02.09.: The good ol’days

02.09.2010 von Redaktion  

Gute Nacht, Freunde! Wenn Euer iPod jetzt den Geist aufgibt und wer sich schnellst möglich einen neuen, zuverlässigen und treuen Wegbegleiter zulegen möchte, wird als Nostalgiker schwer enttäuscht werden. Steve Jobs, Apple Gründer und Mastermind unter den Optimierern hat in San Francisco unter anderem die neuen IPod Modelle vorgestellt. Der Rolling Stone geht in seinem Artikel darüber vor allem auf „Ping“ ein. Das Soziale Netzwerk für iTunes sozusagen oder um es mit Jobs’ Worten zu sagen: “Facebook and Twitter meet iTunes”. Toll! Bald kann man sich mit seinem IPod nicht nur von einem Song zum nächsten schütteln, Schritte zählen lassen oder Videos aufnehmen, nein, alle Welt erfährt auch die dunkelsten Ecken des eigenen Musikgeschmacks.

Axl Rose, Bandleader der Guns’n’Roses wünscht sich sicherlich auch die guten alten Zeiten zurück. Der NME berichtet über die unterbrochene Show der Band in Dublin. Nachdem sie in alter Rocker-Manier mit einer Stunde Verspätung auftraten, wurde Rose von den wartenden Zuschauern beschimpft und verließ wutentbrannt die Bühne. Viel Überredungskunst brachte ihn nach 35 Minuten wieder auf die Bühne, da hatten viele Fans das Konzert aber schon verlassen.

Die alten Zeiten lässt der US Rapper Rick Ross aus gutem Grund hinter sich. Seine harte Knastvergangenheit verbrachte der angebliche Gangster auf der anderen Seite der Gitterstäbe – als Knastbeamter. Das ist im Rap-Geschäft eine denkbar schlechte Reputation, aber trotz der Sticheleien seiner Kollegen, allen voran 50 Cent, bringt er nun ein neues Album namens “Teflon Don” heraus. Daran lässt er alle Gemeinheiten und vielleicht auch Erwartungen abperlen. Der Spiegel porträtiert diesen gefallenen Bad Boy und enthüllt ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Ist der Ruf erst ruiniert…

In wenigen Tagen beginnt die “Berlin Music Week” auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens. Hintergrundinformationen zur Bedeutung des Standortes Berlin als Kreativ – und Musikhauptstadt hält der Freitag bereit. Nach der c/o Pop im Juni hat die Musikindustrie nun nochmals die Gelegenheit, mit Vorträgen und Diskussionen auf die prekären Verhältnisse aufmerksam zu machen. Schlappe 236 kostet die komplette Teilnahme an den Veranstaltungen für Kulturschaffende. Das gemeine Fußvolk erhält freien Eintritt für die “Music City” in der Eingangshalle. Das wäre doch einen Ausflug wert.

Am 10. September tritt auf dem “Berlin Festival” auch Dan Snaith aka Caribou auf, der eine exklusive DVD von seinem Auftritt auf dem All Tomorrows Parties Festival unter die Leute bringen will. Die Aufnahmen mit Marshall Allen, sind ausschließlich auf seiner Tour zu erhalten. Im November wird er mit Mount Kimbie in Hamburg gastieren, also auch eine Möglichkeit an die Rarität zu kommen. Was darauf alles zu finden ist, sagt Euch Resident Advisor.

01.11.: Keine Zeit in Echtzeit

01.09.2010 von Redaktion  

Gestern haben wir es angekündigt: Der August ist vorbei, der September hat begonnen.

Konzertrezensions-Maschine und Buchautor Eric Pfeil besuchte für die FAZ ein Konzert von The XX im Kölner E-Werk. Pfeil zeigt sich zunächst erstaunt: “…das vielbejubelte Londoner Trio, steht beinah regungslos auf der Bühne, ganz in Schwarz, verströmt eher Schüchternheit als Lässigkeit”, ist am Ende aber zu Frieden mit dem spartanischen Sound des Trios: “Die Weniger-ist-mehr-Phrase hat selten so gepasst wie an diesem Abend.”

