Clarence „Gatemouth“ Brown wĂ€re heute 90 geworden

18.04.2014 von  

Clarence Gatemouth Brown

Eine Stimme wie ein offenes Tor soll er gehabt haben, sagte ein Lehrer zum jungen Clarence Brown. So kam er zu seinem Spitznamen „Gatemouth“. Aber nicht nur beeindruckend war Browns Stimme, er hatte großes musikalisches Talent. In den 40er Jahren begann er Schlagzeug in Clubs in San Antonio, Texas zu spielen. Als T-Bone Walker, ein populĂ€rer Bluesmusiker, kurzfristig ein Konzert wegen Krankheit absagen musste, sprang Brown auf die BĂŒhne und improvisierte an der Gitarre unter Applaus des Publikums.

Der am 18. April 1924 geborene Brown war ein Multi-Instrumentalist, er beherrschte nicht nur Gitarre und Schlagzeug, sondern auch die Violine, Mundharmonika, das Klavier und die Mandoline. Ebenso vielseitig war sein Stilrepertoire – der Musiker mischte den ursprĂŒnglichen Blues mit Cajun, mit Jazz, Country und R‘n'B. Nach seinem Spontanauftritt versuchte sich Brown als tourender Musiker, mit Erfolg. Don Robey, dem der Club gehörte, in dem T-Bone Walker hĂ€tte spielen sollen, grĂŒndete kurzerhand Peacock Records, um Platten von Brown herauszubringen.

In den 70er Jahren wurde nach der ersten Pop- und Rock‘n'Roll-Hysterie Blues und Folk wiederentdeckt. Besonders in Westeuropa interessierte man sich fĂŒr die legendĂ€ren Musiker, die diese ur-amerikanische Musik geprĂ€gt hatten. Clarence Brown ging ĂŒber ein Dutzend mal in Europa auf Tour, sogar in der Sowjetunion, was zu Zeiten des Kalten Krieges ein besonderes Ereignis war. Und er wurde zum offiziellen US-Botschafter fĂŒr Musik. Das brachte Brown bis nach Afrika.

In den 2000ern, als der versierte Musiker schon ĂŒber 70 war, spielte er ĂŒberall auf der Welt Konzerte. Doch damit musste er aufhören, als er die Diagnose Lungenkrebs erhielt. Als der Hurrikan Katrina 2005 New Orleans verwĂŒstete, floh Clarence „Gatemouth“ Brown in seine Heimatstadt Orange in Texas. Dort starb er wenige Zeit spĂ€ter.

Zum 70. Geburtstag von Bernie Worrell

18.04.2014 von  

Bernie Worrell

Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von NAD.

Eine lebende Keyboard-Legende wird morgen 70 Jahre alt: Bernie Worrell. Als Teil von Parliament-Funkadelic hat Bernie Worrell in den 70ern Musikgeschichte geschrieben, aber auch durch die Klangforschungsreisen, die er damals, als einer der ersten ĂŒberhaupt, auf dem Synthesizer unternahm. Gleichzeitig sorgte er als musikalischer Leiter des Funk-Kollektivs um George Clinton dafĂŒr, dass das „Mothership“, wie die „Space“-verliebten Musiker ihre Band auch nannten, auf Kurs blieb.

„See – I‘m not much of a word guy. I speak by playing.“

Mit Worten habe er’s nicht so, sagt Bernie Worrell – viel lieber spreche er durch seine Musik. Und das schon ziemlich lange: Mit drei Jahren begann er Klavier zu spielen, mit acht schrieb er sein erstes klassisches Klavierkonzert, mit zehn trat Bernie Worrell mit dem Washington Symphony und dem Plainfield Symphony Orchestra auf. Es folgten Privatunterricht und schließlich ein klassisches Musikstudium. Bernie Worrell hat das Handwerk von der Pike auf gelernt, was allerdings nicht unbedingt bedeutet, dass er dieses auch immer strikt nach Lehrbuch angewendet hat.

