Gonjasufi – “A Sufi & A Killer”

08.03.2010 von Redaktion  

VĂ–: 12.03.2010
Web: http://www.myspace.com/gonjasufi
Label: Warp
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Sumach Valentine lebt in Las Vegas und ist Yoga-Lehrer. Als Gonjasufi macht er aber auch Musik – nach der 7″ „Holidays / Candylane“ Ende letzten Jahres erscheint in dieser Woche nun sein DebĂĽtalbum „A Sufi & A Killer“ bei Warp. Produziert von Flying Lotus, The Gaslamp Killer und Mainframe, ist ein spannendes, experimentelles Werk mit 17 Songs entstanden. An Yoga erinnert höchstens die Sitar, die hier und da mal zu hören ist. Vielmehr aber prägen Hip Hop Beats, tiefe elektronische Bässe und reduzierte Gitarrenklänge den definitiv nicht homogenen Sound des Albums.

Wie all das zusammen funktioniert, könnt Ihr jeden Tag live im ByteFM Magazin hören. Das ByteFM Magazin läuft Montag bis Samstag von 15 bis 17 Uhr. Außerdem wird das Album der Woche am Freitag ab 14 Uhr in der Sendung Neuland vorgestellt. Und Götz Adler testet die Platte in seiner Sendung Die Welt ist eine Scheibe am Dienstag um 18 Uhr.

08.03.-14.03.

08.03.2010 von Redaktion  

Lou Rhodes – “One Good Thing”
VĂ–: 12.03.2010
Web: myspace
Label: Ninja Tune
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Manchmal braucht es nur “one good thing”: die Kombination von einem Sänger und seiner Gitarre zum Beispiel, zumindest wenn der eine markante Stimme und gute Melodien hat. Beides hat Lou Rhodes, die Sängerin der einstigen Trip-Hop Band Lamb. Irgendwo am Rande von Nottingham bewohnt Lou ein kleines Häuschen, umgeben von hohen Bäumen in tiefen Wäldern, und ihr drittes Solo-Album hört sich in der Tat an als spiele sie die Songs fĂĽr einen persönlich am Kamin. Zwischendurch schaut Andy Barlow kurz vorbei: der ehemalige Lamb-Kollege hat erstmals nach Jahren wieder mit Lou zusammen gearbeitet.


The Besnard Lakes – “Are The Roaring Night”
VĂ–: 12.03.2010
Web: myspace
Label: Jagjaguwar
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Mal sind sie “The Dark Horse”, nun “The Roaring Night”, fest steht: Der Sound von den Besnard Lakes klingt alles andere als reduziert oder vorhersehbar. Die kanadische Band um das Ehepaar Olga Goreas und Jace Lasek schafft auf ihrem mittlerweile dritten Album wieder eine ebenso geheimnis- wie kraftvolle Mischung irgendwo zwischen Shoegaze, Psychedelic und Postrock.

JJ – “No. 3″
VĂ–: 12.03.2010

Label: Secretly Canadian
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Geheimnisvoll geben sich auch Joakim Benon und Elin Kastlander aka JJ: Die beiden Schweden scheinen keine myspace-Seite zu besitzen! Ihr mittlerweile zweites Album trägt den simplen Titel “No 3″, denn zählt man ihre erste EP mit, handelt es sich um ihr bereits drittes Release. Aber Spitzfindigkeiten beiseite: Nicht nur das Cover erinnert an das aktuelle Album von Beach House, die Musik ebenfalls. Verträumter, manchmal mystisch angehauchter Elektro-Dream-Pop – made in Sweden.

Dan Le Sac feat. Scroobius Pip – “Logic Of Chance”
VĂ–: 12.03.2010
Web: myspace
Label: Sunday Best
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Ironie der Geschichte: 2007 schafften es Daniel Stephens (Dan Le Sac)und David Peter Meads (Scroobius Pip) mit ihrer Anti-Hype-Hymne “Thou Should Always Kill” in die Bestsellerlisten des NME. Nun erscheint mit “Logic of Chance“ ihr zweites Album, auf dem Scroobius wieder mit viel Wortwitz und unĂĽberhörbarem sĂĽdenglisch-charmanten Akzent durch den manchmal etwas naiven Clash aus Hip Hop und Elektro rappt. Trotzdem beweisen die beiden durchaus, dass sie mehr als “just a band“ sind – auch wenn sie das bestimmt nicht hören wollen.

