Grace Slick wird 75

30.10.2014 von  

Grace SlickGrace Slick (Foto: Grunt Records

One pill makes you larger
And one pill makes you small
And the ones that mother gives you
Don’t do anything at all
Go ask Alice
When she’s ten feet tall

So beginnt „White Rabbit“, einer der erfolgreichsten Songs der Psych-Rock-Band Jefferson Airplane. Gesungen wird der Text von Grace Slick und sie ist es auch, die das StĂĽck geschrieben hat. „White Rabbit“ war angeblich der erste Song ĂĽber Drogen, der dank geschickter Alice im Wunderland-Metaphern an der Zensur vorbei ins Radio kam.

Grace Slick, geboren als Grace Barnett Wing am 30. Oktober 1939, stieĂź zu Jefferson Airplan kurz bevor sie ihr zweites Album „Surrealistic Pillow“ aufnehmen wollten. Zuvor hatte sie mit ihrem Mann Jerry Slick in der Band The Great Society gespielt. Ein Konzert von Jefferson Airplane hatte das Paar zur BandgrĂĽndung inspiriert. Auf „Surrealistic Pillow“ finden sich zwei StĂĽcke von The Great Society, das schon erwähnte „White Rabbit“ und „Somebody To Love“, das auch ein groĂźer Hit wurde.

„Surrealistic Pillow“ kletterte bis auf Platz 3 der Billboard-Charts und gab Jefferson Airplane sowie dem Psychedelic Rock einen Kick. Jefferson Airplane repräsentierten mit ihrem Sound und ihren Texten ihre Generation – junge Menschen, die sich BĂĽrgerbewegungen anschlossen, gegen Krieg und fĂĽr gleiche Rechte fĂĽr alle demonstrierten, und Menschen die dem Experimentieren mit Drogen nicht abgeneigt waren.

Grace Slick und Jefferson Airplane bleiben durch ihren Beitrag zu der damaligen Zeit für immer in der popkulturellen Historie eingeschrieben. Als sich anfang der 70er der feste Kern der Band auflöste, gründeten einige Mitglieder, darunter Grace Slick, Jefferson Starship. 1988 trennte sich Slick von der Gruppe um ein Jahr später eine Reunion-Tour mit der Originalbesetzung von Jefferson Airplane zu machen. In der Zwischenzeit veröffentlichte die Musikerin außerdem mehrere Solo-Alben und sie brachte eine Tochter zur Welt.

In den letzten Jahren wurde Grace Slick in der Ă–ffentlichkeit vor allem als Tierschutzaktivistin und als Malerin wahrgenommen. Eines ihrer beliebtesten Motive: der weisse Hase.

artistxite Album der Woche:
The Flaming Lips – „With A Little Help From My Fwends“

30.10.2014 von  

Cover des Albums With A Little Help From My Fwends von The Flaming LipsThe Flaming Lips – „With A Little Help From My Fwends“ (Bella Union)

„With A Little Help From My Fwends“ von The Flaming Lips ist Album der Woche bei unserem Partner artistxite.

GroĂźe Musiker brauchen groĂźe Aufgaben, damit man ihre Größe ĂĽberhaupt wahrnimmt. Den Wahnsinn, sich an einer Neuauflage von „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ zu versuchen, kann man schon gar nicht mehr in diesen Kategorien messen. Im besten Fall kann man mit diesem kĂĽhnen Plan nicht komplett scheitern. Es sei denn, die ambitionierte Band, die sich am Beatles-Meisterwerk versucht, sind The Flaming Lips, die sich bereits sehr erfolgreich am Werk von The Stone Roses, King Crimson und zuletzt Pink Floyd versucht haben.

Wenn jemand in die psychedelischen Sphären vordringen kann, in denen die Fab Four Ende der 60er schwebten, ist es das Quartett aus Oklahoma. Und sie arbeiten nicht allein, sondern „With A Little Help From My Fwends“, wie schon der Albumtitel verrät. So erweitern sie den Kreis der Wagemutigen um so unterschiedliche KĂĽnstler wie J Masics, My Morning Jacket, Tegan And Sara, Moby, Phantogram, MGMT, Foxygen und Miley Cyrus. Die Band um Mastermind Wayne Coyne liefert die Ideen, umgesetzt werden sie zu einem groĂźen Teil von ihren Mitstreitern. Ein Konzept, das aufgeht.

