Album der Woche: The National Jazz Trio Of Scotland – „Standards Vol. III“

23.06.2014 von  

The National Jazz Trio Of Scotland - Standards Vol. IIIVĂ–: 27. Juni 2014
Web: TNJTOS bei Facebook
Label: Karaoke Kalk

Um eventueller Verwirrung vorzubeugen: The National Jazz Trio Of Scotland ist weder ein Trio noch besonders dem Jazz verpflichtet. Doch diese „Enttäuschung“ hält sich in Grenzen angesichts „Standards Vol. III“, dem dritten Album der schottischen Truppe, das Ende Juni erscheint.

Seit drei Jahrzehnten mischt der Multiinstrumentalist Bill Wells die schottische Musikszene gehörig auf und spielt in den unterschiedlichsten Formationen. 2007 grĂĽndet er The National Jazz Trio Of Scotland, ein Projekt, womit Wells etwas sehr persönliches realisiert: „And for me these National Jazz Trio Of Scotland records are probably the closest I’ve got to doing something as I intended.“ 2012 gab es eine wahrlich stimmungsvolle Bescherung: Nicht viele Bands erwählen als Erstveröffentlichung ein Weihnachtsalbum. Und tatsächlich ist der Start von The National Jazz Trio Of Scotland schon zu Beginn weit von traditionellem Jazz entfernt. Es sind die Stimmen von Aby Vulliamy, Kate Sugden und Lorna Gilfedder, die dem DebĂĽt den nötigen, schwerelos-harmonischen Anstrich geben. „Standards Vol. II“ erscheint im Jahr darauf, der erste Teil der Reihe ist und bleibt wohl unveröffentlicht.

Der GroĂźteil der Songs auf „Standards Vol. III“ wird von Wells in seinem eigenen Apartment in Glasgow geschrieben, aufgenommen und produziert. Dabei bleibt er wie der Titel vermuten lässt seinem eingeschlagenen Weg treu: Der Kreativkopf legt den Fokus auf weiche Melodien und die Stimmen der drei Sängerinnen. Rhythmische Begleitung spielt eine untergeordnete Rolle. Dies wird beim chorischen Cover „With Me Tonight“ von den Beach Boys besonders deutlich. „Unguarded Moment“ beginnt mit einer tapsigen, filmmusikartigen ersten Hälfte, bevor der 6/8-Takt dem Song eine unerwartete Wendung bringt. Den Abschluss des Albums bildet das sechsminĂĽtige „Trying To Escape You“, welches sich gekonnt durch Tonartwechsel schlängelt und wohl das Paradebeispiel fĂĽr Wells’ Wunsch nach „light and airy“ Songs ist. Dies ist ihm gelungen, in jeglicher Hinsicht. „Standards Vol. III“ lebt von der puristischen Instrumentation und dem sanften, mehrstimmigen Gesang. Die Messlatte fĂĽr „Standards Vol. IV“ liegt hoch …

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „The National Jazz Trio Of Scotland“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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Neue Platten: Driftmachine – „Nocturnes“

Driftmachine - Nocturnes (Umor Rex)Driftmachine – „Nocturnes“ (Umor Rex)

8,0

„Nocturnes“ – so viel verrät bereits der Titel – ist ein Album voller Nachtmusik. Sechs elektronische Instrumentals fĂĽr eine Welt im Dämmerzustand. Repetitive, nebulöse Dub-Tracks, die langsam und monoton dahingleiten, voll dunkel schillernder Synthsounds sind und dabei die erhabenen Tiefen im Bassbereiche auszufĂĽllen verstehen.

Bereits im Namen des gemeinsamen Projekts der beiden Berliner Andreas Gerth (Tied & Tickled Trio) und Florian Zimmer (Saroos), Driftmachine, treffen die wesentlichen Momente der Musik aufeinander. Auf der einen Seite steht mechanische Präzision und eine auf Minimalismus und Reduktion bedachte Maschinenästhetik, auf der anderen Seite das Hypnotische, Abschweifende und schlafwandlerische Geheimnis von zeitlupenhaftem Ambient-Dub.

Ihrem Ursprung nach sind die sechs Tracks der stark limitierten Vinyl-Veröffentlichung (der digitale Download beinhaltet den zusätzlichen Bonus-Track „Call Mr. Moriba“) jedoch erst mal Studien in Sachen Selbstkontrolle. Laut Aussage der beiden Musiker liegt den Strukturen der StĂĽcke eine intensive Beschäftigung mit modularen Systemen und Synthezisern zugrunde und nicht irgendeine Quelle romantischer Inspiration, wie dies bei klassischen NachtstĂĽcken der Fall ist. Trotz der nĂĽchternen Ausgangssituation fĂĽhrt die Musik den Zuhörer jedoch bald in eine monochrome Halbwelt zwischen Schlafen und Wachen, in schattenhafte Räume, deren Faszination aus der Verwendung warmer Basslinien, ausgedehnter Halleffekte und matt schimmernder Synthesizer-Sounds heraus entsteht.