Black Rebel Motorcycle Club – “Beat The Devil’s Tattoo”
VĂ–: 12.03.2010
Web: myspace
Label: Universal
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Solide abgeliefert trifft’s im Falle der neuen Black Rebel Motorcycle Platte ganz gut. Auch wenn das vielleicht ein wenig abwertend klingt, ist es gar nicht so gemeint: Peter Hayes, Robert Been und Schlagzeugerin Leah Shapiro (seit 2008) rocken auf ihrem 6. Album wieder auf hohem Niveau. Mit sehr viel schleppenden Blues ist “Beat The Devil’s Tattoo” nicht unbedingt eine Ăśberraschung, ein gutes Album aber allemal.

Broken Bells – “Broken Bells”

01.03.2010 von Redaktion  

VĂ–: 05.03.2010
Web: http://www.myspace.com/brokenbells
Label: Sony
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Es ist gar nicht so lange her, da kürte die ByteFM Redaktion das Debütalbum „The Last Love“ der griechisch-englischen Sängerin Helena Costas, Pseudonym Joker’s Daughter“, zum Album der Woche. Produziert wurde die Platte von Brian Burton, den man besser als Danger Mouse kennt. Eben jener Danger Mouse verkündete zum Ende des letzten Jahren zusammen mit The-Shins-Sänger James Mercer, ein gemeinsames Bandprojekt zu starten.

Herausgekommen ist ein ziemlich poppiges Album mit zehn Songs. Soweit es ihnen möglich war, haben Mercer und Burton alle Instrumente selbst eingespielt. Wie das klingt, könnt Ihr täglich live on air im ByteFM Magazin hören. Das ByteFM Magazin läuft werktags von 15 bis 17 Uhr und am Samstag von 16 bis 17 Uhr. Darüber hinaus wird das Album der Woche am Freitag ab 14 Uhr in der Sendung Neuland vorgestellt.

01.03.-07.03.

01.03.2010 von Redaktion  

Liars – “Sisterworld”
VĂ–: 05.03.2010
Web: myspace
Label: Mute
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Auch wenn “Sisterworld”, das mittlerweile fĂĽnfte Album der Liars, im sonnigen Los Angeles aufgenommen wurde, ist es das genaue Gegenteil von guter Laune und leichtes Leben. Kein Wunder, der Blick hinter die Fassade spricht ja oft Bände, und das ist es was Angus Andrew & Co. wirklich interessiert. “Sisterworld” ist dĂĽster und ruhiger als manch altes von den Liars, auf das ein oder andere Noise-Gewitter darf man sich trotzdem gefasst machen. Erhältlich ĂĽbrigens auch in einer Special-Edition mit Remixen u.a. von Thom Yorke, Tunde Adebimpe und Devendra Banhart.


The Knife – “Tomorrow, In A Year”
VĂ–: 05.03.2010
Web: myspace
Label: Rabid Records
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In ungewöhnliche Gefilde haben sich Karin Dreijer Andersson und ihr Bruder Olof Dreijer mit ihrer neuesten Arbeit gewagt. Zusammen mit Mt. Sims und Planningtorock entwarfen sie die Musik zu einer Oper ĂĽber Charles Darwin, die im letzten Jahr am Dänischen Theater in Kopenhagen Premiere feierte. “Tomorrow in a Year” funktioniert in dem Sinne nicht wie ein Album, sondern ist vergleichbar mit einem klassischen Soundtrack. Minutenlang Wind, Vogelgezwitscher und abstrakter Operngesang machen es einem demnach nicht einfach, besonders wenn die Bilder dazu fehlen.