Es hilft die Regeln zu kennen – um sie anschließend zu brechen und sein eigenes Ding zu machen:

„You have to learn the basics first and see how things work. That’s your guideline. But after that, you break it.“

FĂŒr Bernie Worrell gilt: Keine Grenzen im Kopf haben, frei sein, ZusammenhĂ€nge zwischen den unterschiedlichsten Musikstilen hören und diese spielend miteinander verbinden.

Direkt nach dem Musikstudium wurde Bernie Worrell zunĂ€chst von der R‘n'B-SĂ€ngerin Maxine Brown engagiert. Er wurde ihr musikalischer Leiter, schrieb Arrangements, probte mit der Band und wĂ€hlte die passenden Mitmusiker aus. Schließlich erhielt er einen Anruf von einem alten Bekannten aus Jugendtagen: George Clinton, der Bernie Worrell nach Detroit und in sein Funk-Kollektiv Parliament-Funkadelic holte.

„I moved to Detroit after getting a phone call from George. I had to tighten stuff up, bring some order into the chaos. But chaos is good, too.“

Kreatives Chaos ist gut. Es brauchte allerdings auch jemanden, der den genialen Space-Funk-Wahnsinn zusammenhielt. Und genau diese Aufgabe ĂŒbernahm Bernie Worrell bei Parliament-Funkadelic und den diversen Nebenprojekten von George Clinton. Durch sein sicheres GespĂŒr fĂŒr Arrangements und durch seinen innovativen Umgang mit den damals noch neuen elektronischen Klangerzeuger trug Bernie Worrell einen entscheidenden Beitrag zum Kultstatus von Parliament-Funkadelic in den 70ern, und der Entstehung von „P-Funk“ bei. Als einer der ersten benutzte er nicht nur herkömmliche Instrumente wie Hammond-Orgel oder E-Piano, vielmehr lotete Bernie Worrell am Synthesizer die Soundmöglichkeiten neu aus, wie sich sein langjĂ€hriger musikalischer WeggefĂ€hrte Bootsy Collins erinnert:

„I think he was probably the first – well, if not the first, then the most innovative Moog bass player in the world. The sounds that he came up with .. you know, nobody was doing that stuff. And today, nobody does it like Bernie.“

Parliament-Funkadelic sollte allerdings noch lange nicht die letzte Station des umtriebigen Musikers sein: In den 80ern half Bernie Worrell der Band Talking Heads dabei, ihren Sound neu zu erfinden. Es folgten Kollaborationen mit u.a. Bill Laswell, Sly & Robbie, Les Claypool, Buckethead oder Mos Def.

Die Liste der KĂŒnstler mit denen Bernie Worrell ĂŒber die vergangenen Jahrzehnte hinweg gemeinsam aufgenommen scheint endlos. Dazu kommen noch die etlichen Veröffentlichungen unter eigenem Namen. Zuletzt erschien im Jannuar die „Melodestra EP“, auf der Bernie Worrell ganz wundervoll Melodik spielt – „die beste Melodika jenseits von Jamaika“, um ByteFM-Moderator Klaus Walter zu zitieren.

Auch mit 70 Jahren ist Bernie Worrell also kein bisschen mĂŒde, sondern immer noch ein musikalisch freier und offener Geist. Nicht zu vergessen ist außerdem eine Sache, die fĂŒr Worrell immer besonders wichtig war: Humor. Ohne den geht nĂ€mlich gar nichts, sagt er – sonst wird man bloß verbissen.

„Have some fun. Put some humor into it. That’s what I like to do. I play, ’Nah nah nah nah‘, in the middle of a classical piece. If you want things to be alright, stop being so uptight and move on. It’s like a P-Funk song: „Free your ass and your mind will follow.“

Ein Audiobeitrag ĂŒber Bernie Worrell von Oliver Stangl ist heute im ByteFM Magazin am Nachmittag zu hören. Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von NAD.

