Tickets f√ľr Ty Segall

23.10.2014 von  

Foto von Ty SegallTy Segall (Foto: Denée Petracek)

Ty Segall, das musikalische Wunderkind aus San Francisco, ver√∂ffentlichte im August sein neues Album „Manipulator“. Flei√üig versorgte der US-amerikanische Musiker seine Fans die letzten Jahre kontinuierlich mit neuem Material und gab sich dabei stets experimentell zwischen Garage-Rock, Psychedelic, Noise- und Punk-Rock.

Mit „Manipulator“, das auf dem Label Drag City erschienen ist, kommt Ty Segall Anfang November auf Tour. Auf drei Deutschland-Konzerten k√∂nnt Ihr den Ausnahmemusiker live erleben.

ByteFM pr√§sentiert die Tour und verlost exklusiv unter Mitgliedern des F√∂rdervereins „Freunde von ByteFM“ 1√ó2 G√§stelistenpl√§tze pro Spielort. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 30. Oktober mit dem Betreff „Ty“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem F√∂rderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterst√ľtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genie√üen k√∂nnt.

Die Termine:

04.11.14 Hamburg – Knust
05.11.14 Dresden – Beatpol
06.11.14 Berlin – Astra

Neue Platten: Die Zimmerm√§nner – „Ein Hund Namens Arbeit“

Cover des Albums Ein Hund Namens Arbeit von Die Zimmerm√§nnerDie Zimmerm√§nner – „Ein Hund Namens Arbeit“ (Tapete)

8,3

Die Erschaffung der luziferischen Perfektion. – Oder: Wie „Ein Hund Namens Arbeit“ von Die Zimmerm√§nner in absurder Leichtigkeit die meistgehassten Musikgenres des Musikliebhabers vereint.

Am Anfang erschuf Musikgott Hildegard Knef. Hilde war eine wahrere Erscheinung, haute mit ihrem kratzigen Gesang die Nachkriegsdeutschen aus den Latschen und kam doch √ľber das Chanson nicht hinaus.

Am zweiten Tag sprach Musikgott: „Papperlapapp, Chanson! Die Menschen m√ľssen mitsingen, sich mitrei√üen lassen! Sie sollen schwofen und schwippen.“ Und so schuf er den Schlager.

Des Schlagers √ľberdr√ľssig musste f√ľr Musikgott schnell ein neues Genre her: Die Neue Deutsche Welle. Mit Nena, Trio und Andreas Dorau gelang ihm ein wahrer Coup. Die Menschen waren au√üer sich. Sie verga√üen gar all ihren Anstand.

Potzblitz! Musikgott war not amused. Flux folgte am vierten Tag die Erschaffung des 70er-Jahre-Pop. Mehr Beat, mehr Disko, mehr Glitzer – weniger Exzesse. So der Plan. Mit ABBA, Vicky Leandros und Boney M. sollte dem Treiben ein Ende bereitet werden. Doch, welch Elend ‚Äď der Mensch war beratungsresistent.

Also sprach Musikgott: „Gebet mir den 80er-Sound!“ Wenn nichts hilft, dann hilft Synthiesound. Regler rauf, E-Piano an, zweistimmiger Gesang. Nun war alles verloren. Es wurde getanzt, gejauchzt und gefeiert, keiner kam mehr seinen Verpflichtungen nach.

„Wer sich so verausgabt, soll eine Pause bekommen“, so Musikgott. Auf die wilden letzten f√ľnf Tage folgte am sechsten Tag die Schaffung des Deutschpop. Vorne dran: Die Prinzen. Volkswitzige Konsenstexte mit einer Prise Esprit. Endlich aufatmen. „Doch nehmt euch in Acht! Am siebten Tag werdet ihr all eure Kr√§fte ben√∂tigen.“ Die Warnung des Musikgotts sollte nicht umsonst ausgesprochen werden, denn ‚Ķ

Am siebten Tag vollendete Musikgott sein Schaffen. Ihm gelang ein wahrer Streich. Er vereinte alle Errungenschaften der ersten sechs Tage in einem. So entstand: die Perfektion der meistgehassten Musikgenres des Musikliebhabers ‚Äď Die Zimmerm√§nner.

