30.10.: Pop-Ikonen

30.10.2010 von  

Heute gibt es jede Menge Ikonen der Popmusik in der Presseschau. Auf manche mag der Begriff „Ikone“ allerdings ein bisschen mehr zutreffen als auf andere.

Den Anfang machen gleich der Rock‘n'Roll Jesus und eine „American Institution of rock‘n'roll“: Kid Rock ist sauer auf Steven Tyler. Der Frontmann der Band Aerosmith ist jetzt nämlich bei American Idol als Juror eingestiegen. Das findet Kid Rock schlecht. „[Steven] is a sacred American institution of rock‘n'roll, and he just threw it all out the window“, meint Herr Rock. Und weiter: „We should bring back the guillotine, or whatever they call that thing […] I love him to death, but I gotta speak the truth.“ Mehr über den Ärger des selbsternannten Rock‘n'Roll Jesus und wie Steven Tylers Tätigkeit bei der Casting-Show seine Band Aerosmith wieder näher zusammenbringt und sogar stärker macht, lest Ihr im Guardian.

Weiter geht es mit Taylor Swift. Die ist nämlich „- neben Lady Gaga – der einzige wirkliche Megastar, den die darbende Musikwirtschaft in den vergangenen Jahren etablieren konnte.“ Allerdings gibt es dabei doch einen kleinen Wermutstropfen: Swifts riesiger Erfolg ist im Gegensatz zu Lady Gagas ein hauptsächlich auf die USA begrenzter. Und das hat laut der Zeit auch einen Grund: Die musikalischen Wurzeln von Taylor Swift „liegen im Country, ihre Helden sind die weiblichen Vorreiter des Pop-Country, Shania Twain und die Dixie Chicks.“ Denn obwohl die Popmusik ein globales Geschäft ist, „entdeckt die populäre Musik ihre regionale Dimension.“ Mehr über den „Anti-Globalisierungstrend“ der Popmusik lest Ihr hier.

Alles andere als regional begrenzt war der Erfolg von John Lennon. In seinem Heimatland erfährt der Musiker, der am 09. Oktober seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte, eine besondere Ehrung: Er bekommt eine offizielle Gedenkmünze. Bei einer öffentlichen Abstimmung, wer auf die Gedenkmünze der Serie „Great Britons“ gepresst werden soll, bekam Lennon überragende 92% der Stimmen. 5000 Stück der Münzen mit John Lennons Konterfei mit dem Nennwert von 5 Pfund wird es geben, eine Münze wird für 49 Pfund zu haben sein, berichtet der NME.

Ob ihr Bild jemals eine Gedenkmünze zieren wird? Peaches blickt gerade „mit einem grotesken Beinahe-Musical auf ihre zehnjährige Karriere zurück, choreografiert von Jeremy Wade, live begleitet von einem Rocktrio.“ Das Stück „Peaches Does Herself“ ist laut der FR „eine Feier der eigenen Fiktion“, die Peaches‘ „Königinnenstatus, nicht nur in Berlins Queer-Szene, kein bisschen gefährdet“. Zu sehen gibt es das „spaßige[…] Lehrstück darüber, wie man […] sowohl Selbstüberschätzung vermeidet wie auch der Festschreibung anderer ausweicht“, im HAU in Berlin.

Und zum Abschluss gibt es noch eine Meldung von The Feelies. Die Post-Punk-Pioniere sind gerade nämlich dabei, ihr erstes Album seit zwei Jahrzehnten aufzunehmen. Wie pitchfork berichtet, wird das Album im Frühjahr nächsten Jahres auf dem Label Bar/None erscheinen.

Mehr über Post-Punk-Poiniere, Königinnen der Queer-Szene, auf Münzen verewigte Beatles und alle weiteren aktuellen Neuigkeiten aus der Welt des Pop‘n'Roll gibt es heute ab 15 Uhr im ByteFM Magazin mit Klaus Walter.

Dendemann im Interview

Dendemann war bestens gelaunt, als er sich mit uns Anfang Oktober zum Interview in der Fabrik in Hamburg traf.
Bereits im Frühjahr spielte er hier das erste Konzert seiner aktuellen Tour mit dem Album „Vom Vintage Verweht“. Als er damals unter großem Jubel die Bühne betrat, meinte der Hamburger Rapper: „Dendemann und Hamburg – da kann ja eigentlich nichts schief gehen.“ Und er sollte recht behalten. Das Publikum feierte ihn, aber das hatte er sich mit einer energetischen Show auch verdient. Er fühlt sich sichtlich wohl, mit seiner Band Die Freie Radikale auf der Bühne zu stehen.
Wir sprachen mit dem „unehelichen Adoptiv-Beastie-Boy“ über das Parasitenhotel HipHop, die Produktion seines aktuellen Albums „Vom Vintage Verweht“ und Fans, die von seinem neuen Musikstil nicht unbedingt begeistert sind.

In der Zeit gab es vor kurzem einen Artikel mit der großen Ãœberschrift „HipHop siecht“. Das Genre würde in einer kreativen Sackgasse stecken und jetzt wäre wahr geworden, was NAS schon 2006 diagnostiziert hatte: HipHop is dead. Was hältst Du von solchen Aussagen?

Das ist auf ne Art natürlich selbst statistisch gesehen ziemlicher Quatsch, weil HipHop und R‘n'B neben ich glaube Country die erfolgreichsten Musikrichtungen auf dem Markt sind (lacht). Was man dann inhaltlich davon hält und ob man das auch noch dazu zählt, ist eine andere Sache. Aber das ist doch jeder erfolgreichen Genre-Musik so gegangen. Das, was komisch ist, das sind ganz normale Begleiterscheinungen des Erfolgs, und nicht des Mißerfolgs. Es gibt auch Begleiterscheinungen des Misserfolgs: diese Neediness und das manchmal sehr verzweifelt wirkende Promoverhalten einiger Kollegen (lacht). Aber ansonsten seh‘ ich das nicht so eng. Ich finde auch, dass das so groß ist und so verpoppt, dass man wirklich überlegen muss: Was ist denn jetzt eigentlich noch HipHop?

Im Song Nesthocker rappst Du darüber, wie aus Deinem Zuhause HipHop ein Parasitenhotel geworden ist. Was glaubst Du, wie es dazu gekommen ist?

