Leonard Cohen: „Popular Problems“ zum 80. Geburtstag

22.09.2014 von  

Leonard Cohen Popular ProblemsDas Cover von Leonard Cohens neuem Album „Popular Problems“

Leonard Cohen, der am 21. September 1934 in der kanadischen Provinz QuĂ©bec geboren wurde, gehört zu den wenigen populĂ€ren Musikern, die seit den 60er Jahren kontinuierlich neue Werke veröffentlichen. Sein erstes Albums „Songs of Leonard Cohen“ erschien 1967 und manifestierte die minimalistischen Folk-Kompositionen, die melancholischen und dĂŒsteren Texte und seinen ruhigen Bariton als Cohens Markenzeichen.

Als das Album erschien war Cohen schon als Autor von Poesie und Prosa bekannt geworden. Bekannte Werke aus dieser Zeit sind der Roman „Beautiful Losers“ und das autobiografisch gefĂ€rbte Buch „The Favorite Game“. Bis heute veröffentlicht Cohen Gedichte, zuletzt „Fifteen Poems“ im Jahr 2012. WĂ€hrend seines Aufenthalts auf der griechischen Insel Hydra, auf die sich Leonard Cohen Mitte der 60er zurĂŒckgezogen hatte, fand er vom Text zu der Musik. Nach seinem Umzug in die USA begann er, einige Lieder aufzunehmen. Das Resultat waren die schon genannten „Songs of Leonard Cohen“. Es folgten „Songs from a Room“ und „Songs of Love and Hate“ – ein Album, das ihm 1971 weltweiten Ruhm einbrachte.

Viele von Cohens Liedern wurden mehrfach gecovert. So auch sein womöglich bekanntestes StĂŒck „Hallelujah“ aus dem Jahr 1984. In der Version von John Cale und spĂ€ter in einer Bearbeitung von Jeff Buckley erreichte „Hallelujah“ eine riesige PopularitĂ€t.

Manche Fans fĂŒrchteten, man wĂŒrde nichts mehr von dem alten Meister hören, als sich Cohen Mitte der 90er in ein buddhistisches Kloster zurĂŒck zog. Er lebte einige Jahre als Zen-Mönch im Mount Baldy Zen Center nahe Los Angeles. Doch in diesen Jahren liess er anscheinend das Schreiben nicht. Im Oktober 2001 erschien sein zehntes Album „Ten New Songs“. Und heute, einen Tag nach Leonard Cohens 80. Geburtstag, wird Nummer 13 veröffentlicht: „Popular Problems“.

Album der Woche: Aphex Twin – „Syro“

22.09.2014 von  

Aphex Twin - SyroVÖ: 19. September 2014
Web: Aphex Twin bei Facebook
Label: Warp

Richard D. James alias Aphex Twin ist zweifellos das Enfant terrible der elektronischen Musikszene. Er provoziert und fasziniert seine AnhĂ€nger und zelebriert seine Auftritte wie kein Zweiter. Man weiß: Im Universum von Richard James herrschen eigene Regeln. Nicht zuletzt deshalb gilt der Ire als innovativster und einflussreichster Elektro-KĂŒnstler der letzten beiden Jahrzehnte.

„I‘m just some irritating, lying, ginger kid from Cornwall who should have been locked up in some youth detention centre. I just managed to escape and blag it into music”, gibt sich der KĂŒnstler gewohnt selbstironisch in einem Interview mit dem Guardian. Aphex Twin meidet den Kontakt mit der Presse und der Öffentlichkeit. Zahlreiche Mythen und GerĂŒchte ranken sich als Folge um den introvertierten Musiker. Mit darunter sind bizarre Geschichten von einem DJ-Gig, bei dem Sandpapier als TontrĂ€ger fungierte; einem funktionstĂŒchtigen Panzer als Garten-Vehikel und einem nie realisierten Remix fĂŒr Madonna, bei dem die SĂ€ngerin diverse TiergerĂ€usche imitieren sollte. So groß die Anzahl der Mythen – so groß die Anzahl an Pseudonymen, unter welchen Richard James ĂŒber die Jahre seine Meisterwerke veröffentlicht: Polygon Window, Caustic Window, Blue Calx, AFX, GAK, The Tuss. Sein Spiel mit IdentitĂ€ten und Geheimnissen hat er offenbar nicht verloren: Im August 2014 schwebt ein grĂŒner Zeppelin ĂŒber London mit dem unverwechselbaren Aphex Twin-Logo, kurz darauf werden Graffitis in New York City mit demselben Zeichen entdeckt. Fans und Musikredakteure auf der ganzen Welt schnappen nach Luft: Darf man rund 13 Jahren nach dem letzten Studioalbum Drukqs auf ein völlig neues Werk hoffen?

