31.01.: Prozente, Prozente

31.01.2011 von  

In Berlin streitet man ĂĽber die Frauenquote und auch wir von ByteFM mĂĽssen eingestehen: Mit knapp 20 % liegen wir unter der von Frau von der Leyen geforderten 30 % ! Wir werden die Diskussion beobachten.

Eine Erfolgsquote prophezeit Thomas Winkler in der Zeit der britischen Band White Lies, die gerade ihr zweites Album „Rituals“ veröffentlicht haben. „‚Ritual“ dockt ĂĽberaus geschickt an die allseits wachsende Beliebtheit des depressionsfördernden Gitarrenpops [an]“. Depressionsfördender Gitarrenpop? GroĂźbritannien?? Warum denken da immer alle sofort an Joy Division?? White Lies-Sänger Harry McVeigh jedenfalls stellt klar: „Viel eher sei man von Tears For Fears beeinflusst“.

Zum Heulen zumute ist auch vielen Kritikern, wenn sie an die Qualität des derzeitigen Journalismus denken. Viel ist schon ĂĽber seinen Niedergang geschrieben worden, das jĂĽngste Exemplar kommt von Autor Tom Schimmek und trägt den Titel „Am besten nichts Neues“. Mehr dazu in der Zeit.

Wie der Guardian berichtet ist John Barry, Komponist zahlreicher Filmmusik, in Los Angeles gestorben. Barry komponierte Musik fĂĽr 11 James Bond-Filme und gewann ingesamt 5 Oskars. Er starb im Alter von 77 Jahren an einem Herzinfarkt.

Wie man ohne groĂźes Budget ein interessantes Projekt auf die Beine stellen kann, beschreibt das Beispiel von Nachwuchsregisseurin Sarah Nörenberg. Ihre Idee, eine Dokumentation ĂĽber Bud Spencer zu drehen, gefiel nicht nur dem Schauspieler selbst. Sarah ĂĽberzeugte zahlreiche Freiwillige davon, ihr fĂĽr die Finanzierung des Films Geld zu spenden. Dazu aufgerufen hatte sie im Internetportal „mysherpas“. Mehr ĂĽber das Konzept „Crowdfunding“ gibt es bei jetzt.de.

Das Projekt „Studium“ ist ebenfalls recht kostspielig, aber es gibt ja das BaföG. Wer allerdings mit guten Noten bei der RĂĽckzahlung sparen will, dem sei gesagt: Es lohnt sich nicht mehr, der „Besten-Rabatt“ wird abgeschafft! Genaueres bei Welt Online.

„Ich musste ihm einen Brief schreiben – er (Gil) schreibt nur Briefe per Post, keine E-mails“ erzählt Jamie XX ĂĽber die Kontaktaufnahme zu Gil-Scott Heron. Die MĂĽhe hat sich gelohnt – Jamie veröffentlicht sein erstes Solo-Album mit den Vocals der Spoken-Word Ikone im Februar. Das komplette Interview gibt es bei Pitchfork.

John Barry ist tot.

31.01.2011 von  

Am 30.01. starb John Barry Prendergast im Alter von 77 Jahren in New York. Der Filmmusik-Komponist gewann fĂĽr seine Werke fĂĽnf Oscars und vier Grammys. FĂĽr die Komposition der Filmmusik zu vielen James-Bond-Produktionen erhielt Barry zwar keinen Award, allerdings verhalfen diese Titelmelodien dem gebĂĽrtigen Engländer zu Ruhm. Zu seinen wichtigsten Werken zählen neben „Gold Finger“ u. a. die Soundtracks zu „The Lion In Winter“, „Out Of Africa“ und „Dances With Wolves“.

Mehr über John Barry könnt Ihr heute ab 15 Uhr im ByteFM Magazin mit Christoph Möller hören.

How To Dress Well – „Love Remains“

31.01.2011 von  

VĂ–: 04.02.2011
Web: http://howtodresswell.blogspot.com/
Label: Triangle

Tom Krell ist „every woman“, sagt er selber. Tom Krell ist “falsetto-cranking” Indie-Soul: “Sexual slow-jams from the bottom of a well”, sagen andere. Justin Timberlake durch den Duschvorhang, wieder andere. Tom Krell war mal Brooklyn-Hipster und ist jetzt Philosophie-Student in Köln. Vor allen Dingen ist Tom Krell aber How To Dress Well.

