Brian Epstein wÀre heute 80 geworden

19.09.2014 von  

Brian EpsteinBrian Epstein

Einige Menschen wurden seit den 60ern als „der fĂŒnfte Beatle“ bezeichnet, doch Brian Epstein ist wohl der Einzige, der diesen Beinamen zu recht tragen konnte. Schließlich hat ihn Paul McCartney so genannt. Brian Epstein war der erste Manager der Beatles und derjenige, der sie zum großen Erfolg fĂŒhrte. Ohne Epstein hĂ€tte es wohl nie die Beatlemania gegeben.

Der am 19. September 1934 geborene Epstein ĂŒbernahm in den 50ern den Plattenladen seines Vaters. Nachdem er das erste Mal von den Beatles gehört und eins ihrer ersten Konzerte in Liverpool besucht hatte, kaufte er der Band 25 Singles ab. Die waren nach kĂŒrzester Zeit wieder vergriffen. Davon beeindruckt, bot sich Epstein kurzerhand als Manager der Band an.

Er war es, der den Beatles den ersten Plattenvertrag verschaffte. 1962 erschien „Love Me Do“ bei Parlophone und wurde zum Hit. Epstein beeinflusste auch das Auftreten der Beatles grundlegend. Er ordnete an, dass die „Fab Four“ ihre Lederjacken und Jeans fĂŒr ordentliche AnzĂŒge aufgaben. Außerdem sollten sich das Rauchen, Trinken und Fluchen auf der BĂŒhne aufgeben. Mit diesem polierten Image traten die Beatles den Weg zum Weltruhm an.

Doch mit dem wachsenden Erfolg wurden die Band unzufrieden mit ihrem Manager. Sie merkten, dass er sich einen großen Teil vom Kuchen abschnitt, und mehr von ihren Einnahmen fĂŒr sich behielt als ĂŒblich war. Außerdem sorgte Epsteins Drogenkonsum fĂŒr Probleme – er war nicht mehr der zuverlĂ€ssige GeschĂ€ftsmann, den McCartney, Lennon und Harrison kennengelernt hatten.

Im Sommer 1967 war klar, dass Epstein nicht lĂ€nger Manager der Band bleiben wĂŒrde. Er nahm sich am 27. August 1967 das Leben, Brian Epstein starb im Alter von nur 32 Jahren an einer Überdosis.

Rodrigo Amarante, Adna und Esben & The Witch live bei ByteFM

19.09.2014 von  

Von oben links im Uhrzeigersinn: Adna, Rodrigo Amarante und Esben and The WitchVon oben links im Uhrzeigersinn: Adna, Rodrigo Amarante und Esben and The Witch

MĂ€chtig viel los war bei ByteFM wĂ€hrend des Reeperbahn Festivals 2014. Am Donnerstag, den 18. September, kam der polyglotte Musiker Rodrigo Amarante zu Christa Herdering ins Studio. Amarante ist nicht nur solo unterwegs. Er spielt auch mit Binki Shapiro und Fabrizio Moretti bei Little Joy und er hat schon unzĂ€hlige Musiker im Studio und auf Tour begleitet, darunter Gilberto Gil und Devendra Banhart. FĂŒr uns spielte er seinen Song „The Ribbon“.

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Rodrigo Amarante – The Ribbon (Live bei ByteFM)

Am Freitag gaben sich Adna und Esben and The Witch im ByteFM Magazin mit Siri Keil die Klinke in die Hand. Die Schwedin Adna ist gerade mal 19 Jahre alt und hat schon ihre erste EP „Night“ herausgebracht. In fĂŒnf NĂ€chten ist das Werk mit Stimme, Cello und Klavier entstanden. Im ByteFM Magazin gab Adna uns davon eine Kostprobe – „Night“ live bei ByteFM.

