

Warum? Mit „Fatty Folders“ hat Roman FlĂŒgel ein Album produziert, mit dem kunstvoll der Spagat gelingt zwischen elektronischer Monotonie, die im Club zwar ihre Strahlkraft entfaltet, auf dem Sofa aber in der Regel nicht funktioniert, und unterhaltsamer, abwechslungsreicher Elektronik. Nicht ganz so melancholisch-wunderschön, minimiert und komprimiert wie es Dial-Label-Kollege Pantha Du Prince vor vier Jahren mit dem unvergesslichen „This Bliss“ geschafft hat, dennoch in eine Ă€hnliche Richtung gehend – vor allem in den StĂŒcken „Song With Blue“ und „Softice“ –, insgesamt aber einfach etwas aufgedrehter als Pantha Du Prince. Gerade das tut dem Album sehr, sehr gut.

Label: Dial | Kaufen

Neue Platten: CANT – „Dreams Come True“

10.09.2011 von  

(Warp)

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Als vor gut zwei Jahren mit “Veckatimest” das dritte Album von Grizzly Bear erschien, war die Kritik aus dem HĂ€uschen: “Bezaubernder und geheimnisvoller wird man es diesen Sommer nicht mehr bekommen”, hieß es im Spiegel; bei der Spex war zu lesen, dass es schöner kaum werden könne. Ob das so ist, lĂ€sst sich bislang nicht mit Gewissheit sagen, haben Grizzly Bear doch noch nicht verlauten lassen, ob und wann es ein neues Album geben wird. Doch es gibt immerhin Material von einem einzelnen Grizzly-Bear-Mitglied, das man aktuell bestaunen darf: Chris Taylor, der Bassist und Produzent der Band aus New York, veröffentlicht dieser Tage “Dreams Come True”, sein SolodebĂŒt unter dem Alias CANT.

Was? Es wĂ€re falsch, Chris Taylor auch im Bereich seiner Solomusik nur auf seine Funktion als Teil von Grizzly Bear zu reduzieren. Viel zu eigenstĂ€ndig kommt “Dreams Come True” daher. Aufgenommen hat Taylor die Musik mit der Hilfe von George Lewis Jr., seinerseits bekannt durch seine Arbeit als Twin Shadow. Alleine Lewis’ Chillwave-Einfluss, der in den StĂŒcken “Believe” und “Answer” am ehesten zum Tragen kommt, reicht bereits als Abgrenzung zu Chris Taylors Mutterband. Die beiden Musiker haben ein ideenreiches Werk geschaffen, das nur so sprudelt vor unterschiedlichen Klangfarben – die noch dazu unkonventionell umgesetzt werden. In “The Edge” beispielsweise sind zunĂ€chst verschiedenste von einem entspannten Beat begleitete Synthesizer-Sounds zu hören, ehe die Rhythmik nach der HĂ€lfte unvermittelt bremst, um dann andere KlĂ€nge einsetzen zu lassen. Diese wirken fast wie einer neuer Song, der irgendwann ebenso abrupt wieder endet, wie er vermeintlich angefangen hat. Aber das ist nur ein Beispiel fĂŒr die zahlreichen Ideen, die vorhanden sind, entwickelt werden, die wieder abgebrochen werden, und dadurch ihren eigentlichen Reiz entfalten. Selten wurde Sperrigkeit so wunderschön, vertrĂ€umt und fesselnd umgesetzt.

Warum? Es ist die StĂ€rke von “Dreams Come True”, dass die Grundgedanken oft nicht vollstĂ€ndig ausgereizt und -gelebt werden. Das verschafft dem Werk einen gewissen rohen Charakter, es bleibt Raum, der bereits jetzt die Hoffnung auf ein zukĂŒnftiges CANT-Album weckt, dem sich vielerlei spannende Ansatzpunkte bieten werden. Doch weg von den Schwelgereien zurĂŒck ins Jetzt: Wenn das Album nach dem seltsam entrĂŒckten, dennoch wunderschönen Song “Bericht” plötzlich endet, bleibt einem nur die Möglichkeit, die Nadel erneut an den Beginn dieser Platte mit etlichen Widerhaken gespickter Popmusik zu setzen.