Vor sieben Jahren legt sich der US-Amerikaner das umständliche Pseudonym zu, als er in einem Second-Hand-Buchladen auf ein Exemplar mit diesem Titel trifft. Ein anderes Buch, das er auch erwirbt, heißt „How To Photograph Women Beautifully“. Doch der Name ist nun wirklich zu lang und irgendwie misogyn, findet Krell, und so wird eben die Stilfrage zum Künstlernamen.

Nein, so wirklich hilft das Also-Known-As nicht, um zu verstehen, was die Musik von How To Dress Well ausmacht. Übrigens eine Musik, die vom amerikanischen Pitchfork Magazine auf Platz 19 der wichtigsten Alben aus 2010 landet (und die, guten Morgen Deutschland, jetzt auch endlich bei uns in den Läden steht). Erst als Tom Krell nach Köln zieht, nimmt das Projekt How To Dress Well Formen an. Schon als Kind liebt er es zu singen, später spielt er in Gitarrenbands. Doch irgendwann ist er genervt vom Gitarrensound und kehrt der Musik für eine lange Weile den Rücken. Nach der Auszeit konzentriert er sich auf seine Stimme, loopt sie zu immer mehr Schichten übereinander und tritt mit Freunden und für Freunde in Bars rund um Brooklyn auf. Dann, in Deutschland, trifft er auf einen Gleichgesinnten und gemeinsam veröffentlichen sie eine Vielzahl von Songs, die der Reihe nach auf dem Blog http://howtodresswell.blogspot.com/ erscheinen. Im Netz ist How To Dress Well kein Unbekannter mehr.

Was die Musik ausmacht, ist der matschige, diffushallige R’n’B-Sound, wie eingangs beschrieben, wie vom feuchten Grund eines Brunnen. Zum R’n’B gehört es heute, möglichst „glossy“, möglichst glatt zu klingen. In Krells Brunnen reflektiert nichts ungebrochen, der Sound stößt sich an den vielen Samples, an der Übersteuerung und wird dumpf und steigt geheimnisvoll empor. Mit Leichtigkeit könnte Tom Krell aus seinen Songs zugängliche Radiohits produzieren – die Melodien sind da – aber wir freuen uns, dass er sich dagegen sperrt.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂĽtzung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Das ByteFM Magazin am Abend läuft dreimal in der Woche: montags, mittwochs und freitags. Dann jeweils ab 19 Uhr und garantiert auch einem Song aus dem Album der Woche. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland – der Sendung mit den neuen Platten.

God Save Johnny Lydon!

John Lydon, besser bekannt unter dem Namen Johnny Rotten, wird am 31.01.2011 55 Jahre alt. Als Mitglied der Sex Pistols und von Public Image Limited (PIL) gilt er als einer der einflussreichsten und verquersten Persönlichkeiten der Rock’n’Roll-Szene.

Am 31.01.1956 in London geboren, wuchs Lydon in den ärmlichen Verhältnissen der englischen Arbeiterklasse auf. Schon in der Schule erregte er mit seinem individualistischen Auftreten Aufmerksamkeit. Es wird erzählt, dass es sein „I Hate Pink Floyd“-T-Shirt gewesen sei, welches Musikmanager Malcom McLaren 1975 dazu bewegte, Lydon als Sänger für die von McLaren erfundene Band The Sex Pistols vorzuschlagen, obwohl Lydon keinerlei musikalischen Erfahrungen hatte.

Lydons faule Zähne fielen seinen Band-Kollegen gleich auf, woraufhin er den Namen Johnny Rotten bekam. Der Sänger agierte bald als entscheidendes Mitglied der Sex Pistols. Seine direkte und unverblĂĽmte Art machten ihn zur Punk-Ikone und Zielscheibe der britischen Gesellschaft. Er beleidigte die Queen im Song „God Save The Queen“, machte seinen Unmut im Fernsehen sowie auf der BĂĽhne deutlich und warf mit Schimpfwörtern nur so um sich.