Ich bin natürlich der Parasit im Hotel, der sich da einfach breit gemacht hat und in dem Lied findet, es wäre endlich mal Zeit, auf eigenen Füßen zu stehen und diese Elternhaus HipHop auch mal für nen Moment zu verlassen. Mit dem Wissen: Wer wirklich ein Nesthocker war, der bleibt das ja, das kann man nicht einfach rückgängig machen, erst mit Mitte 30 ausgezogen zu sein. Der kommt nämlich auch Jahre später noch mit Schmutzwäsche zu Weihnachten nach Hause (lacht). Und das ist im Prinzip das, was ich mir damit bewahren wollte. Nicht den Weg zurück, sondern das Wissen, das ist ne Hassliebe, immer gewesen. Seit ich mich damit auseinandersetze, wusste ich, was ich doof daran finde und was ich gut daran finde.

Was sind die Dinge, auf die Du gut verzichten könntest?

Was schlecht ist, ist ganz klar: der Materialismus, die Frauen– und Schwulenfeindlichkeit und die Gewaltverherrlichung. Auch als Fan, als deutscher Junge von einer amerikanischen Kultur Fan, die man so überhaupt nicht begreifen kann, wenn man’s mal genau darauf anlegt. Aber es hat schon seinen Grund, dass viele meiner Generation erst mit De La Soul so richtig warm geworden sind, was HipHop angeht.

Viele der aktuellen amerikanischen HipHop-Künstler entdecken gerade wieder den Soul für sich, die Ursuppe, aus der R‘n'B und HipHop entstanden sind. Du selbst besinnst Dich dagegen auf den Rock Mitte, Ende der 80er. Was ist es, das Dich an dieser Musik fasziniert?

Es war ne ganz einfache Formel, die ich nicht kannte, von deren Existenz ich auch nicht wusste und die sich irgendwann im Kopf so zusammengesetzt hat, und wo ne Lösung bei rauskam. Es war einfach so: Auf der Suche nach Inspiration im Aktuellen nichts mehr gefunden, im Lieblings-HipHop der 90er alles an Inspiration herausgefiltert, was so ging und dann der tiefe Wunsch, Musik zu machen, die energetisch ist. Alles fügte sich zusammen, wie ein Puzzle: Da war doch was! Natürlich habe ich durch Beatsteaks-Features meine Rockerfahrung gesammelt, und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Damals wurde gebrüllt, das machst Du gerne, und es war schon sehr energetisch und laut und brachial, und das steht mir doch.

Warst du schon immer Fan der Bands dieser Zeit und von solchen Rap-Rock-Kombinationen wie den Beastie Boys oder Run DMC?

Ich hab ‚88, ‚89 angefangen, amerikanischen HipHop wirklich zu hören und zu kaufen. Also hab ich diese Phase tatsächlich so ein bisschen verpasst. Zwar natürlich nachgeholt, aber auch wieder vergessen. Und irgendwann habe ich mich gefühlt wie so ein unehelicher Adoptiv-Beastie-Boy (lacht). Und das hat sich gut angefühlt!
Bei diesem ganzen Golden-Age-Gelaber ist mir aber auch aufgefallen, dass Genre-Musiker und Fans von Genre-Musik, – generell, aber im HipHop ganz extrem – dass alle die vermeintlich beste Zeit an den 3,4 Jahren fest machen, als sie es am intensivsten erlebt haben. Wenn ich also sage: „Alter, ‚95 war ein Jahrgang!“, dann guckt mich der nächste an und sagt: „‚95, Alter? Weißt Du was ‚93 alles rausgekommen ist?“
‚95 war aber das Jahr, in dem ich zum ersten Mal ein Vermögen für Platten ausgegeben hab. Jemand der ‚89 das schon getan hat, wird mir erklären, dass ‚95 kein guter Jahrgang war, sondern dass es wirklich besseres gab. Das zählt überhaupt nichts, das geht es nur um das Bewusstsein, dass es so ist.
Im Endeffekt brauche ich aber immer schon sehr viel Input, um dann selber was machen zu können. Gott sei Dank bin ich dann in der Herangehensweise so eigen, dass es selten kopiert klingt. Ich kann das auch nicht, irgendwas Rohes wird da immer bleiben. Wenn ich jetzt ne Dirty-South-Platte machen wollen würde, spätestens wenn ich da drüberbölze über die Beats, wird es wieder nach mir klingen und das Radio wird es wieder hassen (lacht).

Du hast die Beats nach dieser Formel selbst am Laptop zusammengebastelt. War es dann schwer, das Ganze auch im Studio mit einer Band umzusetzen?

Es war erschreckend einfach umzusetzen. Viel einfacher, als ich gedacht hätte! Bei einigen Songs musst Du schon aufpassen, dass Du weißt, was gerade läuft: die Computerskizze oder die Aufnahme. Es gibt Songs, die sind schon sehr sehr nah dran. Das ist aber auch so mit Moses Schneider (der Produzent des Albums, d.Red.) hingesetzt und gesagt: Hier, das sind meine Beats und das ist meine Wunschintrumentierung. Das homogene sollte reingeprügelt werden durch Selbstbeschneidung. Indem man sagt: Ich möchte Klavier – kein E-Piano – ich möchte Klavier, und das soll mit Mikrofon abgenommen sein. Und ich möchte Drums und ich möchte synthetische Bässe. Und das waren die drei Instrumente, die die Platte eingespielt haben.

„Die Pfütze Des Eisbergs“ ist 2006 erschienen, „Das Schweigen Dilemma“ ist jetzt schon sieben Jahre her. Wie kommt es zu den großen Abständen zwischen Deinen Releases?

