Tennis. Ein Sommersoundtrack

Tennis ist ein edler Sport. Viel weiße Kleidung und in Wimbledon applaudieren stilvolle Menschen. Wer Tennis allerdings für langweilig hält, der hat noch nichts von dem dramatischen Match gehört, das kürzlich drei Tage gedauert hat und das John Isner nach einer Spielzeit von insgesamt 11 Stunden und 5 Minuten mit 70:68 im letzten Satz gegen Nicolas Mahut gewonnen hat. Soviel zum Sport.
Vielleicht verbindet man aber bald noch mehr mit dem Wort Tennis. Ein Band aus Denver, Colorado zum Beispiel. Die liefert nämlich den perfekten Soundtrack für den Sommer.

Patrick Riley und Alaina Moore sind nicht nur musikalisch ein Duo, sie sind auch verheiratet. Vom Leben gelangweilt, kratzten sie ihr Gespartes zusammen und begaben sich im Januar letzten Jahres auf einen sechsmonatigen Segeltörn entlang der nordatlantischen Küste. Ihre Erlebnisse schrieben sie in süßen und wunderschönen Popsongs nieder, die mit ihren Harmonien an den Beach-Pop der 50er und 60er erinnern. Inklusive jeder Menge Wohoooos und Sonnenschein.
Am 27. Juli soll in den USA ihre erste Single „South Carolina“ erscheinen.

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Tennis – Marathon

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Tennis – Baltimore

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Tennis – South Carolina

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30.06.: Der Tag der Entscheidung

30.06.2010 von  

Heute ist der erste fuĂźballfreie Tag seit Beginn der WM. Auf Public Viewing muss man aber trotzdem nicht verzichten. Zumindest wenn man in Berlin wohnt: Die ARD ĂĽberträgt die Wahl des Bundespräsidenten heute auf GroĂźleinwand vor dem Reichstag. „Wollen wir das wirklich sehen?“ fragt die taz und liefert mögliche Antworten. Wir vermuten mal: FĂĽr viele ist der Tag der Entscheidung doch eher am Samstag.

Bereits morgen erscheint die Doku ĂĽber die Doors, „When You Are Strange“. Eine erste Rezension hat der Musikexpress und scheint sichtlich angetan: „Regisseur Tom DiCillo (…) legt eine aufregende, auf sich selbst trippende Doku vor, die es dem Zuschauer erlaubt, sich ein eigenes Bild zu machen – und einen faszinierenden Gegenpol zu Oliver Stones nicht minder faszinierenden dionysischen Fiebertraum THE DOORS von 1991 zu bilden.“

Dionysos, der Gott des Weines und der Feierei, mit dem Jim Morrison oft in Verbindung gebracht wurde. Morrison zelebrierte sich zeitweise absichtlich als mythologische Figur, suchte den Ruhm und die Bewunderung. Man stelle sich im Gegenzug vor, jemand ist ĂĽberaus erfolgreich mit seiner Musik – weiĂź aber nichts davon. In Zeiten des Word Wide Web undenkbar, so passiert aber dem amerikanischen Folksänger Sixto Rodriguez. In den 60/70er Jahren unterwegs, schienen seine Platten in seiner Heimat USA ĂĽberhaupt keinen zu interessieren. In SĂĽdafrika der Apartheid hingegen schaffte Rodriguez mit seinem „groĂźartig wĂĽtenden Pop“ einen beachtlichen Erfolg, weiĂź York Schäfer von der taz. Allerdings erfuhr er erst Jahrzehnte später davon. Die Zeit dazwischen vertrieb er sich als Handwerker in Detroit. Auch schön.

Musik aus Afrika erfährt hingegen nicht erst seit der WM größere Aufmerksamkeit, dennoch ist diese natĂĽrlich ein guter Aufhänger. Wie es ist, Afrika zu verlassen und z.B. im fernen Europa FuĂź zu fassen, darĂĽber handelt die Compilation „Songs about leaving Africa.“ Jan KĂĽhnemund berichtet fĂĽr die Zeit.

