Neue Platten: Steaming Satellites – „The Mustache Mozart Affaire“

06.01.2012 von  

(Instrument Village)(Instrument Village)

6,0

Die Weltraumaffinität der Salzburger Band „Steaming Satellites“ hört bei ihrem Namen noch lange nicht auf: So heißt zum Beispiel eines der Stücke auf ihrem neuen Album „The Mustache Mozart Affaire“ „Spacelab“, ein von Funkgitarren, Mundharmonika-Solo und Glockenspiel geprägter Song, in dem von dem Glück gesungen wird, endlich die Richtige gefunden zu haben. Auf dieses folgt dann sogleich die Schunkelnummer „Spaceships“, in welcher die Angebetete gleich wieder aufgrund von Vernachlässigung das Weite sucht, da der Protagonist dann doch lieber mit seinem Raumschiff spielt. Auch wenn das vielleicht nach einem Hang zu Prog-Rock klingen mag, drückt dieser sich wenn überhaupt nur in kleinen, hin und wieder eingestreuten Pink-Floyd-Orgel-Zwischenspielen aus.

Die Satellites haben hier nicht den Anspruch, das Rad neu zu erfinden. Breite Elektro-Synths und hibbelige Drumbeats treffen auf Indie-Gitarren englischer Machart, um dann mit dem Organ eines Sängers kombiniert zu werden, der mir zeitweise stark den Eindruck vermittelte, hiermit eine Bewerbung als Caleb-Followill-Impersonator abliefern zu wollen. Doch wenn man genau aufpasst, hört man, dass offensichtlich nicht nur aktuelle Indie-Platten im Regal der Band stehen; so wird sich z. B. erfreut an cheesy Gitarrensoli à la Santana („Spaceships“) oder 70er-Hardrock Marke Led Zeppelin („Sleep“). Die Single „Witches“ muss man sich ungefähr so vorstellen, als ob Mars Volta versuchen, einen lupenreinen Popsong aufzunehmen – Ohrwurmpotenzial inklusive. Dabei hat die Band offensichtlich in den letzten (mit ausgiebigen Touren u. a. im Vorprogramm von Portugal. The Man gefüllten) Jahren einen krassen Soundwechsel zum Poppigen hin vollzogen. So war Ihr 2006er Debütalbum „Neurotic Handshake At The Local Clown Party” (welches merkwürdigerweise auf der Bandwebsite und den Pressematerialien so gut wie totgeschwiegen wird) noch deutlich von Emo und Hardcore, vgl. “At The Drive-In“, beeinflusst.

Referenzen hin und her, was am Ende zählt, ist, dass unterm Strich ein paar gute Songs übrig bleiben – und die findet man auf „The Mustache Mozart Affaire“. Dazu zählen neben der bereits erwähnten Single „Witches“ vor allem „Friends“ und „Sleep“. Insgesamt kein großartiges Album, tut aber auch nicht (doll) weh.

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