Neue Platten: M. Ward – „A Wasteland Companion“

(Bella Union/Cooperative Music)(Bella Union/Cooperative Music)

8,0

So ganz kommt Matthew Ward nicht los von seiner She-&-Him-Kollaborateurin Zooey Deschanel, die neben ihrer neuen TĂ€tigkeit als „adorable“ Sitcom-Star noch ein bisschen Zeit fĂŒr ihren alten Bandkumpel gefunden hat und nun mit ihrer „bezaubernden“ Froschstimme auch auf M. Wards neuem Soloalbum zu hören ist.

Die Songs auf „A Wasteland Companion“ klingen eigentlich, wie Wards Songs immer klangen: nach Sonne, doch nicht nach der am Ballermann, sondern vielmehr nach einer drĂŒckend schweren SĂŒdstaaten-Sonne (keine Sorge, hin und wieder fegt mal eine frische Brise die SchwĂŒle hinfort). Jeder einzelne dieser Songs ist wieder ein Salbeibonbönchen fĂŒr die Seele, denn wenn sich Ward auf eines versteht, dann die Emotionen, die sein Gesichtsausdruck vermissen lĂ€sst (ernsthaft, der Typ guckt auf jedem Foto gleich starr), in seine Musik zu packen. Wie auf Wards frĂŒheren Alben, findet sich auch auf „A Wasteland Companion“ ein Coversong; diesmal nimmt er sich dabei schon zum zweiten Mal dem Outsider-Music-Paten Daniel Johnston an, dessen „Sweetheart“ Ward gelungen nach völliger Aneignung neu interpretiert.

Man braucht das neue Album vielleicht nicht unbedingt, wenn man schon „Hold Time“ oder eines der anderen VorgĂ€ngeralben im Schrank hat, doch auch wenn ich es anderen KĂŒnstlern oft krumm nehme, wenn sie Weiterentwicklung vermissen lassen, kann M. Ward von mir aus gerne ewig so weitermachen mit dem entspannten Fingerpicking, seiner Samtstimme und dem ganzen anderen Quatsch (eben einer Art von Retromusik, die nicht durch – in Ermangelung anderer QualitĂ€ten – ostentative Einfallslosigkeit nervt), so lange dabei jedes mal Songs wie auf „A Wasteland Companion“ herauskommen.

Noch eine kleine Randbemerkung: Was mich beim Hören von „A Wasteland Companion“ am meisten ĂŒberrascht hat, war, wie schnell ich ihm doch sein unsĂ€gliches Weihnachtsalbum verziehen hatte.

Label: Bella Union/Cooperative Music | Kaufen

Neue Platten: The Audience – „Hearts“

06.04.2012 von  

(Hazelwood/Avantpop)(Hazelwood/Avantpop)

7,8

Hach ja, Franken erweist sich als ein unheimlich produktives Musikland. Nun steht die nĂ€chste Veröffentlichung an, die den Tag „NĂŒrnberg“ trĂ€gt. Das Album „Hearts“ kommt von The Audience, um die es vor etwa drei Jahren etwas still wurde. Dabei hatten sie 2007 und 2008 bereits zwei Alben veröffentlicht, die gar nicht so schlecht ankamen. Die Besinnungspause hat aber scheinbar noch einmal genutzt – jetzt wollen es die fĂŒnf Musiker aus Hersbruck bei NĂŒrnberg wirklich wissen. Das neue Album und gleich zwei Videoproduktionen, das klingt so ausgreift, als hĂ€tten sie jahrelang nichts anderes gemacht und kĂ€men grade aus den UK-Charts fĂŒr einige Konzerte nach Deutschland.

Vielleicht haben sie in den drei Jahren in ihrer Funktion als Publikum statt als Band (Entschuldigung, der Bandname lĂ€dt aber auch dazu ein) einfach viel gute Musik gehört. So nimmt The Audience einige EinflĂŒsse auf.

Was finden wir also auf „Hearts“ davon? Wir haben hier feinsten, gitarrenlastigen, rockigen Indie-Schramms, getragen von teils sehr melancholischen Vocals, oft dramatischem Hall und einer ziemlich prĂ€senten Bass-Gitarre. Irgendwo zwischen Post-Wave und Post-Rock und Post-Punk-Prog-Rost kann das rockige Publikum aber auch mal ruhiger sein, wie im letzten StĂŒck „Blinding Beams“. Angeblich liegt das Herz einer jeden Platte ja im vorletzten StĂŒck, hier scheint es der letzte Song zu sein.