Mit Syro, der sechsten Platte von Aphex Twin, haben sich diese Hoffnungen nun bewahrheitet, von denen Anfang des Jahres wohl noch keiner zu trĂ€umen gewagt hĂ€tte. Der exzentrische SoundkĂŒnstler hat mit Syro ein Album realisiert, das mehr denn je zu seinen Wurzeln zurĂŒckkehrt und ‚typisch‘ nach Aphex Twin klingt, wenn man dieses Wort in diesem Kontext ĂŒberhaupt gebrauchen darf.
Im Universum von Richard James herrschen eigene Regeln: JĂ€he Rhythmuswechsel, schepperndes Bassrauschen, hektisch-flirrende Synthies, ĂŒberraschende MelodiefĂŒhrungen, schmutzige Drum’n’Bass-Beats. Dazu jagt James seine Ideen durch 138 Gadgets wie Drummachines, Synthesizer, Samplers und Vocoders. Im Artwork der Platte werden diese beachtenswert visualisiert. Um den Effekt der Abstraktion zu verstĂ€rken gibt Aphex Twin den zwölf StĂŒcken kryptisch-unaussprechliche Namen wie 4 bit 9d api+e+6 [126.26] oder CIRCLONT14 [152.97][shrymoming mix]. Dass die Platte ausgerechnet mit einer romantischen Klavier-EtĂŒde inklusive Vogelgezwitscher endet, kommt nicht von ungefĂ€hr: Dieser Gegensatz macht die verwirrende Traumwelt von Syro in einer unergrĂŒndlichen Art und Weise ‚rund‘ und offenbart das unermesslich vielfĂ€ltige Talent von Aphex Twin. Man weiß: Im Universum von Richard James herrschen eigene Regeln. Mit Syro wird klar, dass man es anders ausdrĂŒcken muss: Im Universum von Richard James herrschen keine Regeln mehr.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Aphex Twin“ und seiner/ihrer vollstĂ€ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: Warp | Kaufen

Hören: Neil Young – „Who’s Gonna Stand Up“ (Live in Liverpool)

Foto von Neil YoungNeil Young live in Nottingham im Jahr 2009 (Foto: Andy Roo)

Bereits 2006 zeigte sich Neil Young, der Pate des Grunge und eine der letzten zentralen Figuren der Rockmusik, zunehmend politisch engagiert. Damals veröffentlichte er den Song „Let’s Impeach The President“, der dazu aufrief, den amtierenden PrĂ€sidenten George W. Bush aufgrund seiner politischen Machenschaften anzuklagen. Wenige Jahre spĂ€ter widmete sich Young vor allem dem Umweltschutz und nahm mit „Fork In The Road“ ein Konzeptalbum auf, in dem er ausschließlich sein eigenes Elektroauto thematisierte.

Jetzt veröffentlichte Young eine Liveversion seines neuen Songs „Who’s Gonna Stand Up“, in dem es um die Frage geht, wer eigentlich irgendwann mal fĂŒr die immer knapper werdenden natĂŒrlichen Ressourcen der Erde einstehen wird.

Der Song steht in einem Zusammenhang mit dem Dokumentarfilm „Under The Influence“, der den Einfluss von Unternehmen auf die amerikanische Regierung kritisch beleuchtet. Besonders besorgt sind die Filmemacher ĂŒber Gesetze, die nicht nur den Planeten zunehmend vergiften, sondern auch die demokratischen Prozesse demontieren. Young ließ in einem Statement verlauten, dass der Film, den er mit dem Song promotet, genau sein GefĂŒhl darĂŒber ausdrĂŒcke, was in unserer Welt zurzeit passiert.

