Die Heiterkeit – „Herz aus Gold“

20.08.2012 von  

Die Heiterkeit - Herz aus GoldVÖ: 24.08.2012
Web: dieheiterkeit.de
Label: Nein, Gelassenheit/Staatsakt

Die Heiterkeit? So wirklich heiter scheint hier auf den ersten Blick gar nichts. Ihr selbst gewĂ€hltes Logo ist ein emotionslos drein guckender Smiley. Auf allen Promo-Fotos wird jeder Anschein von guter Laune vermieden und auch sonst klingen die Songs eher nach GefĂŒhlsduselei, dabei aber niemals fröhlich, eher etwas unaufgeregt – Ă€hnlich der antriebslosen Katerstimmung nach einer langen Nacht in der Kneipe. Aus dem Bandnamen sollte jedoch sowieso nie zu viel abgeleitet werden, zudem unterscheidet sich Fröhlichkeit oder Lustigkeit auch in gewisser Weise von Heiterkeit. Nach eigenen Aussagen ist Heiterkeit „klĂŒger“, „nicht so aufdringlich und immer zugegen, ĂŒberall“.

Um das schon einmal vorwegzunehmen: Das Album kann LĂ€cheln auf Gesichter zaubern und den Hörer glĂŒcklich entlassen. Die drei Hamburgerinnen vermögen es, ein GefĂŒhl zu produzieren, das an jenes erinnert, wenn man nach einer langen, exzessiven Party frĂŒhmorgens den Club verlĂ€sst und von der Sonne ĂŒber das Gesicht gekitzelt wird – mit dem GefĂŒhl, nichts verlieren zu können, noch alles vor sich zu haben, selbst das Tempo bestimmen zu können, von niemandem abhĂ€ngig zu sein und zu genießen, ohne große SprĂŒnge machen zu mĂŒssen. Sie erreichen diese Stimmung vor allem durch kultiviertes Slackertum, das Lakonische in all ihren Facetten und ihre LĂ€ssigkeit. Zudem steckt in ihrem Sound eine gewisse WĂ€rme, die an Pavement erinnert. Das ist kein Zufall, denn beim Mastering wurde das Album „Crooked Rain, Crooked Rain“ als Vorbild genommen.

In ihrer Musik trifft ein „Is‘-doch-egal“-Charme auf Selbstbewusstsein und TrĂ€umerei, einfache Gitarrenmelodien und ein reduktionistisches Schlagzeug auf die tiefe Stimme von Stella Sommer, die ein wenig an Christiane Rösinger oder Marlene Dietrich erinnert und nur selten aus sich herauskommt. In ihren Texten geht es weniger um GefĂŒhle, viel mehr um Begegnungen, Situationen und Momente. Irgendwo zwischen schwermĂŒtig und losgelöst könnten sie als musikalische AnfĂŒhrer eines LebensgefĂŒhls stehen – ein wenig hippiesk, emanzipiert, selbstironisch, lĂ€ssig und von niemanden aus der Fassung zu bringen. Ganz nach dem Motto: „GefĂ€llt mir gut / Ich bin bereit / I touch you with my Heiterkeit“. So schwingt man sich vorbei an Dandys, Königinnen und ĂŒberzeugt letztendlich nicht nur ein Volk, sondern alle Menschen, um auf dem Gipfel des Erfolges zu testen, wie weit man es noch treiben kann. Wir folgen euch!

Das ByteFM Album der Woche.

Jeden Tag von Montag bis Freitag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 10 und 12 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Nachmittag zwischen 15 und 17 Uhr und im ByteFM Magazin am Abend ab 19 Uhr. Die ausfĂŒhrliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Heiterkeit“ und seiner/ihrer vollstĂ€ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: Nein, Gelassenheit/Staatsakt | Kaufen

Kommentare

3 Antworten zu “Die Heiterkeit – „Herz aus Gold“”
  1. paul höltge sagt:

    sind sie jetzt völlig ĂŒbergeschnappt? es gibt sieben milliarden bands auf myspace die interessanter sind als die heiterkeit. nur haben die nicht so gute kontakte wahrscheinlich. ich bin ein verehrer von marlene dietrich. ihr gesang war ausschweifend. sie konnte aus sich herausgehen. die heiterkeit ist langweilig und völlig dilletantisch. nix fĂŒr ungut.

  2. Markus W. sagt:

    Kann meinen Vorredner nur zustimmen – wie konnte das nur passieren? Es ist mir schleierhaft…

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Das sagen andere zu dem Beitrag...
  1. [...] das langerwartete DebĂŒt der lakonisch so mittel gelaunten, etwas umstrittenen Band Die Heiterkeit (Album der Woche bei ByteFM), sondern auch neuer Satirepop von Friedemann Weise, das neue Album von Max Herre und eine Live-CD [...]