Die Zimmerm√§nner hatten mit ihrem Werk „Ein Hund Namens Arbeit“ zw√∂lf St√ľcke in die Welt gesetzt, die grotesk bis mitrei√üend, schwofig bis animierend, deutschpopig bis schlageresk waren. Detlef Diederichsen und Timo Blunck jonglierten geschickt mit Worten, reimten ungeschickt Verse und setzten gewitzt auf den altbekannten Hang zu einfachen Melodien.

„Ein Hund Namens Arbeit“ war eine geniale Platte, die manchmal beinahe ein bisschen angeberisch wirkte. So liebten Die Zimmerm√§nner Querverweise auf Kultur, Politik und Gesellschaft, die die Menschen zum Gr√ľbeln brachten. Die Musiker bedienten sich spielend leicht der absurdesten Sinnzusammenh√§nge und reihten die einfachsten Melodien aneinander. Das alles war genial. Das alles war Ausdruck puren K√∂nnens und gro√üer Spielfreude. Das alles war der simple Beweis: Uncoolsein kann so cool sein.

Und Musikgott? Der lag zufrieden in den Federn und labte sich an seiner Selbstkrönung ob dieses Meisterwerks. Der Angeber.

Label: Tapete

artistxite Album der Woche:
‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead – „IX“

23.10.2014 von  

Cover des Albums IX von ‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead – „IX“ (Superball Music)

„IX“ von ‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead ist Album der Woche bei unserem Partner artistxite.

Es gleicht der Quadratur des Kreises, m√∂chte man sich dem wahren Wesen von ‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead anhand ihrer bisherigen Alben n√§hern. In 20 Jahren Bandgeschichte ist ihnen das Kunstst√ľck gelungen, jede sicher geglaubte Annahme √ľber den Sound dieser Band wieder √ľber den Haufen zu werfen. Vom Post-Hardcore ging es √ľber Noise, Punk, Prog und Emo quer durch den wilden Rock-Garten. Ein Parforceritt, der ihnen den ganz gro√üen und dauerhaften Erfolg bisher verwehrt hat.

Mit „IX“ kommen die Texaner nun erstmals ein wenig zur Ruhe und besinnen sich darauf, dass all diese gezeigten Seiten zu ihnen geh√∂ren. Sie beherrschen den dick aufgetragenen Power-Chorus wie bei „Lie Without A Lier“ ebenso wie das schmerzgetr√§nkte Emo-Wehklagen wie in „The Ghost Within“. Und sie haben den Mut, beides direkt hintereinander zu stellen. Das ist kein Mangel an klarer Linie, das ist der Beweis, dass sie mit einem Fingerschnippen jede Spielart des Rock auf hohem Niveau abrufen k√∂nnen. „IX“ ist eine Werkschau dieser F√§higkeit geworden, stets geeicht auf einen erdigen amerikanischen Sound.

Man kann ‚ĶAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead vieles vorwerfen, vor allem, dass sie nicht mit allen Mitteln versucht haben, die Gr√∂√üe ihres Drittwerks „Source Tags & Codes“ einfach festzuhalten. Doch man muss ihnen zugestehen, dass sich so eine vielseitige Diskografie wenige andere Bands auf die Fahne schreiben k√∂nnen. Auf „IX“ wirkt die Band weniger gehetzt, was diesem Album Ruhe und Gr√∂√üe verleiht. Man muss diesem Werk Zeit geben und sp√§testens wenn das epische „Lost In The Grand Scheme“ das furiose Schlussdrittel mit „Like Summer Tempests Came His Tears“ und „Sound Of The Silk“ einl√§utet, bringen Trail Of Dead noch mal alles zusammen, was diese Band so gro√üartig und „IX“ so empfehlenswert macht.