Über Funk aus dem Jungbrunnen schreibt heute Zeit Online. Autor Thomas Winkler verliert sich in der schönen Metapher vom Funk als “eine Dame reiferen Alters” und inszeniert eine theoretische Unterhaltung zwischen !!! (chk, chk chk) und eben dieser Dame. “aber dies ist der Jungbrunnen, den Sie verdient haben, meine Liebe. Frau Funk errötet: Well done, young men, well done.”

Afrikanische Musik ist spätestens seit der Fußball-WM wieder in aller Munde. Das ist gut so. Keinen geringen Anteil daran hat Spiegel Online und veröffentlicht abermals einen Artikel dazu: “Politiker, Militärs und Geschäftsleute wirtschaften Afrika herunter, während Künstler zeigen, wie reich an Kultur der Kontinent ist”.

Reich an Musikkultur ist auch Deutschland, glaubt man den Machern vom “Sounding D”-Projekt, das die “Bundesrepublik in einen Ort Neuer Musik verwandeln” will. “Sounding D” ist ein Sonderzug, der bis zum 12. September “spiralförmig durch deutsche Städte” fährt. Mehr darüber schreibt die FR.

Radiohead-Drummer Philip Selway veröffentlichte letzte Woche sein Debütalbum “Familial”, ein schönes Album. Spinner traf den Musiker zum Videointerview.

Ein Interview mit dem Produzenten Lorn findet man derweil auf The Quietus: “Angus Finlayson talks to the man born Marcos Ortega about his relationship with Flying Lotus and being a natural performer”.

31.08.: Abtreten!

31.08.2010 von Redaktion  

Heute ist der letzte Tag im August! Sagen wir leise Tschüss.

Ein etwas lauteres “Tschüss!” geht an Roland Koch: Gestern wurde der scheidende CDU-Vize und Ministerpräsident von Hessen offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Und die Zeremonie verlief tatsächlich alles andere als leise: “Auf dem Programm der Bundeswehrkapelle stand neben diversen Hymnen auch der Düppel-Schanzen-Sturmmarsch” berichtet Zeit Online. Und Udo Jürgens schaute auch vorbei. Was für ein Abschied!

Für Klaus Walter ist heute übrigens Feiertag in Hessen. Oder auch nicht. Mehr erfahrt ihr im ByteFM Magazin um 15 Uhr.

Der eine geht freiwillig, der andere denkt nicht dran: Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin will weiter Vorstandsmitglied der Bundesbank bleiben, auch wenn die daran “verzweifelt”, so der Spiegel. Auch die SPD hätte wohl nichts gegen einen Rückzug, aber: “Ich werde in dieser Volkspartei bleiben” (tagesschau.de). Mal schauen, wie lange noch.

Wyclef Jean hätte gerne mehr zu sagen, darf aber nicht. Seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt Haitis wurde abgelehnt. Wyclefs Antwort darauf ist ein Protestsong namens “Prizon Pou K.E.P.A.”, zu deutsch “Gefängnis für die Wahlkommission”. Außerdem hat er offiziell Einspruch eingelegt. Die taz berichtet.

Apropo Gefängnis. Am Wochenende schaute Paris Hilton dort kurz vorbei, weil bei ihr zum wiederholten Male Kokain gefunden wurde. Hilton konnte aber anscheinend glaubhaft versichern, dass das Zeug nicht ihres ist: “Ich schwöre es bei meinem Leben”. Na dann… Mehr beim Spiegel.

An einem neuen Album wollen Kaney West und Jay-Z demnächst arbeiten, berichtet der NME. Außerdem hat Kanye West weitere interessante Projekte am Start: ein Remix von Justin Biebers “Runaway Love”, zusammen mit Wu Tang Raekwon. Teile der Redaktion behaupten ja tatsächlich, der junge Justin klinge in dem Song wie der junge Michael Jackson. Was meint ihr? Hört selbst bei Hip Hop Connection.

An mangelndem Star-Bewusstsein mangelt es Justin jedenfalls nicht. Bei Zeit Online ist zu lesen, Justin schreibe gerade an seinen Memoiren. Mit 16!
Und Michael Jackson? Der ist “most downloaded artist of all time”, berichtet der NME und verweist auf eine Auswertung des Handyherstellers Nokia. Verwundert nicht wirklich, oder?