Provokant und gefährlich – John Lydon brach mit den Konventionen der feinen englischen Gesellschaft. Seine AttitĂĽde verkörperte Punk wie kaum etwas anderes. Nachdem sich die Sex Pistols nach nur drei Jahren aufgelöst hatten, grĂĽndete er 1978 die Band PIL. Mit seinen Mitstreitern Jah Wobble und Keith Levene prägte er die aufkommende Post-Punk-Szene mit avantgardistisch inspirierter Musik. Nachdem Lydon im Jahr 1994 seine Memoiren „Rotten: No Irish, No Blacks, No Dogs“ veröffentlicht hatte, verlieĂź er Public Image Ltd., um eine Solo-Karriere zu verfolgen. Sein erstes Solo-Album „Psycho’s Path“ (1997) vereint tanzbare Gitarrensounds mit Electronica.

Mittlerweile ist es zu Wiedervereinigungen sowohl der Sex Pistols als auch von PIL gekommen, John Lydon hat Werbung fĂĽr Butter gemacht und an der englischen Version des Dschungelcamps teilgenommen. Als Johnny Rotten bleibt er aber fĂĽr immer die Ikone des Punk.

Heute lebt John Lydon in L.A. Wir wünschen alles Gute zum Geburtstag. Mehr im ByteFM Magazin mit Christoph Möller am Montag, 31.01., ab 15 Uhr.

Neue Platten: Fujiya & Miyagi – „Ventriloquizzing“

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl der Neuerscheinungen in der aktuellen Kalenderwoche.

Wer? : Ihr denkt bei Namen wie „Fujiya“ und „Miyagi“ an Japan, Kampfspiele und Technik? Stimmt, ähnliche Assoziationen hatten auch Steve Lewis und David Best, als sie die Band vor 10 Jahren in Brighton gründeten: Miyagi verweist auf Karate Kid, und Fujiya auf die Marke eines Plattenspielerherstellers. So einfach ist das. Mittlerweile ist das Duo auf ein Quartett angewachsen, und „Ventriloquizzing“ ist ihr viertes Studioalbum.

Was? Ein „Ventriloquist“ ist ein Bauchredner, einer, der einer von ihm geschaffenen Puppe eine Stimme und damit sowas wie eine Identität schenkt. Auch ĂĽber Musik von Fujiya & Miyagi wurde schon einiges gesagt und gemeint, z.B. Dinge wie „a strange hybrid of James Brown on Valium and Wire gone pop“ oder „Serge Gainsbourg with a PhD in electronics backed by David Byrne’s Eno-produced scratchy guitar mixed by MF Doom“. Dabei sind die wirklichen Konstanten in ihrer Musik einfach beschrieben: Elektro (vor allem der 70er), Funk, Kraut(rock) und nicht zuletzt – Pop. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Warum? „We wanted to make a record that was different from everything that we had done before“ soll David Best ĂĽber das vierte Album der Band gesagt haben – fast schon ein Standardsatz. Fujiya & Miyagi aber ist das teilweise sogar gelungen. Dass eine Band ihren Sound um 180 Grad ändert, ist gerade bei ihnen schwer vorstellbar – aber es gibt Stellen, da weicht ihre bis dato gut gelaunte und sexy Coolness einer dĂĽsteren, aber dadurch nicht weniger sexy Coolness. Denn diese nachdenkliche und geheimnisvolle Stimmung steht der Band gut: David Best trägt seine oftmals abstrusen Texte eh gerne mehr flĂĽsternd als singend vor, der neue Drummer fĂĽgt sich gut ein, und der Rest der Band experimentiert nun mehr mit Geräuschen und Effekten. Ihren pulsierenden Groove verlieren sie dabei nie aus den Ohren. Gut so!

Label: Full Time Hobby| Kaufen

29.01.: Digital durch’s Leben

29.01.2011 von  

„Life In A Day“ heiĂźt nicht nur ein grandioser I Am Kloot-Song, sondern nun auch der erste Film bestehend aus YouTube-Videos. Es handelt sich dabei um eine Film-Zusammenstellung, welche nur aus Nutzerbeiträgen besteht. Diese wurden Anfang Juli von YouTube aufgerufen, Szenen aus ihrem Leben auf die Video-Plattform hochzuladen. Rund 4500 Stunden Videomaterial wurden daraufhin zur VerfĂĽgung gestellt, welche Lebensbegebenheiten aus der ganzen Welt zeigten. Entstanden ist dabei ein Film, welcher sich rund um den 24. Juli 2010 dreht. Regie fĂĽhrte der Oscar-Preisträger Kevin Macdonald, der den Film auf 400 Beiträge komprimierte. Unter den verschiedenen mehr oder weniger qualitativ hochwertigen, Videoausschnitten befinden sich auch Szenen der Love Parade-Tragödie. „Es sind Menschen aus dem wahren Leben.“, so die Zeit Online. Den Teaser zum Film könnt Ihr Euch hier ansehen.