Neue Platten: Amatorski – „From Clay To Figures“

17.04.2014 von  

Amatorski - From Clay To Figures (Crammed Discs)Amatorski – „From Clay To Figures“ (Crammed Discs)

7,0

Schwimmende Klaviere ziehen vorbei. Synthesizer sÀuseln kaminofengewÀrmte Noten ins Ohr. Eine zarte Frauenstimme schmiegt sich an Melodie und Akkorde wie an ein geliebtes Geschwisterchen an. Rundherum werden sanfte Töne angeschlagen.

Amatorski lautet der Name der Band. „Amatorski“ ist Polnisch und bedeutet „laienhaft“ und „dilettantisch“. Die Band selbst kommt aus Belgien und hat soeben ihr neues Album „From Clay To Figures“ veröffentlicht.

Nun ist die unkreativste Frage, die der Journalist SchrÀgstrich Interviewer einer Band stellen kann, die nach der Bedeutung ihres Namens. Die Antwort lautet nÀmlich in etwa 95 Prozent aller FÀlle:

„Ach, wir waren in [völlig unbekannte Stadt auf einem anderem Kontinent] unterwegs und haben bis frĂŒh am Morgen [GetrĂ€nk, von dem noch nie jemand gehört hat und das wie "Absinth" auf Klingonisch klingt] gesoffen und/oder (meistens und) dieses krasse Gras geraucht, das uns ein Einheimischer geschenkt hat und plötzlich kam [Jack/Geoff/Lizzy/Ashley oder Mert] mit diesem Wort auf, einfach so, und dann meinte [Jack/Geoff/Lizzy/Ashley oder Mert]: ‚Hey, cool, lass uns doch einfach unsere Band so nennen.‘“

Nun kann man sich bei Amatorski nicht so richtig vorstellen wollen, dass sie sich auf anderen Kontinenten in irgendwelchen Spelunken unbedacht mit Unbekanntem zukippen, und Polen liegt auch nicht auf einem anderen Kontinent. Daher gehört die Geschichte zu der Namensfindung ihrer Band wohl in die Kiste der verbleibenden fĂŒnf Prozent, die mit der Beschriftung „Wörter, die zufĂ€llig ganz nett nach Bedeutung klingen und deswegen prima als Bandnamen herhalten können“.

Jedenfalls hat der Name ihrer Band nichts mit ihrem Können zu tun, denn dilettantisch sind Amatorski nie. Stattdessen klingen sie wohlig durchkomponiert, ineinandergefĂŒgt und komplett. Das ist die schöne Seite ihrer neuen Platte „From Clay To Figures“.

Vom Ton (und leider ist das Wort „Clay“ auf Englisch nicht so ein schönes Teekesselchen wie im Deutschen) zur (fertigen) Figur. Hach, welch bedeutungsschwangerer Titel fĂŒr ein Album. Denn, ja, da haben wir es: Das religiöse Bild des AllmĂ€chtigen, der den Menschen aus einem Haufen Dreck erschafft, transponiert auf den Menschen, der aus dem Nichts der Stille das Wesen der Musik gebiert.

Das musikalische Wesen Amatorskis ist ein großes: vielleicht ein pflanzenfressender Dinosaurier, der gemĂŒtlich ĂŒber weite Tiefebenen trottet, dabei aber leider sehr, sehr traurig ist. Es ist diese dinosaurierhafte Traurigkeit, die beim Hören von „From Clay To Figures“ RĂ€tsel aufgibt. Denn auch, wenn bisweilen leise OrgelklĂ€nge im Hintergrund wabern (ist jemand gestorben?) und die Stimme der LeadsĂ€ngerin Inne Eysermans tapfer „I can try to be full of love“ und „Tiny bird, tiny bird, open my heart“ ins Mikro kuschelt, den Grund fĂŒr diese antiproportional zum kleinen Vögelchen geradezu riesige Traurigkeit, die das gesamte Album einnebelt, erlĂ€utern Amatorski nicht.