Good Shoes – “No Hope, No Future”
VĂ–: 05.03.2010
Web: myspace
Label: Brille Records
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The Wombats? Just a band! Art Brut? Just a band! Maximo Park? Just a band! Auch die Good Shoes sind “just a band”; aber mal abgesehen davon dass ihr Sound nicht unbedingt neu klingt, will er doch und unbedingt auf die Tanzfläche. Die vier Londoner machen zackigen Indie-Rock, zu dem man tatsächlich eins braucht: gute Schuhe. Dann nämlich lässt sich wunderbar abgehen.

Alcoholic Faith Mission – “Let This Be The Last Night We Care”
VĂ–: 05.03.2010
Web: myspace
Label: Pony Records
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FĂĽr ihren etwas ungewöhnlichen Namen stand ein StraĂźen-Neon-Schild in Brooklyn Pate: “Apostolic Faith Mission” tauften die zwei Dänen Thorben Seierø Jensen und Sune Sølund kurzerhand in “Alcoholic Faith Mission” um, und fertig war der Bandname. Doch nicht nur das macht sie sympathisch, ihre Musik macht es ebenfalls. Mit “Let This Be The Last Night We Care” ist ihnen nur ein knappes Jahr nach ihrer letzten Veröffentlichung wieder ein schönes und abwechslungsreiches Folk-Pop-Album gelungen, das mal mit flirrenden Gitarren, mal mit subtiler Elektronika spielt, vor allem aber mit mitreiĂźende Melodien ĂĽberzeugen kann.

Two Door Cinema Club – “Tourist History”
VĂ–: 05.03.2010
Web: myspace
Label: Kitsuné
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Für Two Doors Cinema Club gilt ähnliches wie für die Good Shoes oben: Von denen wird man 2010 noch einiges hören, vor allem auf den Indie-Tanzflächen. Diese Tatsache verliert aber ein bisschen an Relevanz, weil einen das Gefühl beschleicht, das alles auch schon in den letzten Jahren auf den Indie-Tanzflächen gehört zu haben. Dennoch ein lockeres und Spaß machendes Debüt der drei jungen Herren aus Irland.

Picastro – “Become Secret”

PicastroPicastro – “Become Secret”
VĂ–: 05.03.2010
Web: www.myspace.com/picastro
Label: Monotreme Records
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Ach, immer diese kleinen Kulturschocks. Wo – bitteschön – ist denn das von vorherigen Veröffentlichungen bekannte (und geliebte) schleppende und schepppernde Schlagzeug? Aber mit einem solch profanen Ansatz darf man der Musik von Picastro gar nicht begegnen. Dank Monotreme Records bekommen wir in Europa jetzt offiziell Zugang zu „Become Secret“, dem seit 2002 vierten Album des losen Musiker-Kollektivs um Sängerin, Gitarristin und Cellistin Liz Hysen aus Toronto. In Kanada ist „Become Secret“ auf Vinyl bereits im September 2009 bei Blocks Recording Club erschienen, einer sehr kleinen, von KĂĽnstlern in Eigenregie betriebenen Plattenfirma, deren Mitarbeiter „ehrenamtlich“ – also ohne Bezahlung – tätig sind. Erhebliche finanzielle UnterstĂĽtzung hat Blocks Recording Club beispielsweise von Owen Pallett erhalten, der einst auch vorĂĽbergehend Mitglied bei Picastro war.

Viele KĂĽnstler und Bands erleben in ihrer musikalischen Entwicklung einen Konsoldierungsprozess, Ecken und Kanten werden – womöglich unbewusst – im Laufe der Zeit abgeschliffen. In der RĂĽckschau wird deutlich, dass dies bei Picastro nicht zutrifft, scheinen sie doch mit jedem Album „unbequemer“ zu werden. Als das DebĂĽt „Red Your Blues“ veröffentlicht wurde (2002 auf dem amerikanischen Pehr Label, 2004 dann auch bei Monotreme) war kaum zu ahnen, dass es – bis dato – das am „leichtesten“ zugängliche Picastro-Album sein wĂĽrde. Aus heutiger Sicht erscheint es gar nicht mehr so windschief und träge wie seinerzeit. Die Faszination ist dennoch ungebrochen – dank dunkler Gitarrenklänge, sperriger Streicher, schräger Klavierklänge, spannender Perkussion und des verstörenden Gesangs von Liz Hysen. Auf „Metal Cares“ (2005, Polyvinyl Records) und „Whore Luck“ (2007, ebenfalls Polyvinyl) bauten Picastro ihre Stärken aus, aber auch kurze Kuriositäten in Form knarzender Instrumentals oder demo-artiger Songs ein. Drei Alben, fĂĽr die Ewigkeit gemacht, nicht zuletzt auch wegen der Pop-AttitĂĽde, dies es eben doch auf ihnen gibt.