Die Wikileaks-Debatte uns noch in den Ohren hallend, veröffentlicht Suhrkamp nun ein Essayband zum Thema. In diesem Band kommen Autoren verschiedenster Art zu Wort. Diskutiert werden interessante Standpunkte, wie dieser des Internetkritikers Jaron Laniers, der in den Achtzigern den Begriff der „virtuellen Realität“ erfand: „Wikileaks stehe fĂĽr eine ‚Blockwartmentalität‘, beklagt er. Assange vertrete eine ‚digitale Ideologie‘. Hinter seiner Idee totaler Transparenz stecke ‚ein Bekenntnis zu Maschinen, nicht zu Menschen‘.“ Wie die digitale Revolution beginnt, ihre politischen Auswirkungen zu zeigen, lest Ihr in der Zeit Online.

Die digitale Revolution schwappt auch auf den alltäglichen BĂĽrger ĂĽber. Im taz-Interview stellt Peter Weibel Rede und Antwort dazu, inwiefern die technische Kommunikation die sozialen Verhältnisse und die politische Ordnung beeinflusst. „Die Erfahrung des BĂĽrgers ist also, dass er in allen Bereichen des Lebens auf einen Knopf drĂĽckt, eine Reaktion kommt und sich etwas verändert; nur in der Politik kommt nichts.“, sagt Weibel. Der BĂĽrger habe Anspruch auf Performativität, wobei die Inhalte ihrer Forderungen eher konservativ ist.

Weniger digital, dafür aber spektakulär wird es vom 25. Februar bis zum 13. März: Das Kurt-Weill-Festival in Dessau-Roßlau soll in diesem Jahr verlängert werden. Drei Lebensstationen Weills werden demzufolge nachgezeichnet werden. Zum Auftakt des Festivals soll das Schaffen des Komponisten in der deutschen Hauptstadt beleuchtet werden. Verschiedene Künstler, darunter der Jazzmusiker Nils Landgren, werden an der Veranstaltung teilnehmen. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.

Tickets fĂĽr Kitty Solaris

28.01.2011 von  

Kirsten Hahn alias Kitty Solaris schreibt ihre Songs in der KĂĽche. Darauf wird sehr groĂźen Wert gelegt.

Küchen sind bei WG-Parties ja immer die interessantesten Orte. Da hat man die besten Gespräche und da passieren absurde Sachen. Früher oder später rappt jemand unglaublich falsch irgendwas von Freundeskreis oder wettet, dass er eine Flasche Ketchup trinken kann.

KĂĽchen sind aber auch Orte von kĂĽhler Stille, in denen man sich nachts wie der einsamste Mensch der Welt fĂĽhlen kann. Man kann sich recht gut vorstellen, dass die melancholische und sehnsĂĽchtige Musik von Kirsten Hahn in solchen Situationen entsteht – in der KĂĽche, nach Mitternacht, alleine mit ihrer Gitarre.
Gleichzeitig vermittelt die Stimme, mit der sie über ihre Alltagsbeobachtungen singt, eine tröstliche Wärme. Musik für die Zeit, wenn die WG-Party am Ausklingen ist, wenn noch ein paar letzte Gäste gedankenverloren, aber zufrieden auf dem Sofa sitzen und ein paar in sich gekehrt auf der Tanzfläche hin- und herschaukeln. Es war eine gute Party.

ByteFM präsentiert die Tour von Kitty Solaris, und Ihr könnt fĂĽr jedes Konzert 2×2 Karten gewinnen. Schreibt uns einfach bis zum 10.02. eine Mail mit dem Betreff „Kitty“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.