30.08.: Kaviar, Reading und Leeds

30.08.2010 von Redaktion  

Am Wochenende fanden die Reading and Leeds Festivals in England statt. Dementsprechend überhäuft sind britische Musikzeitungen und Onlinemagazine mit Meldungen zum Festival. Die Qualität der Nachrichten (vor allem beim NME) beschränkt sich allerdings auf folgende, für den Fortbestand der Musik extrem wichtige Artikel: “Queens Of The Stone Age tell Leeds Festival to turn up the sound”, “Marina And The Diamonds bottled as she closes Leeds Festival” (NME, “Dizzee Rascal Conquers Leeds Festival” und so weiter.
Lediglich Guns N’ Roses konnten durch grandioses Fehlverhalten begeistern, wie u.a. Spinner berichtet.

Nun zum spannenden Teil: Der Tagesspiegel führt ein interessantes Interview mit Über-DJ Paul Van Dyk, der jedes Jahr 16 Mal um die Erde fliegt. Am liebsten auf Sitzplatz 1K. Darüberhinaus gibt der Berliner Einblicke in den Kosmos eines Superstar-DJs.

Zeit Online beschäftigt sich derweil mit der Wirkung von Musik und der Frage, warum uns Musik überhaupt emotional berührt. Die Wissenschaft steht immernoch vor einem Rätsel: “Den Signalweg, den der Schall durchs Ohr und Innenohr nimmt, kann sie gut bis zum Hörnerv verfolgen, der die in elektrische Signale verwandelten Töne ins Gehirn weiterleitet. Dann verliert sich die Spur. Beziehungsweise taucht überall wieder auf.”

Überall taucht derzeit auch Chilly Gonzales auf. Der Guardian traf den Musiker in seinem Haus in Paris, in dem er gerade mit der kanadischen Sängerin Leslie Feist an Nachfolgealbum von Feists “The Reminder” arbeitet.
“‘Welcome to paradise,’ says the newly clean-shaven Gonzales as he shows me inside. ‘We did one big grocery shop when we arrived and we’re not going to leave all week.’”

Michael Pilz schreibt für Welt Online über neue CDs und das “Mysterium des Lebens”.

28.08.: Aufhören!

28.08.2010 von Redaktion  


Über ein „geheimes Kapitel“ aus dem Leben des Christoph Schlingensief berichtet Die Welt. Der kürzlich in seinem 49. Lebensjahr an Krebs gestorbene Regisseur war in seiner Jugend nämlich Musiker. Vier Kaiserlein hieß seine Band in den frühen 80ern, von der er in der letzten Phase seines Lebens immer häufiger sprach. Die Gruppe zählte zum Wirkungskreis der Neuen Deutsche Welle Band Freiwillige Selbstkontrolle (FSK), existierte jedoch nicht sehr lange und veröffentlichte nur ein einziges Lied.
Zur Musik zog es Schlingensief, nachdem er an der Münchner Filmhochschule abgelehnt worden war. Das erste Konzert der Vier Kaiserlein 1982 in der Aula der Kunstakademie München wurde von einem Kritiker der Süddeutschen Zeitung als “unverfrorener Dilettantismus” bezeichnet, der das Publikum mit Noten und Textblättern provoziert hätte. Er habe viele „Aufhören!“ Rufe gehört.

„Aufhören!“ rufen möchte man auch Angesichts des dieser Tage erscheinenden Buches von Thilo Sarrazin. Diesem hat der Spiegel eine ganze Themenseite gewidmet, inklusive Vorabdruck sowie Portrait und Zitatesammlung des für seine populistisch-rassistischen Aussagen umstrittenen Berliner Ex-Finanzsenators und jetzigen Vorstands der Bundesbank. Ob diese prominente Auftrittsfläche zum Zwecke der Aufklärung dient oder doch nur Geschäftemacherei ist, fragt die taz heute in einem Interview den Spiegel Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron. Der hält dagegen, dass man um Debatten einzuleiten, auch Beiträge drucken müsse, mit deren Aussagen man nicht einverstanden sei, er habe aber lange mit sich gerungen. Ob ausgerechnet ein so radikal populistischer Text die Debatte voranbringe? Sarrazin sei eine Stimme des öffentlichen Lebens, die sich auf diese Weise einbringe, so Blumencron.