Gleich beim Eröffnungstrack „Claire Obscure“ ticken metallische Percussionklänge wie ein mysteriöses Uhrwerk zur Geisterstunde, während sich monotone Bässe und nebulös-verwaschene Soundschwaden in minimaler Variation ĂĽber das siebenminĂĽtige StĂĽck erstrecken. Auch beim folgenden „Drift“ bleibt die Stimmung trotz eines stärker treibenden Rhythmus recht dunkel. Stein trifft auf Stein. Es klingt nach groĂźen, leeren Fabrikhallen oder verlassenen Industriebrachen bei Mondschein. Geistermusik eben. Beim zweigeteilten „To Nowhere“ schnalzen und schmatzen fremdartige Splittergeräusche zu einem majestätisch schleppenden Groove, der im zweiten Teil des StĂĽckes deutlich an Fahrt aufnimmt. Gleichförmig und mit wenig Bewegung an der Oberfläche, dafĂĽr aber enorm detailreich und voll flirrender Energie in den darunter liegenden Klangschichten.

Nach dem ebenfalls dicht gefĂĽgten „Sternenmeer“ bildet „RĂ©veil Des Oiseaux“, das anfänglich von präparierten Pianosounds durchzogen wird, einen fast schon flotten, luftigen Abschluss der Vinyl-Version des Albums. In der Digital-Version sorgt der Bonustrack „Call Mr. Moriba“ mit leicht angezerrten Synths, einem strafferen Arrangement, kurzen Melodiefragmenten und einer leicht nervösen Spannung dann sogar fĂĽr eine Stimmung, die etwas ĂĽber den Nacht-Kontext des ĂĽbrigen Albums hinausgeht.

Label: Umor Rex | Kaufen

Neue Platten: The Antlers – „Familiars“

18.06.2014 von  

The Antlers - Familiars (Transgressive)The Antlers – „Familiars“ (Transgressive)

8,2

„Well this is my house. So fuck your doubts and your cute battalion.“ (The Antlers – „Intruders“)

2003 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Matt Ruff ein Buch über einen jungen Mann, der aufgrund von traumatischen Kindheitserlebnissen eine multiple Persönlichkeitsstörung entwickelt hat. Eine Vielzahl an Seelen lebt in dem Körper von Andrew Gage, sowohl weibliche als auch männliche, die alle die Kontrolle über ihn erlangen wollen. Durch eine langjährige Therapiearbeit schafft es Gage allerdings, ein Haus für diese Seelen in seinem eigenen Verstand zu bauen. Und er bestimmt im permanenten Dialog mit ihnen, wann sie das Haus verlassen und seine Persönlichkeit für kurze Zeit übernehmen können.

Ob Peter Silberman, Mastermind und Texter der aus Brooklyn stammenden Formation The Antlers, Ruff gelesen hat, weiĂź man nicht. Fakt ist allerdings, dass das neue Album der Antlers, „Familiars“, die Thematik von „Ich und die anderen“ so treffend vertont, als sei es als Teil des Romans konzipiert worden. „Familiars“ handelt von Häusern, die der Protagonist erbaut, von sterilen Hotels, als emotional unbefleckte Orte zur persönlichen Reflexion, von einem Palast als finalen RĂĽckzugsort, von „Intruders“, also Eindringlingen, gegen die es sich zu verteidigen gilt, von einem „Director“, einem Regisseur, der alles zusammenhalten soll.

Aber nichts davon spielt sich in einer Realität ab, die sich auĂźerhalb eines Kopfes befindet. Die Eindringlinge sind Teil der Persönlichkeit, der Ruf nach einem „Director“ ist die Hoffnung auf einen klaren Ăśberblick ĂĽber den eigenen Verstand, das „Hotel“ kann nicht emotional unbefleckt sein, es ist ja im eigenen Geist gebaut. Die zwei auf dem Cover von „Familiars“ in starrer Umarmung verharrenden Zwillings-Statuen visualisieren die Zwiesprache der verschiedenen Persönlichkeiten.

The Antlers hauen damit einmal mehr eine tiefsinnige, feinst gesponnene lyrische Meisterleistung raus. Anders als bei ihrem Durchbruchs-Album „Hospice“ aus dem Jahr 2009 wird das höchst dramatische, einen emotional attackierende Thema dieses mal jedoch nicht eins zu eins musikalisch umgesetzt. Während Silberman 2009 noch mit lauten Shoegaze-Gitarren, dem molligsten Moll aller Molls und einer musikalischer Klimax nach der anderen einen seelischen Trip mit Unhappy End fĂĽr den Hörer garantierte, gehen es The Antlers auf „Familiars“ sanfter, teilweise fast loungig an. Silbermans Stimme klingt so „schön“ wie nie, das heiĂźt auch, dass sie ihm in den hohen Falsett-Lagen nicht mehr so (gewollt) entgleitet wie noch auf „Hospice“ und dem 2011 erschienenen „Burst Apart“. Stattdessen beeindrucken Sicherheit und Facettenreichtum seines Organs. Silberman singt teilweise so tief wie noch nie, vor allem in „Doppelgänger“ muss man sich kurz am Kopf kratzen: Hat Silberman hier gerade böse geklungen?