So gesehen sind dann die ersten beiden StĂŒcke der Kopf, ReprĂ€sentanten des Albums und passenderweise die Singleauskopplungen. Vielleicht ein bisschen viel fĂŒr den Anfang, weckt aber wie gewollt das Interesse des GegenĂŒbers. Nach dem „Schön-dich-kennenzulernen“-Gerede vom Anfang (u. a. „Wolves“) kommt das Innere der Platte zum Vorschein. Dies deutet sich in „Waves“ schon mal an, wird spĂ€ter noch eindringlicher („Sirens“), bleibt aber ehrlich und zeigt dann sein Herz im letzten StĂŒck. Am Ende ein wirklich netter Abend mit diesem Album, das sich dir so schön prĂ€sentiert hat, aber die Frage ist: Gehst du mit ihm oder lieber allein nach Hause?

Das Einzige, was hier nicht aufgeht, ist vielleicht der Titel und das Cover: „Hearts“ und ein BĂŒndel Haare. Aber wahrscheinlich steht da eine riesengroße kunstgeschichtliche Idee dahinter, genau wie hinter den ganzen Post-Genres, die diese Band mit diesem Album anspielt.

Wurde ja auch mal Zeit, dass sich der Rezipient (ja, genau – das Publikum) gegen die einseitige Kommunikation der Musikbranche wendet und sich einmischt – eine ordentliche Platte.

Label: Hazelwood/Avantpop | Kaufen

Neue Platten: Addison Groove – „Transistor Rhythm“

03.04.2012 von  

(50 Weapons)(50 Weapons)

5,4

Der Dubstep-Produzent Antony Williams alias Headhunter veröffentlicht im MĂ€rz 2012 unter seinem neuen Pseudonym Addison Groove sein DebĂŒtalbum „Transistor Rhythm“. Der gebĂŒrtige Bristoler begann frĂŒh als DJ und legte vorwiegend Grime auf. Davon ist heute nicht allzu viel ĂŒbrig geblieben. Ab 2007 versorgte er die Clubs rund um den Globus mit seinem Dubstepsound. Die Songs auf seinem ersten Album als Headhunter, „Nomad“, das 2008 auf Tempa erschien, entstanden alle an anderen Orten der Welt. Diese EinflĂŒsse waren auf dem Erstlingswerk stark hörbar, auch auf dem DebĂŒt von Addison Groove taucht dieser Facettenreichtum wieder auf.

Als 2010 die Single „Footcrab“ erschien, schlug das hohe Wellen. Nicht nur in Dubstep-Kreisen – vor allem die neu entstandene Chicagoer Jukekultur feierte den Track. Dieser Tage ist es also nun so weit und das DebĂŒtalbum kommt heraus. „Transistor Rhythm“ trĂ€gt den Namen nicht umsonst. Ein Transistor verstĂ€rkt elektronische Signale, und genau das passiert auf diesem Album.

Man sollte sich um seine Gesundheit sorgen, wenn man seinen Körper diesen starken BĂ€ssen aussetzt, die Addison Groove einem vor den Kopf schmeißt. Das Album wird komplett durchzogen von tiefen Basslinien und wenig Gesang. Wenn dieser mal vorhanden ist, dann werden die paar Worte auch im ganzen Song wiederholt. Vereinzelt treten Technobeats („Sooperlooper“) und Steeldrums („Rudeboy“) auf, die dem Fluss des Albums eine gewisse Milde verschaffen und einen Kontrast zum ewig deepen Bassgewirr bilden. Auch afrikanische KlĂ€nge („Night To Remember“) werden angeschlagen, allerdings wird das gemischt mit Old-School-HipHop. Kurz relaxen kann man auch („Energy Flash Back“), aber wirklich nur sehr kurz, bis es dann weiter geht im Bassdschungel. Einen Hauch Deep House gibt’s dann noch obendrauf, um mit der Zeit zu gehen („Ass Jazz“).

„Transistor Rhythm“ ist ein Konglomerat aus Dub, HipHop und Juke. Ob das Album in den eigenen vier WĂ€nden ebenfalls funktioniert, bleibt fraglich. Clubtauglich ist diese Mischung allemal. Schließlich wird das Album auf 50 Weapons veröffentlicht, dem Label von Modeselektor – keine schlechte Ausgangssituation.

Label: 50 Weapons | Kaufen

Neue Platten: CALLmeKAT – „Where The River Turns Black“

02.04.2012 von  

(Questions & Answers)(Questions & Answers)

6,0

Nach der Veröffentlichung ihres DebĂŒtalbums wurde Katrine Ottosen alias CALLmeKAT von Kritikern inner- und außerhalb ihres Heimatlandes DĂ€nemark gleichermaßen in den höchsten Tönen gelobt. (”A whole new special star has been born.”; “A debut album just doesn’t get much better than this.”) CALLmeKATs neues Album „Where The River Turns Black“ schließt stilistisch und musikalisch an die VorgĂ€ngerveröffentlichungen „Fall Down“ und „I‘m In A Polaroid – Where Are You“ an, Ottosens Liebe fĂŒr analoge Keyboards und Vintage-artige Lo-Fi-KlĂ€nge dominiert auch hier den Sound.