Wenn J Masics den Titeltrack mit einem Gitarrensolo aufrĂĽttelt oder Miley Cyrus im Refrain von „Lucy In The Sky With Diamonds“ auf den Punkt abliefert, wird einem schnell bewusst, dass dieses Album nicht plump kopieren will. „With A Little Help From My Fwends“ versucht, das Original zu wĂĽrdigen, und schafft dies auf eine wunderbar individuelle Weise. Selbst das nah an der Vorlage gehaltene „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Reprise)“ von Foxygen und MGMT strahlt seinen eigenen Lo-Fi-Charme aus.

„With A Little Help From My Fwends“ leistet mehr als man von einem Coveralbum erwarten kann. Während wenige StĂĽcke sich eher an der Vorlage orientieren, ohne dabei blind abzukupfern, bestechen Songs wie „Lovely Rita“ oder „Being For The Benefit Of Mr. Kite!“ durch spannende neue Ansätze. Es ist fast unmöglich, sich einem Original wie „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ wĂĽrdig zu nähern. Doch wenn man es versucht, dann bitte so.

Weitere Neuerscheinungen besprechen wir in unserem neuen wöchentlichen Podcast. Alle vorgestellten Veröffentlichungen findet Ihr auch im Download-Shop unseres Partners artistxite. Weitere Album-Empfehlungen von artistxite findet ihr im artistxite-Blog.

Woman’s Hour live bei ByteFM

29.10.2014 von  

Foto von Woman’s HourWoman’s Hour

„Frauenstunde“ bei ByteFM: Woman’s Hour aus England um Sängerin Fiona Burgess scheinen viel Wert auf eine sachliche Ă„sthetik zu legen. Alles ist im kĂĽhlen schwarz-weiĂź gehalten, klare Formen bestimmen das Artwork. Benannt hat sich die vierköpfige Band ĂĽbrigens nach einem Radioformat der BBC, in dem vor allem feministische Themen behandelt werden.

Als sie zu Gast im ByteFM Magazin mit Michael Hager waren, haben sie ihren Song „Our Love Has No Rhythm“ live gespielt.

Digger Barnes live bei ByteFM

29.10.2014 von  

Digger BarnesDigger Barnes

Katrin Bauerfeind bekommt Fernweh von seiner Musik. Reinhard Kleist sieht in ihm einen wahnsinnig tollen Geschichtenerzähler. Der ewig reisende Outsider Digger Barnes – der mysteriöse Charakter aus St. Pauli, Tennessee – besuchte uns im Zuge seines dritten Studioalbums „Frame By Frame“ und war ein weiteres Mal zu Gast im ByteFM Magazin. Dabei spielte er folgenden Song von seiner neuen Platte:

Tickets fĂĽr Tina Dico in Dortmund

28.10.2014 von  

Foto von Tina DicoTina Dico

Im Jahr 2010 war die dänische Singer-Songwriterin Tina Dico zum ersten Mal zu Gast im Dortmunder Konzerthaus, am 6. November ist es nun wieder so weit.

In Dänemark genieĂźt die Musikerin, die seit nunmehr 10 Jahren im Geschäft ist, schon lange einen gewissen Star-Status. Sie fĂĽllt groĂźe Hallen und spielte als Headliner auf der HauptbĂĽhne des Roskilde Festivals. Dazu wird sie mit Preisen und Auszeichnungen ĂĽberhäuft: Neben zahllosen Musikpreisen hat sie fĂĽr ihren Soundtrack zum Film „Old Boys“ zwei dänische „Oscars“ verliehen bekommen.

Tina Dico hat ein Händchen dafür, mit ihrer wunderschönen Stimme viele unterschiedliche Emotionen in einem Song einzufangen. Überzeugen kann man sich davon am besten auf ihren Live-Shows.

ByteFM präsentiert das Konzert von Tina Dico im Konzerthaus in Dortmund und verlost 2Ă—2 Gästelistenplätze. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 3. November mit dem Betreff „Dico“ und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

06.11.14 Dortmund – Konzerthaus (im Rahmen der Reihe „Pop-Abo“)

Charts KW 44

28.10.2014 von  

Die meist gespielten Alben der letzten zwei Wochen bei ByteFM.