Label: Warp/Terrible Records | Kaufen

Neue Platten: Hans Nieswandt – „Hans Is Playing House“

02.08.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Ein Mann mit einer beachtlichen und abwechslungsreichen Geschichte bislang, das ist Hans Nieswandt. 1964 in Mannheim geboren, fand er bereits als Jugendlicher zum DJing, widmete sich nach seinem Umzug aus SĂŒddeutschland nach Hamburg aber lieber dem Journalismus, wofĂŒr er gar sein zunĂ€chst begonnenes Studium aufgab. Auch seinen Traumjob, den er sich erarbeitet hatte – Redakteur beim Popkulturmagazin Spex – schmiss er nach drei Jahren wieder hin, um sich stattdessen wieder vermehrt auf Musikproduktion und das Auflegen zu fokussieren. Erfolg hatte er dann vor allem mit seinem Projekt Whirlpool Productions, zu dem auch Eric D. Clark und Justus Köhncke gehören. 1997 schafften sie es mit „From: Disco To: Disco“ auf den ersten Platz der italienischen Charts. Trotzdem ist Nieswandt nebenher dem Schreiben treu geblieben: Seit 2002 sind neben gelegentlichen Zeitschriftenartikeln drei BĂŒcher von ihm erschienen. Mit Beginn der Nuller Jahre widmete sich Nieswandt verstĂ€rkt seiner Solomusik und der TĂ€tigkeit als Remixer. Ein Album voller solcher Remixe erscheint aktuell auf Bureau B.

Was? In Anlehnung an Knarf Rellöm Trinitys „LCD Is Playing At My House“ (welches wiederum LCD Soundsystems „Daft Punk Is Playing At My House“ zum Vorbild hat) hat Hans Nieswandt sein neues Werk „Hans Is Playing House“ genannt. Genau so beginnt das Album auch – mit ebenjenem StĂŒck von Knarf Rellöm, aus dem Nieswandt Textfragmente herauspflĂŒckt, welche er zu seinem eigenen Titel neu zusammenpuzzelt, unterlegt mit einem soliden Beat, passend zum Namen des Werkes. Anschließend sorgt er mit einer Reggae-Interpretation des StĂŒcks „The DJ Song“ seines Whirlpool-Productions-Kollegen Eric D. Clark fĂŒr entspannte Stimmung. Die weiteren Remixe tragen ZusĂ€tze wie Boogiemix oder Discoversion. Was die Stilrichtungen betrifft, wird es also nicht langweilig. Auch sonst stellt sich so schnell keine Fadheit ein. Beim ersten Hören wird jedes Lied mit Spannung erwartet, um zu sehen, wie Nieswandt es interpretiert.

Warum? Da ist es dann auch sehr erfreulich, dass Nieswandt etwas von seinem Handwerk versteht. Denn was wĂ€ren schon Remixe, die gegenĂŒber dem Original ĂŒberflĂŒssig wirken? Von sich selbst sagt er, außer House und Disco (wobei das fĂŒr ihn das Gleiche ist) könne er nichts. Deshalb sei es sein Auftrag als Remixer, aus StĂŒcken, die er in die Finger bekommt, die entsprechenden Discoversionen zu erstellen. NatĂŒrlich ist das bei Liedern, die eigentlich aus einer völlig anderen Stilrichtung kommen, besonders reizvoll. Auf dieses Feld wagt er sich auf „Hans Is Playing House“: Er nimmt sich Lieder von Jens Friebe, Die Zukunft, Werle & Stankowski oder Barbara Morgenstern und wandelt sie in seine Versionen um. Heraus kommen zwar keine virtuosen, dafĂŒr aber mehr als solide Interpretationen, die durch ihre Texte besonders wirken. Genau das ist es, was die QualitĂ€t von Hans Nieswandts Remixen darstellt: Hier wird sich nicht auf die instrumentalen Bereiche beschrĂ€nkt, die Texte spielen eine ebenso wichtige Rolle. Ein Aspekt, der bei Disco- bzw. House-StĂŒcken nicht immer von Bedeutung ist. Bei Hans Nieswandt erfreulicherweise schon. Gepaart mit Nieswandts handwerklichem Können ergibt sich so ein gutes Remixalbum.