FĂŒr ihr neues Werk hat CALLmeKAT sich hochkarĂ€tige UnterstĂŒtzung geholt, unter anderem von Bassistin Sara Lee (The B-52’s / Gang Of Four), Helgi Jonsson (Sigur RĂłs) und Erika Spring-Forster von Au Revoir Simone, daraus entstanden ist ein Zusammenspiel von teilweise sehr souligen KlĂ€ngen und elektronischen Lo-Fi-Elementen, zusammengehalten von Ottosens erdiger Stimme.

Das Spektrum des Albums reicht von sehr poppigen Liedern wie „Sunny Day“, ĂŒber abgeklĂ€rt-elektronische StĂŒcke wie „Heart Full Of Soul“, bis hin zu bluesigen Songs. Trotz allem ist das Werk nichts wirklich Neues; zwar versucht CALLmeKAT, Genregrenzen zu ĂŒberschreiten und vielseitig zu klingen, letztlich bleibt „Where The River Turns Black“ aber doch sehr gefĂ€llig und hat wenig innovatives Potential, mit fortschreitendem Hörerlebnis wird auch der Gesang zunehmend langweilig und schafft es nicht mehr, zu ĂŒberraschen.

Das Album ist sowohl musikalisch als auch stimmlich ein solides Album und kann durchaus den einen oder anderen klanglichen Höhepunkt vorweisen (wie den an Portishead erinnernden Song „Somewhere“, der leider auf dem Album eine Ausnahme bildet), hinter den hĂ€ufig gemachten Vergleichen mit Feist oder CocoRosie bleibt es trotz allem zurĂŒck. CALLmeKAT hat weder die gesangliche oder musikalische Besonderheit, und bestenfalls wenig von den melancholischen KlĂ€ngen von CocoRosie, noch ist die Band mitreißend wie Feist.

„Where The River Turns Black“ bleibt somit ein Album in der Schwebe – eigentlich gar nicht schlecht, im Rahmen des momentanen Überflusses an Bands, die mehr oder minder spezielle weibliche Stimmen mit elektronischen KlĂ€ngen und Vintage-hafter Melancholie zu verbinden suchen, leider auch nicht sonderlich innovativ.

Label: Questions & Answers | Kaufen

Neue Platten: La Sera – „Sees The Light“

30.03.2012 von  

(Hardly Art)(Hardly Art)

8,3

Nach dem selbst betitelten DebĂŒt vom letzten Jahr sieht der Abend nun das Licht auf dem neuen Album von La Sera, dem Nebenprojekt der Vivian-Girls-Bassistin Katy Goodman. Wird auch Zeit! Denn „Sees The Light“ kommt gerade recht nach der Zeitumstellung. Da nun die Abende lĂ€nger werden und die Tage wĂ€rmer, können wir alle so einen in Albumform gepressten, warmen Wirbelwind gebrauchen, auch um die Wartezeit auf das hoffentlich nicht enttĂ€uschende zweite Best-Coast-Album zu verkĂŒrzen.

Gleich beim ersten Track schmeichelt sich die Stimme von „Kickball“ Katy (die so dermaßen samtig ist, da sind diese roten Absperrdinger im Eingangsbereich richtig teurer Hotels nichts dagegen) in unsere Ohrmuscheln, wo sie das Trommelfell ĂŒber die nĂ€chste halbe Stunde massieren wird. „U-hu-huuuuuss“ und „Ah-hah-hahahaaaaaaaasss“ im Falsett an jeder Ecke. Doch gerade als ich denke, das hier ist ein Sure Shot, aufbauend auf den Blaupausen der ersten Platte (die in erster Linie perfekt zum sommerlichen Dösen in der HĂ€ngematte war), kommt „Please Be My Third Eye“ – locker der beste neue Song, den ich dieses Jahr gehört habe. Mit polterndem E-Bass, bei dem man fast Angst bekommt, dass gleich die Saiten von der BrĂŒcke springen, schleift uns Frau Goodman durch diesen ZweieinhalbminĂŒter, der mehr Endorphine freisetzt als es eine Tafel Milkaschokolade je könnte.