Und deshalb beschleicht weniger depressive Zeitgenossen beim Hören der Platte möglicherweise der Wunsch, Amatorski ins Gesicht zu schlagen und zu brĂŒllen: „Aufwachen! Aufwachen! Es ist FrĂŒhling! Draußen ist es warm, der kleine Vogel hat bald eine riesige Familie, die er versorgen muss, und im Park wird gegrillt! Wir sind nicht allein!“

Wer gern kopfĂŒber in einen randvollen See flĂŒssigen Weltschmerzes springt, dem sei „From Clay To Figures” wĂ€rmstens empfohlen. Wer danach allerdings denkt, dass Amatorski alles richtig gemacht haben, der höre zum Ausgleich vielleicht dann doch gelegentlich die Vogelhochzeit vor dem Zubettgehen.

Label: Crammed Discs | Kaufen

Henry Mancini wÀre heute 90 geworden

16.04.2014 von  

Henry Mancini

Vier Oscars und 20 Grammy Awards konnte Henry Mancini sein eigen nennen – eine beinah unglaubliche Zahl an Auszeichnungen. FĂŒr viele weitere wurde er nominiert. Mancini hat mit seinen Kompositionen maßgeblich die Film- und Fernsehwelt des 20. Jahrhunderts geprĂ€gt. Am bekanntesten ist seine Titelmelodie fĂŒr „Der rosarote Panter“ und das StĂŒck „Moon River“, das Audrey Hepburn im Film „FrĂŒhstĂŒck bei Tiffany“ singt.

Mancini wurde am 16. April 1924 als Sohn italienischer Einwanderer in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio geboren. Sein Vater schenkte ihm als Kind eine Piccoloflöte und brachte den jungen Mancini zum Klavierspielen. Nach der High School besuchte er die renommierte Juilliard Musikhochschule. Doch der zweite Weltkrieg riss Mancini aus der Ausbildung – er ging als Soldat nach Deutschland, wo er an der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen beteiligt war.

ZurĂŒck angekommen in den USA begann Henry Mancini 1946 seine Karriere als Musiker, zunĂ€chst spielte er als Pianist bei der Glenn Miller Band. In den 50er Jahren heuerte er bei Universal Pictures an und komponierte fĂŒr ĂŒber 100 Filme ehe er sich selbststĂ€ndig machte. Ein erster Erfolg war der Soundtrack zur Kriminalserie „Peter Gunn“. Der Durchbruch gelang Mancini mit seinen StĂŒcken fĂŒr die Blake Edwards-Filme „FrĂŒhstĂŒck bei Tiffany“ und „Die Tage des Weines und der Rosen“.

Der vielseitig talentierte Musiker verstand es, Jazz-Elemente in klassische und romantische Kompositionen einzubinden und so einen frischen, einzigartigen Klang zu schaffen. Er nahm ĂŒber 90 eigene Alben auf, die Stilgrenzen ĂŒbergingen. Auch als Dirigent betĂ€tigte Henry Mancini sich, zum Beispiel leitete er Auftritte des Londoner Symphonieorchesters, der Israelischen Philharmoniker und des britischen Royal Philharmonic Orchestra.
Mancini starb im Alter von 70 Jahren, am 14. Juni 1994 in Los Angeles.

Dusty Springfield wÀre heute 75 geworden

16.04.2014 von  

Dusty Springfield Stedelijk Museum
Dusty Springfield im Stedelijk Museum, Amsterdam (Foto: NiederlÀndisches Nationalarchiv | Lizenz: CC BY-SA 3.0 NL)

Eine samtene, sehnsuchtsvolle Stimme, ein eleganter Auftritt, geheimnisvoll schwarzgeschminkte Augen und hochtoupiertes, goldenes Haar – das war Dusty Springfield. Die am 16. April 1939 als Mary O‘Brien geborene SĂ€ngerin wurde zu einer Ikone der Swinging Sixties. Viele bewunderten sie fĂŒr ihren souligen Gesang, der untypisch war fĂŒr ein MĂ€dchen aus einem Londoner Vorort.