Label: Bureau B | Kaufen

Neue Platten: Handsome Furs – „Sound Kapital“

08.07.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? „Gut aussehende Felle“ oder „ansehnliche Pelze“ – irgendetwas in diese Richtung bedeutet „Handsome Furs“ auf Deutsch. In der Welt der Musik handelt es sich bei den Handsome Furs aber nicht um Objekte, sondern um zwei Menschen, die zusammen in einer Band spielen: Das Ehepaar Dan Boeckner und Alexei Perry bildet zu zweit die kanadische Musikgruppe aus Montreal. Boeckner dĂŒrfte vielen auch als einer der beiden Songwriter und SĂ€nger von Wolf Parade bekannt sein. Seit 2005 wenden sich Spencer Krug, der andere Wolf-Parade-Frontman, und Boeckner neben der Hauptband auch anderen musikalischen Projekten zu. Im Falle von Boeckner sind es die Handsome Furs, die er zusammen mit seiner Ehefrau Alexei Perry, die auch als Schriftstellerin arbeitet, ins Leben gerufen hat. 2007 erschien das DebĂŒtalbum „Plague Park“, im Jahr 2009 folgte „Face Control“ und nun kommt, wie schon die beiden VorgĂ€nger, auf Sub Pop die dritte Platte, „Sound Kapital“, heraus.

Was? Auch auf „Sound Kapital“ ist der unverkennbare, höchst energievolle Klang der Handsome Furs vertreten, geprĂ€gt von Dan Boeckners markanter Stimme. Dieser Sound ist einer, der aus dem der Masse an Indierock-Bands durchaus herausragt. NatĂŒrlich erinnert er an die Mutterband Wolf Parade, aber das nur bedingt. Die Handsome Furs klangen immer schon wesentlich elektronischer, ein Aspekt, der auf dem neuen Album noch weiter ausgebaut wurde. Die Gitarre, die Dan Boeckner auf den VorgĂ€ngern noch intensiv benutzte, um so ein von elektronischen Elementen geprĂ€gtes Rock-Gebilde zu basteln, das stets eine bedeutende Punk-AttitĂŒde hatte, rĂŒckt auf dem neuen Album in den Hintergrund. Stattdessen ist der elektronische Aspekt nun das im Vordergrund stehende Hauptmerkmal.

Warum? Die stĂ€rker ausgebaute Elektronik wirkt zunĂ€chst verstörend, doch zunehmend stellt sich das versichernde GefĂŒhl ein, dass die Handsome Furs trotz dieser VerĂ€nderung noch immer die großartige Musik machen, die sie auch vorher schon ausmachte. Im Gegenteil, es ist sehr erfreulich, dass Alexei Perry und Dan Boeckner sich weiterentwickelt haben und sich von den ersten beiden Werken abgrenzen, trotzdem aber zu sich selbst stehen. Zudem hat der neue Weg doch etwas sehr BegrĂŒĂŸenswertes: Boeckner war gezwungen, neue Wege zu finden, um sich auszudrĂŒcken, da sein Hauptinstrument eigentlich die Gitarre ist. Außerdem erleichtert es das Schreiben von Songs unterwegs. Gut so, denn den Handsome Furs ist es bereits zum dritten Mal gelungen, ein mehr als solides Album zu machen, das man immer wieder gerne hört.