Es stört mich gar nicht, dass sich „Sees The Light“, wie zu erwarten war, sowohl den Sound als auch die Texte betreffend auf dem durch Katys Hauptband, Best Coast und Konsorten abgesteckten Terrain bewegt (im Klartext: Fuzzy-buzzy-wahzy-Gitarren, 60s-Surf-AnklĂ€nge, die bereits erwĂ€hnten Sha-la-las und Lyrics, die stellenweise wie direkt aus dem Tagebuch einer 15-JĂ€hrigen entnommen sein könnten), denn erstens finde ich das eh alles toll und zweitens gibt es auf dieser Platte neben „Please Be My Third Eye“ genug andere Perlen (z. B. die FrĂŒhe-90er-Indie-Rock-Nummer „Break My Heart“ oder „Real Boy“, das klingt, als wĂ€re es am Strande Honululus aufgenommen worden) – diesmal auch ein paar mehr, auf denen „Kickball“ Katy ihrem Spitznamen Ehre macht, wodurch „Sees The Light“ insgesamt weniger dösig wirkt als sein VorgĂ€nger. Keine Sorge, das hier ist dennoch kein Parforceritt, auch auf Entschleunigung versteht sich Frau Goodman immer noch sehr gut.

Bei „Sees The Light“ ist wie schon beim DebĂŒt von La Sera zwar nicht jeder Schuss ein absoluter Volltreffer, doch ein fluffiger Soundtrack zum Eisschlecken in den nĂ€chsten Monaten ist dieses Album allemal. Dann halt dich mal ran, Bethany.

Label: Hardly Art | Kaufen

Neue Platten: Bear In Heaven – „I Love You, It’s Cool“

(Dead Oceans)(Dead Oceans)

9,0

Na, das ist doch mal ein Service. Vor etwa dreieinhalb Monaten kĂŒndigten Bear In Heaven das Erscheinen ihres mittlerweile dritten Albums „I Love You, It’s Cool“ an, und seither kann es – bis zur US-Veröffentlichung am 3. April 2012 – auf ihrer Website als Stream komplett angehört werden. Allerdings hat die Sache einen nicht ganz unwesentlichen Haken: Dieser Stream entpuppt sich als wahrer Longplayer und umfasst lediglich einen einzigen Durchlauf der insgesamt zehn Songs. Die Gesamtdauer des Albums von etwa 44 Minuten wird hier auf ĂŒber 2.700 Stunden ausgewalzt. Jede einzelne Sekunde dauert somit jeweils etwas mehr als eine Stunde.

So ganz mag das Trio aus Brooklyn also nicht aufs Experimentieren verzichten, und es möchte den mehrmonatigen Stream dabei durchaus auch als kritischen Kommentar zu Marketingstrategien, die im Vorfeld einer Veröffentlichung unterschiedlichste Teaser erfordern, verstanden wissen. Daneben taugt er natĂŒrlich auch als hĂŒbscher Medien-Gimmick, um tatsĂ€chlich fĂŒr etwas mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Und die hat „I Love You, It’s Cool“ absolut verdient.

In Normalgeschwindigkeit stellt das neue Album nĂ€mlich das genaue Gegenteil zu der extremen Entschleunigung dar. Mit dem poppig-treibenden „Idle Heart“ markieren Jon Philpot (Gesang, Keyboards), Adam Wills (Bass, Gitarre) und Joe Stickney (Schlagzeug) gleich zu Beginn das musikalische Terrain, auf dem sie sich fortan – mit Ausnahme des letzten Songs „Sweetness & Sickness“ – bewegen. Nach dem recht experimentellen DebĂŒt „Red Bloom Of The Boom“ (2007) war zwar bereits mit „Beast, Rest, Forth, Mouth“ (2009) die Hinwendung zum Pop zu erkennen, aber auf „I Love You, It’s Cool“ denken Bear In Heaven diesen Ansatz nun konsequent und zudem ziemlich kompromisslos zu Ende. Dabei fasziniert vor allem die wunderbare Leichtigkeit, mit der dies geschieht. Nichts wirkt verkrampft oder erzwungen, und dies gilt ausnahmslos fĂŒr alle zehn Songs.

Beim ersten Hören wird das Album von Jon Philpots geradezu mĂ€chtigen Synthesizer-KlĂ€ngen dominiert. Diese erscheinen zwar vergleichsweise altmodisch, werden hier aber mĂŒhelos in die Gegenwart gefĂŒhrt. Mit zunehmender Hördauer und -hĂ€ufigkeit verlieren die wabernden elektronischen Sounds ihre vermeintliche Schwere, und es öffnet sich der Raum fĂŒr schöne BasslĂ€ufe und fĂŒr die – gelegentlich mit einem Hang zu Stammestrommeln gespielten – Drums. Letztere bilden Ă€hnlich wie bei „Beast, Rest, Forth, Mouth“ das eigentlich Fundament der Songs, sodass Joe Stickney wiederum einen sehr hohen Anteil an deren Gelingen hat.