Ich pack‘ das gar nicht eher (lacht). Ich brauch schon ne ziemlich klare Vorstellung davon, was als nächstes passieren soll. Das führt soweit, dass die Platten fast schon konzeptionell wirken. Ich bin dann einfach musikalisch in einem bestimmten Film, den ich aber auch erst vertiefen muss. Das ist genauso wie mit einem Song. Beispiel Nichtschwimmer: Bei so nem Lied ist der Titel zuerst da. Ich lauf bei Thalia vorbei, sehe nach 100 Jahren immer noch „Endlich Nichtraucher“ im Schaufenster dekoriert und fange an zu rattern: „Endlich Nicht-. Endlich Nicht-. Da muss es doch noch irgendwas anderes geben! Endlich Nichtschwimmer. Hört sich ganz gut an“, und spinne dann den Rest im Prinzip drum herum. Aber um das zu tun, muss ich mir erstmal überlegen, was soll das eigentlich heißen. Und so ist es mit allem. Ich hab da nicht so die Hast (lacht). Das kommt so nach und nach. Die Texte schreiben sich dann in drei vier Nächten. Aber nicht jede Woche. Sondern alle paar Woche mal (lacht).

Wann hat sich denn die Idee für das Konzept von „Vom Vintage Verweht“ entwickelt?

Ende 2008. Da war ich noch so am Rumspinnen und hatte auch noch Ideen mit französischer Elektronikmusik und hatte ursprünglich die Idee, es live einspielen zu lassen und dann von jemandem, der diese Art Musik macht, editieren zu lassen. Also ich hatte mir überlegt, dass es sich bestimmt lustig anhören würde, wenn jemand diese typischen Hack-Edits, die Justice und sowas haben, in Live-Insturmente reinmacht. Ist was komplett anderes bei rausgekommen (lacht). Wir haben bei 90% der Stücke gar nichts arrangiert, weil es so eingespielt war.

Ihr habt Euch also hingestellt, die Songs performt, und der beste Durchgang hat es auf das Album geschafft?

Mit Option auf Schneiden natürlich, und es gibt auch Backing-Vocals, die nachträglich aufgenommen wurden, und von zwei Stücken sind auch die endgültigen Strophen erst nachträglich aufgenommen worden, aber über 80% der Platte sind so entstanden. Das war das Konzept, das ich mit Moses hatte, bei dem es um Energie ging. Es ging ganz klar darum: Unser Vocalist ist live im Ernstfall etwas besser als im Studio. Vom Ausdruck, von allem. Wie bekommt man diese Live-Energie auf ein Studioalbum? Also ins kalte Wasser. Ab damit.

Habt Ihr lange dafür gebraucht, bis ein Song dann wirklich so gut war, dass Du gesagt hast: Der kommt auf’s Album?

Das ging ziemlich schnell (lacht). Die Musiker haben wirklich das Lied, dass sie spielen sollten, an dem Tag gehört. Wir haben uns für die Live-Aufnahen 2×5 Tage gegeben. Das heißt, wir mussten also an einigen Tag auch mal zwei Songs machen.

Man hat das Gefühl, mit einer Band im Rücken fühlst Du Dich ziemlich wohl. Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt mit Band erinnern?

Schwer zu sagen. Es war auf jeden Fall ein Gastauftritt. Ich glaube vor vier Jahren als Gast einer Veranstaltungsreihe aus Berlin namens „Live-Demo“. Das war ein Zusammenschluß verschiedener Veranstalter aus verschiedenen Bereichen mit verschiedenen Schwerpunkten und Stärken, die diese Party gemacht haben und dazu eine Hausband gebucht haben, die alle paar Monate mit 3,4 internationalen Mikrofongästen aufgetreten ist. Jeder so 3,4 Stücke. Da haben sie mich mehrfach für gebucht und ich habe mir die Bühne mit Künstlern wie Jaguar Wright, Kurtis Blow oder Dwele geteilt. Und die Band von damals, das sind die Musiker, die heute mit mir auf der Bühne stehen.

Hat Dich die Band damals so beeidruckt?

Das war so professionell, dass man einen Tag eher angereist ist zum Proben und ich im Prinzip da reinkam, die standen alle schon, hatten schon alleine geübt, und sie haben Nichtschwimmer angespielt und es war einfach jedes Break, alles war identisch, und da war es eigentlich gegessen. Das sind halt ziemliche Streber (lacht).

Wie kam es dann dazu, dass die Band dann auch Deine Band wurde?

Es ging ganz simpel los. Anfang 2008 kam die Anfrage für den Grönemeyer-Support-Tour. Dann war die Frage: Möchte man das machen? Und wenn ja, für was? Das ist keine Zielgruppenerweiterung. Das ist eine künstlerische Erfahrung, die man sich nicht nehmen lassen sollte. Aber wenn, dann mit Band, sonst bist Du Stadionsprecher. Und dann hab ich einfach gedacht, die können das ja schon, und hab die Jungs als erstes gefragt.

Ich hab Dich im Frühjahr schon live gesehen, als Du hier ein ziemlich umjubeltes Konzert gegeben hast. Direkt vor mir stand damals ein Fan, der ein bißchen enttäuscht gewesen ist, dass es viele Songs vom neuen Album waren und ab und zu Discjockey oder Hand auf’s Herz gerufen hat. Hast Du Dir da Gedanken gemacht, dass Du mit Deinem neuen Stil vielleicht ein paar Fans verlieren könntest, die schon seit Zeiten von Eins Zwo Fans von Dir sind?

Kann ich nicht. Ich hab da nie Rücksicht drauf genommen. Es gab da einfach in der Vergangenheit in diesem HipHop-Bereich größere Schnittmengen, dass sich einfach der Geschmack ähnlicher war. Ich habe da aber nie Rücksicht drauf genommen. Ich mein, was ist die Musik von der „Pfütze“ verrissen worden! Ich hab noch nie so viel Kritik für die Beats einstecken müssen, über die ich gerappt habe. Zu der Zeit war das aber meine Lieblingsmusik, ich hab diese Intrumental-CDs rauf- und runtergehört. Ich kann da keine Rücksicht drauf nehmen. Auch das zweite Eins Zwo Album, da haben auch schon Leute gesagt: „Warum denn jetzt dieser ganze Jazz-Kram?“. Ja, weil von zu Hause bis zum Studio war Slam Records auf dem Weg, und die haben nun mal nur scheiß Soul und Funk. Aber hervorragenden Jazz (lacht)! Das hat manchmal sehr einfache Gründe (lacht).

Ziemlich interessant finde ich das Sample, dass Du im Song Papierkrieg verwendest: Tocotronics Explosion in der Berlin String Theory Version. Wie kam es dazu?