17.02. Magdeburg, Moritzhof
18.02. Jena, Med Club
19.02. Offenbach, Hafen 2
22.02. Hamburg, Ponybar
23.02. Rostock, Peter Weiss Haus
24.02. Kiel, Prinz Willy
26.02. LĂĽneburg, Garage
10.03. Berlin, NBI (Record Release Party)
22.03. FĂĽrth, Babylon Kino
23.03. Stuttgart – Zwölf Zehn
25.03. Köln, Lichtung
26.03. Castrop Rauxel, Bahia de Cochinos
31.03. Göttingen, Pool
01.04. Regensburg, W1
02.04. MĂĽnchen, Rationaltheater
15.04. Leipzig, Villa Hasenholz
16.04. Dresden, Ostpol
03.05. Hannover, Cafe Glocksee
04.05. Schleswig, Cafe Mojo
05.05. Bielefeld, Falkendom
06.05. SaarbrĂĽcken, Sparte 4
07.05. Aaachen, Raststätte

Die ByteFM Charts KW 04

28.01.2011 von  

Letzte Woche schon hoch eingestiegen und jetzt auf der 1: Die blitzblank produzierte Hercules-and-Love-Affair-Single „My House“ fĂĽhrt die Trackcharts der ByteFM Moderatorinnen und Moderatoren an. Ob das so bleibt, wird spannend werden, da auch diese Woche jede Menge Neueinsteiger hinzugekommen sind und James Blake mit seiner mächtigen Dubstep-Bassline ordentlich Druck macht. Am Montag, den 31.01., ab 17 Uhr könnt Ihr dann in den ByteFM Charts mit Christoph Möller hören, wie das klingt und bekommt Hintergrundinformationen zu den KĂĽnstlern.

Die Trackcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Hercules & Love Affair – My House (2)
2. James Blake – Limit To Your Love (12)
3. Console – A Homeless Ghost (7)
4. Jamie Woon – Night Air (5)
5. Christiane Rösinger – Berlin (3)
6. Anna Calvi – Blackout (neu)
7. Jai Paul – BTSTU (1)
8. Tu Fawning – I Know You Now (neu)
9. Cold War Kids – Louder Than Ever (neu)
10. Anika – Masters Of War (neu)
11. The Go! Team – Buy Nothing Day (neu)
12. Wire – Please Take (neu)
13. Bart Davenport – Come On Let’s Go (neu)
14. Toro Y Moi – Still Sound (12)
15. Parallels – Dry Blood (neu)

Unruhige Zeiten stehen uns bei den ByteFM Trackcharts bevor: „My House“ geht an die Spitze und die Neueinsteiger setzten die höhenluftverwöhnten Ex- und Exex-Spitzenreiter sicher bald gehörig unter Druck. Neu mit dabei ist auch eine Auskopplung aus unserem aktuellen Album der Woche von The Go! Team plus „I Know You Know“ von Tu Fawning, die auch schon Album-der-Woche-gefeatured wurden.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Tu Fawning – Hearts On Hold (1)
2. Anna Calvi – Anna Calvi (2)
3. Wire – Red Barked Tree (neu)
4. Crystal Fighters – Star Of Love (10)
5. Iron & Wine – Kiss Each Other Clean (neu)
6. The Go! Team – Rolling Blackouts (neu)
7. Console – Herself (5)
8. Anika – Anika (3)
9. The Decemberists – The King Is Dead (8)
10. Christiane Rösinger – Songs Of L. And Hate (4)
11. Cold War Kids – Mine Is Yours (neu)
12. Bart Davenport – Searching For Bart Davenport (neu)
13. Twin Shadow – Forget (-)
14. IsolĂ©e – Well Spent Youth (neu)
15. Gregory And The Hawk – Leche (13)

Im Vergleich zur Vorwoche ändert sich nichts an der Spitze der ByteFM Albumcharts. Nur Anika wurde jetzt auch hier vom 3. Platz durch den Neueinsteiger Wire nicht nur verdrängt, sondern durch ambitionierte Neulinge wie Iron & Wine und dem Go! Team nach hinten durchgereicht. Weitere interessante Longplayer von den Cold War Kids und Bart Davenport werden in den kommenden Wochen sicher noch für reichlich Fluktuation sorgen.