Mit „Become Secret“ sind Picastro nun bei der Kammermusik angekommen, die ihnen in der Vergangenheit irrigerweise häufig nachgesagt wurde. Mangels Schlagzeug fehlt eines der wesentlichen Elemente des bisherigen Sounds. Entgegen einem in vielen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreiteten Irrglauben ist „anders“ jedoch nicht notwendigerweise auch automatisch „besser“, sondern oft eben nur „anders“. Aber hier macht „anders“ durchaus Sinn, denn um die Qualitäten von „Become Secret“ zu begreifen, muss der eingefleischte Fan (ohne zu zögern hebt der Rezensent die Hand) die Gedanken an die drei Vorgänger-Alben vorĂĽbergehend verdrängen. Deren kämpferische Melancholie weicht auf „Become Secret“ nämlich nun endgĂĽltig Schwermut und Selbstaufgabe, auch wenn gelegentlich ein vergebliches Aufbegehren spĂĽrbar wird. Die Sparsamkeit der Arrangements von Stimme, Cello, Klavier, Gitarren und einzelnen elektronischen Klängen verhindert deren Sperrigkeit nicht. Die Tasten des Klaviers werden durchweg hart, ja beinahe unerbittlich angeschlagen, die Klänge des Cellos erscheinen häufig spröde und bedrohlich, Liz Hysens verschwommener Gesang schwankt zwischen Wehmut und Resignation. Der Umgang mit Worten erfolgt sparsam, sie wirken – so sie denn zu verstehen sind – dafĂĽr umso bitterer. So entsteht auf „Become Secret“ bisweilen eine ausgesprochen unbehagliche Intimität. Da passt es förmlich „ins Bild“, dass eine der typisch grausamen Zeichnungen des tschechischen KĂĽnstlers Josef Bolf das Album-Cover ziert.

Selbst wenn ein Schlagzeug hier und da Entlastung hätte bringen können, es wäre fehl am Platz gewesen. Es mag schwer fallen, „Become Secret“ auf Anhieb zu mögen. Mit jedem weiteren Hören wird jedoch allmählich klar, dass auch dieses Album für die Ewigkeit gemacht sein könnte, denn tatsächlich ist es eine ebenso beklemmende wie bedrückende Kostbarkeit.

Die Sterne – “24/7″

22.02.2010 von Redaktion  

VĂ–: 26.02.2010
Web: http://www.diesterne.de/
Label: Materie Records
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Frank Spilker kleidet Die Sterne in ein neues Gewand. Klar strukturierte Disco Beats charakterisieren das neue Album „24/7“, die Gitarre wird nur noch spärlich eingesetzt, dafür schmückt ein Echo-Effekt fast jeden Song. 2006 noch haben Gitarren den klassischen Sound der Sterne bei „Räuber und Gedärm“ geprägt.

Drei Jahre und eine Soloplatte Spilkers später kündigt die EP „Der Riss“ einen Wandel an. Auf dem Label Gomma erschienen, bekannt durch Künstler wie WhoMadeWho oder Golden Bug, kann man auch nur tanzbare Musik erwarten. Gemeinsam mit Produzent und Labelbetreiber Mathias „MUNC“ Modica aus München haben Die Sterne ihren neuen Klang gefunden und auf dem Bandeigenen Label Materie Records herausgebracht. Keyboarder Richard von der Schulenberg konnte sich mit diesem neuen Sound nicht anfreunden und verließ die Band im letzten Jahr.

