Neue Alben in dieser Woche (KW 4): Hercules And Love Affair – „Blue Songs“
24.01.2011 von Christoph Möller

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl der Neuerscheinungen in der aktuellen Kalenderwoche. In unseren Magazinsendungen spielen wir einzelne Titel der besprochenen Alben. Das ByteFM Magazin läuft täglich von 15 bis 17 Uhr. Montags, mittwochs und freitags läuft zusätzlich zwischen 19 und 20 Uhr das ByteFM Magazin am Abend.
Wer?Ein queer-something Quintett bestehend aus Andrew Butler (ehemaliger Fitness-Trainer und Chef-Arrangeur), Kim Ann Foxman (geboren in Hawaii, lernte Butler in New York kennen, neben ihm als einzige nicht-neues Mitglied der Band), Aerea Negrot (war früher ein Junge, Opernsängerin aus Venezuela), Shaun J. Wright (Vogueing-Queen aus Chicago) und Mark Pistel (betreibt ein Studio in San Fransisco, Produzent).
Was?„Blue Songs“ beginnt mit typischen Hercules And Love Affair-Disco-Beats und mehrstimmigen Gesangsparts, mäandert geschmeidig mit souligen Vocals über ein Bett aus Deep-House-Melodien und endet schließlich mit Kele Okerekes einzigartigem Gesangsorgan und einer einzigartigen zurückgezogenen Coverversion von Sterlin-Voids „It’s Alright“. Produziert wurde das Album übrigens in Wien zusammen mit Patrick Pulsinger.
Warum?„Die Orgie geht weiter“ schreibt Jens Balzer in der SPEX und er hat Recht: Der Verlust von Antony Hegarty, der auf dem Vorgängeralbum so etwas wie das Frontschwein der Band war und der Weggang von Nomi Ruiz, die ihrem Projekt Jessica 6 fröhnt, hat der Qualität von Butler und Co keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Protagonisten ist stimmig. Alle eint die Liebe zu Queerness und Dance Musik. „Blue Songs“ ist trotz neuer Besetzung das gelungene Zweitwerk einer der größeren Bands unserer Zeit.
Label: Universal | Künstlerhomepage | Kaufen 

„New Faces“ aus dem Ruhrgebiet: Vortex Rikers und Vomit Heat
27.09.2010 von Christoph Möller

Das Ruhrgebiet ist ein Mysterium. Bis zum Jahr 2025 erwartet die Bertelsmann Stiftung einen Einwohnerrückgang von 400.000 Menschen, bei derzeit etwa 5,1 Millionen Einwohnern. Ein düsteres Szenario. Der demographische Wandel ist auf dem Vormarsch. (vgl. auch „Der demographische Wandel beginnt jetzt…“ – Ruhrbarone).
Dennoch: Obschon das Ruhrgebiet nicht immer „on top“ der musikalischen Landkarte steht, entdeckt man Künstler, die Musik mit einem gewissen internationalen Anspruch produzieren und für die Region zukunftsweisend sein könnten.
„Everything Is In It’s Wrong Place“ beklagt ein Titel von Nils Herzogenrath aka Vomit Heat. Herzogenrath wohnt in Essen, ist jung (geb. 1991), und zeigt mit seiner Musik eine starke Zugehörigkeit zur derzeitigen Chillwave-Lo-Fi-je-mehr-Hall-desto-besser-Noise-Bewegung. Seine Musik fand Beachtung auf Pitchfork, diversen anderen amerikanischen Musikblogs und wird demnächst auf dem New Yorker Label Olde English Spelling Bee veröffentlicht.
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Vomit Heat – Tell Me What’s Evil (Download)
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Vomit Heat – Everything Is In It’s Wrong Place (Download)
Auch Vortex Rikers lebt im Ruhrgebiet, der genaue Standpunkt wird ebenso wenig verraten wie sein richtiger Name. Seine Untitled EP ist kostenfrei erhältlich und konstatiert mit ihrer gänzlich düsteren Dynamik eine kreischend-schleichende Fusion aus Lo-Fi-Ambient, Dubstep und Electronica. Vortex Rikers zeichnet ein schwarzweiss-graues Bild der Anonymität. Kaum Fotos, keine Informationen. Die Stimmungskraft der Untitled EP entfaltet sich auch ohne Gesang und Identitätsfanatismus. Sie ist ein minimalistisches Exempel aus dem Osten einer Industrie-“Metropole“.
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Vortex Rikers – Crystals (Download)
Musik von beiden Künstlern hört Ihr am Dienstag ab 13 Uhr im Anstoß mit Klaus Walter
Forest Swords oder wo die Fähre den Mersey überquert
27.07.2010 von Christoph Möller