KrakĂłw Loves Adana „Beauty“ + Free Download

Wenn der erste gespielte Ton einer Platte so aussagekräftig ist, dass man den Klang der restlichen Songs erahnen kann, handelt es sich um gute Musik. Auf dem DebĂĽtalbum von KrakĂłw Loves Adana ist das der Fall. Der spitze freistehende Klavierklang des ersten StĂĽcks „Geistermanier“, der sich erhebt und das Rauschen der Aufnahme ĂĽbertönt, läutet feierlich das Ende eines bislang unbekannten GefĂĽhls ein. Dieses GefĂĽhl ist das, was Deniz Cicek und Robert Heitmann auf „Beauty“ evaluieren und einer drĂĽckenden Melancholie gegenĂĽberstellen.

Die beiden treffen sich zum ersten Mal, und bezeichnenderweise, hinter den Musikboxen eines Bielefelder Clubs. Gemeinsam gehen sie nach Freiburg, studieren Zahnmedizin und Biologie und arbeiten an ihrer Musik.
Dann passiert etwas ungewöhnliches. Johann Scheerer, Produzent und Inhaber vom legendären Hamburger Studio Clouds Hill Recordings, wird auf die beiden aufmerksam. Zwischen Scheerer und der Band entsteht eine organische Zusammenarbeit, die im Album „Beauty“ gipfelt.

Auf eben diesem Album wird das große Gefühl zelebriert, ohne dabei banal oder lächerlich zu wirken. Die Instrumentalisierung ist minimal, Ciceks zerbrechliche Stimme bahnt sich den Weg durch langsame sukzessive Gitarrenakkorde, die sich in ihrer eigenen Verflossenheit verlieren. Es entsteht ein Gefühl der Melancholie, das aber nicht kulminiert, sondern auf einem Level der Benommenheit verweilt. Die Musik ist autonom von äußeren Einflüssen, ein großes Ganzes, das die Zeit überleben wird.

Reduziertheit und Hochspannung sind die düsteren Motiv einer beindruckenden nachdenklichen Platte oder wie Produzent Scheerer treffend formuliert: “Ich habe noch nie eine Platte gemacht, die in ihrer Instrumentalisierung und ihrem Klang so reduziert ist und trotzdem eine so schöne Fülle und Stimmung hat.”

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KrakĂłw Loves Adana – A 60’s Troubadour (exklusiver Download)

Das Album „Beauty“ erscheint am 02. Juli auf Clouds Hill Records bzw Snowhite, das Videos zur aktuellen Single „Porcelain“ zeigt Spex und ByteFM präsentiert die Tour von KrakĂłw Loves Adana:

01.09. Hamburg – Uebel & Gefährlich / Dachgarten
02.09. Berlin – Bang Bang Club
05.09. MĂĽnster – CafĂ© Sputnik [Sputnikhalle]
06.09. Köln – Studio 672
07.09. Frankfurt – Brotfabrik

29.06.: Björk, Wale und Jazz

29.06.2010 von  

Tadaaa, am Wochenende gewinnt Prince den BET Award, nun soll sein neues Album, wie schon zuvor „Planet Earth“ 2007, als Zeitungsbeilage herausgegeben werden. Wie Music Week berichtet, werden 2,5 Millionen Kopien von „20Ten“ am 10. Juli den britischen Zeitungen Daily Mirror und Daily Record beiliegen: „To coincide with the promotion, the papers will run an interview with the artist, as well as a series of Prince-themed features.“
Gute Nachrichten fĂĽr deutsche Fans: Am 22. Juli wird die CD dem Rolling Stone beiliegen. Auch ByteFM pflegt eine besondere Beziehung zu Prince. Zwei Songs, die nicht auf dem Album enthalten sind, feierten in der Sendung Sounds Outta Range deutsche Radiopremiere.

Stefan Hentz von Zeit Online ist ein beneidenswerter Mensch. Er durfte mit Jazz-Legende Herbie Hancock ĂĽber sein politisches Engagement, Eskapaden in andere musikalische Gefilde und die Frage, ob sich der Jazz ĂĽberlebt hat, reden: „Ich sehe eine Menge junger Jazzmusiker von den Schulen kommen, die sind alle talentiert und gut. Das zeigt: Der Jazz ist nach wie vor sehr lebendig“.
Die gleiche Frage stellt auch ein Artikel auf popmatters.com mit dem Titel „Jazz Ain’t Dead, But Charlie Parker Is – So Let’s Move On, Shall We?“

Ă„hnlich bekannt, vermutlich aber bekannter als Hancock, ist ein gewisser Michael Jackson, der vor gut einem Jahr gestorben ist. Prager Fans planen nun eine zwei Meter groĂźe Michael Jackson Statue auf der Letna-Ebene, dort wo einst eine 17.000 Tonnen schwere Stalin-Statue tronte. Mehr dazu weiĂź taz.de.