Label: Sub Pop | Kaufen

Neue Platten: Junior Boys – „It’s All True“

29.06.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Seit 2003 sind die Junior Boys in der Form aktiv, wie wir sie heute kennen. Doch der Name Junior Boys wurde bereits in den Neunziger Jahren in Hamilton im kanadischen Bundesstaat Ontario ins Leben gerufen, damals als ein Projekt von Jeremy Greenspan und Johnny Dark. Gerade als Kin Records eine erste 12inch veröffentlichen wollte, verließ Dark jedoch die Band, um andere Ziele zu verfolgen, und ließ Greenspan mit unvollstĂ€ndigen StĂŒcken zurĂŒck. Deshalb stieg daraufhin Matt Didemus, ein langjĂ€hriger Freund und Musikerkollege Greenspans, in die Band ein und es entstand „Last Exit“, das 2004 auf Kin Records in Europa und kurz danach auf Domino in den USA veröffentlichte DebĂŒtalbum der Junior Boys. In den folgenden Jahren hat die Band zwei weitere Alben auf Domino herausgebracht, nun erscheint „It’s All True“, das vierte Werk insgesamt.

Was? Die Junior Boys haben auch auf ihrem neuen Album ihre elektronische TiefkĂŒhl-Romantik behalten. KĂŒhle KlĂ€nge vereinen sich nahtlos mit den warmen Sounds analoger Synthesizer, was aber nicht fĂŒr eine Diskrepanz sorgt, sondern sich perfekt vereint. Über den instrumentalen KlĂ€ngen liegt Greenspans stets entspannte und beruhigende Stimme. In der Gesamtheit ergibt sich so auch auf „It’s All True“ der typische Junior-Boys-Elektropop, der zahlreiche EinflĂŒsse aufweisen kann: In „Itchy Fingers“ treffen stolpernde, holprige Beats auf chinesische Harfen, das reduzierte StĂŒck „Playtime“ ist gefĂŒhlsgeladen, „You‘ll improve“ enthĂ€lt kĂŒhle Techno-Anleihen und „Kick The Can“ hat sich mit roboterhaftem Funk vollgesogen.

Warum? Alle Alben der Junior Boys klingen stets sehr rund, sorgen jedoch trotzdem fĂŒr Abwechslung, eine Abwechslung, die sich vielmehr auf einer subtilen Ebene ergibt, als auf direkte Weise. Dabei hĂ€tte es Grund genug gegeben, die Arbeit an „It’s All True“ ĂŒberhaupt nicht erst aufzunehmen. Zur Zeit, als das VorgĂ€ngeralbum „Begone Dull Care“ erschienen ist, fĂŒhlte sich die Musikindustrie fĂŒr Jeremy Greenspan so an, als ginge es mehr um Marketingstrategien als um die Musik an sich. Orson Welles wurde deshalb ein entscheidender Einfluss fĂŒr Greenspan und „It’s All True“, denn sein Film „F For Fake“ ist ein zynisches Werk darĂŒber, dass es bei Kunst im Allgemeinen eher um Dinge wie Trickserei und Branding als um die Kunst selbst geht. Doch ein vorĂŒbergehender Aufenthalt Greenspans in China brachte Erleichterung, da er sich in der fremden Gesellschaft von sĂ€mtlichen Lasten befreien konnte. Deshalb arbeitete er noch vor Ort mit lokalen Musikern an den Ideen weiter, die bereits in der Heimat entstanden waren, reifte diese aus und verschaffte ihnen Form. ZurĂŒck in Kanada wurde das Album zusammen mit Didemus vervollstĂ€ndigt. Der Titel „It’s All True“ ist ebenfalls eine Referenz an Orson Welles: Einer seiner Filme hĂ€tte so heißen sollen, doch wegen BudgetĂŒberschreitung wurde er niemals fertiggestellt. Ein GlĂŒck, dass „It’s All True“ nicht das gleiche Schicksal ereilte, beherrschen die Junior Boys die Kunst, gute und stimmige Elektropop-Alben zu machen, doch sehr gut.