Was Sarrazin hinsichtlich Ausländerdebatte ist, das stellt wohl Eva Herrmann zum Thema Mutterschaft dar. Die kommt aber heute nicht zu Wort. Stattdessen werden ebenfalls in der taz, aufgrund des umstrittenen Buches der französischen Philosophin Elisabeth Banditer deren kontroverse Thesen zu Müttern, Heim und Herd diskutiert. Banditer ist in Frankreich eine Art Hohepriesterin der republikanischen Werte und sieht in der übersteigerten Mutterliebe gerade bei gebildeten Frauen eine Gefahr für die Emanzipation der Frau.

Zum Mutter werden braucht es erst mal den richtigen Partner. Unzählige Partnerbörsen bieten dafür im Internet ihre Dienste an. Über die Kuppleragentur alikewise.com berichtet die Süddeutsche Zeitung. Anhand seines Lieblingsbuches soll hier der perfekte Partner gefunden werden.

Eine Alternative zum Stumpfsinn des Alltags ist für die taz das neue Album „Fukui“ der Hamburger Band Stella. In einer ausführlichen Besprechung der Platte wird an die guten alten Zeiten des heute nicht mehr existierenden Labels L’age D’or erinnert, das lange als “Verwertungsgesellschaft für Musikexperimente” aus Hamburg fungierte und unzählige Bands hervorbrachte, wie zum Beispiel Tocotronic, als sich noch sonst niemand für deren Sound interessierte, Die Sterne und eben auch Stella, die sich nun nach mehrjähriger Pause zurückmelden. Eine Rezension zur Stella-Platte gibt’s übrigens auch im ByteFM Magazin zu lesen.

27.08.: Groß Britannien, Kalifornien, Hamburg

27.08.2010 von Redaktion  

Heute beginnen die britischen Festivals in Leeds und das Reading, wo auch die Libertines ihr Comeback feiern werden. Warm gemacht haben sie sich schon mal vorgestern, am 25.8., mit ihrem ersten öffentlichen Konzert seit 6 Jahren. Gegen die Gewohnheiten von Peter und Carl verlief der Gig ganz ohne Skandale. Laut dem Guardian geriet Doherty seit fast fünf Monaten nicht mehr mit dem Gesetz aneinander. Darüber freut sich auch Carl Barat. „I’d love to do another Libertines album”, hat er laut dem NME seinen Fans verraten.

Eine noch viel größere britische Ikone ist Ray Davies von den Kinks. Dieser nimmt gerade ein Album auf, welches noch in diesem Jahr erscheinen soll. Und weil Ray Davies so viele Musiker beeinflusst hat, wollen auch alle mit auf die Platte: Mumford & Sons, Spoon, Billy Corgan und Frank Black von den Pixies sind bisher mit von der Partie. Mehr dazu weiß der NME.

Kommen wir jetzt von GB nach Kalifornien. Da kommen die Wavves her. Die haben jetzt ein Video zu ihrem Song „Post Acid“ aus dem Album „King Of The Beach“ veröffentlicht, welches man sich bei prefix ansehen kann. „King Of The Beach“ war Ende Juli auch Album der Woche bei ByteFM.

Ebenfalls aus Kalifornien und bald auch nach Deutschland kommen Songschreiberin Bethany Cosentino und Bandkollege Bobb aka Best Coast. Drowned in Sound bestätigt jetzt die Tour durch Europa im Herbst, mit vier Konzerten in Deutschland und einem in der Schweiz.

Über die Hamburger Band Stella berichtet die Frankfurter Rundschau. Die Gruppe, der noch kürzlich Hendrik Weber alias Pantha du Prince angehörte, hat jetzt ein neues Album ganz auf Japanisch herausgebracht.

26.08.: Das Preis-Leistungs-Verhältnis

26.08.2010 von Redaktion  

Jimmy Page ist ein sehr guter Gitarrist. Einer der besten, meinen viele. Aber ob er so gut ist, dass seine Foto-Autobiographie 445 Pfund kosten sollte? Diesen Preis nennt jedenfalls der NME in der Meldung über Pages 500 Seiten dicke und 650 Fotos enthaltende Biographie, die auf 2500 Stück limitiert sein wird und nächsten Monat erscheint.