Auch die Beatles schmälern den Bekanntheitsgrad der erwähnten Personen der heutigen Presseschau nicht. ByteFM-Moderator Jon Savage (Savage Music, sonntags 22-23 Uhr) schreibt fĂĽr den Freitag ĂĽber das erste Beatles-Mashup: „Die Cut-and-Paste-Collage der Residents ist ein dĂĽsterer Liebesbrief an die Fab Four“.

Weniger dĂĽster, sondern eher medienscheu und sagenumwogen, ist das schwedische Duo jj, das lange Zeit seine Identität geheim hielt, bis Anfang des Jahres. Das Fact Magazine fĂĽhrt mit der Band „their most in-depth interview yet“. Vergleicht den Grad der „Intimität“ am besten nicht mit anderen Interviews, Ihr könntet enttäuscht werden.

Auch Villagers Mastermind Conor O‘Brien mag Intimität und die (musikalische!) Arbeit mit sich selbst: „Villagers‘ Conor O‘Brien Finds Going It Alone an ‚Intense Experience‘“, schreibt Spinner.

Unser Album der Woche kommt von The Roots und trägt den Titel „How I Get Over“. Die Redaktion von NY Daily News ist offenbar auch Leser des ByteFM Magazins, denn auch sie wurden auf die Platte aufmerksam und schreiben „Roots‘ ‚How I Got Over‘ reinvents hip hop“. ByteFM und NY Daily News = brothers for life, YO!

Anderes Thema: Wale. Diese possierlichen Tierchen inspirierten die Dirty Projectors zur „Mount Wittenberg Orca EP“. Amber Coffman von der Band saĂź nämlich, warum auch nicht, in North Carolina auf einem Berg (ratet mal, wie der heiĂźt) und beobachtete eine Familie Wale. Davon inspiriert schrieb Frontmann Dave Longstreth einige Songs, die nun als EP erscheinen. Das Tolle daran: Die groĂźartige Björk singt die Walmutter, schreibt das Paste Magazine.

LCD Soundsystem sind gerade auf einer ausgedehnten Tour, schlieĂźlich geht es mit der Band zu Ende. The Quietus druckt ein lesenswertes Interview mit James Murphy: „James Murphy’s stubbly, hangdog face looks even more stubbly and hangdog than usual. ‚I’m a 40-year-old sick dude,‘ he sighs“

Bei Drowned In Sound gibt es noch ein Interview mit The Chap und taz.de besuchte das Hamburg-Konzert von Charlotte Gainsbourg.

28.06.-04.07.

28.06.2010 von  

Here We Go Magic – „Pigeons“
VĂ–: 02.07.2010
Web: myspace
Label: Secretly Canadian
Kaufen: ”iTunes"

Berauschender Indie-Pop weht uns da von den Damen und Herren aus Brooklyn ins Haus. Die fĂĽnf Freunde von Here We Go Magic um Sänger und Songschreiber Luke Templer haben mit ihrem zweiten Album eine leichte und irgendwie sĂĽĂźe Platte aufgenommen: SĂĽĂź die Melodien, sĂĽĂź der Gesang und die ganzen „uhs“ und „ahs“. Immer wieder spielen sie sich aber im Laufe eines StĂĽckes in einen treibenden Sog, von dem man sich gerne mitreiĂźen lässt. Schöne Sommerplatte!
Das sagen die anderen: Plattentests

Wolf Parade – „Expo 86″
VĂ–: 02.07.2010
Web: myspace
Label: Sub Pop
Kaufen: ”iTunes"

Mit dem dritten Album gehen die Jungs der Wolf Parade zurĂĽck zu ihren Anfängen. Angeblich lernten sie sich nämlich bei der Expo 1986 im kanadischen Vancouver kennen und legten dort das Versprechen ab, eine Rockband zu grĂĽnden. In die 80er geht es aber auch zeitweise musikalisch: Die Gitarre klang noch nie so wave und noiselastig, und gleichzeitig ist „Expo 86″ ziemlich tanzbar geworden. Spielfreude hatten die Jungs auf jeden Fall: Dan Boeckner erwähnte gegenĂĽber Pitchfork „This record was definitely the most fun I‘ve had recording a Wolf Parade record, ever.“ Und das hört man durchaus!
Das sagen die anderen: Pitchfork

