Ist das Kunst oder kann das weg?
10.05.2012 von Redaktion
Hier alle Links zu den Liedern der neuesten Ausgabe von der Initiative ‚Herz Statt Kommerz‘.
Und wie immer gilt: Falls die Links nicht funktionieren, weil die KĂŒnstler/Labels die MP3s von ihrer Seite genommen haben, bitte nicht böse sein. Wir selektieren und verlinken lediglich, weisen also nur auf die Downloads hin.
Parallel Dance Esemble – Possessions
Nite Jewel – One Second Of Love
Nite Jewel – One Second of Love (Peaking Lights RMX)
Violens – Unfolding Black Wings
Dean Blunt – The Narcissist (feat. Inga Copeland)
Last Days of 1984 – River«s Edge
Ice Cream Shout – Tattooed Tears
Theesatisfaction- ĂenchantrussĂł Ft. Shabazz Palaces
Tickets fĂŒr The Magnetic Fields
09.05.2012 von Redaktion
ByteFM prĂ€sentiert The Magnetic Fields. Die seit 1990 unangefochten liebenswerteste und kauzigste Indiepop-Band der Welt um Stephin Merritt kommt fĂŒr zwei Konzerte nach Deutschland und wir verlosen exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ fĂŒr jedes Konzert 2×2 Karten. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns einfach bis zum 13.05. eine Mail mit dem Betreff „Magnetic“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.
Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstĂŒtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genieĂen könnt.
14.05.2012 Berlin – Passionskirche
15.05.2012 Hamburg – Kampnagel
MissinCat
09.05.2012 von Redaktion

Die gebĂŒrtige Italienerin Caterina Barbieri verzaubert mit verspielten Melodien und verfĂŒhrerischer Stimme seit 2007 als MissinCat die Musikwelt und spielte bereits als Supportact fĂŒr Amy Winehouse. Dass die Wahl-Berlinerin nicht nur mit Gitarrenbegleitung und Arrangements aus Cello, Glockenspiel, Vibraphon oder Piano, sondern auch allein mit Stimme und SchlĂŒsselbund ĂŒberzeugen kann, das zeigte sie uns im Interview und prĂ€sentierte den Song „Little Birdie“ live und unplugged, den Ihr Euch an dieser Stelle anhören könnt!
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. AuĂerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
MissinCat – Little Birdie (Live bei ByteFM)
The Raveonettes Live auf dem SPOT Festival
09.05.2012 von Redaktion
Teile unserer ByteFM Redaktion haben sich letztes Wochendende aufgemacht, um beim diesjĂ€hrigen SPOT Festival in Aarhus wunderbare neue, aber auch schon bekanntere Musik zu entdecken respektive wiederzuentdecken. So erfreute unter anderem das dĂ€nische Duo The Raveonettes das SPOT-Publikum mit einem JubilĂ€ums-Auftritt, von dem es jetzt, als kleinen Trost fĂŒr alle Daheimgebliebenen, den Song „Railroad Tracks“ zum Nachhören gibt.
Die Geschichte der Raveonettes ist eng mit dem SPOT Festival verknĂŒpft: Das Festival bietet jungen KĂŒnstlern die Möglichkeit, sich vor gröĂtenteils musikjournalistischem Publikum zu prĂ€sentieren. Dort hatte die Band bestehend aus Sharin Foo und Sune Rose Wagner 2002 eines ihrer ersten Konzerte gespielt und wurde promt entdeckt. Die damals noch unbekannten DĂ€nen hatten gerade ihr erstes Album „Whip It On“ veröffentlicht und damit die ersten Schritte in Richtung Ruhm gemacht. 2012 sind die Raveonettes lĂ€ngst kein unbeschriebenes Blatt mehr, sondern weltweit bekannt, haben fĂŒnf weitere Alben veröffentlicht (die teilweise in Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Suicide und The Velvet Underground entstanden sind) und neben zahlreichen eigenen Konzerten den Tour-Support fĂŒr Bands wie Depeche Mode gemacht.
Um das zehnjĂ€hrige JubilĂ€um ihres Live-Gigs beim SPOT Festival und die daraus resultierende Erfolgsgeschichte zu feiern, spielten die Raveonettes 2012 erneut beim SPOT Festival, jedoch kein gewöhnliches Konzert, sondern ihr komplettes Debut-Album „Whip It On“ in Originalbesetzung – genau wie vor zehn Jahren, nur mit einem Mehr an Erfahrung und Können.