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Adna – Night (Live bei ByteFM)

Finster geht es auch bei Esben & The Witch zu. Benannt haben sich die Briten nach einem dĂŒsteren dĂ€nischen MĂ€rchen, ihre Texte sind inspiriert von den Werken T.S. Elliots und Vladimir Nabokovs, und auch die Musik zwischen verhallter Elektronik und dramatischem Folk entspringt eher dem Schatten als dem Licht. Wie das klingt? „Those Dreadful Hammers“ haben sie live im Studio gespielt.

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Esben and The Witch – Those Dreadful Hammers (Live bei ByteFM)

artistxite Album der Woche:
Avi Buffalo – „At Best Cuckold“

18.09.2014 von  

Cover des Albums At Best Cuckold von Avi BuffaloAvi Buffalo – „At Best Cuckold“ (Sub Pop)

„At Best Cuckold“ von Avi Buffalo ist Album der Woche bei unserem Partner artistxite.

Beim honorigen QualitĂ€tslabel Sub Pop rieb man sich vor guten vier Jahren bereits die HĂ€nde. Mit Avi Zahner-Isenberg hatte man einen Rohdiamanten gehoben, der musikalisch und textlich seinem zarten Alter von 19 Jahren weit voraus war. Doch die steile Karriere mit seiner Band Avi Buffalo stand unter keinem guten Stern. Die große Erwartungshaltung und die wacklige innerbandliche Beziehung mit Keyboarderin Rebecca Coleman stellten zunĂ€chst unĂŒberwindliche Hindernisse auf dem Weg nach ganz oben da.

Es hĂ€tte eine dieser zahlreichen tragischen Geschichten eines hellen Sterns werden können, der viel zu schnell verglĂŒht – doch zum GlĂŒck kam alles anders. Heute, mit 23 Jahren, kehrt Zahner-Isenberg zurĂŒck und zeigt, warum ihm schon vor Jahren eine goldene Zukunft vorhergesagt wurde. „At Best Cuckold“, das neue Werk von Avi Buffalo, ist ein nachhaltiger Beleg seines ĂŒbermĂ€ĂŸigen Talents.

Wer Elliot Smith und Conor Oberst schĂ€tzt, wird an Avi Buffalo seine wahre Freude haben. Die erhabenen, zauberhaften Melodien schlĂ€ngeln sich um Texte mit Aussage, direkt in den Worten, aber immer um eine Ecke weitergedacht. Und dann ist da dieser bitterböse Witz, den Zahner-Isenberg untermischt. Das passt zunĂ€chst so gar nicht in die klanglich heile Welt von „At Best Cuckold“ und hebt es doch von anderen Werken seiner Art ab. Wer Sub Pop mit 19 Jahren den Kopf verdreht, muss schließlich etwas auf der Pfanne haben.

Avi Buffalo liefern geballte 35 Minuten voll grandioser Songs zwischen Folk, Pop und Indierock. Im großen Spannungsfeld zwischen bezaubernder Schönheit und dĂŒsterer Fußnote. Ein Album, das sowohl im Ganzen ĂŒberzeugt als auch in den Zwischentönen. Es ist die fulminante RĂŒckkehr eines großen Musikertalents. Hoffentlich nun ohne weitere Komplikationen.

Weitere Neuerscheinungen besprechen wir in unserem neuen wöchentlichen Podcast. Alle vorgestellten Veröffentlichungen findet Ihr auch im Download-Shop unseres Partners artistxite. Weitere Album-Empfehlungen von artistxite findet ihr im artistxite-Blog.

Tickets fĂŒr Tiny Ruins

17.09.2014 von  

Tiny RuinsTiny Ruins

2009 fing Hollie Fullbrook an, als Tiny Ruins Musik zu machen, damals noch ohne Band. Mittlerweile sind Cass Basil am Bass und Alexander Freer am Schlagzeug fester Bestandteil des Projekts. Die NeuseelĂ€nder mit ihrer vertrĂ€umten Mischung aus Folk, Blues und Dream Pop spielten unter anderem schon als Support fĂŒr Beach House, Joanna Newsom, Fleet Foxes, Father John Misty, The Handsome Family und Calexico.