Schon als Kind sog sie Musik auf, vor allem Klassik- und Jazzplatten, die ihr Vater spielte. Er war es auch, der erste Gesangsaufnahmen mit Dusty Springfield machte, als sie gerade ins Teenageralter kam. Den Spitznamen Dusty hatte sie von ihrer Familie; Springfield eignete sie sich als Nachnamen an als sie Anfang der 60er das Folkpop-Trio The Springfields mit zwei Freunden grĂŒndete. Gemeinsam mit der Band reiste sie in die USA, wo sie vom Motown-Sound infiziert wurde.

Springfield wollte auch so klingen wie die Girlbands dieser Tage, wie The Shirelles und The Exciters. Sie startete eine Solokarriere und landete mit ihrer ersten Single einen Hit. „I Only Want To Be With You“ machte die SĂ€ngerin 1963 schlagartig berĂŒhmt. Auch die von ihr vertonten Bacharach-David-StĂŒcke „Wishin‘ And Hopin‘“ und „I Just Don’t Know What To Do With Myself“ wurden zu großen Erfolgen.

Mit ihrem fĂŒnften Album „Dusty in Memphis“ wurde Springfield 1968 zu einem internationalen Soul-Star. Darauf findet sich ihr bekanntestes StĂŒck: „Son Of A Preacher Man“. Sie war nicht nur eine talentierte SĂ€ngerin, sondern eine starke Persönlichkeit. Springfield machte keinen Hehl daraus, dass sie nicht heterosexuell war, und sie weigerte sich, in SĂŒdafrika ein Konzert zu spielen, bei dem nur hellhĂ€utige Menschen zugelassen gewesen wĂ€ren. Daraufhin wurde sie des Landes verwiesen.

In den 70er Jahren nahm Springfields Erfolg ab, ein Comeback bescherte ihr die Zusammenarbeit mit den Pet Shop Boys. Sie lieh derem Song „What Have I Done To Deserve This?“ ihre Stimme und liess ihre Platte „Reputation“ von dem Duo produzieren. Eine neue Ära begann fĂŒr die SĂ€ngerin, doch 1994 musste Springfield erfahren, dass sie Brustkrebs hatte. FĂŒnf Jahre spĂ€ter, am 2. MĂ€rz 1999, erlag sie der Krankheit.

Hundreds live bei ByteFM

16.04.2014 von  

HundredsHundreds

Hundreds ist eine Elektro-Pop Band aus Hamburg, die aus den Geschwistern Eva und Philipp Milner besteht.

Heute waren Hundreds zu Besuch im ByteFM Magazin bei Christa Herdering und haben ĂŒber die Zusammenarbeit als Geschwisterduo sowie die Zeit der vergangen vier Jahre gesprochen.
Außerdem haben sie „Stones“ von ihrem aktuellen Album „Aftermaths“ auf einem frisch gekauften Keyboard in einer Liveversion gespielt – das Ergebnis könnt Ihr hier nun nachhören.

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Hundreds – Stones (Live bei ByteFM)

Tickets fĂŒr Augustines

16.04.2014 von  

AugustinesAugustines

Augustines sind Billy McCarthy, Eric Sanderson und Rob Allen. Das US-amerikanische Trio kommt ursprĂŒnglich aus New York, ist aktuell aber in Seattle ansĂ€ssig. 2012 tourten sie zum ersten Mal zusammen mit The Maccabees durch Deutschland und spielten gleich im Anschluss auf den Zwillingsfestivals Hurricane und Southside. Im Herbst folgte eine fast in allen StĂ€dten ausverkaufte Tour. Damals noch unter dem Namen We Are Augustines, hinterließ die amerikanische Indie-Rock-Band einen bleibenden Eindruck. Als Augustines sind sie nun mit einem neuen Album zurĂŒck und spielen sechs Konzerte in Deutschland.