„I Love You, It’s Cool“ schwelgt durchgĂ€ngig in unglaublich ansteckenden Melodien, unterstrichen von Jon Philpots heller Stimme, die angenehm zurĂŒckhaltend und unaufdringlich in die zum Teil voluminösen Klangwelten eingebettet ist. Der Band ist sicher bewusst, welche wunderbaren Pop-Perlen ihr hier gelungen sind, aber zu keinem Zeitpunkt kommt Selbstzufriedenheit oder gar SelbstgefĂ€lligkeit auf. Jeder Song dieses Albums unternimmt jeweils eine dezente, aber spĂŒrbare Entwicklung. Die darf dann ruhig auch mal ein wenig Unbehagen erzeugen, beispielsweise wenn zum Ende von „Sinful Nature“ die Synthesizer das lautstarke Kommando ĂŒbernehmen, oder wenn zum Schluss von „Warm Water“ beinahe der Eindruck von Stadion-Tauglichkeit entsteht. All dies ist nĂ€mlich kein bisschen nervig oder peinlich, sondern geschieht mit einer lĂ€ssigen SelbstverstĂ€ndlichkeit. Daneben gibt es aber auch kleine eingestreute Elemente, die wiederum an die Verspieltheit von „Red Bloom Of The Boom“ erinnern. Die EindrĂŒcke sind vielfĂ€ltig, aber die eigentlich bemerkenswerte Erkenntnis lautet: Hier passt jeder Ton! Und dies gilt auch fĂŒr das dumpfer und dumpfer werdende Outro von „Cool Light“, wobei die Beats nicht mehr nur auf die GehörgĂ€nge, sondern auch auf die Magengegend zielen.

Mit dem letzten Song gibt es dann doch noch einen Stilbruch. Irgendwie hippie-esque vor sich hin wabernd ist „Sweetness & Sickness“ fĂŒr sich genommen durchaus interessant, mag sich jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht so richtg in den Gesamtkontext einfĂŒgen.

Ungeachtet dessen ist „I Love You, It’s Cool“ aber das spannende Ergebnis einer bestechend klaren musikalischen Vision. In einer gerechten Welt mĂŒsste der charmante Pop-Appeal der Songs eigentlich fĂŒr Dauer-Airplay sorgen, denn nach zwei bereits ausgesprochen guten – wenn auch eben völlig unterschiedlichen – Longplayern sind Bear In Heaven auf ihrem dritten Album nun besser als je zuvor, und das ist wirklich cool!

Label: Dead Oceans | Kaufen

Neue Platten: Giana Factory – „Save The Youth“

27.03.2012 von  

(Questions & Answers)(Questions & Answers)

6,5

Giana Factory – das ist eine dieser vielversprechenden Bands aus dem „neuen Schweden“ formerly known as DĂ€nemark. Sie mögen den einen oder anderen noch aus dem Vorprogramm von The Asteroids Galaxy Tour bekannt sein. In ihrer Heimatstadt Kopenhagen finden sich Giana Factory in einem Tonstudio wieder, das in einer alten Fabrik untergebracht ist und wohl Auswirkungen auf die Namensgebung gehabt haben muss. Auswirkungen hatte auch die weibliche Hauptfigur eines relativ unbekannten Videospiels von 1987, das den Erfolg von Super Mario auf dem PC nachahmen sollte. Von diesen „Great Giana Sisters“ inspiriert also, grĂŒndeten sich Giana Factory in ihrer aktuellen Besetzung: die drei Damen Loui Foo (Gesang und Schlagzeug bzw. Drum-Pads), Sofie Johanne (Bass, Synthesizer) und Lisbet Fritze (Gitarre).

2009 veröffentlichte die Band ihre DebĂŒt-EP mit dem Titel „Bloody Game“, nun folgt das DebĂŒt-Album „Save The Youth“, eine durch und durch synthig-elektronische Indie-Pop-Platte. Sie ist einerseits sehr von konsonanten Melodien getragen, andererseits mit tanzbaren, treibenden Beats unterlegt, wie zum Beispiel in der Single-Auskopplung „Rainbow Girl“. Dazu stellt die Band ein Video vor, das die Musik mit Blue-Screen-Bildern und anderen optischen Verwirrungen unterlegt. Wie schon in frĂŒheren Bebilderungen greifen Giana Factory auch hier auf bemalte Gesichter und schnelle Halbnah-Umschnitte zurĂŒck, diesmal ergĂ€nzt durch Tiermasken und Licht- und Farbverwirrung. Zu ihren Alter Egos in spacigen TierkostĂŒmen siehe auch das Cover.

Aber was gibt es noch auf „Save The Youth“ zu hören? Da ist zuerst der etwas sphĂ€rische, oft gedoppelte Gesang von Louie Foo, der Giana Factorys Musik enorm prĂ€gt und einigermaßen abwechslungsreich ist. Dazu eine ziemlich sphĂ€rische Stimmung, in einigen StĂŒcken fast Ambient-artig mit StörgerĂ€uschen aus Synthesizer und Percussion-SchlĂ€gen vieler Formen. Einige StĂŒcken werden dann im Verlauf stĂ€rker verzerrt und man kann nach einem natĂŒrlicheren Anfang ein abstrakteres Ergebnis erwarten. In „Dive“ etwa tauchen wir nach dem ersten Viertel des StĂŒckes aus einem treibenden Becken elektronischen Pops in eine relativ alleingestellte Gesangslinie auf. Darunter begleitet uns ein sehr technoider Viervierteltakt, der allerdings fĂŒr die Gesangsparts gerne pausiert und offensichtlich von einem bleependen U-Boot gesteuert wird. Der Text hĂ€lt sich dazu an die Zeile „Dive in the middle of emotion“, wobei das erste Wort viel mehr nach „Die“ klingt.

