Neue Platten: Sin Fang – „Half Dreams“

(Morr Music)Morr Music

8,1

Sin Fang ist das Synonym des isländischen Künstlers Sindri Már Sigfússon. Die flächenmäßig nicht sehr ausgeprägte und auch recht dünn besiedelte Insel im Norden Europas bringt ja immer wieder unverhältnismäßig viel gute Musik in den Strom und auf den Tonträger. Mit dem Phänomen dieses Landes, dessen Einwohnerzahl im Vergleich irgendwo zwischen der von Mannheim und Bielefeld liegt, haben sich in letzter Zeit bereits Einige beschäftigt – auch auf ByteFM, wo Ihr einen Container über die musikalische Landschaft Islands hören konntet.

In dieser besonderen Musiklandschaft fallen einige Namen immer wieder. Unter anderem Múm oder der von Sigur Rós, die dieser Tage ihr sechstes Album veröffentlichen und sich seit Ende der 90er mit ihrem cineastischen Dream Folk Erfolge in Europa und Asien erspielen. Ein weiterer Name ist der von Hildur Guðnadóttir, einer Cellistin, die unterschiedliche Bandprojekte unterstützt. Doch auch Sin Fang zieht Fäden und Melodien an verschiedenen Orten der isländischen Musikszene und kann zu den bekannteren isländischen Musikern gezählt werden. Ein kleiner Pool, besonders dieser jüngeren isländischen Musik-Generation, findet sich auf dem Berliner Label Morr Music, auf dem auch Sin Fang veröffentlicht.

Anfang des jungen Jahrtausends grĂĽndete Sindri Már SigfĂşsson sein Bandprojekt Seabear, das zuerst als Soloprojekt gedacht war, in dem jetzt aber auch seine aktuelle Tourbegleiterin SĂłley sowie zahlreiche weitere KĂĽnstler mitspielen. 2008 begann Sindri dann tatsächlich, relativ alleine als Sin Fang Bous zu arbeiten. In diesen Zeitraum fällt auch die Veröffentlichung seines ersten, groĂźartigen Soloalbums „Clangour“. Nur kurze Zeit später verlor Sindri das Bous in seinem Namen und macht seitdem als Sin Fang weiter Musik. Diese unterscheidet sich vom indiefolkigen Seabear-Sound besonders durch die experimentelleren Spielarten und den elektronisch-atmosphärischen Einschlag. Das letzte Album „Summer Echoes“ – nicht ganz so toll wie „Clangour“, aber mit einigen herausragenden Songs wie „Because Of The Blood“ bestĂĽckt – fiel in den FrĂĽhling 2011, was Sindri nicht davon abhielt, jetzt schon wieder eine EP nachzulegen. Alle diese Veröffentlichungen warten ĂĽbrigens mit wunderbaren Albumcovern und liebevoll gemachten Videos auf, in denen sich der Produzent verschiedene Dinge als Bärte anklebt, oder wie bei der aktuellen EP … Ach, seht selbst (am Ende der Rezension).

Die Musik von Sin Fang ist also geprägt vom typischen Klang des „Icelandic Folk“, geht in Richtung indierockig gehaltenen Chamber Pops mit einigen undefinierbaren elektronischen Einflüssen. Dabei gelingt es Sin Fang, mit seinen Ideen unglaublich begeisternd und vor allem zurückhaltend ekstatisch zu klingen. Dies schafft er durch die Vielzahl an elektronischen Geräuschen (siehe auch frühere Produktionen wie „Advent In Ives Garden“), seine mit Hall belegte atmosphärische Stimme und das absolut faszinierende Songwriting.

So klingt auch sein 2012er Ergebnis „Half Dreams“. Der ausfĂĽhrliche Blick auf Sin Fangs Kontext und seine frĂĽheren Veröffentlichungen hilft, die neue EP zu beschreiben. Sie passt nämlich schön in sein Werk, verkĂĽrzt die Wartezeit auf den nächsten Longplayer und kann uns diesen beginnenden Sommer traumhaft untermalen. Die fĂĽnf Songs beginnen mit dem Höhepunkt der Platte und gleichzeitigen Single-Auskopplung „Only Eyes“ – stimmhaft variabel, atmosphärisch und ohrwurmig. Ă„hnlich geht es dann auch weiter, allgemein weniger ekstatisch und weniger elektronisch als gewohnt, sondern fast etwas sehr gut gelaunt poppig-folkig, zwischendurch psychedelische 60er-Jahre-Musik anhauchend. „Strange House“ sei hier als weiterer interessanter Anspieltipp erwähnt, da dieser Song – wie viele von Sin Fang – nach längerer Spieldauer immer noch mit melodischen, gesanglichen Veränderungen und Pausen aufwartet.