Mystery Jets – „Serotonin“
VĂ–: 02.07.2010
Web: myspace
Label: Rough Trade
Kaufen:

Mystery Jets hätten ihr drittes reguläres Studioalbum auch „5-Hydroxytryptamin“ oder „Enteramin“ nennen können. Alles Begriffe fĂĽr das Gewebshormon Serotonin, das im Körper wichtige Funktionen wie Blutgerinnung oder das zentrale Nervensystem steuert. Immerhin: „Serotonin“ bewegt das Tanzbein. Zwar ist die unkonventionelle Bandkonstellation mit Vater und Sohn in einer Band weitesgehend aufgelöst, doch ist die Platte nicht grundlegend aufregender als die erfolgreichen Vorgänger. Laute Gitarren treffen auf pathetischen Gesang und sehen sich mit einem inflationären Gebrauch von Keyboard-Sounds konfrontiert. So wie Serotonin unbemerkt durch den Körper strömt, verhält sich auch die Platte. Kein Album, um das man sich Gedanken machen mĂĽsste, das aber hier und da seine Höhepunkte hat und zum Schwofen einlädt.
Das sagen die anderen: Unclesallys

I Am Kloot – „Sky At Night“
VĂ–: 02.07.2010
Web: myspace
Label: Skinny Dog Records
Kaufen: ”iTunes"

Mittsommer ist gerade vorbei, und auch wenn der Sommer gerade erst anzufangen scheint, werden die Tage schon wieder kĂĽrzer. Wie geschaffen fĂĽr die lauen Sommerabende ist das fĂĽnfte Album von I Am Kloot, die erneut mit Produzent Guy Garvey (Elbow) eine dĂĽster-melancholische Stimmung auf Platte bannen konnten. „Sky At Night“ setzt sich dabei mit reichlich Streichern vom Vorgänger „…Moolah Rouge“ ab, und zeitweise wird John Bramwell sogar gesanglich unterstĂĽtzt.

Krakow Loves Adana – „Beauty“
VĂ–: 02.07.2010
Web: myspace
Label: Snowhite
Label: Clouds Hill Recordings (nur Vinyl)
Kaufen:

Mit „Beauty“ veröffentlichen Deniz Cicek und Robert Heitman alias KrakĂłw Loves Adana ein beeindruckendes DebĂĽtalbum, das nicht nur mit sparsamer Instrumentierung und Ciceks jammernd-schönen Gesang triumphiert, sondern im legendären Hamburger Studio Clouds Hill Recordings aufgenommen wurde. Reduziertheit und Hochspannung sind die dĂĽsteren Motive einer bedrĂĽckend-schön nachdenklichen Platte, oder wie Produzent Johann Scheerer treffend formuliert: „Ich habe noch nie eine Platte gemacht, die in ihrer Instrumentalisierung und ihrem Klang so reduziert ist und trotzdem eine so schöne FĂĽlle und Stimmung hat.“

28.06.: c/o Glastonbury

28.06.2010 von  

Am Wochenende ging das Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts, die Mutter aller Festivals, problemlos ĂĽber die BĂĽhne. Neben hochsommerlichen Temperaturen, hochkarätigen KĂĽnstlern und Englands Ausschied im Achtelfinale, stach besonders Stevie Wonders Abschlusskonzert am Sonntag hervor. Der Guardian war vor Ort und fasst „in a tweet“ zusammen: „A set that features this many classics could never go wrong in the hands of this remarkable musician“.

Als auĂźergewöhnlich, mag man auch das Leben von Prince beschreiben. Am gestrigen Sonntag erhielt er den BET Award fĂĽr sein Lebenswerk, berichten MTV und VH1. „I was pretty wild in my younger days“, sagts und nimmt den Preis entgegen. Zahlt sich also doch aus!