Dieses Album ist nun „Save The Youth“ betitelt. Der Titel taucht als Textzeile auf und wird auf „Pixelated Truth“ gereimt; inhaltlich und thematisch greifen Giana Factory immer wieder auf digitale Lebensformen („I’m just a character in your computer game“) und die UnabhĂ€ngigkeit oder Freiheit zurĂŒck, sei es die der Frau oder die der Jugend eben. Das weibliche Superheldentum wird hier ausgelebt, irgendwann fallen die Worte „Riot Grrrls“, die im Musikjournalismus irgendwie immer öfter fallen; und gerne werden auch die drei DĂ€ninnen zu dieser Punk-Bewegung hinzugerechnet.

Zu den zehn Songs des Albums gibt es noch eine Bonus-CD. Darauf sind die „Bloody-Game“-EP und vier aktuelle Remixe zu finden, unter anderem von TrentemĂžller und Glasvegas, dessen Vorprogramm Giana Factory bespielten. Weiterhin gibt es zwei „Original-Demo“-Versionen, die nur den von einer akustischen Gitarre begleiteten Gesang zeigen und die Ohren nach so viel elektronischer, bleepender, bassiger Power doch sehr ĂŒberraschen.

Letztlich ist das Album tatsÀchlich ganz gut und eine ordentliche Elektropop-Platte. HauptsÀchlich Synthesizer und E-Gitarren, ohne Post-Punk zu sein, die Beats oft treibend und nicht uninteressant, genauso wenig wie der Gesang.

Label: Questions & Answers | Kaufen

Neue Platten: Alex Puddu – „The Golden Age Of Danish Pornography“

(Schema Easy Series)(Schema Easy Series)

7,5

Aufgepasst, behaarte SchnauzbarttrĂ€ger vom Schlage Ron Burgundys! Wenn Eure Einrichtung inklusive Lavalampe schon perfekt ist, doch Euch noch die richtige Platte gefehlt hat, die in Dauerrotation laufen kann, um das Ambiente zu komplettieren – Eure Gebete wurden erhört, denn dieser Tage erscheint „The Golden Age Of Danish Pornography“ von Alex Puddu.

Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte, wie es zu diesem Album kam, in chronologischer Reihenfolge: Freddy Weiss gehörte zu den produktivsten und legendĂ€rsten Pornoregisseuren DĂ€nemarks in den 70ern, beendete diese TĂ€tigkeit jedoch, nachdem er genug Geld in der Branche verdient hatte, um sich seiner Leidenschaft, dem Forellenfischen, zu widmen und starb 2005 als eine Art dĂ€nischer Anglerpapst. Von vielen der von ihm gedrehten Super-8-Pornoshorts ist heute die Urheberschaft gar nicht mehr bekannt, also hat sich ein gewisser Jan Schmidt, seines Zeichens dĂ€nischer Labelbesitzer, an eine Wiederveröffentlichung in Form einer Compilation einiger dieser Perlen namens „The Golden Age Of Danish Pornography“ auf DVD gemacht. Doch da die alten Super-8-Filme ihrer Natur gemĂ€ĂŸ keinen Soundtrack hatten, fragte Schmidt seinen alten Bekannten, den italienischen Jazzmusiker Alex Puddu, ob der nicht einen Pornosoundtrack im Stil der 70er-Jahre neu aufnehmen könnte, was uns zu dem nun erscheinenden (Soundtrack-)Album fĂŒhrt.

Diese Platte erfĂŒllt aufs Beste die Erwartungen, die man an einen solchen Soundtrack haben kann. „Bam-bam-ba-chicka“-funky Basslinien sowie fuzzige B-Movie-Gitarren galore. Auch die Songtitel haben es in sich: „The Dirty Games Of Dr. Love“, „Piano For Lovers“ und mein Favorit: „Feeling Saxy“! Das Problem hier, das aber den meisten Soundtracks inhĂ€rent ist, ist die Suche nach einer vom ursprĂŒnglichen Zweck (der Filmbegleitung) losgelösten passenden Gelegenheit, um diese Musik zu hören. Alleine zu Hause? Mmh, das wĂ€re irgendwie merkwĂŒrdig. Vielleicht ja beim Verkehr? Naheliegend, dĂŒrfte aber zu ebenso vielen Prustern wie bei Marvin Gaye in solch einer Situation fĂŒhren (zu Gaye: Wer soll bei Textzeilen wie „I‘m hot just an oven / I just need your lovin‘“ bei der Sache bleiben können ohne loszulachen?). Also auch nicht. Dann bleibt die Platte wohl leider in der Schublade, bis die grassierende Retromanie demnĂ€chst die 70er in den Fokus rĂŒckt und neben Schlaghosen diese Musik wieder – wenn auch sicherlich nur auf ironische Art – salonfĂ€hig macht.