Weitere Neuerscheinungen besprechen wir in unserem neuen wöchentlichen Podcast. Alle vorgestellten Veröffentlichungen findet Ihr auch im Download-Shop unseres Partners artistxite. Weitere Album-Empfehlungen von artistxite findet ihr im artistxite-Blog.

Tickets f√ľr Spoon

22.10.2014 von  

Foto der Band SpoonSpoon

Nach vier Jahren Pause melden sich Spoon mit ihrem achten Studioalbum zur√ľck. Das neue Werk tr√§gt den Namen „They Want My Soul“ und erschien Anfang August. Die Indie-Rock-Band aus Austin, USA, fand sich Mitte der 90er-Jahre zusammen und hatte ihren musikalischen Durchbruch sp√§testens 2005 mit dem Album „Gimme Fiction“.

Anfang November kommen Spoon nach Deutschland und spielen zwei Konzerte in Hamburg und Köln.

ByteFM pr√§sentiert die Konzerte und verlost exklusiv unter Mitgliedern des F√∂rdervereins „Freunde von ByteFM“ 1√ó2 G√§stelistenpl√§tze pro Spielort. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 29. Oktober mit dem Betreff „Spoon“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem F√∂rderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterst√ľtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genie√üen k√∂nnt.

Die Termine:

02.11.14 Hamburg РUebel & Gefährlich
04.11.14 Köln РLuxor

Damon Albarn spielt live vor einem Androiden

21.10.2014 von  

Foto von Damon AlbarnDamon Albarn (Foto: Linda Brown Lee)

Damon Albarn und moderne Technologie, das ist die Geschichte einer Hassliebe. W√§hrend sein virtuelles Bandprojekt Gorillaz, das auf seinen Konzerten als dreidimensionale Hologramme von Comicfiguren auftrat, auch eine Huldigung an digitale Bildwelten war, wirft der Brite auf seinem aktuellen Soloalbum „Everyday Robots“ einen eher kritischen Blick auf die durchtechnisierte Welt. Denn Technik, so k√∂nnte man die These des Albums zusammenfassen, entfremdet die Menschen vor allem von ihrem Alltag. Das mag r√ľckw√§rtsgewandt und kulturpessimistisch klingen, ist aber in Zeiten der allt√§glichen Mensch-Smartphone-Symbiose vielleicht notwendiger denn je.

Dass Albarn vor Kurzem im Rahmen des Creators Project ein Konzert im japanischen Miraikan National Museum of Emerging Science and Innovation u.¬†a. vor einem echten Androiden spielte, passt daher perfekt ins Konzept des Musikers. Bei dem Androiden handelte es sich um eine „Frau“ namens Otonaroid, die bei nur kurzem Hinsehen einem Menschen auf be√§ngstigende Weise zu √§hneln scheint.

„Ich hatte fast nicht geglaubt, dass es sich dabei nicht um einen Menschen handelt“, sagt Albarn im dazugeh√∂rigen Video (siehe unten). Andererseits w√ľrden Menschen erst wirklich mit Robotern interagieren, wenn sie auch wie Menschen aussehen w√ľrden. Bei aller Kritik liebe er au√üerdem Technologie. Sie sei manchmal ziemlich be√§ngstigend, andererseits aber auch sehr inspirierend, sagt Albarn, bevor die Kamera auf sein von einer Roboter-Tanzperformance fasziniertes Gesicht zoomt.

Tickets f√ľr Tr√ľmmer

21.10.2014 von  

Foto der Band Tr√ľmmerTr√ľmmer

Vor einigen Wochen war es endlich da, das langerwartete Deb√ľt der Hamburger Band Tr√ľmmer. Passend, schlicht und einfach hei√üt es „Tr√ľmmer“ und wurde im August Album der Woche bei ByteFM. Viel Wirbel wird um das Trio gemacht, das sich zumindest namenstechnisch so wunderbar in die aktuelle deutsche Musikszene mit Bands wie Fenster oder Messer einreiht. Musikalisch treten die drei Jungs in die Fu√üstapfen von Bands wie Die Sterne, Blumfeld oder Tocotronic.