Als Ben Lauber, der Kollege von Moses Schneider am Computer zugange war, und das ist halt so wie wenn einer Internet hat und der andere nicht, das macht halt keinen Spaß daneben zu stehen, habe ich also im Studio rumgesucht und hab ne 7’’ gefunden von Tocotronic, wo auf der Rückseite stand Explosion String Version. Und für jemanden, der gerne samplet hört sich das schon mal nach verdächtig wenig Musik an, das heißt, da könnten Vocals freistehen. Und das ist ja auch nicht das erste Tocotronic-Zitat, Eins Zwo hatten ja auch schon mal eins. Ich hab mir dann das Ding angehört, direkt mitgenommen und mehrere Beats draus gemacht. Ich hab dann hinterhertelefoniert, kann man das machen, mir erstmal die Absolution von Dirk geholt. Als ich dann nach ner Stunde von meiner Telefoniererei zurückkam und sagte, super krass, wir können das machen, ich bastel da mal was draus, meinte Ben nur so: „Ich hätte auch das Acapella-Stück auf dem Rechner, das wurde ja hier aufgenommen“. Und dann haben wir uns entschieden, das Studio-Acapella zu benutzen, ohne Strings (lacht). Die Strings sind aber noch untergemogelt, so hier und da mal.

Von Techno und Supercomputern

29.10.2010 von  


Berlin ist international für seine Techno-Kultur bekannt. Während Watergate, Berghain oder Tresor für jeden bekannt sind, gibt es auch versteckte Seiten des Berliner Techno. Von diesen berichtet Anja Schwanhäußer, die eine Doktorarbeit über den Berliner Techno-Underground verfasst hat, in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Die musikalische Seite sei dabei aber nur nebensächlich gewesen. Im Vordergrund stehe die Entwicklung einer urbanen Kultur in Berlin nach dem Mauerfall. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen die sie in „Kosmonauten des Underground“ aufgeschrieben hat, wurden im Campus Verlag veröffentlicht.

Über Detroit, dem Ursprungsort des Techno, berichtet die von Johnny Knoxville moderierte Web-Dokumentation “Detroit Lives“. Sie zeigt die Folgen des urbanen Verfalls und die sozialen Verwerfungen nach dem Niedergang der Autobranche in den achtziger Jahren. Die kulturellen und sozialen Initiativen, die heute wieder zwischen den Industrieruinen der Stadt aufblühen, sind immens. Im Film zu Wort kommen u.a. Musiker wie Wayne Kramer, Sänger und Gitarrist von MC5, Techno-Legende Carl Craig, Ko Melina, Zack Wheedon von den Dirtbombs und der Rapper Black Milk. Hier der gesante Artikel der Spex.

Ãœber die Band No Age berichtet aktuell die taz. Sie besteht aus zwei Mitgliedern. Dean Spunt singt und spielt Schlagzeug und Randy Randall bedient die Gitarre. Beide sind Ende 20 und bemühen sich stetig neue Formen der Musik zu entdecken. Ihr aktueller Stil kennzeichnet sich vorrangig durch Lautstärke und vermeintlich erhöhten Härtegrad. Ihr neues Album „Everything in Between“ hat in den USA gute Kritiken erhalten. Nun wird sich erweisen, ob die Band auch in Europa ein größeres Publikum gewinnen kann.

Schon gewonnen hat China in der Liste der 500 schnellsten Computer. Lange wurde China nachgesagt, westliche Technik bloß zu kopieren. Tatsächlich ist das Land inzwischen auch eine Innovations-Supermacht. Neben der größten Wasserkraftanlage, dem schnellsten Linienzug der Welt, hat China jetzt auch noch den derzeitig schnellsten Supercomputer der Welt gebaut. In der kommenden Woche wird der „Tianhe-1A“ offiziell in Betrieb genommen. In seiner Leistungsfähigkeit lässt er dabei die Supercomputer der USA und Deutschland hinter sich. Der gesamte Artikel lässt sich auf Spiegel Online nachlesen.

Die ByteFM Charts KW43

29.10.2010 von  

Kein Kommentar zur aktuellen Befindlichkeit der Kanzlerin, sondern eine Widmung an den Schriftsteller Ronald M. Schernikau, den wohl letzten Bundesrepublik-Flüchtigen, der noch Anfang 1989 in die DDR einwanderte, ist die neue Nummer 1 der Singlecharts: Jens Friebes „Königin im Dreck“ hat sich nach oben gewühlt. Ansonsten regiert zur Zeit Aloe Blacc den ByteFM Geschmack, gefolgt von Tricky. Was sonst noch passiert ist, seht ihr auf den folgenden Plätzen:

Die Singlecharts: Unsere am häufigsten gespielten Tracks der letzen Wochen

1. Jens Friebe РK̦nigin Im Dreck
2. Aloe Blacc – I Need A Dollar
3. Zola Jesus – Sea Talk
4. Gonzales – I Am Europe
5. Edwyn Collins – Losing Sleep
6. Edwyn Collins – Do It Again
7. Darwin Deez – Up In The Clouds
8. Tricky – Murder Weapon
9. Fops – Solid Copper Huntress
10. Aloe Blacc – Take Me Back

Neu in den Charts: Edwyn Collins mit einem zweiten Titel, dem Franz Ferdinand produzierten „Do It Again“, Aloe Blacc inzwischen ebenfalls im Doppelpack dank „Take Me Back“ und das kalifornische Indie/Kraut-Pop Duo Fops mit der „Solid Copper Huntress“.

Die Albumcharts: Die Longplayer mit den meisten Einsätzen in unseren Playlists:

1. Aloe Blacc – Good Things
2. Tricky – Mixed Race
3. Jens Friebe – Abändern
4. Edwyn Collins – Losing Sleep
5. Junip – Fields
6. Black Mountain – Wilderness Heart
7. Maximum Balloon – Maximum Balloon
8. Glasser – Ring
9. Tamaryn – The Waves
10. El-P – Weareallgoingtoburninhellmegamixxx3

Neu dabei sind diese Woche Glasser und Tamaryn, wieder eingestiegen ist El-P.