Label: Schema Easy Series | Kaufen

Neue Platten: Puta Madre Brothers – „It’s A Long Long Way To Meximotown“

(Rookie Records)(Rookie Records)

7,7

Vamos muchachos! Mit den Puta Madre Brothers geht’s auf zum wilden Roadtrip nach Meximotown. Ganz im Stile eines Tex-Mex-Spaghetti-Westerns mit einem Grindhouse-Soundtrack-Charakter.

Die Tour startet 2007 in Down Under. Drei Hombres vergessen ihre Sombreros und setzen sich mit einem Haufen Gitarren und Drums mitten in die aggressive australische Sonne, so jedenfalls kommunizierte eine Quelle des Labels Rookie Records den möglichen Anfang der weltweit einzigen australischen Mariachi-Kombo, welche sich auch gern als One-Man-Band ausgibt. Nach einigen Shots Tequila und ein paar scharfen Jalapeños, fĂŒhlen sich Anto Macaroni, Pikkle Henning und Renato Vacirca weniger als Cowboys des australischen Outbacks denn vielmehr als wahre mexikanische Mariachis.

Sicher in ihrer Mission, auch dem grĂ¶ĂŸten Tanzmuffel richtig Feuer unterm Arsch zu machen, stĂŒrzen sich die drei verbrĂŒderten „Hurensöhne“, bewaffnet mit Kuhglocken, Fuß-Marracas und anderem instrumentalen Gedöns in den folgenden drei Jahren in den Live-Performance-Krieg. Laut den höchst amĂŒsanten Geschichten ihrer InternetprĂ€senz, wurde dabei auch der eine oder andere Konzertteilnehmer mit Tanzverletzungen ins örtliche Krankenhaus eingeliefert.

VerstĂ€ndlich, dass die Kombo bei so viel Action erst 2010 mit ihrem DebĂŒt fertig wurde. Dieses wurde dann im April unter dem klangvollen und ebenso sinnlosen Titel „Queso Y Cojones“ veröffentlicht. Weder auf diesem noch auf ihrem neuen Album „A Long Long Way To Meximotown“, versuchen die BrĂŒder, ihre mangelhaften Spanischkenntnisse zu vertuschen, welches dem Ganzen umso mehr Charme verleiht.

Wie jeder gute Soundtrack zu einem mittelamerikanischen Roadtrip startet auch „A Long Long Way To Meximotown“ mit einem Kofferraum voll 70er-Jahre-Garagesound, gezupfter Themen und mexikanischen Mariachi-Ausrufen aus dem Background. Bereits hinter dem zweiten Titel „Todo El Asunto“ versteckt sich ein Cover des Those-Darlins-Hits „The Whole Damn Thing“. Nach dem kurzem Intermezzo „Chicken Chase The Donkeys“ geht es weiter mit einer funkigen Coverversion von „Dodo Blues“ des australischen Blueshelden C.W. Stoneking („Blues Dodo“). Bei „The Young Horse“ fĂŒhlt sich mancher Hörer gewiss auch an die Country-AusflĂŒge von Ween erinnert.

Da die drei Möchtegern-Mexikaner frei von jeglichen mittelamerikanischen Wurzeln sind, bleibt fĂŒr den textlichen Feinschliff der spanischsprachigen Songs und tiefgrĂŒndige Botschaften eher wenig Platz. Somit widmen sie ihre Songs inhaltlich jenen MĂ€nnern, die sie gerne als VĂ€ter gehabt hĂ€tten („A Theme For Vincent Fernandez“) oder ihren hĂ€sslichen Hunden („Mi Perro Es Tan Feo“).

Am Ende dieser abenteuerlichen Reise durch die trashigen Landschaften des Lo-Fi-Mariachi-Sounds ist klar, fĂŒr wen diese Platte die grĂ¶ĂŸte Freude sein wird: B-Movie- und Spaghetti-Western-Fans und Amateur-Filmemacher des Grindhouse- und Splatter-Genres. FĂŒr alle anderen bleibt dann nur noch die Botschaft: Tanz-Sporen an, Tequila auf den Tisch und darauf warten, bis die Hombres bei uns vorbeireiten, denn live wird die dreiköpfige One-Man-Band wohl auch den letzen Skeptiker von ihrer Fiesta ĂŒberzeugen können.