Wie das ausgesehen und vor allem geklungen hat, könnt Ihr Euch als Live-Video ansehen und -hören: The Raveonettes performen „Railroad Tracks“ live auf dem SPOT Festival 2012! Viel Freude damit.
Wir wollen was von Dir wissen â die ByteFM HörerInnen-Studie
08.05.2012 von Redaktion
(Uni Bielefeld)
Zusammen mit ByteFM fĂŒhrt die Uni Bielefeld eine Studie zum Musikhören im Internet durch. Es werden neue Entwicklungen bei Musikanbietern, Onlineradios und ihren Hörerinnen und Hörern untersucht. Dazu möchten die Forscher Dich besuchen und Dir ein paar Fragen zu Deinen Hörgewohnheiten stellen.
Als kleines Dankeschön fĂŒr Deine Teilnahme spendieren wir Dir eine Jahresmitgliedschaft im Förderverein „Freunde von ByteFM“, verbunden mit der kostenlosen Nutzung des ByteFM Archivs.
Wenn Du mitmachen möchtest, dann schreib eine kurze E-Mail mit Deinem Namen und der Stadt, in der Du lebst, an: studie2012@uni-bielefeld.de.
AuĂerdem interessiert uns, wie Du von dieser Befragung erfahren hast (Newsletter, Facebook usw.).
Wir freuen uns auf Deine Teilnahme!
Tickets fĂŒr das Immergut Festival
08.05.2012 von Redaktion
Flickr | alle4minuten | (CC BY-NC-SA 2.0)
ByteFM prĂ€sentiert das Immergut Festival. Am letzten Maiwochenende bietet das auf 5.000 Besucher begrenzte Festival in Neustrelitz zwischen Wald, Wiesen und Wasser wieder alles, was sich der moderne Festivalbesucher so wĂŒnscht. In gemĂŒtlicher AtmosphĂ€re gibt es neben Bands wie Blood Red Shoes, Friska Viljor, WhoMadeWho oder Totally Enormous Extinct Dinosaurs auch Lesungen von Autoren wie Heinz Strunk oder Leif Randt. Dazu kommen Ausstellungen diverser KĂŒnstler auf dem FestivalgelĂ€nde und ein KleinfeldfuĂballturnier darf natĂŒrlich auch nicht fehlen.
Wir verlosen 2×2 Wochenendtickets fĂŒr das Festival am 25. und 26.05. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns einfach bis zum 14.05. eine Mail mit dem Betreff „Immergut“ und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.
25./26.05.2012 Neustrelitz – BĂŒrgerseeweg
Die ByteFM Charts KW 19
07.05.2012 von Redaktion
Die am meisten gespielten Platten bei ByteFM in den vergangenen zwei Wochen. Jack White holt sich in Woche Zwei locker die Pole Position der ByteFM Charts mit seinem Album ‚Blunderbuss‘. Die Albama Shakes geben zwar die Spitze ab, bleiben aber weiter hoch im Kurs mit ihrem Album ‚Boys & Girls‘ und belegen Platz Zwei. Einen gehörigen Schub verbuchen Django Django und klettern 12 PlĂ€tze mit ihrem gleichnamigen Album.
In den Trackcharts bleibt die alte auch die neue Nummer Eins. Die Alabama Shakes behaupten hier die Spitze, haben aber Jack White dicht im Nacken, der drei PlÀtze gutmacht. Auch hier starten Django Django durch und belegen neu Platz Drei.
Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Jack White – Blunderbuss (2)
2. Alabama Shakes – Boys & Girls (1)
3. Django Django – Django Django (15)
4. Patrick Watson – Adventures In Your Own Backyard (11)
5. The Black Seeds – Dust And Dirt (5)
6. Moonface – With Siinai: Heartbreaking Bravery (4)
7. Tu Fawning – A Monument (neu)
8. Quakers – Quakers (10)
9. Rufus Wainwright – Out Of The Game (neu)
10. Michael Kiwanuka – Home Again (6)
11. Clark – Iradelphic (-)
12. Rocket Juice And The Moon – Rocket Juice & The Moon (13)
13. Mittekill – All But Bored, Weak And Old (3)
14. Grimes – Visions (8)
15. Masha Qrella – Analogies (neu)
Die Trackcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Alabama Shakes – Hold On (1)
2. Jack White – Missing Pieces (5)
3. Django Django – WOR (neu)
4. Bowerbirds – In The Yard (7)
5. Patrick Watson – Lighthouse (9)
6. Masha Qrella – Crooked Dreams (neu)
7. Tu Fawning – Skin And Bone (neu)
8. The Black Seeds – Love Me Now (4)
9. Moonface – Faraway Lightning (6)
10. Hot Chip – Night And Day (neu)
11. Rocket Juice And The Moon – Hey, Shooter (Feat. Erykah Badu) (neu)
12. Rufus Wainwright – Perfect Man (neu)
13. Spiritualized – I Am What I Am (10)
14. Michael Kiwanuka – Iâll Get Along (2)
15. Shearwater – Animal Life (3)
Best Coast – „The Only Place“
07.05.2012 von Felix Dabbert
VĂ: 11.05.2012
Web: http://www.bestcoast.us/
Label: Wichita Recordings/PIAS
Als Ende April in den nicht nordwestlichen zwei Dritteln Restdeutschlands schlagartig Sommer wurde, fluchte ich nicht zum ersten Mal neidisch auf Hamburgs mieses Wetter. So Ă€hnlich ging es vor ein paar Jahren auch einer Kalifornierin, die in New York lebte, und dort, durch den Regen nach drinnen gedrĂ€ngt, vor dem amerikanischen Ăquivalent von wetter.com mit Heimweh auf die kleine Sonne ĂŒber ihrer Heimat blickte.
Denn eigentlich ist das auch der einzige Ort, an dem es sich aushalten lĂ€sst: âWe‘ve got the ocean, got the babes, got the sun, we‘ve got the wavesâ, singt ebenjenes California Girl namens Bethany Cosentino im Titeltrack des neuen Best-Coast-Albums âThe Only Placeâ. So weit, so unĂŒberraschend â so Best Coast, die schon auf dem 2010er DebĂŒt âCrazy For Youâ und den vorangegangenen Singles und EPs mit einer Mischung aus einfachen Akkorden von fuzzy Reverb-Gitarren, „Uh-Huh-Uhs“, „Wah-Wah-Wahs“ und simplen Lyrics einen nach Strand duftenden Signature-Klang etablierten. Nach dem ersten Hördurchgang wirkt das, wie schon beim DebĂŒt, vielleicht enttĂ€uschend oder unspektakulĂ€r. Doch âThe Only Placeâ ist ein Grower. Die oben erwĂ€hnten Grundzutaten bilden zwar auch das GerĂŒst des Zweitwerks, die im Song âBetter Girlâ selbst beschworene Weiterentwicklung Cosentinos liegt jedoch im Detail – so gibt es diesmal weder Songs ĂŒber Gras und Katzen noch wird wieder stĂ€ndig âcrazyâ auf âlazyâ gereimt. Gleichzeitig sind Cosentinos vokale FĂ€higkeiten deutlich gereift, und Produzent Jon Brion (Aimee Mann, of Montreal, Elliott Smith und diverse Paul-Thomas-Anderson-Soundtracks) sorgte dafĂŒr, dass diese Stimme auch gehört wird. Auch wenn mich am Anfang gerade die verwaschene SoundĂ€sthetik der ersten EPs â quasi Instagram-Ăsthetik in Musik ĂŒbersetzt, Stichwort Retro â verrĂŒckt nach Best Coast machte, will ich, wie Jan MĂŒller einst so schön sang, kein Lo-Fi-SpieĂer sein, denn gerade die klarere Produktion des in den berĂŒhmten Capitol Hill Studios, in denen sogar schon Ol‘ Blue Eyes trĂ€llerte, aufgenommenen âThe Only Placeâ fĂŒhrt durch die Hinwendung zu einer manchmal fast countryesken Ăsthetik zu einer frĂŒher nur leicht angedeuteten konsequenten Entwicklung Bethany Cosentinos zu einer Skeeter Davis unserer Tage. Kurz gesagt: Schmachten zum darin Ergötzen, fĂŒr Leute, die auch Werther mochten. Damit haben Best Coast sicher nicht den schlechtesten Pfad gewĂ€hlt.
Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen nicht der Saft ausgeht, denn die sonst vor KreativitĂ€t geradezu sprudelnde Bethany hat hier zwei alte und bereits vor Monaten bzw. Jahren veröffentlichte Titel neu aufgenommen und in die Tracklist gepackt. Ausdruck von Zeitdruck oder Schaffenskrise? Hoffentlich nicht, denn von Best Coast darf man noch GroĂes erwarten.
Das ByteFM Album der Woche.