Keine Frage, es ist eigenartig, Spilkers Stimme ohne den gewohnt rauen und rotzigen Klang zu hören, sondern gepaart mit Synthie-Disco-Beats. Aber ein Stück wie „Nach Fest kommt Lose“ entwickelt sich durch die Bassline am Anfang und dem eingängigen Refrain schnell zu einem klassischen Sterne-Song.

Jeden Tag hört Ihr im TourKalender einen Song aus dem neuen Sterne-Album. Den Anfang macht am Montag ab 15 Uhr Jumoke Olusanmi. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten. Neuland wird wiederholt am Sonntag ab 16 Uhr.

22.02.-28.02.

22.02.2010 von Redaktion  


Beach House – “Teen Dream”
VĂ–: 26.02.2010
Web: myspace
Label: Sub Pop
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“Teen Dream” ist das dritte Album von Victoria Legrand und Alex Scally, und es entfĂĽhrt uns wahrlich noch tiefer in das träumerische Universum von Beach House als seine beiden Vorgänger. Die Songs besitzen die Atmosphäre eines verschlafenen Sonntagmorgens, man wird von den ersten Sonnenstrahlen geweckt und lebt einfach in den Tag hinein. Vor allem Victorias geheimnisvoller Gesang und ihr manchmal leierndes Orgelspiel tragen dazu bei. Zauberhaft.

Das sagen die anderen: Pitchfork

Seabear – “We Built A Fire”
VĂ–: 26.02.2010
Web: myspace
Label: Morr Music
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Geträumt werden darf auch beim neuen Album der Isländer von Seabear um Sänger und Songschreiber Sindri Sigfússon. Der hatte Seabear 2004 als Soloprojekt gegründet, mittlerweile ist daraus eine achtköpfige, eingespielte Gruppe geworden. Ihr harmonischer Folkpop klingt meistens locker und leichtfüßig, dank Sindris einfühlsamen Gesang und nachdenklichen Texten aber zum Glück niemals oberflächlich.

Xiu Xiu – “Dear God, I Hate Myself”
VĂ–: 26.02.2010
Web: myspace
Label: Kill Rock Stars
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Von Albträumen erzählt eher das neue Album von Xiu Xiu. Dass Jamie Stewart nicht gerade der Strahlemann der alternativen Musikszene ist, hat er in den letzten Jahren oft genug bewiesen. Nun also bereits Kapitel Nummer 7 im Seelenstriptease des Xiu Xiu-Masterminds, das bei allem Selbsthass vor allem wieder seine Genialität als Songschreiber offenbart. Keyboarderin Angela Seo ist außerdem maßgeblich am neuen Material beteiligt und mittlerweile zu einem festen Bandmitglied geworden.

Das sagen die anderen: The Quietus

LoneLady – “Nerve Up”
VĂ–: 26.02.2010
Web: myspace
Label: Warp
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LoneLady heißt eigentlich Julie Campbell und kommt aus Manchester. Ihre Heimat bezieht sie bewusst in ihre Musik ein, nennt The Smiths und Joy Division ihre Einflüsse, aber auch die frühen R.E.M. Überhaupt scheint sie stark von den 80ern beeinflusst, was sich nicht nur in ihrer Musik, sondern auch in ihrem Look zeigt. Ihr Debüt hat LoneLady alleine in einem alten Fabrikgebäude in Manchester aufgenommen, Unterstützung bekam sie von Guy Fixen, der auch schon als Produzent für My Bloody Valentine oder Stereolab arbeitete.

Blood Red Shoes – “Fire Like This”
VĂ–: 26.02.2010
Web: myspace
Label: V2
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Leicht haben es Laura-Mary Carte und Steven Ansell nach ihrem phänomenalen DebĂĽt nicht gerade: da muss man erst mal anknĂĽpfen können. Verständlich, dass sie auf ihrem zweiten Album ihrer Linie treu bleiben. Zumindest versuchen sie es, ganz so zĂĽnden wie “Box Of Secrets” wollen die Songs aber nicht. Was aber nicht heiĂźt, dass man sich zu “Fire Like This” nicht immer noch locker die FĂĽĂźe blutig tanzen kann.
Das sagen die anderen: Plattentests

Fionn Regan – “The Shadow Of An Empire”