Für diesen Preis kann man neben einem Einblick in Pages Karriere sicher auch ein paar gute Ratschläge erwarten. Die hat auch Patti Smith. “What Patti Smith can teach us today”, lautet der Titel eines Artikels auf Popmatters.com. Der Autor Charles McNulty, Theaterkritiker bei der Times, entdeckte nämlich bei der Lektüre von Smiths Biographie “Just Kids” jede Menge hilfreiche Tipps für die heutige Jugend. Darunter so Elementares wie “[...]friendship can lead to radical new ways of seeing.” Und das für 19,95 Euro.

Ganz umsonst bekommt Ihr gute Tipps von ByteFM Moderator Martin Böttcher. Für den Berliner Tagesspiegel gibt er in der Serie “Spreelectro” von nun an regelmäßig Pop-Tipps aus der Hauptstadt. Hören könnt Ihr Martin Böttcher jeden Samstag ab 20 Uhr in seiner Sendung Electro Royale bei ByteFM.

Was es nicht umsonst geben wird, ist das neue Weezer-Album “Hurley”, denn die Produktion hat die Band eine Menge Geld gekostet. Das jedenfalls versichern sie, nachdem Weezers Brian Bell in einem Interview erzählte, dass das Album “Hurley” von der Kleidungsmarke Hurley finanziert wurde, die zum Nike-Konzern gehört. Das löste eine heftige Kontroverse bei allen Weezer-Fans und große Enttäuschung bei allen LOST-Fans aus. Hatten sich Weezer an einen Konzern verkauft und hatten gar keinen so guten Serien-Geschmack?
Kurze Zeit nach Bells Interview dementierte die Band allerdings jegliches Sponsoring von Hurley bzw. Nike oder dass der Albumtitel gar gekauft worden sei.
Eine Partnerschaft zwischen Weezer und der Marke besteht allerdings trotzdem. Hurley entwirft eine Reihe Weezer-Kleidungsstücke und das Album wird in Hurley Stores verkauft, wo man auch ein Konzert von Weezer an seiner Schule gewinnen kann. Hm.
Bei Stereogum findet Ihr die ausführliche Geschichte zu “Hurleygate” samt Statements, Dementis und Beweisfotos.

25.08.: E

25.08.2010 von Redaktion  

Heute geht es um das E in allen erdenklichen Varianten. E ist der häufigste Buchstabe in deutschen Texten! E im Sinne von “Eeehh”, im Sinne von “EEEÄÄÄHHHHHHH”, im Sinne von “iiiiiiiiiiii” (quasi englisch ausgesprochen), im Sinne von “EEEEEEEEEEEEEEEEE” (ein stetiges Brummen, das erzeugt wird, wenn E lange und anhaltend gesprochen wird) oder aber auch im Sinne von “tEEE”.

E: Mark Oliver Everett, auch E genannt, ist Kopf der Eels. Gerade erschien ihr Album “Tomorrow Morning”, der Abschluss einer Album-Trilogie. Popmatters spricht mit ihm über die Platte und seine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte: “I think also, it’s a combination of hard luck and—I mean, of luck and hard work. [Laughs] Also probably hard luck, in my case.”

tEE: Dieses Getränk, das so oft Wärme und Entspannung suggeriert, ist famos. Nicht nur die britischen Truppen in “Asterix und Obelix bei den Briten” gönnen sich mitten im Kampf gegen die römischen Legionen eine Tasse Tee (oder war es heißes Wasser mit Milch?), nein, auch Bono und Dmitri Medwedew gehen dieser Tradition nach. Wie u.a. Spinner berichtet, trafen sich der Rockmusiker und der russische Präsident anlässlich des ersten U2-Auftritts in Moskau überhaupt und redeten über HIV, “charity work” und die gemeinsame Liebe zum Classic-Rock!

“EEEÄÄÄHHHHHHH”: “Lady Gaga overtakes Britney Spears as the most followed person on Twitter”, berichtet der NME.

“EEEEEEEEEEEEEEEEE”: Bob Dylan veröffentlicht die neunte Ausgabe seiner Bootleg-Serie, berichtet der Rolling Stone. Diese umfasst 47 Songs, die Dylan zwischen 1962 und 1964 aufgenommen hat. Nur mit Gitarre, Mundharmonika und ab und zu mit Klavier. Unter den Songs befindet sich auch eine frühe Aufnahme von “Blowin’ In The Wind”.