James Murphy (LCD Soundsystem) vertont Tennisturnier US Open

Foto von James MurphyJames Murphy (Foto: Sachyn Mital)

Film-Soundtracks, eine eigene Kaffeesorte und eine Kooperation mit einem der grĂ¶ĂŸten IT-Unternehmen der Welt. Die Projekte von James Murphy, Kopf von LCD Soundsystem, zeigen, dass Musiker heute lĂ€ngst wie Unternehmen funktionieren. So arbeitet er neben der Filmmusik fĂŒr Noah Baumbachs Film „While We’re Young“ derzeit mit IBM und den Machern des Tenniswettbewerbs US Open zusammen.

FĂŒr ein genauso ambitioniertes wie avantgardistisches Projekt entwickelte Murphy zusammen mit dem Programmierer Patrick Gunderson ein System, das die Daten von Tennisspielen, also die Ergebnisse und Punktezahlen, mithilfe von computergenerierten Algorithmen in Musik ĂŒbersetzt. „Wir werden fast 400 Stunden Musik produzieren, aber ich werde nicht dasitzen und 400 Stunden Musik abspielen. Das wird eine Maschine erledigen“, sagte Murphy in einem Statement.

Neben dieser Masse von experimentellen elektronischen MusikstĂŒcken, die man unter dem Namen „US Open Sessions“ auf einer Website anhören kann, produziert Murphy 14 Remixe, die auf weiteren Daten basieren, etwa Wetterwechsel oder Publikumsreaktionen wĂ€hrend der Spiele. So innovativ das Projekt auch ist, so antik ist die Idee dahinter. Denn dass Musik eigentlich nichts anderes ist als Mathematik – quantifizierbare Luftschwingungen mit physikalischen Regeln, wusste bereits der griechische Philosoph Pythagoras.

Neue Platten: Allah-Las – „Worship The Sun“

Cover des Albums Worship The Sun von Allah-LasAllah-Las – „Worship The Sun“ (Innovative Leisure)

6,4

Kalifornien, du ewige Sehnsuchtsfabrik. Mit der 2008 gegrĂŒndeten Band Allah-Las hat der WestkĂŒstenstaat zuverlĂ€ssige neue Arbeiter gefunden. Dass ihr neues Album „Worship The Sun“ heißt, fĂŒgt sich perfekt ein in das Kalifornien-Narrativ, das neben dem Freiheitsversprechen immer auch etwas Hippiesk-Esoterisches enthielt.

Im Gegensatz zum wilderen, da live eingespielten DebĂŒtalbum ist „Worship The Sun“ ein richtiges Studioalbum geworden, das jedoch weiterhin am gewohnten Sound anknĂŒpft. Fast alle 14 Songs dauern nicht lĂ€nger als drei Minuten und klingen so, als seien sie in den 70er-Jahren aufgenommen worden: Metallische Drums, schrammelnde Gitarren und ein Gesang mit viel Hall und allgegenwĂ€rtigen Hintergrund-Ohhs, die ĂŒber allem schweben. Dass SĂ€nger Miles Michaud sich streng am gewollt gleichgĂŒltigen Gesangsstil eines Mick Jagger orientiert, dessen Stimme stets eine Distanz zu den Songs aufrechterhielt, als wĂŒrde er dem Gesungenen selbst nicht ganz trauen, fĂŒhrt zu einem starken DĂ©jĂ -entendu-Effekt.

Mit ihrer Mischung aus Garage- und Surfrock und einer vergilbten Instagram-Patina des 21. Jahrhunderts passt die Band aus Los Angeles sehr gut zum benachbarten Hollywood, dem Zentrum fĂŒr Kunst mit eskapistischem Auftrag.