Die Band Gerry & the Pacemakers veröffentlichte 1964 die Single „Ferry Cross The Mersey“. Darin beschreiben sie die Fähre, die merhmals täglich den Mersey River überquert und eine Anbindung zwischen ihrer Heimatstadt Liverpool und der Halbinsel Wirral schafft. Eben dort, auf Wirral, lebt und arbeitet (vielleicht auch in seinem Garten?) Matthew Barnes alias Forest Swords. Seine Musik ist ein Abbild seiner Heimat, die seit jeher von Wetterveränderungen, Meer, Strand und Tristesse geprägt ist: „So I’m sure consciously or unconsciously all those elements play a part in the music.“ (FADER).
Barnes glänzt mit Reverb-schwangerer Musik irgendwo zwischen Wave, Dub und hypnotischem Pop. Kurz gesagt: Es ist einfach so: Er spielt mit zurückhaltender Spitzfindigkeit, spickt seine Songs mit wimmernden effektverhangenen Gesangsparts, die sich in schleierhafte Loop-Passagen drücken und seine Songs zu 5,6,7-minütigen eklektischen Sound-Emulsionen anwachsen lassen.
Britische Küstenmusik mit Hang zur Apathie.
Mit Informationen über seine Musik hält sich der moderne Musiker bedeckt. Was man aber weiß: Über das kleine New Yorker Label Olde English Spelling Bee veröffentlichte Barnes Anfang März die Dagger Paths EP, vorher (2009) die Fjree Feather EP. Noch spannender als diese beiden Platten ist aber seine aktuelle „Rattling Cage“-Single, die über No Pain In Pop in limitierter 300er Auflage verkauft wird.
Für diejenigen, die keinen Plattenspieler besitzen, gibt es die Songs bei uns (bzw. Gorilla vs. Bear) gratis. „Rattling Cage“ ist einfach grandios. Musik, die bleibt.
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A: Forest Swords – Rattling Cage (Download)
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B: Forest Swords – Hjurts (Download)
Frank, einfach nur Frank
13.07.2010 von Christoph Möller

Hier kommt die moderne Ausgabe von The Cure. Das London-Pariser Duo Frank (Just Frank) veröffentlicht, weitesgehend unbeachtet, ein Album über das kleine New Yorker Post-Wave-Label Wierd Records und spielt sich mit ordentlichen Vintage-Sounds in die Herzen der Hörer. Und da wollen sie mit „The Brutal Wave“ auch hin.
Die Geschichte von Frank (Just Frank) beginnt an einer internationalen Schule an der Côte d’Azur. Was für die meisten Europäer mit Strand und Urlaub verbunden ist, ist in Wirklichkeit eine der sozialschwächsten Regionen Frankreichs. Die rechte Partei Front national wird regelmäßig ins Parlament gewählt. Grund genug für Chris und Kirti die Gegend zu verlassen.
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Frank (Just Frank) – Coeur Hanté (Download)
Auf ihrem Debütalbum „The Brutal Wave“ wird stringenter Synth-Pop mit Drumcomputern und prominenten Bass-Linien gepaart. Vor einigen Jahren nannte man diese Musik, besonders in Belgien und Frankreich, Coldwave. „It’s sort of like early R.E.M. via Siouxsie and Joy Division (and the Smiths in those vocals)“ schrieb kürzlich Stereogum. In gewisser Hinsicht sind Frank (Just Frank) Nebenbuhler von Dark Wave/ Gothic-Rock-Granden, wie The Cure und Co. Nur ihre Platte veröffentlichen sie 20 Jahre nach der Blütezeit dieser Genres. Doch mit sicherem Gewissen kann man sagen: Das ist auch gut so. Denn: „The Brutal Wave“ ist eine wahnsinnig eigensinnige Platte mit der gewissen Prise Dunkelheit.
Mehr zu Frank (Just Frank) hört Ihr im ByteFM Magazin am Dienstag um 15 Uhr.
Die Band spielt am 17. September im Berliner King Kong Club.
Kraków Loves Adana „Beauty“ + Free Download
30.06.2010 von Christoph Möller