Label: Rookie Records | Kaufen

Neue Platten: The Decemberists – „We All Raise Our Voices To The Air“

(Rough Trade/Beggars Group)(Rough Trade/Beggars Group)

7,0

Ist es nun ein Live-Album oder doch eher ein Best-of, mit dem sich The Decemberists nach recht kurzer Zeit wieder zurĂŒckmelden? Und lĂ€sst sich das Eine wirklich so richtig vom Anderen trennen? Fragen ĂŒber Fragen!

Zu Beginn des Jahrtausends verbĂŒndeten sich Colin Meloy und Entourage und grĂŒndeten im US-amerikanischen Portland ihr aufsehenerregendes Folk-Rock-Projekt The Decemberists. Seit seinem DebĂŒtalbum „Castaways And Cutouts“ wird das Quintett fĂŒr seine sehr eigenen Album-Konzeptionen und die famosen musikalischen Windungen und Wendungen von der Kritik gefeiert. Die ersten kommerziellen Erfolge stellen sich aber erst 2005 mit dem dritten Werk der Band ein – „Picaresque“ ĂŒberzeugt mit melancholischer Seefahrer-Romantik sowie einem Songwriting, das intelligenter und einfĂŒhlsamer wohl selten zu finden ist. Es folgt der Wechsel von dem Independent-Label Kill Rock Stars zu dem Major-Label Capitol Records (Anm. der Redaktion: zumindest teilweise. In Europa erscheinen Decemberists-Releases nach wie vor auch beim Indie-Label Rough Trade). Mit „The Crane Wife“ erscheint dann im darauffolgenden Jahr ein weiteres spannendes Konzeptalbum. Colin Meloy lehnt einige der Songs an ein japanisches MĂ€rchen an und heimst dafĂŒr wiederum eine Vielzahl guter Rezensionen ein. Produziert wurde der vierte Langspieler unter anderem von Chris Walla, seines Zeichens Gitarrist bei Death Cab For Cutie. Im Anschluss an den großen Erfolg von „The Crane Wife“ beschließen die Herrschaften aus Oregon, sich ihren verschiedenen Solo-Projekten zu widmen. Erst im Jahre 2009 melden sich die fĂŒnf mit einer weiteren Konzeptplatte zurĂŒck: „The Hazards Of Love“ strikt sich um eine reichlich abstruse Liebesgeschichte. Musikalisch entdeckt Meloy sein Faible fĂŒr das britische Folk-Revival der 60er-Jahre, so dient Anne Briggs‘ 1966 erschienene EP „Hazards Of Love“ nicht nur als Inspiration fĂŒr den Albumtitel. Das FrĂŒhjahr 2010 wird ausschließlich im Studio verbracht, mit dabei ist diesmal R.E.M.-Gitarrist Peter Buck. Als Resultat dieser Zusammenarbeit erscheint im Januar 2011 „The King Is Dead“, das bisher erfolgreichste Album des Quintetts (Platz 1 in den USA), welches ganz klar Richtung Stadion möchte. Nicht umsonst beschwört Colin Meloy die rockige Einfachheit des Langspielers und bekundet seine große Liebe zu ebenjenen R.E.M.

„We All Raise Our Voices To The Air“ ist ein Konglomerat aus den Veröffentlichungen der letzten zehn Jahre, vorgetragen in der unnachahmlichen musikalischen Eleganz und Perfektion der Folk-Rocker. Besonders viel Freude machen Colin Meloys smarte und lustige AnkĂŒndigungen und Anekdoten zwischen den Titeln. Das Live-Album verbindet das Schaffen der Band und lĂ€sst dabei keinen Abschnitt der eigenen Historie aus, so findet sich z. B. von ihrer allerersten EP „5 Songs“ der Song „Oceanside“ wieder, welcher bisher im Live-Repertoire eher selten zu hören war. Ansonsten bieten die 122 Minuten Musik nicht viel Überraschendes, das Songmaterial setzt sich ziemlich gleichmĂ€ĂŸig aus den sechs LPs und den verschiedenen EPs der vergangenen Jahre zusammen.

„We All Raise Our Voices To The Air“ ist vor allem ein wundervolles Best-of fĂŒr alle Fans der Band aus Oregon. FĂŒr Quereinsteiger dagegen bietet das Doppelalbum ein eindrucksvolles Gesamtbild ĂŒber das Schaffen von Colin Meloy und Co. Aber wie das bei Live-Platten nun mal leider so ist: Die wahre Freude, The Decemberists live zu erleben, lĂ€sst sich per TontrĂ€ger nur vage erahnen. Jenes „Live erleben“ sei aber jedem, wirklich jedem, wĂ€rmstens ans Herz gelegt!

Label: Rough Trade/Beggars Group | Kaufen

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