Mit ihrem aktuellen Album „Brightly Painted One“ kommen sie bald auf Deutschland-Tour.

ByteFM prĂ€sentiert die Tour und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ 1×2 Karten pro Konzert. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 23. September mit dem Betreff „Ruins“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstĂŒtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

Die Termine:

28.09.2014 MĂŒnchen – The Atomic CafĂ©
29.09.2014 Berlin – GrĂŒner Salon
30.09.2014 Hamburg – Prinzenbar
02.10.2014 Köln – Underground

+++ACHTUNG UPDATE+++
Die Termine in MĂŒnchen, Hamburg und Köln mussten leider abgesagt werden. Tickets können an den VVK-Stellen wieder umgetauscht werden. Das Konzert in Berlin findet wie geplant statt.

Mary Travers starb vor 5 Jahren

16.09.2014 von  

Peter Paul and MaryMary Travers mit Noel (Paul) Stookey (links) und Peter Yarrow

Mary Travers war ein Star des Folk-Revivals in den USA der 60er Jahre. Gemeinsam mit Peter Yarrow und Noel Paul Stookey bildete sie das Trio Peter, Paul and Mary, das einer der erfolgreichsten Folkacts der Zeit war. Die Band war eng mit der US-amerikanischen BĂŒrgerrechtsbewegung verknĂŒpft.

Im Greenwich Village lernten sie sich kennen. Das Viertel in Manhattan galt seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Hochburg der Boheme. In den 50er und 60er Jahren erfuhr die Folkmusik hier einen großen Aufschwung. Mary Travers, die am 9. November 1936 in Kentucky geboren wurde, wuchs im Greenwich Village auf und wurde in ihrer Jugend Teil der dortigen Musikszene. Schon als Teenager sang sie regelmĂ€ĂŸig im Washington Square Park, wo man sich am Sonntag zum gemeinsamen Musizieren traf.

Die Gruppe Peter, Paul and Mary fand durch Albert Grossman zusammen. Grossman, eine umstrittene Figur im MusikgeschĂ€ft, managete u. a. auch Bob Dylan und Janis Joplin. Den ersten Auftritt hatte das Folktrio 1961. Ihr DebĂŒtalbum landete ein Jahr spĂ€ter auf Platz 1 der US-Charts. Mary Travers trug mit ihrem glockenhellen Sopran und ihrem charismatischen Auftreten grundlegend zum Erfolg der Band bei. Und Peter, Paul and Mary verhalfen auch anderen Musikern zu Ruhm – ihre Cover von Pete Seeger, Gordon Lightfoot und Bob Dylan verschafften diesen Musikern grĂ¶ĂŸere Bekanntheit.

Besonders an dem Trio war, dass sie politisches Engagement mit breiter PopularitĂ€t verbanden. Sie waren an vielen BĂŒrgerrechts- und Anti-Vietnam-Kundgebungen beteiligt. So begleiteten sie Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“ am 28. August 1963 und setzten sich bei den Demonstrationen von Selma nach Montgomery 1965 fĂŒr das allgemeine Wahlrecht ein.

Nachdem Yarrow, Stookey und Travers 1970 getrennte Wege gingen, nahm die Musikerin fĂŒnf Soloalben auf. In puncto Musik wurde es danach etwas still um Travers, doch sie engagierte sich weiterhin fĂŒr soziale und politische Zwecke. Mary Travers starb ab 16. September 2009 im Alter von 72 Jahren an LeukĂ€mie.

Ein ausfĂŒhrliches PortrĂ€t der SĂ€ngerin ist am Sonntag ab 12 Uhr in der Sendung This Land – Your Land? mit Michael Kleff zu hören.

Charts KW 38

16.09.2014 von  

Die am hÀufigsten gespielten Alben der vergangenen zwei Wochen bei ByteFM.