28.01.: Die Welt gefangen im (Inter)Netz

28.01.2011 von  


Das Internet eröffnet wahrlich weite aber auch gefährliche Welten. So gefährlich, dass die ägyptische Regierung im Zuge der laufenden Proteste im Inland gestern Nacht gegen 22:30 Uhr den GroĂźteil seines Internetzuganges gesperrt hat. „Egypt cuts off internet access“, lautet der Guardian-Artikel. Circa 88 % des „ägyptischen Internets“ sei nun geschlossen. Fast alle Internetprovider seien demnach offline und soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter komplett geblockt. Besorgt reagiert Tim Bray auf diesen harschen Umgang mit dem Internet: „I feel that as soon as the world can’t use the net to watch, awful things will start happening.“

Auch Spanien hat Bedenken zum heiĂźen Thema Internet: Mit einem Gesetz gegen die Internet-Piraterie will die spanische Regierung vor Urheberrechtsverletzungen schĂĽtzen. Dieser Gesetzentwurf, welcher bereits im Dezember letzten Jahres aufgerollt wurde, „sieht vor, ohne richterliche Anordnung Websites sperren zu lassen, die das illegale Kopieren von Musik, Filmen oder Software ermöglichen“, so heise online. Der Versuch der spanischen Regierung gegen die Internet-Piraterie stößt nach wie vor auf heftigen Widerstand.

Beobachtet werden nicht nur das Internet, sondern auch mehr oder weniger interessante Bewohner eines Dschungelcamps. Anders als zuvor habe die fĂĽnfte Staffel der RTL-Show an intellektuellen Anspruch gewonnen. Demnach behauptet die taz, dass selbst Brecht Freude an dem Dschungelspektakel gehabt hätte, handele es sich doch dieses Mal um ein Drama ganz in seinem Sinne; die Bewohner geben sich als Darsteller ihrer eigenen Person in einem inszenierten StĂĽck. Nebenbei spielt ganz ordentliche Musik wie Belle & Sebastian, welche geradezu unĂĽblich fĂĽr die Ohren eines RTL-Zuschauers zu sein scheint. Die SZ interviewt daher die Showleitung und stellt fest: RTL’s Quoten hĂĽpfen gewaltig – und das auch ohne flache Charthits.

Von populären TV-Sendungen machen wir einen Sprung zur populären Modewelt. Nach Vivienne Westwood, die sich vor einigen Jahrzehnten schon gekonnt an der Musikbewegung orientierte und aus dem Punk ihre Inspirationen schöpfte, packt nun Jean Paul Gaultier den Irokesen und die Sicherheitsnadel wieder aus. Das „enfant terrible“ entwirft dabei hĂĽbsch-hässliche Klamotten fĂĽr die rebellierenden Töchter und Söhne der feinen Gesellschaft. Das passende ParfĂĽm dazu? Das empfielt die taz.

Zum Schluss noch eine kleine Hommage an King Tubby. Am 28. Januar wäre der jamaikanische Produzent 70 Jahre alt geworden. Gekonnt experimentierte dieser mit musikalischen Effekten und mixte an ausgefeilten Dub-Sounds. 1989 wurde King Tubby in Kingston erschossen. Christian Tjaben zollt in seinem Artikel „Lang lebe King Tubby!“ dem Musiker einen bescheidenen Tribut. Seine Sendung zum Thema könnt Ihr hier im ByteFM Archiv nachhören.

Neue Alben in dieser Woche (KW 4): Deerhoof – „Deerhoof Vs Evil“

Wer? Greg Saunier, Satomi Matsuzaki, John Dieterich und Ed Rodriguez aus San Francisco, zeichnen sich seit 1994 für schrägen, mit vielen Brüchen durchsetzten, Noise-Rock verantwortlich und veröffentlichen mit „Deerhoof vs. Evil“ ihr zehntes Studioalbum.

Was? Unkonventionelle Instrumenten- und Geräuschkombinationen, Disharmonien, die aber nie allzu lange jenseits der Grenze zur Gefälligkeit verweilen, abrupte Tempowechsel und dazu der kindlich-infantile Gesang von Satomi machen Deerhoof auch auf dem aktuellen Album unverkennbar: Scheinbar vertraute Arrangements und Strukturen werden de- und anschließend gleich wieder rekonstruiert, Hörgewohnheiten mit absurd wirkenden Assoziationen wie Bossa Nova oder Turntabelism à la Cut Chemist oder DJ Shadow angetriggert und dann über den Haufen geworfen.

Warum? Deerhoof sind sich und ihrer Mission (gegen das Böse?) treu geblieben und doch etwas harmonischer geworden. Immer noch muss sich der geneigte Hörer auf aus dem Nichts über ihn hereinbrechende Gitarrenbreitseiten gefasst machen, aber das tut dem Hörgenuss keinen Abbruch. Im Gegenteil – das gehört bei Deerhoof seit jeher zum Konzept und macht deren Platten so originell.

Label: Polyvinyl | Kaufen

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