Auf ihrem Deb√ľt vermittelt die Band eine Euphorie, der man unmittelbar anmerkt, dass sie sich als Gegenfront zur allgemeinen musikalischen Gleichschaltung versteht, die dieses Land, und mit Sicherheit den deutschsprachigen Rock¬†‚Äôn‚Äô¬†Roll in den letzten Jahren erfasst und eingelullt hat. Ob diese Euphorie auch auf ihren Konzerten zu sp√ľren ist, k√∂nnt Ihr Ende Oktober und im November selbst herausfinden.

ByteFM pr√§sentiert die Tour von Tr√ľmmer und verlost 1√ó2 G√§stelistenpl√§tze pro Spielort. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 27. Oktober mit dem Betreff „Tr√ľmmer“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Die Termine:

30.10.14 Berlin – Cassiopeia
31.10.14 Leipzig РTäubchenthal
01.11.14 Hannover – Lux
03.11.14 N√ľrnberg – Club Stereo
04.11.14 Wien (A) – Rhiz
05.11.14 W√ľrzburg – Cairo
06.11.14 Heidelberg РHäll
07.11.14 Köln РKing Georg
08.11.14 Essen – Hotel Shanghai
09.11.14 Hamburg – Molotow
28.11.14 Stuttgart РZwölfzehn

Charts KW 43

21.10.2014 von  

Die meist gespielten Alben der letzten zwei Wochen bei ByteFM.

Es gab wenig Bewegung auf den vorderen Pl√§tzen – die Top 3 der letzten Woche ist auch die Top 3 der neuen Woche: Den ersten Rang belegt nach wie vor „Our Love“, das neue Album des Kanadiers Daniel Snaith alias Caribou. „Syro“, der neue Aphex-Twin-Longplayer, ergattert auch dieses Mal die Silbermedaille. Schlusslicht der Top 3 ist ebenso unver√§ndert das neue, zweite Album der Briten alt-J – „This Is All Yours“.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Caribou – Our Love (1)
2. Aphex Twin – Syro (2)
3. Alt-J – This Is All Yours (3)
4. She Keeps Bees – Eight Houses (6)
5. Kindness ‚Äď Otherness (neu)
6. Flying Lotus – You‘re Dead! (neu)
7. Mutter – Text Und Musik (9)
8. SBTRKT – Wonder Where We Land (4)
9. Kele – Trick (neu)
10. Warm Graves – Ships Will Come (neu)
11. Prince – Art Official Age (neu)
12. Foxygen – …And Star Power (neu)
13. Childhood – Lacuna (8)
14. Roman Fl√ľgel – Happiness Is Happening (neu)
15. Simian Ghost – The Veil (12)

Downloads der Alben findet Ihr bei unserem Partner artistxite.

Neue Platten: Scott Walker + Sunn O))) – „Soused“

Cover des Albums Soused von Scott Walker + Sunn O)))Scott Walker + Sunn O))) – „Soused“ (4AD)

7,4

Ein z√§hfl√ľssiger Drone, ein weit entferntes Pfeifen, das klingt wie ein verfremdeter Schmerzschrei, der von scheinbar zuf√§llig hereinpreschenden Metallschl√§gen beantwortet wird. Das ist der Sound, den man von Sunn O))), dem US-amerikanischen Drone-Metal-Duo, gewohnt ist. W√§re da nicht pl√∂tzlich diese bei√üende Tenorstimme, die so aufdringlich ist wie Fernsehwerbung w√§hrend eines Spielfilms – und dabei auch noch kryptische Textzeilen singt wie: „A beating would do me a world of good“. Doch ich will hier nichts √ľberst√ľrzen. Die Stimme geh√∂rt zu Scott Walker, einem englischen S√§nger, der niemand Geringeres als David Bowie zu seinen treuesten Fans z√§hlen kann. Der heute 71-J√§hrige wurde in den 1960er-Jahren mit der Band Walker Brothers weltber√ľhmt, bevor er sich nach der Aufl√∂sung f√ľr eine Solokarriere als Chansonnier entschied ‚Äď und dann so unterschiedliche Musiker wie Damon Albarn, Jarvis Cocker oder The Last Shadow Puppets beeinflusste.