Die Sterne können zum zweiten Mal ĂŒberzeugen – der neue Langspieler der Hamburger „Flucht In Die Flucht“ ist das mit Abstand meist gespielte Album der letzten 14 Tage. Der Drittplatzierte der letzten Woche Niels Frevert konnte mit seinem neuen Album „Paradies Der GefĂ€lschten Dinge“ noch einen Platz gut machen und seine jungen Hamburger Kollegen TrĂŒmmer vom zweiten Platz verdrĂ€ngen. Neu in der Top 3 ist Tricky mit seinem quasi selbstbetitelten neuen Album. Sein elfter Longplayer heißt nĂ€mlich „Adrian Thaws“, der bĂŒrgerliche Name des Bristolers.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Die Sterne – Flucht In Die Flucht (1)
2. Niels Frevert – Paradies Der GefĂ€lschten Dinge (3)
3. Tricky – Adrian Thaws (14)
4. Chad VanGaalen – Shrink Dust (5)
5. Klaus Johann Grobe – Im Sinne Der Zeit (7)
6. Sinkane – Mean Love (6)
7. Ty Segall – Manipulator (8)
8. The Bug – Angels & Devils (4)
9. TrĂŒmmer – TrĂŒmmer (2)
10. Spoon – They Want My Soul (9)
11. Jungle – Jungle (13)
12. Cold Specks – Neuroplasticity (12)
13. Alvvays – Alvvays (-)
14. Simian Ghost – The Veil (neu)
15. Guts – Hip Hop After All (neu)

Downloads der Alben findet Ihr bei unserem Partner artistxite.

artistxite Charts vom 08.09. bis 14.09.2014

15.09.2014 von  

artistxite Charts

Einmal in der Woche stellen wir die Charts unseres Partners artistxite vor, einem Musik-Download-Shop mit redaktioneller Begleitung. Alle in den Charts vertretenen Veröffentlichungen können im Shop von artistxite gekauft werden.

1. TrĂŒmmerTrĂŒmmer
2. Death From Above 1979The Physical World
3. InterpolEl Pintor
4. SinkaneMean Love
5. BanksGoddess
6. Cold SpecksNeuroplasticity
7. Cymbals Eat GuitarsLose
8. Karen O.Crush Songs
9. Royal BloodRoyal Blood
10. The/DasFreezer
11. AhzumjotNix Mehr Egal
12. Various Artists – A Tribute to Nils Koppruch + FINK
13. Ryan AdamsRyan Adams
14. Niels FrevertParadies Der GefÀlschten Dinge
15. Basement JaxxJunto
16. Benjamin BookerBenjamin Booker
17. Die SterneFlucht In Die Flucht
18. TeesyGlĂŒcksrezepte
19. RustieGreen Language
20. Luke Sital-SinghThe Fire Inside

Johnny Ramone starb vor 10 Jahren

15.09.2014 von  

The RamonesJohnny Ramone (links) live mit The Ramones (Bild: Warner Music Group)

Johnny Ramone, geboren als John William Cummings am 8. Oktober 1948, grĂŒndete gemeinsam mit Joey, Dee Dee und Tommy Ramone die Band, die dem Punk das Leben einhauchte – The Ramones. Neben Joey, der eigentlich Jeffrey Hyman hieß, war Johnny der Einzige, der bis zur Auflösung 1996 bei der Band blieb.

Johnny Ramone wuchs in einem Arbeiterviertel auf Long Island auf. In der Kneipe seines Vaters kam er als Kind mit Rock‘n'Roll in BerĂŒhrung. Doch bis zur Musikkarriere sollte es eine Weile dauern: Mit 25 freundete sich Cummings mit Douglas Colvin, besser bekannt als Dee Dee Ramone, an. Gemeinsam holten sie sich ihre ersten Instrumente – Joey eine Gitarre, Dee Dee einen Bass. Kurze Zeit spĂ€ter waren The Ramones geboren.