19.02.2010 von Hermann Nanno Becker  

Other TruthFionn Regan – “The Shadow Of An Empire”
VĂ–: 19.02.2010
Web: www.myspace.com/fionnregan
Label: Cooperative Music
Kaufen: ”iTunes"

„And now for something completely different.“ Dieser, aus den Episoden von Monty Python’s Flying Circus berĂĽhmte Satz, verband das „Hinterher“ mit dem „Vorher“ insbesondere dann, wenn diese beiden eigentlich nichts miteinander verband. Im Falle des irischen Musikers Fionn Regan ist das „Vorher“ sein in 2006 erschienenes DebĂĽt-Album „The End Of History“ – ruhig erzählte Balladen, mit akustischer Gitarre und sanfter Stimme dargebracht. „The End Of History“ hat die letzten dreieinhalb Jahre sehr gut ĂĽberstanden, klingt beim aktuellen Hördurchgang fast noch besser und ĂĽberzeugender als seinerzeit bei Veröffentlichung.

Kommen wir jetzt zu etwas völlig anderem. „I have a violent demeanour“ singt Fionn Regan, und man mag es in Kenntnis von „The End Of History“ kaum glauben – „I have a violent demeanour. So tie me to a chair ’til it’s out of my system, ’til it’s out of my system.“ Vielleicht hat sich etwas aufgestaut, vielleicht musste es tatsächlich ‘mal heraus. Fionn Regan hat jedenfalls den Stöpsel eingestöpselt, nicht nur seine Gitarre elektrifiziert, sondern irgendwie auch seine Stimme, denn die Sanftheit ist einer leichten Aggressivität und Dringlichkeit gewichen.

„The Shadow Of An Empire“ heißt das „Hinterher“ im Falle Fionn Regans, und zweite Alben gelten ja allgemeinhin als etwas schwierig. Die Schwierigkeiten bestanden für den 28-jährigen Iren aber hauptsächlich darin, dass die amerikanische Plattenfirma Lost Highway Records mit den Aufnahmen zu diesem Album nicht zufrieden war. Es wurde „angeregt“, Regan solle doch etwas aufnehmen, das geeigneter sei für den Markt, in dem Lost Highway Records operiere. Man trennte sich, doch der Ire musste auf die bereits gemachten Aufnahmen verzichten.

Fionn Regan begann von vorn und nahm das Album – diesmal ohne Beeinflussung von auĂźen – mehr oder weniger unter Live-Bedingungen auf. Das nun auf dem englischen Label Heavenly Recordings veröffentlichte Ergebnis wirkt daher ziemlich unmittelbar. Regan paart seinen Folk mit einer Art Rockabilly, aber „Folkabilly“ wird trotzdem nicht daraus. Dies könnten gewöhnliche Rocksongs sein, die Songwriter-Qualitäten des Iren machen jedoch mehr daraus, verpassen den Songs Haken und Ă–sen. Da stört dann selbst die klischeehafte, dylan’esque Mundharmonika in „Little Nancy“ nicht weiter, weil der Song selbst gar nicht klischeehaft, sondern eher nachdenklich wirkt – und bei Anklängen an Bob Dylan oder gar Johnny Cash fragt man sich, welches Problem Lost Highway Records eigentlich hatte.

Vielleicht liegt es daran, dass „The Shadow Of An Empire“ eben nur vordergründig rockig ist; Regans nachdenklicher Folk ist unterschwellig vorhanden und tritt auf manchen Songs, insbesondere aber auf „Lines Written In Winter“ dann doch offen zutage. Und vielleicht sind es die Texte, die hier und da durchaus persönlich, häufig aber auch ironisch und sarkastisch sind. „You talk to Jesus in a photo booth. He wants your bank details, date of birth, confess the truth.“, heißt es beispielsweise in „Violent Demeanour“.