Wenn der erste gespielte Ton einer Platte so aussagekräftig ist, dass man den Klang der restlichen Songs erahnen kann, handelt es sich um gute Musik. Auf dem Debütalbum von Kraków Loves Adana ist das der Fall. Der spitze freistehende Klavierklang des ersten Stücks „Geistermanier“, der sich erhebt und das Rauschen der Aufnahme übertönt, läutet feierlich das Ende eines bislang unbekannten Gefühls ein. Dieses Gefühl ist das, was Deniz Cicek und Robert Heitmann auf „Beauty“ evaluieren und einer drückenden Melancholie gegenüberstellen.
Die beiden treffen sich zum ersten Mal, und bezeichnenderweise, hinter den Musikboxen eines Bielefelder Clubs. Gemeinsam gehen sie nach Freiburg, studieren Zahnmedizin und Biologie und arbeiten an ihrer Musik.
Dann passiert etwas ungewöhnliches. Johann Scheerer, Produzent und Inhaber vom legendären Hamburger Studio Clouds Hill Recordings, wird auf die beiden aufmerksam. Zwischen Scheerer und der Band entsteht eine organische Zusammenarbeit, die im Album „Beauty“ gipfelt.
Auf eben diesem Album wird das große Gefühl zelebriert, ohne dabei banal oder lächerlich zu wirken. Die Instrumentalisierung ist minimal, Ciceks zerbrechliche Stimme bahnt sich den Weg durch langsame sukzessive Gitarrenakkorde, die sich in ihrer eigenen Verflossenheit verlieren. Es entsteht ein Gefühl der Melancholie, das aber nicht kulminiert, sondern auf einem Level der Benommenheit verweilt. Die Musik ist autonom von äußeren Einflüssen, ein großes Ganzes, das die Zeit überleben wird.
Reduziertheit und Hochspannung sind die düsteren Motiv einer beindruckenden nachdenklichen Platte oder wie Produzent Scheerer treffend formuliert: “Ich habe noch nie eine Platte gemacht, die in ihrer Instrumentalisierung und ihrem Klang so reduziert ist und trotzdem eine so schöne Fülle und Stimmung hat.”
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Kraków Loves Adana – A 60’s Troubadour (exklusiver Download)
Das Album „Beauty“ erscheint am 02. Juli auf Clouds Hill Records bzw Snowhite, das Videos zur aktuellen Single „Porcelain“ zeigt Spex und ByteFM präsentiert die Tour von Kraków Loves Adana:
01.09. Hamburg – Uebel & Gefährlich / Dachgarten
02.09. Berlin – Bang Bang Club
05.09. Münster – Café Sputnik [Sputnikhalle]
06.09. Köln – Studio 672
07.09. Frankfurt – Brotfabrik
Guido – „Anidea“
08.06.2010 von Christoph Möller