Wie u.a. Zeit Online berichtet, ist der Musiker und Komponist David Weiss im Alter von 89 Jahren gestorben. “Er schrieb einige der größten Ohrwürmer der vergangenen Jahrzehnte, darunter Can’t Help Falling in Love für Elvis Presley, The Lion Sleeps Tonight für die Band Tokens und What a Wonderful World für Louis Armstrong.”

“Mach dir keine Gedanken” titelt taz.de und schreibt einen Artikel über die Hamburger Band der Stunde, 1000 Robota. Sänger “Spielmann erzählt viel, wenn der Tag lang ist, und seine Gedanken sind so sprunghaft wie seine Songtexte”, konstatiert Alexandra Eul. Dass die Band in Interviews oftmals offensiv agiert, ist ja sowieso bekannt. Über die gute Musik kann das nicht hinwegtäuschen.

“iiiiiiiiiiii” (passt nicht so ganz, war aber noch übrig): Spiegel Online schreibt über ein Pilotprojekt bei dem fünf Firmen anonyme Bewerbungsverfahren testen. “Fünf Unternehmen und das Familienministerium verlangen von Bewerbern künftig Lebensläufe ohne Namen, Fotos und ohne Angaben zu Alter, Familienstand, Geschlecht”. Die heutige Print-taz schreibt außerdem, dass Kevins in der Schule schlechter abschneiden als Jakobs. Diese und andere Kuriositäten hört Ihr heute im ByteFM Magazin mit Klaus Walter ab 15 Uhr.

Achja, gestern wurde Alaska 98, herzlichen Glückwunsch! Das Paste Magazine stellt dazu eine Playlist zusammen.

Der Freitag schreibt noch: “Diese Woche wird – mit einiger Verzögerung – auch hierzulande das wohl seltsamste in der Reihe von einigermaßen seltsamen Alben der als durchaus exzentrisch bekannten Band The Flaming Lips veröffentlicht: The Flaming Lips And Stardeath And White Dwarfs With Henry Rollins And Peaches Doing Dark Side Of The Moon heißt es etwas umständlich”.

24.08.: Vom Suchen und Gefunden werden

24.08.2010 von Redaktion  

Ein bisschen ermüdend ist es ja schon, dieses ständige Gerede über den Status Quo des Indie. Aber es hört nicht auf: “Indie hat ein Wahrnehmungsproblem” behauptet der Musikexpress in einem heute veröffentlichten Artikel und muss feststellen: “Im Vergleich zu den Kaiser Chiefs ist Lady Gaga, der größte zeitgenössische Mainstream-Act, was künstlerische Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von ihrer Plattenfirma betrifft, mehr indie als die so genannten Indie-Bands”. Und weiter: “Indie will gesucht werden.” Zugegeben, in unserer heutigen multimedialen Dauerbeschallung nicht gerade einfach.

Was es bedeutet, auf der Suche nach einem bestimmten Sound zu sein, weiß hingegen Samy Ben Redjeb nur zu gut. Samy ist als Besitzer des Plattenlabels Analog Africa oft monatelang unterwegs und fragt sich durch, um an die afrikanischen Künstler der 60er und 70er Jahre ranzukommen. Ihre Musik hat er schon entdeckt, aber wer steckt dahinter? Ebenso lauert noch nicht entdeckte Musik an unerwarteten Orten: “Oft genug müssen die Plattenwühler aus Europa mitansehen, wie Kinder in den Straßen von Nairobi und Lagos Schallplatten als Frisbees missbrauchen”: Christoph Twickel schreibt im Spiegel über das neu entfachte Interesse an den “vergessenen Popstars Afrikas”.

Lady Gaga offenbarte übrigens kürzlich ihre Liebe zu den Rockveteranen von Kiss. Anscheinend hat sie in ihnen ein neues Vorbild gefunden, berichtet das Spinner Magazine:”These guys have been making music for decades and they were … beyond nice and beyond down to earth, full makeup and everything. (…) That’s gonna be me in 30 years.”