Ein eventreiches Wochenende, nicht nur in Glastonbury und Bloemfontein, sondern auch in Köln. c/o pop – ein handlicher Slogan, der fĂĽr ein Festival steht, das sich um Popmusik sorgt. Und dieses Jahr ernsthaft. Parallel zum Musikfestival fand die C‘n'B Medienkonferenz statt. Moritz Schulze-Beckinghausen war vor Ort und schreibt auf taz.de ĂĽber die Pornobranche als Vorbild fĂĽr die Musikindustrie: „Was lernen Kreative von der Pornoindustrie? Zum Beispiel, dass die Digitalisierung auch Basis fĂĽr die Selbstverwaltung sein kann“.
Im Rahmen von SPEX-Live trat am Freitag die schwedische Elektro-Popperin Robyn in der Domstadt auf. Pitchfork fĂĽhrt ein Interview mit eben dieser Person.

ZurĂĽck zum FuĂźball. Auf Gigwise kann man sehen, wie Mick Jagger und Bill Clinton beim USA-Ghana-Spiel nebeneinander sitzen und Witze machen.
Bestimmt aber nicht ĂĽber Atombomben und den Vietnam-Krieg, an dem Clinton aktiv teilgenommen hat. Schade, wĂĽrde Johannes Waechter vom SZ-Magazin Musikblog sagen. Der versteht nämlich nicht, „warum die Popmusik heute so wenig mit dem Alltag zu tun hat“ und schreibt u.a. ĂĽber die Die Atomic-Platters-Box, die „untersucht, wie sich Atombombe und Kalter Krieg in der Popkultur niedergeschlagen haben“.
Niederschlagend sind leider auch die Reaktionen auf Waechters Abschlussatz „aber eigentlich verstehe ich es auch nicht und freue mich ĂĽber jeden Gedanken zu diesem Thema“. Bisher „noch keine Kommentare“.

Lesen wir doch besser einen ordentlichen Kommentar in der Frankfurter Rundschau. Hans-JĂĽrgen Linke schreibt ĂĽber die vermeintlich „dienstälteste deutsche Rockband“ Embryo, die zum 40. Bestehen die Doppel-CD „Embryo: ‚40′“ veröffentlicht hat.

Während MusicWeek vor einer „lose – lose – lose“-Situation fĂĽr independent music stores, durch die Erhöhung der Umsatzsteuer in England warnt, endet hier die Presseschau.

The Roots – „How I Got Over“

28.06.2010 von  

VĂ–: 02.07.2010
Web: http://www.myspace.com/theroots
Label: Def Jam

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder der Tod vom HipHop beschrien. 2009 sei der HipHop vollends gestorben, schrieb der renommierte Musikkritiker Sasha Frere-Jones im New Yorker. Im britischen Guardian traf die These auf Zustimmung von Simon Reynolds, nur dass dieser schon seit 2006, als Nas das Album „HipHop Is Dead“ veröffentlichte, oder gar 2004, nachdem Producer-Guru Timbaland das Ende des Genres beklagte, kaum mehr Vitalzeichen des einstmals so lebhaften Musikstils vernehmen konnte.

Man darf gespannt sein, ob „How I Got Over“ die apperzeptive Reanimation gelingt. The Roots sind Dinosaurier ihrer Zunft, 1987 gründeten Black Thought und ?uestlove das HipHop-Kollektiv, welches nunmehr sieben Mitglieder zählt. Mittlerweile sind sie die Hausband eine Late Night Show, ?uestlove ist als Produzent umtriebig. Überraschend, wie frisch die 14 Nummern auf dem neuen Album klingen. Die erste Single „How I Got Over“ war schon vor einem halben Jahr im Netz zu finden – und machte ein großes Versprechen. Eine raffinierte Hook zu einem ausgeklügelten Orgelriff, das Schlagzeug tight: der Groove einer Liveaufnahme versierter Musiker.

Der Veröffentlichungstermin des Albums wurde wiederholt nach hinten verschoben, man wollte nichts Halbgares abliefern. Und ein Versprechen einhalten. „Radio Daze“ ist neben dem Titelsong „How I Got Over“ ein weiterer Hit, ebenso „Right On“, in dem ein geschicktes Joanna-Newsom-Sample dem Genre neues Leben einhaucht.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Am Freitag ab 13 Uhr folgt die ausführliche Hörprobe in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten. Neuland wird wiederholt am Sonntag ab 16 Uhr.