Label: Domino | Kaufen

Neue Platten: The Antlers – „Burst Apart“

23.06.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Peter Silberman ist der Kopf hinter dem Projekt The Antlers. UrsprĂŒnglich machte er ganz fĂŒr sich alleine Musik, nahm sie abgeschottet in seiner Wohnung in New York auf, trug sie aber trotzdem nach außen, indem er einige EPs und Alben selbst veröffentlichte. Silbermans Isolation fĂŒhrte zu „Hospice“, einem von Kritikern hochgelobten Konzeptalbum ĂŒber Einsamkeit, das er 2009 erneut selbst herausbrachte. SpĂ€ter im selben Jahr wurde das New Yorker Label Frenchkiss auf The Antlers aufmerksam, „Hospice“ wurde neu gemastered und noch einmal unter der Schirmherrschaft des Labels veröffentlicht. Das Album wurde zusammen mit den Musikern Michael Lerner und Darby Cicci aufgenommen, die seitdem fest zur Band gehören.

Was? „Burst Apart“ ist das zweite Album von The Antlers in Bandbesetzung – der Name heißt ins Deutsche ĂŒbersetzt ĂŒbrigens „das Geweih“. In den USA erscheint es auf Frenchkiss, in Europa auf Transgressive Records. Im Gegensatz zu „Hospice“ stammen die StĂŒcke nicht mehr vollstĂ€ndig aus Silbermans Feder, denn auch Cicci und Lerner waren dieses Mal in den kompletten Entstehungsprozess involviert. Die ganz große Verzweiflung und Melancholie ist auf „Burst Apart“ zwar verloren gegangen, dennoch klingt The Antlers weiter nach einer traurigen Band. Ihre Musik lĂ€sst sich wohl am ehesten als melancholischer Indie-Pop zusammenfassen, der mit elektronischen Elementen verfeinert wird, wie sie beispielsweise in „French Exit“ oder „No Widows“ zu hören sind. Überhaupt ist „Burst Apart“ verspielt, der Ideenreichtum ist groß, ĂŒberall gibt es winzige Details zu entdecken, der Sound ist oft auf eine wundervolle Weise durch Hall vernebelt, darĂŒber schwebt die Falsett-Stimme Peter Silbermans. Die Stimmung erfĂ€hrt im Verlauf der ersten vier Lieder einen großartig gestalteten Spannungsbogen, bis mit „No Widows“ der Höhepunkt erreicht ist, der fĂŒr GĂ€nsehaut sorgt.

Warum? „Burst Apart“ sei ein Album ĂŒber Weiterentwicklung, sagt Peter Silberman, ein Schritt weg von dem eine Zeit lang allumfassenden „Hospice“, um herauszufinden, was danach komme. Nach der Veröffentlichung des DebĂŒtalbums standen zwei Jahre lang Live-Auftritte an, „Hospice“ nahm die Band vollstĂ€ndig ein. Die Bandmitglieder suchten sich also andersartige Musik als Abwechslung und entwickelten alle drei eine Vorliebe fĂŒr elektronische Musik, die sich auch auf „Burst Apart“ wiederfindet. Doch das Album ist kein elektronisches im klassischen Sinne. Stattdessen sind es herkömmliche Songwriting-Regeln, nach denen die Lieder gestaltet wurden, die elektronischen KlĂ€nge dienten lediglich als StĂŒtze, sie werden mit dem Instrumentarium erzeugt, das die Band ohnehin schon vorher benutzte. So ist ein wunderbar einnehmendes Werk entstanden, das trotz der Melancholie, die es ausstrahlt, ein sehr positives GefĂŒhl hinterlĂ€sst.