Aber das ist die Ausnahme. Zumeist könnte man „Familiars“ auch einfach nebenbei hören. Aber dann erwischt es einen doch immer wieder, diese eine gewisse Wendung, die ihre Krallen ins Herz schlägt. Wie nach der Hälfte von „Parade“ oder beim Einsatz des Schlagzeugs im Opener „Palace“. Auch hier lässt sich dann wieder eine BrĂĽcke zu „Ich und die anderen“ schlagen. Traurigkeit und Dramatik des Themas schwimmen nicht an der Oberfläche, aber sie sind definitiv da. Und gibt man diesem Album Zeit, gerne auch mal eine Woche und zehn Durchläufe, dann hat es einen. Dann klopft das Herz.

„We have to make our history less commanding“, singt Silberman in „Surrender“. Wir wĂĽnschen viel GlĂĽck, sind aber bei der weiteren Aufarbeitung gerne noch lange dabei!

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Album der Woche: DJ Vadim – „Dubcatcher“

16.06.2014 von  

DJ Vadim - DubcatcherVĂ–: 13. Juni 2014
Web: djvadim.com
Label: BBE

„Get summer started right and for those in the southern hempisphere, warm the coccles of ya heart up!“

Mit dieser Aufforderung kĂĽndigt DJ Vadim auf Facebook das Erscheinen seines neuen Albums „Dubcatcher“ an. Dass sich in diesem einen Satz gleich zwei Rechtschreibfehler finden, macht zwei Aspekte besonders deutlich: DJ Vadim ist kein Meister groĂźer Worte und lässt stattdessen lieber die Musik fĂĽr sich sprechen. Zum anderen ist der Musiker, Produzent und DJ wohl einer der am härtesten arbeitenden Menschen im Musikgeschäft und hetzt von einem Projekt ins nächste. Zeit ist rar im Universum von Vadim Peare. Und das nun schon seit 20 Jahren. Schätzungsweise absolvierte DJ Vadim in dieser Zeit rund 2500 Auftritte in mehr als 68 Ländern.

Diese Rastlosigkeit und der Drang zum Reisen wird DJ Vadim in die Wiege gelegt. Geboren ist er im damaligen Leningrad, aufgewachsen in London und inzwischen wohnhaft in Berlin und dem Schmelztiegel New York City. „Well travelling opens your mind to possibilities and ideas. I think everyone should have to travel. In fact I think the world would be a better place if we did, because then we could all have a better understanding of our own life and our own society“, so DJ Vadim in einem Interview mit dem Online-Magazin Vibe Rated. Durch sein unermĂĽdliches Reisen trifft er auf kreative Kollegen und arbeitet in der Folge mit KĂĽnstlern wie Stevie Wonder, Prince, The Roots und Kraftwerk. Analog zur Bandbreite der verschiedenen Kulturen und Persönlichkeiten, mit denen Vadim in Kontakt kommt, ist die Vielfalt an unterschiedlichen Genres in seiner Musik: HipHop, TripHop, Soul, Dub, Jungle, Electronica und Reggae – der vielseitige „Daddy Vad“ kennt offensichtlich keine musikalischen Schranken. Umso bemerkenswerter die Tatsache, dass er sich auf „Dubcatcher“ hauptsächlich dem Dancehall-Reggae hingibt. Im Vergleich zu seinem letzten Album „Don’t Be Scared“ von 2012 ist „Dubcatcher“ weniger Mischmasch und Experiment, dafĂĽr mehr Lebensfreude und der vielleicht stimmungsvollste Soundtrack fĂĽr diesen Sommer.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „DJ Vadim“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: BBE | Kaufen

Album der Woche: Jack White – „Lazaretto“

09.06.2014 von  

Jack White - LazarettoVĂ–: 6. Juni 2014
Web: jackwhiteiii.com
Label: XL Recordings