Mit ihren Auftritten im legendĂ€ren New Yorker Club CBGBs trat die Band eine Welle der Begeisterung los. Schnelle, kurze StĂŒcke waren das Markenzeichen der Ramones. Ihr Sound beeinflusst bis heute Generationen von Musikern. Essentieller Bestandteil war Johnnys minimalistisches und aggressives Gitarrenspiel. Von Soli hielt er nichts – er sah die Gitarre vielmehr als Rhythmusinstrument, dass er stets von oben nach unten anschlug. Die sogenannte Downpicking-Technik machte Johnny Ramone populĂ€r.

Entgegen dem Image der Ramones als aufrĂŒhrerische Punkband vertrat Johnny Ramone sehr konservative Ansichten. Er war ĂŒberzeugter Republikaner. Bei der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame dankte er 2002 dem damaligen US-PrĂ€sidenten George W. Bush. Johnny Ramone starb am 15. September 2004 im Alter von 55 Jahren an Krebs.

Vor 25 Jahren starb PĂ©rez Prado

15.09.2014 von  

Perez PradoPĂ©rez Prado

Am 14. September 1989 starb DĂĄmaso PĂ©rez Prado im Alter von 72 Jahren in Mexiko. PĂ©rez Prado war „el rey del mambo“ – der König des Mambo. Er hat den lebhaften Musikstil nicht erfunden, aber ihn mit viel Leben gefĂŒllt. Dass Mambo auch in westlichen LĂ€ndern, allen voran den USA, populĂ€r wurde, ist Prado zu verdanken.

PĂ©rez Prado wurde am 11. Dezember 1916 auf Kuba geboren. In den Casinos von Havanna machte er sich als Pianist einen Namen. Mit Anfang 30 verschlug es ihn nach Mexiko, wo er sich dem Mambo verschrieb. Prado war nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein feuriger Bandleader mit viel Elan und Charisma. Der Amerikaner Sonny Burke nahm 1950 ein Cover von Prados „Que rico el mambo“ auf. Sein „Mambo Jambo“ wurde in den USA ein Hit.

Das war Anlass fĂŒr PĂ©rez Prado, in den Staaten auf Tour zu gehen. Seine ersten Konzerte in New York waren allesamt ausverkauft und es entwickelte sich eine regelrechte Mambo-Hysterie. Prado konnte einige Singles in den internationalen Charts positionieren, zum Beispiel „Cherry Pink und Apple Blossom White“. Der von ihm komponierte „Mambo No. 5″ wurde 1999 in der Version von Lou Bega zum weltweiten Hit.

Prados PopularitĂ€t in den USA und Europa nahm in den 60er Jahren ab, doch seine StĂŒcke tauchen immer wieder in Film und Fernsehen auf, unter anderem in „Die Reise des jungen Che“ und „Space Cowboys“. In Lateinamerika blieb PĂ©rez Prado Zeit seines Lebens eine vielbeachtete musikalische Ikone.

Album der Woche: Jens Friebe – „Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus“

15.09.2014 von  

Jens Friebe - Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen AusVÖ: 19. September 2014
Web: jens-friebe.de
Label: Staatsakt

Man lasse sich nur mal den Titel auf der Zunge zergehen. Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus – eine Aufforderung? Ein Befehl? Eine Frage? Zweifellos ist das der originellste Albumtitel von Jens Friebe seit Das Mit Dem Auto Ist Egal, Hauptsache Dir Ist Nichts Passiert. Seit nunmehr zehn Jahren und vier veröffentlichten LPs serviert der Wahlberliner nun schon einen Mix aus Punk, Chanson, Elektro-Indie und Neuer Deutschen Welle. DafĂŒr verlĂ€sst Friebe erstmalig sein Stammlabel und wechselt zu Staatsakt. In einem offiziellen Statement schreibt er dazu: „Der Ort, wenn man so möchte, ist das Label ‚Staatsakt‘, worĂŒber ich mich schrecklich freue, auch wenn ich gleichzeitig etwas traurig bin, ZickZack und Alfred Hilsberg zu verlassen, dem ich fĂŒr viele Jahre vorzĂŒgliche Zusammenarbeit und weiterhin anhaltende Freundschaft danken möchte.“ Ebenjener entdeckte Friebe 2003 bei einem Live-Auftritt in Hamburg und nahm ihn unter Vertrag. Trotz Labelwechsel begegnet man aber auch alten Bekannten. Seine langjĂ€hrigen Kollegen Chris Imler und der Produzent Berend Intelmann unterstĂŒtzen Friebe nach wie vor beim Entstehungsprozess der neuen musikalischen Kreationen.

Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus ist sein „bisher ruhigstes, gleichzeitig unruhigstes, vor allem aber beunruhigendstes Album“, so der Label-Begleittext. In der Tat beginnt dieses ziemlich dĂŒster und extrem zynisch: „Und das Spiel heißt Hölle oder Hölle. Machst du mit, machst du mit? Die einen treten auf der Stelle, die anderen sind die Stelle, auf der man tritt.“ Schon nach dem ersten Durchlauf des Albums wird klar, dass jeder der elf Songs auf dem Album unverwechselbar ist und andere Instrumente, Texte und Stimmungen aufgreift. Zwei Songs sind gar vollstĂ€ndig in englischer Sprache verfasst. Die sprachliche Ebene ist im Friebe’schen Klangkosmos ohnehin von enormer Bedeutung. Auch außerhalb seiner Musik beschĂ€ftigt sich Friebe mit unterschiedlichen Formen von Literatur. 2007 veröffentlicht er das Buch 52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen, das seine gesammelten BlogeintrĂ€ge enthĂ€lt.

„Und alle, die gestorben waren, sind da. Und bleiche Engel streichen dir durchs Haar. Und alle wilden Tiere werden brav – im Schlaf.“ In dieser Manier gibt sich das grotesk-verstörende Schlaflied einer seltsam-anmutigen Lethargie hin. Friebes Vision einer dramatischen Apokalypse in Warum ZĂ€hlen Die RĂŒckwĂ€rts Mammi ist nicht minder irritierend. Ein tanzbarer Beat und Flipper-Synthies vertonen die Weltkatastrophe, an der die Menschen mit „endzeitesken Bondage-Sachen“ umherlaufen und „Sachen aus Schrott“ bauen. Pathetische Streicher geben Songs wie Zahlen Zusammen Gehen Getrennt oder dem Titeltrack eine filmmusikalische OriginalitĂ€t. Der Titel des Akkordeon-Chanson-Traums What Death Will Be Like ist eigentlich irrefĂŒhrend, da Jens Friebe insgesamt 34 poetische Beschreibungen aufzĂ€hlt, wie der Tod eben nicht sein wird. Es braucht mehrere AnlĂ€ufe, bis die GenialitĂ€t hinter dem fĂŒnften Album von Jens Friebe ersichtlich wird. Dann die Erkenntnis: Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus ist ein eindringliches und vielschichtiges Werk. Ein Werk, dem das Herzblut seines KĂŒnstlers regelrecht eingebrannt ist.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Jens Friebe“ und seiner/ihrer vollstĂ€ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Jens Friebe geht im Herbst auf Tour, prÀsentiert von ByteFM:

18.09.2014 – Hamburg – Reeperbahn Festival
07.10.2014 – Hannover – Lux
08.10.2014 – Köln – Studio 672
09.10.2014 – Weinheim – CafĂ© Central
10.10.2014 – MĂŒnchen – Milla
12.10.2014 – Regensburg – Alte MĂ€lzerei
13.10.2014 – Wien (A) – Stadtsaal
14.10.2014 – Dresden – Ost-Pol
16.10.2014 – Berlin – Bi Nuu

Label: Staatsakt | Kaufen

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