ByteFM prĂ€sentiert die Tour und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ 1×2 Karten pro Spielort. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 23. April mit dem Betreff „Augustines“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstĂŒtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

28.04.2014 Hamburg – Gruenspan
29.04.2014 Frankfurt – Batschkapp
01.05.2014 Heidelberg – Karlstorbahnhof
02.05.2014 MĂŒnchen – Feierwerk
03.05.2014 Berlin – Astra Kulturhaus
06.05.2014 Köln – Luxor

Quilt live bei ByteFM

16.04.2014 von  

QuiltQuilt bei ByteFM

Mehrstimmiger Harmoniegesang ĂŒber verpsychten Gitarrenspuren mit teils treibenden, teils schleppenden Beats – Quilt aus Boston legen Wert auf musikalische Vielfalt. Deshalb wurde im ByteFM Studio auch kurzerhand ein provisorisches Schlagzeug aufgebaut, sodass „Mary Mountain“ von Quilts neuem Album „Held in Splendor“ in seiner ganzen Pracht strahlen konnte.

Verpasst? Nicht schlimm! Nachhören könnt ihr „Mary Mountain“ hier:

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Quilt – Mary Mountain (Live bei ByteFM)

Vor 120 Jahren wurde Bessie Smith geboren

15.04.2014 von  

Bessie Smith

Bessie Smith, am 15. April vor 120 Jahren im US-Staat Tennessee geboren, schaffte es aus armen VerhĂ€ltnissen auf große BĂŒhnen. Sie war die erfolgreichste und bekannteste BluessĂ€ngerin der 20er- und 30er-Jahre. Ihre Eltern verlor sie frĂŒh. Mit 16 schloss sich Bessie Smith einer fahrenden Vaudeville-Truppe an, bei der auch ihr Bruder war. Erst als TĂ€nzerin, bald als SĂ€ngerin. Es folgten Auftritte in Clubs und Theatern im SĂŒden der USA.

Smiths Talent sprach sich rum und handelte ihr Anfang der 20er Jahre einen Plattenvertrag bei Columbia Records ein. 1923 nahm sie ihre erste Single auf, den „Downhearted Blues“, der mittlerweile in die Grammy Hall of Fame aufgenommen wurde. Ihr Erfolg wuchs und wuchs – zu ihren Lebzeiten war Bessie Smith die bestbezahlteste schwarze Musikerin. Sie nahm mit GrĂ¶ĂŸen wie Louis Armstrong und Coleman Hawkins auf und tourte ihn ihrem eigenem Auto, was damals eine Ausnahme war.

Die Wirtschaftskrise in den 20ern wirkte sich auch auf das MusikgeschĂ€ft aus – das musste Smith am eigenen Leib erfahren. Der Glanz und Glamour wurde weniger in ihrem Leben. Doch Anfang der 30er schaffte sie ein Comeback und nĂ€herte sich dem in die Mode kommenden Swing an, zum Beispiel mit dem StĂŒck „Gimme a Pigfoot (And a Bottle of Beer)“. Ehe weitere Aufnahmen folgen konnten, wurde Bessie Smith aus dem Leben gerissen. Sie starb am 26. September 1937 nach einem Autounfall. Ein Grabstein wurde mehr als 30 Jahre spĂ€ter von Janis Joplin und Juanita Green, einer ehemaligen Angestellten von Smith, gestiftet.

Neue Platten: Farben & James DIN A4 – „Farben Presents James DIN A4″

Farben & James DIN A4 - Farben Presents James DIN A4 (Faitiche)Farben & James DIN A4 – „Farben Presents James DIN A4″ (Faitiche)

8,0

James DIN A4 bastelt seit Anfang des Jahrtausends an einer bunten und wuseligen Art Housemusik, die es in dieser Form auf den TanzflĂ€chen der Welt leider nicht so oft zu hören gibt. Zwar fehlt der verbindliche Viervierteltakt nur selten, doch drĂŒber, drunter und neben diesem geraden Beat wimmelt es in den Tracks des Musikers aus Ottersberg bei Bremen nur so an klanglichen KuriositĂ€ten und verqueren Rhythmen, die sich gegen die ĂŒblichen Regeln des GeschĂ€fts sperren.