1975: Als John Anthony Gillis in Detroit das Licht der Welt erblickt, ahnen wohl weder seine streng katholischen Eltern, noch eines seiner neun Geschwister, dass der kleine Junge eines Tages als einer der kreativsten und wichtigsten amerikanischen Musiker gelten wird. 2014: Inzwischen kann der 38-Jährige ein eigenes Label sowie zahlreich gewonnene Grammys und diverse Bestenlistenplätze in namhaften Musikmagazinen vorweisen. Darüber hinaus komponiert er zusammen mit Alicia Keys das erste Duett für einen James Bond Streifen in der Geschichte der populären Filmreihe. Ohne Frage, John Anthony Gillis hat erreicht, wovon abertausend angehende Musiker nur träumen. Doch auch er erarbeitet sich den Erfolg in kleinen Schritten. 1997 lernt er Meg White kennen, nimmt ihren Namen an und gründet die Zwei-Personen-Band „The White Stripes“. In ihrem 14-jährigen Bestehen avancieren die beiden Musiker zu einer Garage-Rock-Kultband. Der Dauerbrenner „Seven Nation Army“ aus dem Jahr 2003 markiert zweifelsohne den endgültigen Aufstieg Jack Whites zur Legende. Noch während seiner Zeit als Mitglied von „The White Stripes“ initiiert White die Gründung zwei weiterer Bands: „The Raconteurs“ kommen erstmals 2005 zusammen und „The Dead Weather“ im Jahr 2009. Erst 2012 erscheint das erste Soloalbum „Blunderbuss“, welches überragende Kritiken erhält und an die Spitze der Charts in den USA und Großbritannien klettert.

Nun veröffentlicht Jack White den Nachfolger zu seinem gefeierten SolodebĂĽt. Dieser trägt den elegant-klingenden Titel „Lazaretto“ und ist streng genommen eine Kollaboration zwischen Jack White und seinem 19-jährigen Alter Ego. Auslöser dazu waren alte Gedichte und Aufzeichnungen, die White zufällig wiederentdeckt. In einem Interview sagt er dazu: „That’s how I‘ll do these vocals on these songs: I‘m going to collaborate with a 19-year-old version of me, which is half my age. I have experience now. What would I be telling myself how to do?”. Gitarren, Honky-Tonk-Piano, Rock-Orgel und Fiddle bilden die dominierenden Instrumente der elf Songs auf Lazaretto. Es ist eine Regression zu unbeschwerter Country-Musik und gleichzeitig wehmĂĽtig-wimmernden Bluesrock vergangener Tage. Obwohl Jack White kein Blatt vor den Mund nimmt und jĂĽngst Musikerkollegen wie „The Black Keys“ oder Meg White diskreditiert, bleibt sein musikalisches Vermächtnis unbestreitbar. Mit „Lazaretto“ katapultiert White sein KĂĽnstlertum auf eine neue, exorbitante Stufe.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Jack White“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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Neue Platten: Lee Fields & The Expressions – „Emma Jean“

03.06.2014 von  

Lee Fields & The Expressions - Emma Jean (Truth & Soul)Lee Fields & The Expressions – „Emma Jean“ (Truth & Soul)

6,0

Fangen wir mit einem Zitat aus einer Rezension zu „Emma Jean“ von zumic.com an: „Fields has a story to tell and you’ve gotta respect that.“ In dieser Rezension ist das durch und durch positiv gemeint. Allerdings offenbart dieser Satz auch eine Wahrheit, die sich fĂĽr mich als Rezensenten während des Hörens offenbart hat: You’ve gotta respect that. Man hat es zu respektieren. Das tue ich. Lee Fields präsentiert astreinen Retro-Soul-Sound ohne viele Ecken und Kanten, zum Reinlegen, Mitleiden, Berieseln-Lassen. Und „Emma Jean“ startet auch sehr respektabel. „Just Can’t Win“ groovt mit einer funky Bass-Glockenspiel-Orgel-Line vor sich hin, Fields erzählt mit seiner beeindruckenden, raspelig-souligen Stimme davon, dass man einfach nicht gewinnen kann. Dann ein Fade-out und man kann zufrieden sein; so hat sich das anzuhören, so geht Soul. So kann das Album weitergehen, und so geht es auch weiter. Wie man es sich in seiner Soul-WohlfĂĽhlzone wĂĽnschen kann. Um noch mal auf das Eingangszitat zurĂĽckzukommen: Das respektiere ich, aber das reiĂźt mich musikalisch nicht vom Hocker.

Musikalisch am auffälligsten, sollte man sich nicht mit dem Hashtag „Retro-Soul“ zufriedengeben, sind dann dementsprechend auch die beiden Cover-Versionen auf dem Album, quasi „not his story“: „Magnolia“, im Original von J. J. Cale und „In The Woods“, das unter dem Namen „Out In The Woods“ einst von Leon Russell veröffentlicht wurde. „Magnolia“ wird vom Arrangement her deutlich aufgepeppt. Während die Instrumente im Original dezent akzentuierend agieren, lassen The Expressions ihrer Spielfreude an dem schönen Akkordschema ihren freien Lauf. Zudem bekommt der von J. J. Cale im Original eher gehauchte Text einen ordentlich souligen Anstrich – was allerdings hervorragend funktioniert. Aus der Intimität des Originals wird dadurch aber auch etwas deutlich Offensiveres. Man hat hier nicht so viel Teil am Leid des Sängers ĂĽber die verlorene Liebe, als dass dieses einem viel mehr von einem GegenĂĽber präsentiert wird. Trotzdem eine starke Nummer.