Die Künstlercharts: Die Musiker und Bands mit den meisten Songs im ByteFM Programm der letzen Wochen

1. Aloe Blacc
2. Tricky
3. The Beatles
4. Edwyn Collins
5. Jens Friebe
6. Jimi Hendrix
7. Junip
8. Louie Austen
9. Gonzales
10. Maximum Balloon

Neu dabei ist Louie Austen, eine andere Art von Oldie als die beiden jubiläumsbedingten Althelden Beatles und Hendrix.

Und das war’s erstmal wieder bis nächste Woche mit den ByteFM Charts!

Perfume Genius

28.10.2010 von  

Mike Hadreas alias Perfume Genius steht für fragile Songs mit sparsamer Instrumentierung und Lo-fi-Ästhetik, in denen er seine Erfahrungen mit der Liebe, den Drogen und dem Tod verarbeitet. Der 26jährige Amerikaner war in unserem ByteFM Magazin zu Gast und hat einen exklusiven und brandneuen Song gespielt, den Ihr Euch hier nochmal anhören könnt.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Perfume Genius – Dream (Live @ ByteFM)

28.10.: Informationsflüsse in Kultur und Wissenschaft

28.10.2010 von  


In Hamburg scheinen die kritischen Streichungen in der Kulturszene abgewendet zu sein. So hat der Senat nun verkündet, das Altonaer Museum doch nicht zu schließen und sich von den umfangreichen Kürzungen am Deutschen Schauspielhaus distanziert. Dies ist das Resultat eines Gesprächs zwischem dem Hamburger Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU), dem Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) und Kulturschaffenden Hamburgs. Dem Gespräch waren massive Bürgerproteste und Solidaritätsbekundungen für die bedrohte Hamburger Kulturszene aus ganz Deutschland vorausgegangen. Der ungekürzte Artikel von Spiegel Online ist hier zu finden.

Nachdem vier Jahre lang ein Rechtsstreit zwischen dem Filesharing-Pionier Limewire und der US-Musikindustrie herrschte, wurde der Tauschbörse nun per gerichtlichem Beschluss das Aus erteilt. Limewire wurde 2000 gegründet und basierte hauptsächlich auf der Filesharing-Technik Gnutella sowie, in den letzten Versionen, auf dem neueren Bittorrent-Protokoll. Damit ließ sich jedes gewünschte Dokument von Nutzer zu Nutzer übertragen, besonders gerne Musikstücke und Filme. In den letzten Jahren verlor Limewire aber zusehends an Nutzern, da zwischen den getauschten Daten häufig Malware mit enthalten war. Hier der gesamte Artikel der taz über das Ende von Limewire.

In fortwährendem Austausch von Informationen schreitet hingegen die Wissenschaft voran.
Nur ist die Frage, in welcher Weise dies geschieht. So schreibt die FAZ über die aktuelle Arbeit und Forschung des Soziologen Andrew Abbott. Dieser behauptet, dass die Strukturen der derweiligen Wissenschaft Formen der Unbildung fördern. So würde auf das Publizieren mehr Wert gelegt werden als auf das Nachgedachthaben. Zu häufig würden Beiträge zitiert, die von den wissenschaftlich Arbeitenden ungelesen seien. Die Folge sei häufig ein falsches Zitieren. Laut Abbot müsste universitäre Ausbildung müsste in erster Linie keine zur Wissenschaft, sondern zum Lesen, Nachdenken und Argumentieren sein.

Zurückdenken lässt der neu erscheinende Teil der offiziellen Bootlegserie Bob Dylans.
Veröffentlicht auf CBS, ist man inzwischen bei der neunten Ausgabe. Dieser enthält die sogenannten Witmark-Demos, welche die frühesten von Dylan erhältlichen Aufnahmen enthalten. Quengelsound, Nasalübungen, Mundharmonikaspiel sind die Merkmale. Die Witmark-Demos umfassen 47 Songs, die Bob Dylan zwischen 1962 und 1964 für seine beiden Musikverlage Leeds Musik und M. Witmark & Sons aufgenommen hat. Vieles davon erschien später in abgewandelter Fassung auf den offiziellen Alben. In voller Ausführlichkeit wird die Erscheinung bei der Frankfurter Rundschau besprochen.

ByteFM Bewegtbild – Folge 5: Agnes Obel

28.10.2010 von  

Hach, ist die bezaubernd. Im Sommer trafen wir Agnes Obel beim Dockville Festival in Hamburg, wo sie trotz dröhnender Bässe und des allgemeinen Festival-Troubels recht entspannt mit uns redete. Einige von Euch kennen ihre erste Single „Just so“ wahrscheinlich aus der Werbung eines Telefonanbieters, durch die ihre leichte, schöne Musik mit viel Klaviereinsatz eine gewisse Präsenz in der Öffentlichkeit bekam. Live sehen könnt Ihr sie zurzeit im Vorprogramm von I Am Kloot in Deutschland und Österreich und während ihrer eigenen Europa-Tour im November nochmal in Berlin.

Ständig sehen könnt Ihr sie von nun an hier, wo Ihr erfahrt, warum die Dänin gerne Ukulele und Harfe spielen würde, wie sie ihre verträumten Songs schreibt und wie das mit der Musik überhaupt anfing.

HH Shuffle: Die Party ohne Genregrenzen

27.10.2010 von  

Zwei verschiedene Reaktionen schlagen Norman Müller und Sebastian Tim in den letzten Monaten entgegen, wenn sie erklären, was für eine Party sie am 30. Oktober im Hamburger Hafenklang veranstalten werden: „Was soll denn so ein Mist? Das kann niemals funktionieren!“ oder „Superidee! Das wird garantiert klasse!“

Das Konzept für die Party „HH Shuffle“ polarisiert Partygänger und DJs.

100 (!) DJs sollen nacheinander auftreten, jeder hat vier Minuten Zeit. Was in diesen vier Minuten genau passiert, ob beispielsweise ein vierminütiger Song oder zehn 24-sekündige Ausschnitte gespielt werden, bleibt dem DJ überlassen. Ein klassischer Clubabend ist also nicht zu erwarten, stattdessen ein buntes bis chaotisches Experiment mit Partyfaktor, das seinen ganz eigenen Flow entwickelt. Seit einigen Tagen ist die Liste der DJs so gut wie vollständig, und die imponiert nicht nur wegen der Masse an Namen. Von Minimal-Techno über Chanson und Afrobeats bis zu Tierstimmen (?!???) und „8-Bit-Elektro-Spacko-Wummse“ – die Genres sind weit gestreut.