Dennis Busch, der Mann hinter James DIN A4 und vielen anderen Pseudonymen, betĂ€tigt sich neben der Musik vor allem als bildender KĂŒnstler und beschĂ€ftigt sich dort seit Langem mit dem Thema Collagen. Auch seine grafischen Arbeiten, die hĂ€ufig auch die Cover seiner Alben zieren, ĂŒberrumpeln einen in ihrem assoziativen Wildwuchs, ihrer grellen Farbigkeit und einem mitunter merkwĂŒrdigenn dadamĂ€ĂŸigen Humor. Auf unzĂ€hligen EPs, die Busch in den letzten zehn Jahren unter anderem auch als Pop Dylan oder Krieghelm Hundewasser mit Vorliebe auf seinem eigenen Label Esel veröffentlicht hat, behauptet er eine verspielte LĂ€ssigkeit, die seine StĂŒcke schrĂ€g klingen lĂ€sst, am Ende aber auch dafĂŒr sorgt , dass die Tracks grooven und swingen, dass sich die BĂ€ume wiegen.

Jan Jelinek stellt jetzt auf seinem Label Faitiche zehn seiner persönlichen James-DIN-A4-Lieblingstitel als Remixes vor. Dass er dafĂŒr sein seit Jahren nur wenig aktives Projekt Farben fĂŒr eine Veröffentlichung in AlbumlĂ€nge reaktiviert, zeigt neben echter Fanhaltung auch eine verwandte Geisteshaltung der beiden KĂŒnstler. Farben stand mit seinen legendĂ€ren Alben zur Jahrtausendwende ja in erster Linie fĂŒr minimalistischen Maschinen-Soul, der trotz reduzierten Clicks-&-Cuts-Klangmaterials vor allem den lebendigen, euphorischen Momenten in der Musik nachspĂŒrte.

WĂ€hrend Jelinek bei aktuellen Projekten wie Groupshow oder Ursula Bogner in den letzten Jahren hauptsĂ€chlich auf Live-Improvisation und modulare Systeme setzt, kommt bei den vorliegenden James-DIN-A4-Bearbeitungen insbesondere sein GespĂŒr fĂŒr die ideale Balance zwischen Konzentration und wimmelnden Wucherungen in der Musik zum Tragen. Im Detail ist zwar schwer zu sagen, wie das VerhĂ€ltnis von Original und Remixanteil der zehn Remixe auf „Farben Presents James DIN A4″ genau aussieht, doch immerhin fĂŒnf der Neubearbeitungen nehmen im Titel direkt Bezug auf den entsprechenden James-DIN-A4-Track. „Lucifer Rising“ etwa stammt von der 2004er EP „Kommune 1″, wo im Original von Anfang an entspannt groovende Ethno-Bongo-Loops, Harfensamples und allerlei verrauschte Vocal- und Mikrosamples den Ton angeben. Jelinek sortiert das ursprĂŒnglich zehnminĂŒtige Arrangement ein wenig um und schafft mit seiner eigenen Auswahl an Samples und Hooks und einer langsam pulsierenden Basslinie einen kontinuierlichen Spannungsaufbau, der weniger ĂŒberraschende BrĂŒche bereithĂ€lt, dafĂŒr aber einen tiefen, stetigen Fluss besitzt.

Jan Jelineks StĂŒckauswahl ist wirklich gelungen. DarĂŒber hinaus fĂŒgt er dem Originalmaterial eine neue Ordnung hinzu, ohne dass die Tracks dabei ihre wandelbare, anarchistische Grundschwingung verlieren. „Farben Presents James DIN A4″ bietet so einen frischen Blick auf bereits großartige Tracks. Als Synthese der Ästhetik zweier einzigartiger Klang-Querulanten ist hier das Ganze – wie bei jeder gelungenen Collage – weit mehr als die Kombination seiner Einzelteile.

Label: Faitiche | Kaufen

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