Symptomatisch hingegen ist dieses Umgehen der eigentlich sehr stillen Nummer Cales fĂĽr einen Schwachpunkt des Albums – das Ausbleiben einer ausdifferenzierteren Dynamik im Sound. The Expressions als Begleitband sind fĂĽr dieses Album sicherlich hervorragend gewählt, sie wissen genau, wo ein kleines Gitarrenfill, ein paar „Ouuuhs“, gut gelaunte Bläser und eine funky Bassline sitzen mĂĽssen. Kein klassisches VersatzstĂĽck eines Soul-Songs fehlt. Aber die AusbrĂĽche aus diesem Modell erfolgen zu selten. Das Album wirkt dadurch soundtechnisch auf Dauer eher träge. Kaum ein Song ist zu finden, in dem nicht mindestens einmal ein Unisono-Einsatz der Instrumente zu hören ist. Aber könnte nicht auch hier ein gelegentliches Weniger mal mehr sein? Der Ăśberraschungsfaktor ist damit eher gering. Aber: Das ist von einem alten Recken im Geschäft auch so zu erwarten gewesen. Der Soul-Hörer bekommt mit „Emma Jean“ das, was ihm gefällt und was dem Genre schicklich ist. Gewagt wird hier allerdings nicht viel. Der Schuster bleibt bei seinen Leisten, aber das macht er durchweg solide, mit einigen Höhepunkten wie dem schön-melancholischen „Still Gets Me Down“ oder „Stand By Your Side“, die allerdings auch nicht aus ihren Schuhen herauswachsen.

Man kann auf Albumlänge den Retro-Soul hochhalten, die Produktion hochschrauben und klassische Höhepunkte des Souls, den melismatischen Gesang, das Aufschwingen zu Leid-Tönen, aufarbeiten. Aber man muss es nicht. Einen Vergleich darf man daher vielleicht noch anstellen: Ein Bobby Womack, ähnliches Baujahr wie Fields, hat anno 2012 mit „The Bravest Man In The Universe“ seinen Stiefel, um bei den Schuhmetaphern zu bleiben, ganz schön neu geschnĂĽrt. Allerdings haben an diesem Album dann die Fans eines Lee Fields vielleicht nicht so viel SpaĂź.

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Album der Woche: King Buzzo – „This Machine Kills Artists“

02.06.2014 von  

King Buzzo - This Machine Kills ArtistsVĂ–: 6. Juni 2014
Web: themelvins.net
Label: Ipecac

„I have no interest in sounding like a crappy version of James Taylor or a half-assed version of Woody Guthrie, which is what happens when almost every rock and roller straps on an acoustic guitar.“

Deutlichere Worte hätte Buzz Osborne, auch bekannt unter dem Pseudonym King Buzzo, nicht finden können, um das erste Soloalbum seiner Karriere anzukündigen. Buzz Osborne und ein Akustik-Album – diese Kombination scheint auf den ersten Blick wie Baldrian-Tropfen mit Energy-Drinks: absolut widersprüchlich, wenn man den Werdegang des 50-jährigen Musikers Revue passieren lässt. Anfang der 80er gründet er zusammen mit seinen High-School-Freunden Matt Lukin und Mike Dillard The Melvins, eine Band, die maßgeblichen Einfluss auf Musikgrößen wie Nirvana haben sollte und bis heute existiert. Das Genre? Eine nicht einzugrenzende Mischung aus Noise-Rock, Grunge und Punk. Alles nicht gerade sanfte Musikstile, von denen man Akustik-Versionen erwarten könnte.

Und doch ist die Vision von einer Akustikplatte nicht so abwegig, entstehen die Songs von The Melvins doch zuerst im intimen Rahmen mit Osbornes rot-weiĂź-blauer Buck-Owen-Akustik-Gitarre. Mit dieser entstehen auch die 17 Tracks auf „This Machine Kills Artists“. Die Songs sind auffällig kurz, was jedoch keineswegs störend ins Gewicht fällt: So wirkt das Album kurzweilig und abwechslungsreich, woran andere Musiker gerade bei einem Akustikwerk oftmals scheitern. Nach 31 Jahren im Musikgeschäft und mindestens ebenso vielen Live- und Studioalben mit „The Melvins“, von seinen Nebenprojekten FantĂ´mas und Venomous Concept einmal ganz abgesehen, liefert der Mann mit dem grauen Locken-Wuschelkopf ein akustisches DebĂĽt mit energischen Riffs und ungeheurer Wucht.