Jeden Tag von Montag bis Freitag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 10 und 12 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Nachmittag von Montag bis Samstag zwischen 15 und 17 Uhr und im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausfĂŒhrliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.
Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff âBest Coastâ und seiner/ihrer vollstĂ€ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.
Label: Wichita Recordings/PIAS | Kaufen
Neue Platten: Father John Misty – „Fear Fun“
06.05.2012 von Marie Glassl
(Bella Union/Cooperative Music)
8,0
„Farewell Fleet Fans and Friends. Back into the gaping maw of obscurity I go.“ So verabschiedete sich Joshua Tillman im Januar von seinem Job als Drummer der Fleet Foxes, um sich als Father John Misty sich selbst zu widmen. Und anstatt ein weiteres J.-Tillman-Soloalbum herauszubringen, das sicherlich schön, aber nicht unbedingt neu geworden wĂ€re, wendet sich Father John tatsĂ€chlich den ObskuritĂ€ten dieser Welt zu. Genau deshalb ist âFear Funâ auch nicht, wie befĂŒrchtet, eine billige (und auch keine schöne) Abklatschversion der Musik der Foxes oder Tillmans vorheriger Soloprojekte.
Alle diejenigen, die sich fragen, wer Father John Misty – dieser priesterlich anmutende, bĂ€rtige Mann – denn nun ist, haben den Kern des Albums bereits unbewusst erfasst. „Fear Fun“ scheint eher ein Schritt in Richtung einer neuen IdentitĂ€t, eine neue Form des kĂŒnstlerischen Ausdrucks, als ein weiteres Beschreiten altbekannter Pfade zu sein. âI never liked the name Joshua. I got tired of J.â So besingt Tillman es selbst, in dem letzten Song seines Albums. Vorher allerdings fĂŒhrt er den Hörer in ein musikalisches Wunderland, das mit den absonderlichsten und absurdesten Traumbildern lockt. Als Father John Misty greift er auf eine völlig neue Bandbreite musikalischer Möglichkeiten zurĂŒck, die Songs springen spielend zwischen Genregrenzen hin und her, und das instrumentelle Repertoire reicht von elektrischen Gitarren, ĂŒber BlĂ€ser, Piano und Streicher, bis hin zu fröhlichem Klatschen, FuĂstampfen und Pfeifen (und ja, auch die gewohnt gefĂŒhlvollen „Ahhs“ und „Ohhs“ finden hĂ€ufige Verwendung). Zuammengehalten wird dieses Konglomerat verschiedenster EinflĂŒsse von Tillmans unglaublich schöner und reiner Stimme, kein einziger schiefer Ton oder stimmlicher Patzer stört. „Fear Fun“ wirkt durch die schnellen treibenden Tempi und das breite Instrumentspektrum wesentlich kraftvoller und energiegeladener als die Hymnen der Foxes. Was das Album so gut macht, ist das Zusammenspiel aus zynischen und sehr humorvollen Texten und einer Ă€sthetischen und vielseitigen Vertonung.
Sprachlich erinnern Father Johny Mistys Songtext-Gebete an Bob Dylan. Sie sind voll mit kĂŒnstlerischen und philosophischen Anspielungen, christlichen Symbolen, die in Kombination mit Mistys Fantasien ĂŒber Sex, Drogen verabreichende Schamanen und andere (eher banale) Dinge zu einem undurchsichtigen Wirrwarr verschmelzen und sich einer einfachen Interpretation entziehen. Was zuerst als oberflĂ€chlicher Nonsens auftritt, gewinnt durch die eigene sarkastische Betrachtung bei nĂ€herem Hinhören ungeahnte intellektuelle Tiefe und Schönheit, und offenbart die Quellen, aus denen Father John Misty seine Inspiration speist. Schon der Opener âFuntimes In Babylonâ, ein wunderbar leichter und trauriger Song, in dem Tillmans Stimme von Chören und Glockengeklimper begleitet wird – der aber fröhlich von âhorses knee-deep in mudâ und tanzenden Skeletten handelt. âNancy From Now Onâ fĂŒhrt hingegen in eine Welt voll von biblischen Anspielungen (samt Videoclip, in dem eine als Domina gekleidete Frau Tillmans Bart rasiert), begleitet von fröhlichem Gerassel, Getrommel, „Uhhs“ und treibenden PianoklĂ€ngen. Immer jedoch schafft es „Fear Fun“, die vielseitige und oft orchestrale Musikbegleitung so