Wer macht mit? ByteFM als Präsentator der Veranstaltung stellt natürlich eine Menge DJs, darunter Ruben Jonas Schnell, Country- und Western-Experte Knut Benzner (Urban Landmusik), Jumoke Olusanmi (Silent Fireworks), Franzosen-Pop-Kenner Alain-Xavier Wurst (La France En Duo), Sebastian Reier alias Booty Carrell (Groovie Shizzl), Heinrich Oehmsen (The Heinrich Manoehver) und einige seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Team von Das Draht sowie Rüftata110 (MFOC). Man munkelt, hinter dem Pseudonym „DJ Uwe“ verstecke sich …ah – wird nicht verraten… und Dennis Kastrup (Lost in the Supermarket), heißt es, reise für seine vier Minuten extra aus Berlin an.

Ansonsten ist das Lineup von HH Shuffle ein bunter Querschnitt der Hamburger DJ-Szene. Aus dem Golden Pudel Club hat neben Rüftata110 auch Phuong Dan zugesagt, die Drumbule-Crew aus dem Hafenklang dürfte Drum‘n'Bass mitbringen, Rodion Levin und Andrej Lido vom Datscha-Projekt sorgen für Balkan-Sounds, folkiger Elektro kommt von den DJs des Labels Pingipung, Olav vom Lionhearts-Soundsystem hat Reggae im Gepäck und Johnny Profane aus dem Burlesque-Club Queen Calavera spielt Gangsterjazz. Techno und Artverwandtes ist unter anderem von Sedat Altinok, A. Barth, Markus Redux, Hollelang, Antoine Baiser und DJ Dix zu erwarten. Unter den DJs sind außerdem Mitglieder von Hamburger Bands wie Saboteur, Station 17, Tusq, Das Bierbeben, Wilhelm Tell Me und Boy Division.

Hier das komplette Line-Up:
23:00 – 23:04 Dr. Dre & Angelpunkt
23:04 – 23:08 Dr. hc. Helmut Call (war-drobe)
23:08 – 23:12 Olav (Lionhearts)
23:12 – 23:16 Jennifer Rush
23:17 – 23:21 DJ Ango (Queen Calavera)
23:21 – 23:25 Weizenkeim aka Rumpel Slowhand
23:25 – 23:29 Vincent Hieronymus
23:29 – 23:33 DJ Bombe (Meine Jugend)
23:34 – 23:38 Jumoke Olusanmi (Silent Fireworks/ByteFM)
23:38 – 23:42 Das Bose Soundsystem (Lost in Music)
23:42 – 23:46 DJ Rock T
23:46 – 23:50 MissLucksmith (Javisst)
23:51 – 23:55 Sir Kriz (Hoch 10/Waagenbau)
23:55 – 23:59 Ruben Jonas Schnell (ByteFM)
23:59 – 00:03 The Jan (For Dancers Only/Hamburg Soul Weekender)
00:03 – 00:07 Mister Tingle (Pingipung)
00:08 – 00:12 Andrè Schwarz (Purgatory)
00:12 – 00:16 Make Party 1 (Raving Loony Records/Vacation Records)
00:16 – 00:20 Make Party 2 (Raving Loony Records/Vacation Records)
00:20 – 00:24 Joachim Franz Büchner
00:25 – 00:29 Biggy Pop (Das Draht/ByteFM)
00:30 – 00:34 Kaiser DJ
00:34 – 00:38 Lesley Farfisa (Roschinsky’s/Lunacy)
00:38 – 00:42 Dennis Kastrup (Lost in the Supermarket/ByteFM)
00:43 – 00:47 DJ Baby (Station 17/Saboteur)
00:48 – 00:52 DJ UWE (ByteFM/Audiolith)
00:52 – 00:56 DJ Omit (Tusq/Rocktypen)
00:56 – 01:00 Hollelang (Drauf&Drunter)
01:00 – 01:04 Jonny Furore
01:05 – 01:09 Booty Carrell (Psychopathen Inkasso/Pudel)
01:09 – 01:13 DJ Knoppers (Groove City)
01:13 – 01:17 Johnny Profane (Queen Calavera)
01:17 – 01:21 Rodion Levin (Datscha Projekt)
01:22 – 01:26 Sedat Altinok (PhonanzaFM/Mode2)
01:26 – 01:30 subTe #1 (Club Mestizo/Hafenklang)
01:30 – 01:34 subTe #2 (Siri Keil/ByteFM)
01:34 – 01:38 Rüftata 110 (MFOC/Golden Pudel Club/ByteFM)
01:39 – 01:43 Frau Kraushaar (bildende Künstlerin/Musikerin, Hamburg)
01:43 – 01:47 Alain-Xavier Wurst (La France en duo/ByteFM)
01:47 – 01:51 Bibo Blastique (Minneapolis Make Up Music)
01:51 – 01:55 Koprolalie
01:56 – 02:00 Markus Redux (Elektronik Milieu/Deep Aid)
02:00 – 02:04 quadratschulz (Kreisferkeer Flaake)
02:04 – 02:08 Anna Wright (Wright & Wright)
02:08 – 02:12 Nils Wright (Wright & Wright)
02:13 – 02:17 MingoStarr (Laas)
02:17 – 02:21 The clean
02:21 – 02:25 g.weida! (Das g.weida! College/Wohnzimmer Tapete)
02:25 – 02:29 Frauke Unruh (Restless Sounds/Female Pressure)
02:30 – 02:34 A Barth (PhonanzaFM/formResonance)
02:34 – 02:38 Sash Bucket (Team Orange/HB)
02:38 – 02:42 DJ UWE (ByteFM/Audiolith)
02:42 – 02:46 Dealer-Thomas Heck (Drumbule/Disco Bizarro)
02:47 – 02:51 Antoine Baiser (Drauf & Drunter)
02:51 – 02:55 DJ Obstler
02:55 – 02:59 Banana
ACHTUNG ZEITUMSTELLUNG!
02:59 – 02:03 Mr. Inspection Table (Station 17/Kommando Sonne-nmilch)
02:04 – 02:08 DJ Lüki Potenzki (Les Humphries Singer)
02:08 – 02:12 TBC
02:12 – 02:16 Mario Lasal (Universum Hamburg)
02:17 – 02:21 Fanny Mae (Universum Hamburg)
02:22 – 02:26 Marco Morelle (Universum Hamburg)
02:27 – 02:31 Heiko H. Gogolin (Pingipung)
02:32 – 02:36 Jubie Eastwood (Elektro Mob St. Pauli)
02:37 – 02:41 Raketengirl (Better Than Chocolate)
02:42 – 02:46 DJ Howie (Loaded HH)
02:47 – 02:51 Sammy Lee (Electric Science Fiction)
02:52 – 02:56 Digital Norman (Sounds Outta Range/ByteFM)
02:57 – 03:01 Spocht (Waagenbau)
03:02 – 03:06 Das kleine Frl. G (Better Than Chocolate)
03:07 – 03:11 Manu Harmilapi (Elektronik Milieu)
03:12 – 03:16 Dr. Berger (Monkee Platez)
03:17 – 03:21 Heinrich Oehmsen (ByteFM/The Heinrich Manoehver/Das Draht)
03:22 – 03:26 Naomi Sample (Wohnzimmer Lüneburg/Micromusic)
03:26 – 03:30 Phips
03:30 – 03:34 Iaka (Plainaudio / Drumbule)
03:34 – 03:38 Le Renard Rythmique (Nachtsport) feat. Paul Phelan
03:39 – 03:43 ABIDJANINSKI (Girl Monster)
03:43 – 03:47 DJ WUCHTBRUMME (Fidel Bastro)
03:47 – 03:51 Col. Geist
03:51 – 03:55 ICHNUSS (war-drobe)
03:56 – 04:00 Comfyraver (Klingel 3)
04:00 – 04:04 PunktPunkt (LikeBirdz)
04:04 – 04:08 Pirouette Von Aurich (Pudelfunk)
04:08 – 04:12 Nik du Sky (arnrsu)
04:13 – 04:17 MC Machjetztendlichmaldenscheißausalter (Nervequake Entertainment
Group Int.)
04:17 – 04:21 Thorus (Imoto)
04:21 – 04:25 Deejay Zeitbombe (Elektronischer
Schleudergang/Geschichte/GEMA/Schweiz
04:25 – 04:29 DJ Dix (Elektronischer Schleudergang)
04:30 – 04:34 DJ Rocky Dennis (Shoop Shoop Club/This is Pop)
04:34 – 04:38 Timo Weiner (Soundlook)
04:38 – 04:42 Miss Shayana (Queen Calavera)
04:42 – 04:46 Mira Douro (Mosquito’s Tweeter)
04:47 – 04:51 DJ Stoke (Yoko Mono)
04:51 – 04:55 DeeDee (Unkonventionellekochkunst)
04:55 – 04:59 Andrej Lido (Datscha Projekt)
04:59 – 05:03 DJ Shadowchemical (Lower Saxony Group)
05:04 – 05:08 René Schwedler (Purgatory/Saetisfai)
05:08 – 05:12 The Bettwurst (Bettwurst Bashment/Imoto)
05:12 – 05:16 CLR Unlimited