Label: Transgressive/Cooperative Music | Kaufen

Neue Platten: Andreas Dorau – „Todesmelodien“

17.06.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Wer kennt ihn nicht, diesen Hit aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle? Die Rede ist von „Fred Vom Jupiter“. Geschrieben wurde das Lied von Andreas Dorau im Rahmen einer Schul-AG. Andreas Doraus Musik bleibt uns bis heute erhalten: Seit den 80er Jahren veröffentlicht er in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden immer wieder Musik unter seinem eigenen Namen. Mittlerweile ist er beim Label Staatsakt gelandet, das sich durch eine exquisite und geschmackssichere Musikauswahl auszeichnet – Ja, Panik veröffentlichten ihr neues Album auf dem Label, aber auch weitere tolle Musiker wie Hans Unstern und Christiane Rösinger sind auf Staatsakt vertreten. Andreas Doraus neues Werk trĂ€gt den dĂŒsteren Titel „Todesmelodien“.

Was? TatsĂ€chlich beschĂ€ftigt sich Dorau auf „Todesmelodien“ mit dem menschlichen Ableben – aber nicht mit einer mit dem Thema zwangsweise verbundenen SchwermĂŒtigkeit, sondern auf die typisch unbeschwerte Dorau-Art. In „Edelstein“ singt Dorau von der Möglichkeit, den Körper, nachdem die Seele ihn verlassen hat, zu einem Edelstein pressen zu lassen, in „Es War Hell“ wird von einem Verkehrsunfall erzĂ€hlt, bei dem eine Familie starb. Diese traurigen Botschaften sind paradoxerweise in locker-flockige Pop-HĂŒllen gepackt, die relativ schnell Schlager-Assoziationen im Kopf des Hörers wecken. Die Tatsache, dass die Arrangements grĂ¶ĂŸtenteils von Mense Reents (Egoexpress, Die Goldenen Zitronen) und Jakobus Siebels, zusammen Die Vögel, stammen und Andi Thoma von Mouse On Mars fĂŒr den Produktionsschliff sorgte, ließe erwarten, dass der Schritt in Richtung Schlager niemals zu weit geht.

Warum? Doch leider geht das GefĂŒhl, dass dieser Schritt vielleicht doch etwas zu weit geht, so schnell nicht weg – vordergrĂŒndig betrachtet. Stellenweise erscheint die Musik richtig nervtötend und albern. Sicherlich liegt das auch an Doraus etwas eigenwilliger, kindlicher Stimme. TiefgrĂŒndiger betrachtet stellt sich aber nach einiger Zeit doch ein anderer Eindruck ein. Denn warum erscheint das Album eigentlich auf dem QualitĂ€ts-Label Staatsakt? Die Entscheidung fĂŒr eine Band trifft ein Label ja nicht beilĂ€ufig. Der Grund werden nicht zuletzt die Texte sein. Andreas Doraus Texte sind in Wahrheit reichhaltiger, als zunĂ€chst klar wird. In „Single“ bringt er die Single-Schallplatte und den Beziehungs-Single gekonnt zusammen, als wĂ€re das das Naheliegendste, das es gibt. Dorau spricht banale Dinge aus, wie sie eben sind, ohne sie zu verschlĂŒsseln. Wer könnte die Dinge eigentlich treffender formulieren? Jedenfalls niemand auf die gleiche Art, wie Andreas Dorau es tut – auf seine ganz eigene, kindliche, unnachahmbare Art. Das ist dann doch ein markantes Alleinstellungsmerkmal.