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Album der Woche: The Roots – „…And Then You Shoot Your Cousin“

26.05.2014 von  

The Roots - ...And Then You Shoot Your CousinVĂ–: 16. Mai 2014
Web: theroots.com
Label: Def Jam

Knapp 34 Minuten. So lang beziehungsweise so kurz ist die Spieldauer des neuen Albums der amerikanischen HipHop-Crew The Roots. Es ist das kĂĽrzeste Werk in ihrem fast 30-jährigen Bestehen. So weit zu den Kritikpunkten; es gibt schlichtweg nicht mehr. The Roots zeigen mit „…And Then You Shoot Your Cousin“, warum sie zurecht als eine der besten und innovativsten HipHop-Bands der Welt gelten.

Alles beginnt 1987 in Philadelphia. Tariq Trotter und Ahmir Thompson alias Black Thought und Questlove grĂĽnden eine Band, und weil sie sich kein teures Equipment leisten können, werden ausrangierte Instrumente zum Spielen benutzt. Diesem resultierenden organischen Sound bleiben die Musiker treu: Auch auf ihrem ersten Major-Label-Album „Do You Want More?!!!??!“ sucht man vergeblich nach Samples. Im Laufe der Jahrzehnte wechselt fortwährend die Besetzung von The Roots: Insgesamt sind 19 Musiker frĂĽher oder später Bestandteil der Band. Aktuell zählt die Formation sieben Mitglieder, darunter auch die GrĂĽnder MC Black Thought und Schlagzeuger Questlove.

„…And Then You Shoot Your Cousin“ ist wie sein Vorgänger „Undun“ ein Konzeptalbum. The Roots werfen darauf einen satirischen Blick auf Gewalt im HipHop und der amerikanischen Gesellschaft im Allgemeinen. Die drei MCs Black Thought, Greg Porn und Dice Raw nehmen dabei unterschiedliche Charaktere und Blickwinkel ein, der Klang des Albums ist wie auch das Thema: dunkel, bedrohlich, kalt. Nichtsdestotrotz bietet die LP eine Vielzahl an Facetten und Nuancen, die sich selbst nach exzessivem Hören nicht alle vollständig erfassen lassen. FĂĽr Abwechslung sorgen zusätzlich ausgewählte Features wie R’n’B-Sänger Raheem DeVaughn oder Mercedes Martinez.

The Roots eröffnen ihr Album nicht selbst, sondern ĂĽberlassen dies einer anderen Legende – keiner geringeren als Nina Simone. Nach diesem stimmungsvollen Auftakt ertönen zwei Snare-Schläge und gespenstische Chorgesänge, bevor die nasal-quietschende Stimme von Patty Crash diese durchschneidet. Und schlieĂźlich die ersten Verse von Black Thought, welcher die Ausweglosigkeit und Verzweiflung in nur wenigen Worten zu vermitteln wissen: „I was born faceless in an oasis, people disappear here and leave no traces.“ Um dieser bedrĂĽckenden Thematik auch musikalisch gerecht zu werden, setzen The Roots den harmonischen Parts auf dem Album bewusst dissonante Kontrastabschnitte entgegen. „Dies Irae“ stellt wohl jeden Hörer auf eine harte Probe: Zuerst wird ein Teil vom Requiem des französischen Komponisten Michael Chion gesampelt, anschlieĂźend ertönen aggressive Rufe und ohrenbetäubende Synthies. Man atmet in Erleichterung auf, wenn die ersten Takte vom nachfolgenden Track „The Coming“ erklingen.

Der Kreis schlieĂźt sich mit dem letzten StĂĽck „Tomorrow“: Wie zu Beginn ĂĽberlassen The Roots den Gesangpart einem Gastsänger. Der Song kĂĽndigt mit einem Pfeifen und seiner Dur-Tonart die optimistische Grundstimmung an, DeVaughn singt die vergleichsweise kitschigen Lyrics „’Cause everybody needs an angel, and everybody needs a smile, and everybody has an angle, and everybody wants tomorrow right now.“ Gibt es am Ende also doch noch ein Happy End? Ein dunkles Piano-Grollen beschlieĂźt das Album und bringt die ErnĂĽchterung: Die letzten Töne von „…And Then You Shoot Your Cousin“ enden also doch im Chaos. 34 Minuten sind wahrlich keine lange Zeit, aber das neue Album von The Roots ist jede einzelne davon wert.

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Label: Def Jam | Kaufen

Sharon Van Etten im Interview

23.05.2014 von  

Sharon Van Etten - Are We There (Jagjaguwar)Sharon Van Etten – „Are We There“ (Jagjaguwar)

Mit freundlicher UnterstĂĽtzung von NAD.

Heute, am 23. Mai 2014, erscheint das neue, vierte Album der in New York lebenden Musikerin Sharon Van Etten. Es heiĂźt „Are We There“. Oliver Stangl hat Sharon Van Etten zum Interview getroffen und mit ihr ĂĽber Lebenswege, Beziehungen und Freundschaften gesprochen, und natĂĽrlich auch ĂĽber ihr neues Album. Es sei das persönlichste Album, das sie bisher aufgenommen hat, und vielleicht auch das schwerste, sagt Van Etten im Interview. Gleichzeitig ist es aber auch sehr soulig und hat viele R‘n'B-EinflĂĽsse. „Are We There“ ist kein Rock-Album, aber ein Album, das mit der Zeit beim Hören wächst.