Dass die oft in M√∂nchskutten gekleideten Sunn O))) den S√§nger nun f√ľr ihr neues Album „Soused“ engagiert haben, wirkt nur auf den ersten Blick unpassend f√ľr die Musik des enigmatischen Duos, das in √§sthetischer Hinsicht irgendwo zwischen Black Metal, soundgewordenem Gottesdienst und den avantgardistischen Klangexperimenten von Neuer Musik angesiedelt ist. Denn Sunn O))) orientieren sich mit ihrer vor allem auf K√∂rperlichkeit abzielenden Musik seit jeher an avantgardistischen Ideen.

Und Avantgarde bedeutet immer auch, Konventionen zu zerst√∂ren und Gewohnheiten zu unterlaufen. Die Musik aus organisiertem Dr√∂hnen und dem von Gregorianik und Opern beeinflussten Gesang erfordert eine gewisse Zeit, bis sie ihre eindringliche Atmosph√§re entfaltet. Musikalisch bleibt sich das Duo bis auf einige neue Referenzen wie etwa die hohen Glissandi-T√∂ne des polnischen Komponisten Gy√∂rgy Ligeti weitgehend treu. Keiner der f√ľnf Songs ist k√ľrzer als acht Minuten, ein bedrohliches Hintergrundrauschen ist allgegenw√§rtig und die verzerrt-atonalen Akkorde werden bis aufs √Ąu√üerste gedehnt.

W√§hrend sich die helle Stimme wie ein dauerhafter Kontrapunkt durch die reduzierten wie d√ľsteren Klanglandschaften zieht, passt die Thematik der Texte schon wesentlich besser zur mythisch aufgeladenen Musik. Denn die oft sehr bildhafte Sprache Walkers erinnert nicht nur thematisch, sondern auch metrisch an die d√ľstere Lyrik von Poeten wie T.¬†S. Eliot. Der Song „Herod 2014″ etwa ist eine musikalische Interpretation des Massakers, das K√∂nig Herodes der Bibel zufolge einst in Bethlehem ver√ľbte.

Das l√§sst sich einerseits als Flucht in vergangene Zeiten lesen, aber auch als Br√ľcke in die Gegenwart. Denn die biblische Interpretation eignet sich perfekt als kritischer Kommentar auf die barbarischen Verh√§ltnisse unserer Gegenwart.

„Soused“ ist eine Herausforderung, aber eine, die sich lohnt. Denn das Album setzt vor allem kathartische Kr√§fte frei, indem es vergessene D√§monen der Menschheitsgeschichte mit denen der leider realen Gegenwart koppelt. Zeitgem√§√üer k√∂nnte Musik nicht sein.

Label: 4AD
Kaufen: artistxite-Shop

artistxite Charts vom 13.10. bis 19.10.2014

20.10.2014 von  

artistxite Charts

Einmal in der Woche stellen wir die Charts unseres Partners artistxite vor, einem Musik-Download-Shop mit redaktioneller Begleitung. Alle in den Charts vertretenen Veröffentlichungen können im Shop von artistxite gekauft werden.