Spannend macht es wieder mal Brian Eno. Erst sickerten kurze Infos über ein neues Album beim Kultlabel Warp-Records an die Öffentlichkeit, nun veröffentlicht er weitere Details: Das Album erscheint im November und wird “Small Craft on a Milk Sea” heißen. Mehr Infos hat Pitchfork.

Und noch einer macht es spannend: Für sein Konzert morgen in San Francisco hat Bob Dylan im Vorfeld alle Ticketverkäufe untersagt, weiß der NME. Karten gibt es ausschließlich ab 12 Uhr an der “Abendkasse”. Auf die Schlange am Eingang sind wir gespannt.
Einfacher wird da sicher der Besuch seiner Ausstellung, zu sehen ab dem 04. September im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen. Bis in den Januar hinein kann man sich die Gemälde des Malers Bob Dylan anschauen. Dass sich so ein Besuch durchaus lohnt, beweist ein kleiner Vorgeschmack, gesehen beim amerikanischen Rolling Stone.

23.08.: “Rebell der Republik”

23.08.2010 von Redaktion  

Wer dieser Tage mit “Rebell der Republik” gemeint ist, ist nicht schwer zu erraten. Am Samstag starb Regisseur Christoph Schlingensief im Alter von 49 Jahren an seiner Lungenkrebserkrankung. Der Titel entstammt einem Nachruf von Wofgang Höbel im Spiegel. Laut Höbel hatte Schlingensief seine größte Wirkung im “genialen Blödsinn”, Schlingensief wollte “ein Aufklärer sein, ein Bußprediger und Mahner”. Peter Michalzik schreibt für die FR über einen Erkrankten, der seine Krankheit öffentlich “wenngleich auch lustig, grell und blasphemisch” inszenierte. “Wir trauern um einen Mann, der auf fast allen Feldern der Kunst zu Hause war, dem Theater, dem Film, der Oper, der Bildenden Kunst, der Aktion”.
In der aktuellen Ausgabe der Spex findet sich eines der letzten Interviews mit Schlingensief, das Chefredakteur Max Dax führte. Das Gespräch zu nächtlicher Stunde kann auf Schlingensiefs Homepage gelesen und heruntergeladen werden. Dax schreibt seinerseits einen kurzen Nachruf auf Spex Online: “Möge er jetzt erleben, was er Zeit seines viel zu kurzen Daseins nie kannte: Ruhe.”

Die Ölpest im Golf von Mexiko könnte ungeahnte Folgen haben. Nicht nur, dass Menschen, Tiere und Pflanzen bedroht sind, nein, auch die jüngst aufkommende Chillwave-Bewegung könnte ins Wanken geraten. Es fällt schwer, nicht daran zu denken, wie sehr ein Genre, das das vor allem “dreamy memories of the American coastline” verarbeitet, von der Ölkrise betroffen ist, schreibt Popmatters.

Mehr oder weniger entspannt, verlief auch das englische V Festival. Im “Virgin Media Union Tent” wurde geraucht. Tricky wollte es sich bei seinem Auftritt nicht nehmen lassen und zündete sich eine Zigarette an. Ganz zum Unwohl der örtlichen Security. Tricky begab sich kurzerhand in die Menge und konnte, umringt von einem schützenden Mob aus Fans, zu Ende rauchen NME. Am gleichen Ort wurden die Zuschauer von den Rappern von Goldie Lookin Chain zum Gras-Rauchen eingeladen (NME).

Beatles-Fans aufgepasst. John Lennons Toilettensitz wird versteigert. Wie der Telegraph berichtet, nutzte Lennon das zu versteigernde Unikat zwischen 1969 und 1972 in seinem Haus in Berkshire.

Apropos Beatles. Das Mojo Magazine veröffentlicht zum 40. Jubiläum des letzten Beatles-Album eine Vinyl-Compilation. Die LP beinhaltet Coverversionen des “Let It Be”-Albums von 1970. Kaufbar ist die Platte bei WH Smith bzw. in ausgewählten Plattenläden.
Mit dabei sind u.a. Beth Orton und Judy Collins, weiß der Guardian.

Einen sehenswerten Artikel veröffentlicht heute noch Pitchfork und kompiliert die 50 besten Musikvideos der 90er.

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