In der Tat – es sind keine leichten, geschweige denn unbeschwerte Songs, die Sharon Van Etten fĂĽr ihr neues Album geschrieben hat. Zum ersten Mal hielt sie bei der Entstehung das Heft komplett selbst in der Hand. Nach ihrem letzten Album „Tramp“, das Aaron Dessner von The National produziert hat, war das ein ganz wichtiger Schritt, wie Sharon Van Etten sagt.

„In Interviews wollten die Leute mit mir sehr oft vor allem ĂĽber die ganzen berĂĽhmten Musiker reden, die auf „Tramp“ mit dabei waren. Das Selbstvertrauen in mein Songwriting geriet dadurch ins Wanken. Ich denke, das war vor allem meine eigene Unsicherheit. Aber trotzdem – mir war klar: das nächste Mal musst Du es alleine versuchen. Um zu zeigen: Das Herz eines Albums sind vor allem meine Songs, und keine berĂĽhmten Namen. Das wollte ich beweisen, allen voran mir selbst.

Nicht nur ihr Songwriting wollte Sharon Van Etten mit dem neuen Album auf den PrĂĽfstand stellen, auch ihr eigenes Leben. Das spiegelt sich auch im Albumtitel wider: „Are We There“ ist fĂĽr Sharon Van Etten vor allem auch die Frage „Wo bin ich eigentlich gerade?“.

„Ich frage mich das sehr oft: bin ich auf dem richtigen Weg? Bin ich wirklich ich selbst? Zum einen ging es um meine Beziehung, und die Frage, wo wir beide zu diesem Zeitpunkt waren. Aber auch um meine Arbeit als Musikerin: Ob ich wirklich das tat, was ich wollte. Ob ich wirklich ehrlich mit mir selbst war.

Was sich als roter Faden durch dieses Album zieht, ist die Frage, wie man Karriere und Beziehungen miteinander in Einklang bringt. Zu lernen, eine gute Partnerin, eine gute Tochter oder eine gute Freundin zu sein – auch wenn man neun Monate im Jahr auf Tour ist. Während man weg ist leben die Leute ihr leben weiter. Das ist manchmal hart. Auf Tour sein und zurĂĽckkommen fĂĽhlt sich an wie Zeitreisen. All diese Dinge auszubalancieren, sich zu fragen ‚Wo bin ich heute, was mache ich eigentlich?‘ – das ist sehr wichtig.“

Wo steht man im Leben, wie geht man durchs Leben, mit wem und auf welchen Wegen. Das alles steckt gewissermaĂźen auch im Albumcover: es zeigt das Schwarzweissfoto einer Frau, die ihren Kopf aus dem Autofenster hinaus in den Fahrtwind steckt. Ein Foto, das Sharon Van Etten vor vielen Jahren selbst gemacht hat. Ein Foto mit einer Geschichte:

„Die junge Frau auf dem Cover ist Rebecca, eine meiner besten Freundinnen. Sie hat auch das Artwork fĂĽr meine ersten beiden Alben gemacht. Direkt nach der High School zog ich von zu Hause aus und lebte ein paar Jahre in Tennessee. Dort haben wir uns kennengelernt.
Wir hatten dieses Ritual: nach der Arbeit eine Packung Zigaretten und zwei Diät-Colas kaufen, und dann mit dem Auto rumfahren und laut Musik hören, so lange bis die Zigaretten alle sind. Das Foto entstand auf unserer letzten gemeinsam Fahrt, kurz bevor sich unsere beiden Leben fĂĽr immer verändert haben. Rebecca ging nach Indiana, lebt dort mit ihrem Mann und hat mittlerweile zwei Kinder. Ich bin nach New York gegangen um es mit meiner Musik zu versuchen. Trotz der Entfernung sind wir uns immer noch sehr nah.“

Unterschiedliche Lebenswege, und wieder die Frage: „Are We There“, sind wir dort wo wir sein wollen? Damit aber noch nicht genug – mit dem Coverfoto ist noch eine weitere Geschichte verbunden, wie Sharon Van Etten erzählt:

„Das Bild ist auĂźerdem das erste Foto, das ich meinem Freund geschenkt habe, als wir uns vor zehn Jahren kennengelernt haben. Wir waren zwischenzeitlich getrennt, und ich dachte, er hätte es irgendwann weggeschmissen. Als ich letzten Sommer bei ihm einzog, da räumte er auf um Platz fĂĽr mich zu machen. Plötzlich zog der diesen Stapel mit Sachen unter seinem Bett hervor – alles was er jemals von mir bekommen hatte. Darunter war dieses Foto. Da stehe ich also, halte dieses Bild in den Händen … ich wusste bereits, dass das Album „Are We There“ heiĂźen sollte. Aber in dem Moment war mir klar: das wird das Cover.“