Caribou beweist, dass er mehr ist als nur eine Eintagsfliege: Sein Album „Our Love“ belegt jetzt schon zum dritten Mal Platz 1 der ByteFM Charts. Der zweite und der dritte Rang sind hingegen neu besetzt: Adam Bainbridge alias Kindness ist mit seinem zweiten Album „Otherness“ der Zweitplatzierte dieser Woche, während der Vorwochen-Zweite Aphex Twin weit abgeschlagen auf Platz 11 liegt. „You’re Dead!“, der neue Langspieler von Flying Lotus, schafft es auf den dritten Platz und verdrängt somit die Briten alt-J aus den Top 3 unserer Hitparade.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Caribou – Our Love (1)
2. Kindness – Otherness (5)
3. Flying Lotus – You‘re Dead! (6)
4. Mutter – Text Und Musik (7)
5. Foxygen – …And Star Power (12)
6. SBTRKT – Wonder Where We Land (8)
7. Alt-J – This Is All Yours (3)
8. She Keeps Bees – Eight Houses (4)
9. Prince – Art Official Age (11)
10. Jessie Ware – Tough Love (neu)
11. Aphex Twin – Syro (2)
12. Seekae – The Worry (-)
13. Warm Graves – Ships Will Come (10)
14. Dorian Concept – Joined Ends (neu)
15. Jason And Theodor – Life Under Palm Trees (neu)

Downloads der Alben findet Ihr bei unserem Partner artistxite.

Tickets fĂĽr Foxygen

27.10.2014 von  

Foto von der Band FoxygenFoxygen

Die Erfolgsgeschichte von Foxygen begann 2011 mit einer Demo-EP, die Jonathan Rado und Sam France dem Musiker und Produzenten Richard Swift in die Hand drĂĽckten. Der war sofort begeistert von dem Psychedelic-Rock mit starkem 60s-Einschlag und ein paar Monate später erschien auch schon das DebĂĽtalbum „Take The Kids Off Broadway“.

Mittlerweile hat das Duo aus Kalifornien schon sein drittes Album „…And Star Power“ veröffentlicht und besticht durch seine energiegeladenen und hals- bzw. beinbrecherischen Live-Shows. Im November kommen Jonathan Rado und Sam France fĂĽr ein Konzert nach Berlin.

ByteFM präsentiert das Konzert und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ 1Ă—2 Gästelistenplätze. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns bis zum 2. November mit dem Betreff „Foxygen“ und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinnerin oder den Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstützen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

Der Termin:

05.11.14 Berlin – Frannz

artistxite Charts vom 20.10. bis 26.10.2014

27.10.2014 von  

artistxite Charts

Einmal in der Woche stellen wir die Charts unseres Partners artistxite vor, einem Musik-Download-Shop mit redaktioneller Begleitung. Alle in den Charts vertretenen Veröffentlichungen können im Shop von artistxite gekauft werden.

1. Jessie Ware„Tough Love“
2. Thurston Moore„The Best Day“
3. Ex Hex„Rips“
4. Mark Lanegan Band„Phantom Radio“
5. …And You Will Know Us By The Trail Of Dead„IX“
6. Foxygen„…And Star Power“
7. Kele„Trick“
8. Caribou„Our Love“
9. Weezer„Everything Will Be Alright In The End“
10. Flying Lotus„You’re Dead!“
11. Julian Casablancas & The Voidz„Tyranny“
12. Iceage„Plowing Into The Field Of Love“
13. Kindness„Otherness“
14. Peaking Lights„Cosmic Logic“
15. Zola Jesus„Taiga“
16. SBTRKT„Wonder Where We Land“
17. alt-J„This Is All Yours“
18. The Growlers„Chinese Fountain“
19. Aphex Twin„Syro“
20. Goat„Commune“

Album der Woche: Dean Blunt – „Black Metal“

27.10.2014 von  

Dean Blunt - Black MetalVĂ–: 31. Oktober 2014
Label: Rough Trade
Kaufen: artistxite-Shop

Dean Blunt bleibt ein Mysterium. Sein letztjähriges DebĂĽt „The Redeemer“ verzaubert, irritiert, polarisiert. FĂĽr die einen ist es ein revolutionäres Meisterwerk, die anderen können mit den losen Songstrukturen und experimentellen Soundfetzen nichts anfangen. Etwas mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung kĂĽndigt der Londoner seinen Wechsel zu Rough Trade Records und das Nachfolgealbum „Black Metal“ an.

Der Name macht es bereits deutlich: „Black Metal“ ist kein leichtes Album. Das puristische, völlig schwarze Cover steht sinnbildlich fĂĽr diese neue musikalische Richtung. „Black Metal“ ist dunkler, runder, schwerer als sein Vorgänger. FĂĽr die oft gebrauchten cineastischen Streicher vom Vorgängeralbum bleibt da wenig Platz. Der Opener „Lush“ fungiert noch am ehesten als BrĂĽcke zwischen der ersten und zweiten Platte: Ein opulentes Streichersample wird mit einem „live“ klingenden Schlagzeugrhythmus und einer Akustikgitarre kombiniert.