Man mag bedauern, dass es hier kein „Snowy Atlas Mountains“ oder „Noah (Ghost In A Sheet)“ gibt, aber dafĂĽr bekommt man eben „Violent Demeanour“, „Coat Hook“ oder auch „Lord Help My Poor Soul“. Die beiden Alben „The End Of History“ und „The Shadow Of An Empire“ nehmen einander nichts weg. Sie können mit all ihren Qualitäten wunderbar nebeneinander existieren, denn trotz aller Unterschiedlichkeit tragen beide Fionn Regans eindeutige Handschrift. Und so entpuppt sich „The Shadow Of An Empire“ in dieser Form als unerwartetes VergnĂĽgen. Das schwierige zweite Album? FĂĽr Fionn Regan offenbar doch kein so groĂźes Problem. „And now…“

Efterklang – “Magic Chairs”

Other TruthEfterklang – “Magic Chairs”
VĂ–: 19.02.2010
Web: www.myspace.com/efterklang
Label: 4AD
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Als Efterklang im Herbst des letzten Jahres – also nur vier Monate vor dem Erscheinen von „Magic Chairs“ – ihr Album „Performing Parades“ veröffentlichten, sollte vielleicht ein Kapitel zum Abschluss gebracht werden. Dieses aus einer Live-Aufnahme bestehende Album ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Dänischen Nationalen Kammerorchester. Im September 2008 hatten Efterklang zusammen mit dem Orchester ihr in 2007 erschienenes zweites Album „Parades“ – an dessen Entstehung ĂĽber einen Zeitraum von mehr als 18 Monaten bereits etwa dreiĂźig Gastmusiker beteiligt waren – mit noch mehr Personal komplett aufgefĂĽhrt und somit wohl die orchestralen Möglichkeiten ihres Sounds und ihrer Songs endgĂĽltig ausgelotet. Und während Efterklang in Skandinavien unverändert auf ihrem eigenen Label Rumraket veröffentlichen, war „Performing Parades“ der letzte Release der Band auf dem Leaf Label, das bisher den Rest der Welt versorgte.

Diese Aufgabe erledigt nun das renommierte Label 4AD, und mit ihrem dritten regulären Album „Magic Chairs“ wenden sich Efterklang dem Pop zu. Es handelt sich selbstverständlich nicht um Pop im Sinne von Charts-Tauglichkeit, sondern im Sinne kompakterer Song-Strukturen und der Schaffung von Transparenz im Rahmen des eigenen Sounds. Hierfür steht bereits der vergleichsweise kurze und geradlinige Aufnahme-Prozess. Im Kern besteht die Band aus Kopenhagen nämlich lediglich aus Mads Brauer, Casper Clausen, Thomas Husmer und Rasmus Stolberg. Für die Aufnahmen kamen zudem einige befreundete Musiker aus dem Live-Line Up hinzu, unter anderem auch Peter Broderick und seine Schwester Heather. So unterscheidet sich „Magic Chairs“ deutlich von seinen beiden Vorgängern. Den elektronischen Elementen von „Tripper“ (2004) und dem orchestralen Sound von „Parades“ setzt „Magic Chairs“ organische und luftige Klänge entgegen. Die Instrumentierung mit Piano, Streichern, Flöten und Blechbläsern ist zwar nach wie vor opulent, aber diese Elemente werden jeweils behutsam in den Verlauf der einzelnen Songs eingebracht. So offenbart sich ein liebevolles Songwriting, denn die meisten Songs auf „Magic Chairs“ beginnen sparsam und sehr intim, aber nach und nach wird dann doch ein leicht orchestraler Sound entwickelt. All dies geschieht jedoch angenehm zurückhaltend und unaufdringlich.

Faszinierend ist, dass Efterklang mit „Tripper“, „Parades“ und „Magic Chairs“ auf hohem Niveau zwar drei völlig unterschiedliche Alben, aber dennoch einen eigenständigen und erkennbaren Sound produziert haben. Da macht es gar nichts, dass beim Hören von „Magic Chairs“ weit entfernt am Horizont gelegentlich die Namen Broken Social Scene und Slaraffenland aufblinken. Mit ihren Landsleuten von Slaraffenland verbindet Efterklang ohnehin eine Nähe, die nicht erst seit einem gemeinsamen Konzert unter dem Namen Slaraffenklang besteht. Die Musik von Slaraffenland wird in Skandinavien nämlich ebenfalls von Efterklangs Rumraket Label veröffentlicht. Zudem wird mit „Magic Chairs“ eine Parallele zu Slaraffenlands in 2009 erschienenem dritten – von der Welt leider nahezu unbemerkten – Album „We’re On Your Side“ deutlich, denn auch dort gab es im Gegensatz zu deren frĂĽheren experimentellen Klängen quasi eine Hinwendung zum Pop in dem oben beschriebenen Sinn.