einzusetzen, dass sie unterstreicht, immer steht der Gesang im Vordergrund und trĂ€gt den geneigten Hörer durch diese Wunderwelten. Der wohl beste Song des Albums âHollywood Forever Cemetery Singsâ erinnert dann wirklich in keinster Weise mehr an alles, was man mit den Fleet Foxes verbinden könnte. Lautes Schlagzeug, elektronische AnklĂ€nge und starker, ausdrucksvoller Gesang erzĂ€hlen von der Wut, die wir alle in uns tragen, und die GeschwĂŒre unserer Gesellschaft. In so sarkastischen Worten wie âJesus Christ, girl, what are people going to think? When I show up to one of several funerals I‘ve attended for Grandpa this week!â HĂ€ufig geht es in Tillmanns Texten darum, wie die Menschen (ganz besonders in seiner Wahlheimat Los Angeles) vorgeben, etwas zu sein, was sie doch nicht sind. Halluzinogene Drogentrips mischen sich mit existenzialistischen Ideen, und nicht umsonst singt Tillman in âIm Writing A Novelâ von Sartre und Heidegger „drinking poppy tea“, nur um gleich noch Neil Young (an dessen âOn The Beachâ das Album sowieso hĂ€ufig erinnert) und sprechende Hunde in denselben Topf zu werfen. Und das alles durch stampfende Gitarren und Klavier zu ergĂ€nzen, und so einen countryesken und tanzbaren Song entstehen zu lassen.
Father John Misty will sich nicht festlegen lassen, weder durch die Grenzen eines Musikstils noch durch Inhalte, und so finden sich neben fröhlichen, leichten Songs immer wieder auch traurige folkige Songs wie âO I Long To Feel Your Arms Around Meâ, ebenso aber rockige AmericanaâStĂŒcke wie âWell, You Can Do It Without Meâ. Nicht nur grenzt sich „Fear Fun“ von den Fleet Foxes und Tillmanns bisherigen Soloprojekten ab, auch verweigert es sich der Nachfolge irgendeines bestimmten Interpreten. Wenn Father John singt âJoseph Campbell and The Rolling Stones couldn’t give me a myth / So I had to write my ownâ oder âI rode to Malibu on a dune buggy with Neil / He said: „You‘re gonna have to drive me down on the beach if you ever want to write the real“ / And I said: „I‘m sorry, young man, what is your name again?“, so zeigt er damit deutlich, dass er trotz aller musikalischen Ăhnlichkeiten etwas ganz Eigenes, Persönliches schaffen will. Und auch wenn „Misty’s Nightmares 1 & 2″ ein bisschen zu banal und langweilig ist, und „Tee Pees 1-12″ so viel Country enthĂ€lt, dass es leider nur noch nervt, so bleiben diese beiden Songs die Ausnahme in einem sonst sehr spannenden und immer wieder ĂŒberraschenden Album, das auch nach fĂŒnfmaligem Hören noch SpaĂ macht.
„I can access more truth when I‘m bullshitting“, sagt Father John ĂŒber sich selbst – und ja, „Fear Fun“ ist voller „Bullshit“. Allerdings Ă€uĂerst amĂŒsanter und schöner Bullshit, verpackt in guter Musik. Und wer genau hinhört, dem wird auffallen, dass das mit der Wahrheit tĂ€tsĂ€chlich irgendwie geklappt hat.
Label: Bella Union/Cooperative Music | Kaufen
LĂ€rm der Woche: John Peels virtuelle Plattenbox
05.05.2012 von Redaktion
Peel here (Foto: kyz | flickr)
Das Wichtigste in Sachen Musik- und Pop-Kultur, zusammengestellt von Ruben Jonas Schnell – das ist der LĂ€rm der Woche. Die Koproduktion mit den Kollegen von Dradio Wissen hört Ihr bei uns jeden Donnerstagvormittag im ByteFM Magazin am Morgen.
An dieser Stelle findet Ihr jetzt jeden Samstagnachmittag den aktuellen LÀrm der Woche zum Nachhören.
Diesmal im LĂ€rm der Woche: Der „King of the Surf Guitar“ Dick Dale wird 75, die Simpsons (unter anderem wegen der Musik von Hot Chip), die virtuelle Plattensammlung von John Peel, die seit dieser Woche öffentlich zugĂ€nglich ist, auĂerdem soll die Autostadt Detroit musikalisch wiederbelebt werden. Und schlieĂlich auch ein Thema: die Verbindung aus Jazz und Hip-Hop â damals und heute.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. AuĂerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
LĂ€rm der Woche vom 03.05.2012
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