Wie soll man diese Musik beschreiben? Es scheint unmöglich, die 13 ausgeklĂĽgelten StĂĽcke in Worte zu fassen. Eines wird jedoch schnell deutlich: Dean Blunt lässt Gitarren fĂĽr sich sprechen. Sei es nun das verträumte „Molly & Aquafina“ oder das psychedelische „50 Cent“ – der Sound von akustischen und effektverzerrten Gitarren beschert „Black Metal“ eine ernste, erdige Komponente. Eine erfreuliche und vor allem nötige Weiterentwicklung.

Trotzdem bleibt das Album nicht minder experimentell als „The Redeemer“. Songs wie „Country“ lassen den Hörer verstört zurĂĽck: Ăśber zwei Minuten ergieĂźt sich ein chaotischer Schauer von Geräuschen eines bekannten Computer-Betriebssystems und Synthies, die verdächtig an Zahnarztbohrer erinnern. Zugänglicher ist das faszinierende, 13-minĂĽtige (!) „Forever“, das Takt fĂĽr Takt subtil mit Saxofon und schrägen Bässen variiert wird. Etwas ĂĽber eine Minute beträgt dagegen die Spieldauer von „Hush“, einem 80s-Synthies-Sample-Traum inklusive kurzer Rap-Einlage.

Ă„hnlich seiner Musik bleibt auch der Musiker im Verborgenen: Gerade im Zeitalter unerschöpflicher InformationsflĂĽsse ist es ein Statement, durch konfuse Interviews und das Schweigen ĂĽber die eigene Vergangenheit eine geheimnisvolle Identität zu kreieren. Gleichzeitig ist es ein Versuch, mehr denn je die Musik in den Vordergrund zu stellen: „Black Metal“ wird verzaubern, irritieren, polarisieren. Dean Blunt bleibt ein Mysterium.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Dean Blunt“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Sven Väth wird 50

27.10.2014 von  

Sven Väth

In der Kneipe seiner Eltern hat alles angefangen. Hier konnte sich Sven Väth, der am 26. Oktober 1964 in Obertshausen bei Frankfurt geboren wurde, als DJ ausprobieren. Sie nahmen es ihm auch nicht ĂĽbel, dass er seine Bauschlosserlehre abbrach um sich voll und ganz dem Auflegen zu widmen. Befeuert wurde Väths Entscheidung von den drei Monaten, die er als Teenager auf Ibiza verbrachte. Hier ĂĽbernachtete er im Freien und verdiente sich den Eintritt zu Clubs durch’s Flyerverteilen.

ZurĂĽck in Frankfurt fing er an, in Clubs aufzulegen. Sein erster fester Laden war das Dorian Gray, das damals als Treffpunkt der „New Romantics“-Szene galt. Zwei Jahre später wechselte Sven Väth ins Vogue und bewegte sich von Disco, Soul und Funk hin zu elektronischer Musik. Er brachte den belgischen Techno der 80er, heute als EBM bekannt, in die Frankfurter Clubs. Und Väth machte auch selbst Musik. Die Single „Electric Salsa“ von seinem Projekt OFF landete ĂĽberall in Europa weit oben in den Charts.

Nur in Clubs aufzulegen war Väth nicht genug, er wollte selbst das Zepter in der Hand halten. So kaufte er Ende der 80er die Räumlichkeiten, in denen zuvor das Vogue beheimatet war, und eröffnete seinen ersten Club, das Omen. Die Techno-Euphorie spülte alsbald Unmengen von Menschen in den Club und brachte Väths Karriere auf Höhenflüge. Er fing an, ausgiebig als DJ auf Tour zu gehen.

Als Väth das Omen nach zehn Jahren schließen musste, dauerte es nicht lange, bis eine neue Location am Start war. Das Cocoon wurde zu einem der besten Technoclubs Europas. Das Besondere daran: Hier konnte nicht nur getanzt, sondern auch exquisit gespeist werden. Aber auch das Cocoon schloss für immer seine Türen. Das mindert jedoch keineswegs Sven Väths Schaffenkraft. Auch mit 50 ist er noch regelmäßig hinterm DJ-Pult zu sehen, betreibt das Cocoon-Label, und werkelt an zahlreichen weiteren Baustellen.

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