Dickes B – Bristol. Die Stadt im Süd-Westen Englands gilt im Dubstep-Garten längst als „alte Eiche“ – allen Witterungen zum Trotz. Auch die eigene Sippe attestiert dem britischen Vorzeigegenre der letzen Jahre einen gewissen Ästethik-Verfall.
Davon will Altmeister Peverelist nichts gehört haben und veröffentlicht auf seinem Label Punch Drunk Records das lang erwartete fantastische Debütalbum des 21-jährigen Produzenten Guy Middleton aka Guido. Mit „Anidea“ bekräftigt er seinen Standpunkt in „Bristol’s New Generation“.
Guido – „Anidea“
Der Einstieg der Platte geht ins Mark. Der Titeltrack ist ein zusammengefrickeltes Werk aus Raum und Zeit. Er verbindet ins-Auge-schießende Snare-Beats, wellenartige Basslinien und entfremdete Saiteninstrumente zu einem intelligenten musikalischen Potpurrie, das an keiner Stelle aufdringlich klingt, sondern ein intimes Daherbrutzeln zelebriert. Im Laufe des Albums wird weder vor Auto-Tune-Effekten, noch vor Jazz-Eskapaden Halt gemacht. „Anidea“ ist eine durchdachte Produktion und öffnet den Blick in Richtung experimentellerer Areale von Dubstep. Diese Schublade wird aber nur oberflächlich geöffnet, am Rand des Konstrukts sind klare R&B-Strukturen erkennbar.
„Beautiful Complication (feat. Aarya)“ verbindet glitchy dröhnende Bässe mit Rihanna-ähnlichem Pop-Gesang und könnte in leicht veränderter Form zum Chart-Erfolg werden. Bis es so weit ist, holt sich der gelernte Klassik- und Jazzpianist reichlich Verstärkung. Yolander, u.a. für den Bühnengesang von Massive Attack zuständig, lässt auf „Way You Make Me Feel“ so einige Ohren aufhorchen. Ihre Stimme wird als rhythmisches, leicht lo-fi daherkommendes Leitmotiv eingesetzt. Der Song ist eine Mischung aus ruhigen flirrenden Passagen und agilen Breakbeat-Soul-Fusionen und evoziert eine starke Ausschüttung von Endorphinen. Ein echter Hit!
Guido – „Way You Make Me Feel“
Bislang ist „Anidea“ neben Ital Teks wunderbarer „Midnight Colour“-LP die beindruckenste Außenseiter-Dubstep-Platte des Jahres und macht Hoffnung auf eine Renaissance kraftvoller, agiler Produktionen aus Süd-West-England. Schreibt Euch den Namen hinter die Ohren: Guido!
Tame Impala – „Solitude Is Bliss“
14.05.2010 von Christoph Möller

Aufgepasst, hier kommen Tame Impala! Die drei Australier Kevin Parker, Dom Simper und Jay Watson sorgen auf ihrem Debütalbum „Innerspeaker“ für breites Grinsen auf den Gesichtern der Reverb- und Schrammelgitarrenverliebten dieser Welt („Innerspeaker“ erscheint am 21. Mai auf Modular, zumindest als Import).
Die drei Jungs aus Perth sorgen mit der ersten Singleauskopplung „Solitude Is Bliss“ und dem dazugehörigen Video für einen psychedelischen Hormonschub, der den geneigten Hörer aus den Puschen fahren lässt.
Produziert wurde das Video von der in Auckland und London ansässigen Animations- und Videofirma Special Problems, die sich beispielsweise für Jonathan Boulets „A Community Service Announcement“ oder Wolfmothers „New Moon Rising“ Verantwortlich zeigt.
Im Video zu „Solitude Is Bliss“ läuft ein offenbar Paranoid gewordener schwarzhaariger Typ über vom Chaos gezeichnete Straßen (brennende Reifen!) und kämpft sich durch allerlei ihm entgegenkommenden Menschengruppen. An einer Stelle muss er sich gar gegen einen Hund verteidigen (spätestens hier entwickelt man eine gewisse Zu- oder Abneigung zum Darsteller)! Doch damit nicht genug: Der zunehmend transpirierende Protagonist, übrigens ein Dave Grohl Verschnitt, verliert zusehends an physischen Kräften. In ruhigen nicht vom Chorus („You will never come close to how i feel“) beherrschten Passagen, ändert sich die Szenerie, die Menschengruppen verschwinden und der Hauptdarsteller zelebriert sein unwirkliches einsames Dasein. Ganz im Sinne von „Solitude Is Bliss“ – Einsamkeit ist Glückseligkeit.
Die Arbeit wird belohnt, im Juni geht die Band mit als Vorgruppe von MGMT auf große Amerika-Tour.
Den Song „Runway, Houses, City, Cloud“s gibts übrigens zum kostenlosen Download.
Mondkopf
11.05.2010 von Christoph Möller