Mick Jones wird 55 Jahre alt

26.06.2010 von  


Der britische Songschreiber und Produzent feiert dieser Tage seinen 55. Geburtstag. Bekannt wurde Mick Jones vor allem als Gitarrist und Sänger der Punk-Pioniere The Clash.

The Clash gründeten sich im Jahre 1976 in der ersten Welle der britischen Punk-Bewegung. Mick Jones war eines der Gründungsmitglieder. Das erste Konzert fand am 4. Juli 1976 als Vorgruppe der Sex Pistols statt. Ein Jahr darauf wurde die Band von CBS (Columbia) unter Vertrag genommen. The Clash heben sich von anderen Bands der frühen Punk Bewegung durch ihre Reggae-, Folk- und Dubeinflüsse ab. Songs wie “London Calling” oder “Should I Stay Or Should I Go” verhalfen der Band auch außerhalb von Großbritannien zu beachtlichem Erfolg.
Wegen interner Streitigkeiten trennten sich The Clash und Mick Jones 1983. Die verbleibenden Mitglieder nahmen noch ein weiteres Album auf und lösten sich nach der dazugehörigen Tour 1985 endgültig auf.
The Clash gelten bis heute als eine der wichtigsten Gruppen der britischen Punk-Bewegung und beeinflussten eine Vielzahl weiterer Bands maĂźgeblich.

Heute ist Mick Jones als Produzent der UK-Streetpunk-Band Foreign Legion und der Babyshambles tätig. Mit seiner derzeitigen Band Carbon/Silicon veröffentlichte er 2007 das erste Album. Zuvor boten Carbon/Silicon ihre gesamte Musik zum kostenlosen Download an.

Mehr zu diesem Thema erfahrt Ihr heute ab 15 Uhr im ByteFM Magazin mit Ruben Jonas Schnell.

Tickets fĂĽr das Splash-Festival

26.06.2010 von  

Vom 23. bis zum 25. Juli ist es wieder so weit: Das Splash-Festival findet auf der Halbinsel Ferropolis in Gräfenhainichen statt. Headliner auf Europas größtem HipHop- und Reggaefestival sind dieses Jahr Nas & Damian Marley. Weitere Namen auf dem Spielplan sind: Missy Elliott, Wu-Tang Clan, Kool Savas, Samy Deluxe, Blumentopf und viele mehr.

Wir verlosen fĂĽr das Splash-Festival 5×2 Tickets. Wenn Ihr also Lust habt, ab dem 23. Juli dabei zu sein, dann schreibt bis zum 13.07. eine E-Mail mit dem Betreff “Splash” und Eurem Vor-und Zunamen an radio@byte.fm.
Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.

26.06.: Mainstream-Pornografie

26.06.2010 von  


Es hagelt weitere Nachrufe zum King of Pop. Dieses Mal unter anderem von der Zeit. Diese fĂĽhrte ein Interview mit der Journalistin Aphrodite Jones, welche behauptet: „Ein böser Michael Jackson verkauft sich besser“.

Aber es gibt Grund zum Aufatmen für die Produzentenvon Michael, Nachschub ist in Aussicht. Die Mutter von Michael Jackson, der auch das Sorgerecht für seine Kinder zugesprochen wurde, weiß laut den Yahoo! Music News jetzt schon, dass Michaels Sprösslinge in seine Fußstapfen treten wollen.

Und wir machen weiter mit traurigen Neuigkeiten: Der Kinks-Bassist Pete Quaife starb vorgestern im Alter von 66 Jahren. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Allerdings hatte Quaife seit langer Zeit Probleme mit den Nieren, berichtet der NME.

Der NME kennt jetzt auch das Erscheinungsdatum der Reissue des Rated R Albums von den Queens Of The Stone Age. Wir berichteten bereits in der Presseschau vom 08.05. von der Neuauflage des Albums.

In der taz schreibt ByteFM Moderator Klaus Walter über die Pornografisierung des Pop. Im Artikel „Geschminkte Stimmen“ geht es um die verlorene Natürlichkeit in Pop und Porno und um die elektronische Bearbeitung der menschlichen Stimme durch den so genannten Autotune-Effekt. Dieser Effekt ermöglicht es auch stimmlich eher unbegabten Menschen, den rechten Ton zu treffen und sich über Gendergrenzen hinweg zu setzen.
Klaus Walter moderiert jeden Sonntag die Sendung Was ist Musik ab 20 Uhr.

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