Das Auge hört mit, und so achten Efterklang darauf, dass ihre Veröffentlichungen auch optisch ĂĽberzeugen können. Die kĂĽnstlerische Gestaltung von HĂĽlle und CD lag wieder in den Händen von Hvass & Hannibal, und die haben ganze Arbeit geleistet. Das Album-Cover zeigt das Thorvaldsens Museum in Kopenhagen. In dem abgebildeten Innenhof hat der dänische Bildhauer Berthel Thorvaldsen (1770 – 1844) seine letzte Ruhestätte gefunden. Was jedoch wie eine ausschlieĂźlich computer-generierte Grafik erscheint, hat seine Basis tatsächlich in Aufnahmen des Fotografen Brian Buchard (www.brianbuchard.dk). Bei dem Fototermin haben etwa zwanzig Leute in dem Innenhof des Museums eigens fĂĽr diesen Zweck genähte und eingefärbte Bänder durch die Luft gewirbelt. Dass der Boden des Innenhofs auf dem Cover wie Marmor erscheint, ist dem Zufall zu verdanken, dass die Fotoaufnahmen an einem regnerischen Tag stattgefunden haben.

So hält das Jahr 2010 mit „Magic Chairs“ und seinen zehn wundervollen, detailverliebten Pop-Perlen das nächste hervorragende Album bereit, dessen Highlight jedoch ausgerechnet das eher untypische „Raincoats“ ist. Zu Beginn des Songs wähnt man sich zwar beinahe bei den Les Humphries Singers, aber „Raincoats“ ist unverschämt catchy und cool. In die elektrische Gitarre und den Bass kann man sich einfach nur verlieben, und dazu gibt es dann noch Gesangslinien, die geradezu zum Mitsingen und -summen auffordern – was will man eigentlich mehr?!

Ewan Pearson: “We Are Proud Of Our Choices”

15.02.2010 von Redaktion  

VĂ–: 19.02.2010
Web: http://www.myspace.com/ewanpearson
Label: Kompakt
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Der Engländer und Wahlberliner Ewan Pearson ist zurzeit hoch im Kurs. Für Delphics gehyptes Albumdebüt „Acolyte“ zeichnet er etwa als Produzent verantwortlich. Aber Pearson hat nicht nur bei den Elektro-Poppern aus Manchester seine Finger im Spiel, ebenfalls in 2010 kommt das neue Album von Tracey Thorn auf den Markt, Produzent ist: Ewan Pearson. Ein gefragter Mann.

Gefragt haben auch die Leute vom Kölner Elektro-Label Kompakt. Nämlich nach einem Beitrag zur hauseigenen Compilation-Serie. Michael Mayer durfte schon, DJ Koze auch. 18 Tracks hat Pearson auf der Platte versammelt, darunter befindet sich ziemlich viel tanzbarer Nerdcore und auch ein chilliger Vorab-Track aus dem neuen Little Dragon-Album.

Er habe die Mix-CD so angelegt, dass sie hoffentlich zu vielfachem Hören einlade, lässt Pearson über sein Label verkünden. Das ist ihm gelungen. Schließlich lässt der DJ und Produzent die Tracks bisweilen so geschickt ineinander übergehen, dass man gar nicht erst in Versuchung gerät, die Stop-Taste zu drücken.

Jeden Tag spielen wir im TourKalender einen Song aus unserem Album der Woche. Den Anfang macht am Montag Oliver Stangl ab 15 Uhr. Am Freitag folgt die ausführliche Hörprobe in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten. Neuland läuft am Freitag um 13 Uhr und wird wiederholt am Sonntag ab 16 Uhr.

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