Goldener Salon
23:00 – 00:30 Jonny Furore
00:30 – 02:00 DJ Obstler
02:00 – 03:00 (Zeitumstellung = 2 Std. Set!) Johnny Profane (Queen Calavera)
03:00 – 05:00 quadratschulz (Kreisferkeer Flaake)
05:00 – 07:00 DeeDee (Unkonventionellekochkunst)

HH Shuffle findet am 30.10. ab 23 Uhr im Hamburger Hafenklang statt, der Eintritt kostet 7 Euro.

Blog&Roll: pretty-paracetamol

27.10.2010 von  

Zu Gast bei Blog&Roll ist diese Woche: pretty-paracetamol. Zu Hören gibt es einen winterlich angehauchten Mix von Blogmacher Frank, der Saint Etienne, Sonic Youth und Pavement zu seinen Lieblingsbands zählt und seine Betrachtungen von Euskirchen aus ins Netz stellt. Zu Lesen gibt es hier seine Antworten auf unseren Fragebogen.

Wer macht pretty-paracetamol?
Ich, Frank. Pretty-paracetamol war und ist ein kleiner privater Blog, der als Weiterentwicklung und Zusammenschluss meiner vorherigen Fotoblogs immer mehr den Weg in die Musik fand. Aber ein paar Fotos gibt es ja weiterhin auch noch…

Wo und seit wann wird pretty-paracetamol gemacht?
Seit dem Frühjahrswochenende im Jahr 2006, an dem die Uhren auf Sommerzeit gestellt wurden. Allerdings gab es vor pretty-paracetamol schon andere Blog- und Webseitenprojekte mit ähnlichem Inhalt. Blockspiel.de oder pauls-boutique.de hießen die Vorläufer, die auch schon einen Mischmasch aus Fotografie und Musik bzw. Konzertberichten darstellten.
Pretty-paracetamol wird an einem kleinen Schreibtisch in Euskirchen, einer Kleinstadt in der Nähe von Köln und Bonn, am Leben erhalten.

An wen richtet sich pretty-paracetamol?
An alle, die es interessiert, sag ich mal. Aber an niemand Bestimmten. Der Blog ist reines Hobby, ohne – derzeitigem – tieferen Ehrgeiz. Es macht mir einfach Spaß, über Musik nachzudenken, Konzerte zu besuchen und CDs zu kaufen. Und genauso macht es mir Spaß, darüber zu berichten. In meinem Bekanntenkreis gibt es nicht viele, die sich für Musik interessieren, und so ist pretty-paracetamol für mich eine Möglichkeit, ein wenig von dem loszuwerden, was mich musikalisch fasziniert oder abschreckt.

Wie würdest du deinen Mix für Blog&Roll beschreiben?
I smell winter.

Nenne bitte drei prägende Einflüsse für pretty-paracetamol (Djs, Fernsehserien, Automarken was auch immer):
Das Internet, das Internet, das Internet.