1. Ex HexRips
2. CaribouOur Love
3. WeezerEverything Will Be Alright In The End
4. Flying LotusYou‘re Dead!
5. Foxygen…And Star Power
6. KeleTrick
7. IceagePlowing Into The Field Of Love
8. Julian Casablancas & The VoidzTyranny
9. KindnessOtherness
10. Zola JesusTaigav
11. Peaking LightsCosmic Logic
12. Jamie TCarry On The Grudge
13. alt -JThis Is All Yours
14. The GrowlersChinese Fountain
15. SBTRKTWonder Where We Land
16. Aphex TwinSyro
17. CurtinOne For The Doghearted
18. Jens FriebeNackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus
19. GoatCommune
20. KraftklubIn Schwarz

Album der Woche: „Master Mix: Red Hot + Arthur Russell“

20.10.2014 von  

Cover der Compilation Master Mix: Red Hot + Arthur RussellV√Ė: 17. Oktober 2014
Web: redhot.org
Label: Yep Roc
Kaufen: artistxite-Shop

Wenn es etwas gibt, auf das best√§ndig Verlass ist, dann sind das die Compilations der Red Hot Organization mit Sitz in New York City. Seit nunmehr 24 Jahren ver√∂ffentlicht diese Hilfsorganisation Musikalben, deren Erl√∂s verschiedenen Stiftungen zukommt, die HIV und AIDS bek√§mpfen. In dieser Zeit wurden bereits √ľber 15 dieser Compilation-Alben ver√∂ffentlicht, auf denen K√ľnstler jeglichen Alters und jeglichen Bekanntheitsgrads Songs beisteuern. Oft stehen diese Zusammenstellungen unter einem besonderen Thema, so wie zum Beispiel die letztj√§hrig erschienene Red Hot + Fela, die der afrikanischen Musiklegende Fela Kuti Tribut zollt.

Das aktuelle Projekt will das 1992 verstorbene Multitalent Arthur Russell ehren. Dieser war besonders ab den sp√§ten 70er-Jahren ein wegweisender Musiker, Cellist, Pionier der elektronischen Tanzmusik. Seine musikalische Genreabdeckung reicht dabei von Klassik √ľber Pop bis hin zu avantgardistischen Kompositionen. 26 dieser zeitlosen St√ľcke werden auf Master Mix: Red Hot + Arthur Russell von rund 20 zeitgen√∂ssischen K√ľnstlern neu interpretiert. Ein gewagtes Unterfangen.

Ein solch monumentales Vorhaben kann leicht in die falsche Richtung kippen: „Ich hatte fast das Gef√ľhl, dass man von derart heiligen Vorlagen lieber die Finger lassen sollte ‚Ķ aber wir haben [Losing My Taste For The Night Life] dann schlie√ülich aufgenommen, weil wir damit sagen wollten: ‚ÄöH√∂rt euch das Werk von Arthur an!‚Äė, so der amerikanische Singer-Songwriter Devendra Banhart. Andere K√ľnstler haben weniger Zweifel: Robyn und Jos√© Gonz√°lez sind sofort von der Idee begeistert. Letzterer spendiert das Er√∂ffnungsst√ľck, eine √ľberarbeitete, rhythmische Fassung von This Is How We Walk On The Moon. Auch Robyn macht aus dem sowieso schon tanzbaren Tell You einen wuchtigen Gute-Laune-Wirbelsturm.

Neben diesen drei Musikern gibt es auch Tracks von Blood Orange, Sufjan Stevens oder Cults. Allen gemein ist die Bewunderung f√ľr den verstorbenen amerikanischen K√ľnstler, der als Perfektionist galt und im Laufe der Zeit gerade einmal vier Studioalben ver√∂ffentlichte. Auf Grundlage dieser Bewunderung entsteht mit Master Mix: Red Hot + Arthur Russell ein Album, das sich vor dem Ňíuvre des K√ľnstlers verneigt und ein Zeichen setzt: Auserlesene Musik zu genie√üen und gleichzeitig auch noch f√ľr einen wichtigen Zweck zu spenden, schlie√üt sich nicht aus.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen m√∂chte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Red Hot“ und seiner/ihrer vollst√§ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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