Dass dem erst 23-jährigen Paul Régimbeau alias Mondkopf gut und gerne ein starker Hang zur Epik attestiert wird, ist bei Beatverwicklungen, die mindestens als „crunchy“ bezeichnet werden müssen, nicht weiter verwunderlich, jedoch nicht ausreichend um seine Fähigkeiten als Klangproduzent und –virtuose zu beschreiben.
Mondkopf, so Régimbeaus unkonventioneller Künstlername, ist Franzose, kommt nicht aus der überlaufenen Szene-Stadt Paris (wohnt aber mittlerweile dort), sondern aus Toulouse, einer kleineren, nichtsdestoweniger großen Stadt im Süden des Landes.
Was seine Musik auszeichnet, ist ein Zusammenspiel aus Energie, Asphalt und Schweiß, eine Fusion aus verschiedensten übereinandergelegten Sounds, gepaart mit gleichzeitig brettharten, als auch angenehm wirkenden Beats, die sich wie eine Horde Kinder ineinander verlieren, winden und drehen, nur um direkt darauf eine neue Achse des Klangbildes zu durchbrechen. Die vehemente Suche nach Druck. Druck, der sich deutlich an den Songs der Berliner Gernot Bronsert und Sebastian Szary, alias Modeselektor, orientiert, aber eben nicht darauf fixiert ist.
Mondkopf – „Valse Dans L‘ombre“
Mondkopf – „Ave Maria“
Das Debütalbum von Mondkopf heißt „Galaxy of Nowhere“ (erschienen auf Asphalt Duchess) und beginnt mit dem eben schon bildlich angesprochenen Treiben, das auf vielen Spielplätzen und Schulhöfen seh- und hörbar ist. Der Anfang schlängelt sich nahtlos zu den hervorstechenden Songs „La Dame En Bleu“ und „Libera Me“, die ihren Platz auf den Tanzflächen dieser Welt finden werden. Im Mittelteil entfernt sich Régimbeau vom Kanon der Platte und macht mit „Speaking With The Noise“ genau das, was man vom Titel erwartet. Eine Klang-Dusche aus warmen und fließenden Sounds, die sich auf jeder M83 Platte wohlfühlen würde.
Das darauffolgende „Music For My Room“ dient seinerseits als Intro zum nervenaufreibendem Song „Valse Dans L’ombre“, frei übersetzt „Walzer durch die Nacht“, das sich wie fast alle Songs der Platte immer mehr zuspitzt und mit Tremolo spielenden Streicherelementen für eine epochale, gar sakral wirkende Atmosphäre sorgt. Im zweiten Teil von „Ave Maria“ verliert sich das Album gänzlich in kirchlich-choraler Klang-Metaphorik und endet schließlich so wie es beginnt: mit Schulhof-Romantik.
„Galaxy Of Nowhere“ ist die musikalische Manifestierung eines wilden um sich selbst windenden Tieres, das jegliche Formen der Existenz hinter sich gelassen hat.
Freier Download auf aaahh-records: Uniform Motion – Pictures
13.01.2010 von Christoph Möller
Das super-fiese Orkan-Tief Daisy ist überstanden, das Leben geht weiter. Ein neues Jahrzent beginnt.
Die Grenzen zwischen konventionellen- und Net-Labels scheinen derweil immer stärker zu verschwinden. Das Britisch-Französische Multimediaprojekt Uniform Motion könnte ihr neustes Werk „Pictures“, das auf dem Net-Label aaahh-records veröffentlicht wurde, ohne Probleme bei einem beliebigen anderen kommerziellen Label herausbringen.
Die Tatsache, dass Uniform Motion einen (noch) unkonventionellen Weg gehen, spricht für die freie Musikszene und ihre Vorteile. „Pictures“ ist ein Hybrid aus Text, Musik und Bild und entfaltet seine Vollkommenheit erst durch die Aufnahme aller Seiten dieses kreativen Wechselspiels zwischen Klang und Raum. So wird neben dem eigentlichen Album ein kompletter 54-seitiger Comic, ein Video zu jedem Song und eine Handvoll Remixes herausgebracht.
Kein Problem, Creative Common macht es möglich.
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Uniform Motion – Earthly Diamond
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Uniform Motion – Citizen Grave
Die Musik öffnet die Tür zur Mitte des Winters. Mit Vorsicht allerdings, denn so konstant das Konzept hinter „Pictures“ wirkt, so inkonstant ist doch das hier erzeugte Puzzle aus Wort und Melodie. Ein Gesamtwerk, das schnell aus dem Gleichgewicht gerät und erst unter den richtigen Bedingungen seine Schönheit und Zerbrechlichkeit entfaltet. „Pictures“ ist vielleicht das beste, was aaahh-records bislang hervorgebracht hat, aber es ist auch Musik, mit der man sich auseinandersetzen muss. Macht man sich allerdings die Mühe, ist das Ergebnis umso vollkommener.
Uniform Motion – Pictures
VÖ: 01.01.2010
Web: myspace.com/uniformmotion
Label: aaahh-records