Wenn pretty-paracetamol nicht pretty-paracetamol hiesse, wie hiesse es dann?
www.nur-ein-weiterer-musikblog.de

Wenn pretty-paracetamol ein Stück Musik wäre, welches wäre es?
„Pretty paracetamol“ ist ein Musikstück. Die englische Band Fischer-Z gaben dem Blog seinen Namen. Als ich im Radio ihren Song „Pretty Paracetamol“ hörte, dachte ich sofort, das wäre ein guter Blogname. Ich gestehe jedoch, dass ich nie ein großer Fischer-Z Fan war. Daher ist die Ausweichantwort: „Carrot Rope“ von Pavement.

Was sind die pretty-paracetamol all-time favourites (bitte je drei Tracks, Alben, Bands/Künstler und – wenn Interesse – Filme und Bücher)?
Ich bin nicht so der Cineast und mehr Zeitschriftenleser als Bücherwurm.
Also die Top 3 der Zeitschriften: 11Freunde, Das Zeitmagazin und Musikexpress.
Meine Lieblingslieder: „Down“ (Sharon Stoned), „Wonderwall“ (Oasis), „Green And Grey“ (New Model Army).
Meine Lieblingskünstler: St. Etienne, Sonic Youth, Pavement.

Vinyl, CD oder MP3 und warum?
CD. Meine Eltern hörten kaum Musik, und zu Hause hatten wir keinen Plattenspieler, folglich hatte ich nie Schallplatten. Als ich 18 Jahre alt wurde, kaufte ich mir direkt einen CD Spieler. Die kamen seinerzeit (1989) groß auf und waren nicht mehr allzu teuer. Somit war die Sache geklärt, ab da standen CDs im Vordergrund. Zusätzlich noch einen Schallplattenspieler kaufen empfand ich als unsinnig. Meine ersten CDs waren übrigens „Money for nothing“ von Dire Straits und Phil Collins‘ „… but seriously“.
Ich kaufe auch weiterhin CDs, MP3s downzuloaden erscheint mir noch zu unpersönlich und ich mache das nur in Ausnahmefällen.

Welche Blogs liest pretty-paracetamol?
Nicorola, Lie in the sound, Christophs und Olivers Konzerttagebuch, schwatz-gelb, Carlas day of music, bradley‘s almanac und noch einige mehr.

Welche Radiosender (lokal oder Internet) hört pretty-paracetamol?
Einslive und Motorfm.

Wo kauft pretty-paracetamol Musik?
Im Internet, auf Konzerten und in Elektrofachmärkten.

Wo guckt pretty-paracetamol Konzerte?
In Köln und Umgebung. Und im Urlaub.

Wo geht pretty-paracetamol tanzen?
Mein letzter Tanz war vor drei Jahren im Rose Club in Köln.

Der oder das Blog?
Der Blog und die E-Mail.

Letzte Worte?
Habt vielen Dank, dass ich hier mitmachen durfte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht!

27.10.: Money, Money, Money

27.10.2010 von  

Alles hat seinen Preis: Seit der Verfilmung von Tolkiens Fantasy-Epos „Herr der Ringe“ besteht bei der neuseeländischen Bevölkerung kein Zweifel daran – Neusseland ist Mittelerde. Und jetzt das: Das Hollywood-Filmstudio Warner Brothers hatte gedroht, die anstehenden Dreharbeiten zum Prequel „Der Hobbit“ aus Neuseeland nach Osteuropa zu verlagern. Am Montag gingen Tausende Menschen auf die Straße, um für die „Hobbits“ zu demonstrieren. Regierung und Filmstudio trafen sich zu Hobbit-Verhandlungen. Am Mittwoch trat der neuseeländische Ministerpräsident John Key an die Öffentlichkeit: Die Hobbits bleiben und Warner Brothers wird das 500 Millionen Dollar schwere Filmprojekt bei den Kiwis realisieren. Der Spiegel berichtet.

Weniger erfolgreich kann man heute bei Visions über die Band The Ocean lesen. Auf dem Weg zu einer Show in Spanien wurde die Band am Mittwoch auf der Autobahn von Unbekannten angehalten, die sich mit gefälschten Ausweisen als Polizisten auswiesen. Auf die Frage hin, ob die Band größere Mengen an Bargeld dabei habe, eröffneten The Ocean den vermeindlichen Gesetzeshütern die Einnahmen aus Gagen und Merchandise. Einer der Täter griff sich das Geld und verschwand zusammen mit seinem Komplizen. Die Folge: Rund 6.000 Euro weniger im Sack. Die Tour und die Existenz der Band stehen auf dem Spiel, daher bitten The Ocean jeden, der ihr neues Album vorbestellt, zusätzlich fünf Euro zu spenden. Als Dankeschön bekommen diejenigen Fans dann eine Kopie des Polizeiberichts zum Album dazu.

Um Geld müsste sich Michael Jackson – wenn er noch unter uns weilte – keine Sorgen machen. Das Forbes Magazin hat Jackson zum „this year’s top-earning dead celebrity“ ernannt. Mit 275 Millionen Dollar aus Erlösen von Lizenzverträgen und Plattenverkäufen, hat der Sänger mehr verdient als Lady Gaga, Madonna und Jay-Z zusammen. In der Bestenliste schlug er damit Elvis Presley, John Lennon und Jimi Hendrix. Nachzulesen beim Guardian und NME.

Nicht nur wir widmeten uns in der Rubrik Neuerscheinungen der neuen Platte „North“ von Darkstar. Auch Matthias Schönebäumer von der Zeit hat näher reingehört und schreibt: „Dies ist kein Musik- sondern ein Postkartenalbum. Alle Karten zeigen einen einsamen Mann vor Industriebrache unter grauem Himmel.“ Darkstars neuer Wurf verneigt sich vor der Musikszene des britischen Nordens, deren Bands wie OMD, New Order und The Human League den Klang elektronischer Popmusik prägten.

Wer kennt das nicht, die Hoffnung seine Lieblingssongs bei einem Konzert live präsentiert zu bekommen? Manchmal ist man überrascht, zufrieden oder einfach nur verärgert. Popmatters fragt: Wie kommt eine Band zu ihrer Setlist? Rede und Antwort stehen James Murphy vom LCD Soundsystem, Max Weinberg von der Bruce Springsteens E Street Band und Eugene Kelly von The Vaselines.

Viel Spaß beim Lesen und noch einen schönen Tag wünscht das ByteFM Team.

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