Denn jeder Song öffnet ein Tor in eine Vergangenheit, die man nie hatte, in der jedoch alles aufregender, neuer, intensiver gewesen zu sein scheint. Und in der nicht nur stĂ€ndig die Sonne scheint, sondern jeder Tag neue Abenteuer verspricht, wie als Teenager, als jeder Moment noch einzigartig war. Dass dies alles nie wirklich so war, ist völlig egal. Denn mit ihrer Musik schaffen es die Allah-Las, das zu erzeugen, was selbst die grĂ¶ĂŸten Skeptiker fĂŒr einen kurzen Moment ĂŒberzeugen könnte: die glĂŒckselige Illusion einer perfekten Welt.

Allah-Las live, prÀsentiert von ByteFM:

13.10.14 Köln – Underground
14.10.14 Hamburg – Mojo Club
15.10.14 Berlin – C-Club
17.10.14 MĂŒnchen – The Atomic CafĂ©
18.10.14 Wiesbaden – Schlachthof

Label: Innovative Leisure | Kaufen

Brian Epstein wÀre heute 80 geworden

19.09.2014 von  

Brian EpsteinBrian Epstein

Einige Menschen wurden seit den 60ern als „der fĂŒnfte Beatle“ bezeichnet, doch Brian Epstein ist wohl der Einzige, der diesen Beinamen zu recht tragen konnte. Schließlich hat ihn Paul McCartney so genannt. Brian Epstein war der erste Manager der Beatles und derjenige, der sie zum großen Erfolg fĂŒhrte. Ohne Epstein hĂ€tte es wohl nie die Beatlemania gegeben.

Der am 19. September 1934 geborene Epstein ĂŒbernahm in den 50ern den Plattenladen seines Vaters. Nachdem er das erste Mal von den Beatles gehört und eins ihrer ersten Konzerte in Liverpool besucht hatte, kaufte er der Band 25 Singles ab. Die waren nach kĂŒrzester Zeit wieder vergriffen. Davon beeindruckt, bot sich Epstein kurzerhand als Manager der Band an.

Er war es, der den Beatles den ersten Plattenvertrag verschaffte. 1962 erschien „Love Me Do“ bei Parlophone und wurde zum Hit. Epstein beeinflusste auch das Auftreten der Beatles grundlegend. Er ordnete an, dass die „Fab Four“ ihre Lederjacken und Jeans fĂŒr ordentliche AnzĂŒge aufgaben. Außerdem sollten sich das Rauchen, Trinken und Fluchen auf der BĂŒhne aufgeben. Mit diesem polierten Image traten die Beatles den Weg zum Weltruhm an.

Doch mit dem wachsenden Erfolg wurden die Band unzufrieden mit ihrem Manager. Sie merkten, dass er sich einen großen Teil vom Kuchen abschnitt, und mehr von ihren Einnahmen fĂŒr sich behielt als ĂŒblich war. Außerdem sorgte Epsteins Drogenkonsum fĂŒr Probleme – er war nicht mehr der zuverlĂ€ssige GeschĂ€ftsmann, den McCartney, Lennon und Harrison kennengelernt hatten.

Im Sommer 1967 war klar, dass Epstein nicht lĂ€nger Manager der Band bleiben wĂŒrde. Er nahm sich am 27. August 1967 das Leben, Brian Epstein starb im Alter von nur 32 Jahren an einer Überdosis.

Rodrigo Amarante, Adna und Esben & The Witch live bei ByteFM

19.09.2014 von  

Von oben links im Uhrzeigersinn: Adna, Rodrigo Amarante und Esben and The WitchVon oben links im Uhrzeigersinn: Adna, Rodrigo Amarante und Esben and The Witch

MĂ€chtig viel los war bei ByteFM wĂ€hrend des Reeperbahn Festivals 2014. Am Donnerstag, den 18. September, kam der polyglotte Musiker Rodrigo Amarante zu Christa Herdering ins Studio. Amarante ist nicht nur solo unterwegs. Er spielt auch mit Binki Shapiro und Fabrizio Moretti bei Little Joy und er hat schon unzĂ€hlige Musiker im Studio und auf Tour begleitet, darunter Gilberto Gil und Devendra Banhart. FĂŒr uns spielte er seinen Song „The Ribbon“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Rodrigo Amarante – The Ribbon (Live bei ByteFM)