Label: Staatsakt | Kaufen

Neue Platten: Scott Matthew – „Gallantry’s Favorite Son“

09.06.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Es gibt viele bĂ€rtige, einfĂŒhlsame SĂ€nger und Songwriter. Dennoch gibt es welche unter ihnen, die herausragen, weil sie etwas an sich haben, das andere nicht haben oder weil sie eine spezielle Geschichte mit sich bringen. Einer ist Scott Matthew, ein aufgrund einer durch einen Überfall erlittenen Fingerverletzung vor allem Ukulele spielender Australier, der im Jahr 1997 der Liebe wegen nach New York ausgewandert ist. In New York fand er neben dem damaligen privaten GlĂŒck auch musikalisch einen ungemeinen Freiraum. Zusammen mit Spencer Cobrin, dem frĂŒheren Schlagzeuger aus Morrisseys Band, grĂŒndete Scott Matthew die Band Elva Snow. Seit Mitte der Nuller Jahre macht er unter seinem eigenen Namen Musik. „Gallantry’s Favorite Son“ ist sein drittes Soloalbum.

Was? Scott Matthews Musik ist geprĂ€gt von einer stĂ€ndigen Spannung – einer Spannung zwischen dem Licht und dem Dunkel. Die Songs zeichnet seit jeher zum einen eine teils abgrundtiefe Traurigkeit aus, zum anderen strahlen sie immer wieder eine Hoffnung aus, etwas Fröhliches, das die UnertrĂ€glichkeit mancher Lebensmomente etwas ertrĂ€glicher macht. Das war schon auf den ersten beiden Alben so und so ist es auch auf „Gallantry’s Favorite Son“. Doch hier ist noch etwas Weitergehendes vorhanden. Man könnte fast schon sagen: eine Beschwingtheit. Wie heiter Scott Matthew beispielsweise in „Felicity“ vor sich hin pfeift, das ist ein Element, das man in der Form von ihm bislang doch eher weniger zu Gehör bekommen hat. Doch schon im nĂ€chsten StĂŒck, „Duett“, öffnet er abermals seine Seele, singt auf eine Art und Weise, die auch die Seele des Hörers sich öffnen lĂ€sst. Das Instrumentarium siedelt sich dabei stets im Bereich von Akustikgitarren, Ukulelen, Streichern, Klavieren, SchellenkrĂ€nzen und Ă€hnlichem akustischem Musizierwerkzeug an. Auch durch andere nebeneinander platzierte StĂŒcke kommen die zwei gegensĂ€tzlichen Pole von Scott Matthews Musik zum Ausdruck: Auf „Sinking“, den laut Matthew persönlichsten Song, den er je geschrieben hat, folgt zum Beispiel das leichtlebige „The Wonder Of Falling In Love“.

Warum? Wenn Scott Matthew seine Seele öffnet, klingt das nie schwĂŒlstig. Es wirkt ehrlich, und es macht ihn nahbar und zugĂ€nglich. Das ist auch genau seine Absicht. Eine Trennung zwischen KĂŒnstler und Rezipienten liegt ihm fern. Er will die Hörer teilhaben lassen an dem, was ihn ausmacht, sie zu einem Teil seiner Musik machen. Deshalb klingen Scott Matthews Lieder so unglaublich persönlich, deshalb sind sie so gefĂŒhlvoll – weil man durch sie in das Innere des KĂŒnstlers blicken kann und Teil des Kosmos Scott Matthew wird. Was aber verschafft Scott Matthew den Mut, sich selbst so sehr zu öffnen? Es ist die Einsicht eines gewachsenen Musikers, dass er sich fĂŒr das, was er tut, nicht mehr unwohl fĂŒhlen muss. Diese Einsicht manifestiert sich in der Textzeile „For some it seems a mistake, for me it’s a way of life“ aus dem Lied „Sweet Kiss In The Afterlife“. Auch wenn es Zweifler an seiner intimen, oft von Leid geplagten Musik gibt, so ist es fĂŒr Scott Matthew das einzig Richtige. „Gallantry’s Favorite Son“ ist ein wundervolles, persönliches Album eines mittlerweile gefestigten und gewachsenen Songwriters.

Label: Glitterhouse | Kaufen

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