Als Musikerin habe sie sehr viele Erfahrungen gemacht über die letzten Jahre, sagt Sharon Van Etten. Die Begleitmusiker seien zu ihrer ersten festen Band gewachsen. Menschen, die sie sehr unterstützen, denen sie vertraut, und für die sie sich verantwortlich fühlt. Mit ihrem Songwriting sei sie selbstbewusster, auch über sehr persönliche Dinge zu schreiben. Und auch was Produktion und Aufnahmen angeht, sei sie versierter geworden. Dennoch, so Sharon Van Etten weiter, es gäbe noch viel zu lernen, sie hoffe, dass sie weiterhin jede Menge Erfahrungen sammeln können wird. Und diese Erfahrungen müssen auch nicht unbedingt immer mit ihrer eigenen Musik zu tun haben.

„Ich wĂĽrde gern weiterhin mit anderen KĂĽnstlern zusammenarbeiten, und dabei muss es nicht immer um meine Songs gehen. Im Gegenteil: fĂĽr eine Weile mal Bandmusikerin fĂĽr jemand anders zu sein, das wäre sehr spannend. Zu sehen, wie andere arbeiten und mit ihrer Band kommunizieren, eine Zeit lang eine andere Musik spielen als meine eigene. Ich denke letztlich wĂĽrde diese Erfahrung mich selbst und mein Songwriting weiter bringen.“

Ein Audiobeitrag ĂĽber Sharon Van Etten und ihr neues Album „Are We There“ von Oliver Stangl ist heute im ByteFM Magazin am Morgen und im ByteFM Magazin am Nachmittag zu hören.

Mit freundlicher UnterstĂĽtzung von NAD.

Album der Woche: Owen Pallett – „In Conflict“

19.05.2014 von  

Owen Pallett - In ConflictVĂ–: 23. Mai 2014
Web: owenpalletteternal.com
Label: Domino

„I am no longer afraid. The truth doesn’t terrify us, terrify us. My salvation is found in discipline, discipline.“

Disziplin – diese besungene Eigenschaft hat ein musikalisches Talent wie Owen Pallett auch dringend nötig. Der 34-jährige Kanadier war schlieĂźlich während der letzten Jahre bei unzähligen Projekten involviert: Er komponiert die Streicherarrangements von 25 Alben diverser KĂĽnstler, darunter The National, Pet Shop Boys und R.E.M. DarĂĽber hinaus schreibt er den Soundtrack zu Videospielen und Filmen: FĂĽr seine Kompositionen zum Film „Her“ wurde er zusammen mit Will Butler von Arcade Fire fĂĽr den diesjährigen Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert. Die Zusammenarbeit mit Will Butler ist keineswegs ein Zufall: Pallett gehört schon lange zur Live-Besetzung der kanadischen Kult-Band.

Zwischen den vielfachen Kompositions- und Aufnahmesessions findet Owen Pallett auch noch Zeit, sein viertes Studioalbum „In Conflict“ zu entwickeln. 2012 beginnen die Arbeiten daran, sieben Jahre nach Erscheinen seines DebĂĽtalbums „Has A Good Home“. Dieses wurde damals noch unter seinem Pseudonym Final Fantasy veröffentlicht. 2006 folgt „He Poos Clouds“ und 2010 erscheint „Heartland“, zum ersten Mal unter seinem richtigen Namen, um Klagen wegen der gleichnamigen Videospielreihe zu vermeiden.

„In Conflict“ entsteht mit UnterstĂĽtzung des tschechischen FILMharmonic Orchestra und der Musiklegende Brian Eno, der unter anderem Synthies, Gitarren und seine Stimme zum Projekt beiträgt. „The Riverbed“ ist einer dieser Songs, denen Eno eine ganz besondere Atmosphäre einhaucht: Dramatisch-hektisch streichende Geigen ĂĽber einem opulenten Drum-Beat bilden das GerĂĽst fĂĽr diesen kraftvollen Song. An Abwechslung mangelt es keineswegs: So bildet beispielsweise „The Passions“ einen schwermĂĽtig-minimalistischen Sixties-Traum mit einem wunderschönen Streicher-Nachspiel.

Der Multiinstrumentalist Pallett spielt mit dem Hörer, er lockt ihn auf eine Reise durch dramatische Synthie-Loops und kristallklare, mehrstimmige Falsett-Gesänge; durch nachdenkliche Songtexte und orchestrale Soundwände. Mit „In Conflict“ hat sich Pallett seinen eigenen, unverwechselbaren Soundtrack komponiert.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Owen Pallett“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: Domino | Kaufen

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