Am Freitag gaben sich Adna und Esben and The Witch im ByteFM Magazin mit Siri Keil die Klinke in die Hand. Die Schwedin Adna ist gerade mal 19 Jahre alt und hat schon ihre erste EP „Night“ herausgebracht. In fĂŒnf NĂ€chten ist das Werk mit Stimme, Cello und Klavier entstanden. Im ByteFM Magazin gab Adna uns davon eine Kostprobe – „Night“ live bei ByteFM.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Adna – Night (Live bei ByteFM)

Finster geht es auch bei Esben & The Witch zu. Benannt haben sich die Briten nach einem dĂŒsteren dĂ€nischen MĂ€rchen, ihre Texte sind inspiriert von den Werken T.S. Elliots und Vladimir Nabokovs, und auch die Musik zwischen verhallter Elektronik und dramatischem Folk entspringt eher dem Schatten als dem Licht. Wie das klingt? „Those Dreadful Hammers“ haben sie live im Studio gespielt.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Esben and The Witch – Those Dreadful Hammers (Live bei ByteFM)

artistxite Album der Woche:
Avi Buffalo – „At Best Cuckold“

18.09.2014 von  

Cover des Albums At Best Cuckold von Avi BuffaloAvi Buffalo – „At Best Cuckold“ (Sub Pop)

„At Best Cuckold“ von Avi Buffalo ist Album der Woche bei unserem Partner artistxite.

Beim honorigen QualitĂ€tslabel Sub Pop rieb man sich vor guten vier Jahren bereits die HĂ€nde. Mit Avi Zahner-Isenberg hatte man einen Rohdiamanten gehoben, der musikalisch und textlich seinem zarten Alter von 19 Jahren weit voraus war. Doch die steile Karriere mit seiner Band Avi Buffalo stand unter keinem guten Stern. Die große Erwartungshaltung und die wacklige innerbandliche Beziehung mit Keyboarderin Rebecca Coleman stellten zunĂ€chst unĂŒberwindliche Hindernisse auf dem Weg nach ganz oben da.

Es hĂ€tte eine dieser zahlreichen tragischen Geschichten eines hellen Sterns werden können, der viel zu schnell verglĂŒht – doch zum GlĂŒck kam alles anders. Heute, mit 23 Jahren, kehrt Zahner-Isenberg zurĂŒck und zeigt, warum ihm schon vor Jahren eine goldene Zukunft vorhergesagt wurde. „At Best Cuckold“, das neue Werk von Avi Buffalo, ist ein nachhaltiger Beleg seines ĂŒbermĂ€ĂŸigen Talents.

Wer Elliot Smith und Conor Oberst schĂ€tzt, wird an Avi Buffalo seine wahre Freude haben. Die erhabenen, zauberhaften Melodien schlĂ€ngeln sich um Texte mit Aussage, direkt in den Worten, aber immer um eine Ecke weitergedacht. Und dann ist da dieser bitterböse Witz, den Zahner-Isenberg untermischt. Das passt zunĂ€chst so gar nicht in die klanglich heile Welt von „At Best Cuckold“ und hebt es doch von anderen Werken seiner Art ab. Wer Sub Pop mit 19 Jahren den Kopf verdreht, muss schließlich etwas auf der Pfanne haben.

Avi Buffalo liefern geballte 35 Minuten voll grandioser Songs zwischen Folk, Pop und Indierock. Im großen Spannungsfeld zwischen bezaubernder Schönheit und dĂŒsterer Fußnote. Ein Album, das sowohl im Ganzen ĂŒberzeugt als auch in den Zwischentönen. Es ist die fulminante RĂŒckkehr eines großen Musikertalents. Hoffentlich nun ohne weitere Komplikationen.

Weitere Neuerscheinungen besprechen wir in unserem neuen wöchentlichen Podcast. Alle vorgestellten Veröffentlichungen findet Ihr auch im Download-Shop unseres Partners artistxite. Weitere Album-Empfehlungen von artistxite findet ihr im artistxite-Blog.

Tickets fĂŒr Tiny Ruins

17.09.2014 von  

Tiny RuinsTiny Ruins

2009 fing Hollie Fullbrook an, als Tiny Ruins Musik zu machen, damals noch ohne Band. Mittlerweile sind Cass Basil am Bass und Alexander Freer am Schlagzeug fester Bestandteil des Projekts. Die NeuseelĂ€nder mit ihrer vertrĂ€umten Mischung aus Folk, Blues und Dream Pop spielten unter anderem schon als Support fĂŒr Beach House, Joanna Newsom, Fleet Foxes, Father John Misty, The Handsome Family und Calexico.

Mit ihrem aktuellen Album „Brightly Painted One“ kommen sie bald auf Deutschland-Tour.

ByteFM prĂ€sentiert die Tour und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ 1×2 Karten pro Konzert. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 23. September mit dem Betreff „Ruins“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstĂŒtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

Die Termine:

28.09.2014 MĂŒnchen – The Atomic CafĂ©
29.09.2014 Berlin – GrĂŒner Salon
30.09.2014 Hamburg – Prinzenbar
02.10.2014 Köln – Underground

+++ACHTUNG UPDATE+++
Die Termine in MĂŒnchen, Hamburg und Köln mussten leider abgesagt werden. Tickets können an den VVK-Stellen wieder umgetauscht werden. Das Konzert in Berlin findet wie geplant statt.

Mary Travers starb vor 5 Jahren

16.09.2014 von  

Peter Paul and MaryMary Travers mit Noel (Paul) Stookey (links) und Peter Yarrow

Mary Travers war ein Star des Folk-Revivals in den USA der 60er Jahre. Gemeinsam mit Peter Yarrow und Noel Paul Stookey bildete sie das Trio Peter, Paul and Mary, das einer der erfolgreichsten Folkacts der Zeit war. Die Band war eng mit der US-amerikanischen BĂŒrgerrechtsbewegung verknĂŒpft.

Im Greenwich Village lernten sie sich kennen. Das Viertel in Manhattan galt seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Hochburg der Boheme. In den 50er und 60er Jahren erfuhr die Folkmusik hier einen großen Aufschwung. Mary Travers, die am 9. November 1936 in Kentucky geboren wurde, wuchs im Greenwich Village auf und wurde in ihrer Jugend Teil der dortigen Musikszene. Schon als Teenager sang sie regelmĂ€ĂŸig im Washington Square Park, wo man sich am Sonntag zum gemeinsamen Musizieren traf.

Die Gruppe Peter, Paul and Mary fand durch Albert Grossman zusammen. Grossman, eine umstrittene Figur im MusikgeschĂ€ft, managete u. a. auch Bob Dylan und Janis Joplin. Den ersten Auftritt hatte das Folktrio 1961. Ihr DebĂŒtalbum landete ein Jahr spĂ€ter auf Platz 1 der US-Charts. Mary Travers trug mit ihrem glockenhellen Sopran und ihrem charismatischen Auftreten grundlegend zum Erfolg der Band bei. Und Peter, Paul and Mary verhalfen auch anderen Musikern zu Ruhm – ihre Cover von Pete Seeger, Gordon Lightfoot und Bob Dylan verschafften diesen Musikern grĂ¶ĂŸere Bekanntheit.

Besonders an dem Trio war, dass sie politisches Engagement mit breiter PopularitĂ€t verbanden. Sie waren an vielen BĂŒrgerrechts- und Anti-Vietnam-Kundgebungen beteiligt. So begleiteten sie Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“ am 28. August 1963 und setzten sich bei den Demonstrationen von Selma nach Montgomery 1965 fĂŒr das allgemeine Wahlrecht ein.

Nachdem Yarrow, Stookey und Travers 1970 getrennte Wege gingen, nahm die Musikerin fĂŒnf Soloalben auf. In puncto Musik wurde es danach etwas still um Travers, doch sie engagierte sich weiterhin fĂŒr soziale und politische Zwecke. Mary Travers starb ab 16. September 2009 im Alter von 72 Jahren an LeukĂ€mie.

Ein ausfĂŒhrliches PortrĂ€t der SĂ€ngerin ist am Sonntag ab 12 Uhr in der Sendung This Land – Your Land? mit Michael Kleff zu hören.

Nächste Seite »