SchlieĂźlich bleibt nur das unbefriedigende GefĂĽhl einer EP, dass das Ganze doch irgendwie ziemlich kurz war und man automatisch leicht enttäuscht auf „Replay“ drĂĽckt. Und so viel Vielseitigkeit wie in den 12-Song-langen-LPs schafft Sin Fang dann auf „Half Dreams“ auch nicht. Trotzdem wird weiter gewartet – und erwartet, dass von diesem Isländer, genau wie von seinen Kollegen, noch viel kommen wird. Vielleicht ja auch mal eine Antwort, warum Bielefeld nicht mit so viel guter Musik aufwarten kann wie die 318.000 Einwohner Islands.

Label: Morr Music | Kaufen

Tickets fĂĽr LA Vampires und Maria Minerva

31.05.2012 von  

(http://becauselondon.com/media/22855/silk031.jpg)

Einen Konzertabend mit diesen beiden Künstlerinnen des Labels 100% Silk sollte man sich nicht entgehen lassen. Mit LA Vampires alias Amanda Brown bringt nämlich zum einen gleich die Labelgründerin selbst ihren psychedelischen LoFi-Dance auf die Bühne. Zum anderen hat Brown die Estin Maria Minerva im Gepäck, die mit ihren verträumten, schwebenden Dancetracks in den letzten Monaten zum Aushängeschild des Labels avancierte.

ByteFM präsentiert das Konzert der beiden am 03.06. im Uebel & Gefährlich in Hamburg und verlost 2×2 Karten. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns einfach bis zum 02.06. eine Mail mit dem Betreff „Silk“ und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.

03.06.2012 Hamburg – Uebel & Gefährlich

Contra live bei ByteFM

31.05.2012 von  

Contra, das ist eine fĂĽnfköpfige Band aus Göteborg. Die „Indie Explosion“ besteht bereits seit 2008 und hat gerade ihre neue EP „To Arms No Arms“ veröffentlicht. Aus diesem wunderbar passenden Anlass waren sie im ByteFM-Studio zu Besuch – wo sie nett geplaudert, und ihren Song „Home Without A Heart“ live fĂĽr uns performt haben!

Contra bezeichnen ihre Songs als „Thom Yorke-scented Indie-Pop“. Wir finden, sie machen sehr melancholische Musik – episch, theatralisch, rythmisch. Am besten macht Ihr Euch selbst ein Bild: Hier könnt Ihr „Home Without A Heart“ nachhören!


Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Contra – Home Without A Heart (Live bei ByteFM)

Familienfest mit Musik – das Orange Blossom Special

31.05.2012 von  

CurtomPhilipp J. Bösel

Wenn der Westfale „Hömma!“ sagt, dann kann es durchaus sein, dass er rein gar nichts mitteilen möchte. Dem „Gell“ oder „Näch“ ähnlich, verleiht er auf diese Weise seinen kurzen Sätzen ein wenig bodenständigen Glamour. Meistens allerdings bittet er mit „Hömma!“ darum zuzuhören. Das Motto fĂĽr das diesjährige Orange Blossom hätte daher nicht besser gewählt sein können.

Statt hundertfünfzig Bands auf zwanzig Bühnen, bekommt man hier über drei Tage lediglich rund zwanzig Künstler geboten: praktisch alle auf derselben Bühne. Es wird gehört, was auf den Tisch kommt und das ist gut so: Hömma, Auswahl is nich! Die Labelpaten Rembert und Reinhard sind mit viel Herzblut bei der Sache und moderieren jeden ihrer Gäste an wie frisch verliebt: “Wir kennen da diese hammergeile Band und die sollt ihr jetzt unbedingt auch kennenlernen.” Richtig große Namen tauchen beim Orange Blossom nämlich eher selten auf.

Wer außer Insidern kennt schon Alamo Race Track? Mit den Niederländern wurde das Festival am Freitag um halb sechs offiziell eröffnet. Dem Vernehmen nach sollen sie mit ihrem Kammer-Folk genauso überzeugt haben, wie der melancholische Schwede Christian Kjellvander. Der ByteFM-Festivalbeobachter stand da noch auf der Autobahn und hörte stattdessen aufmerksam dem Sprecher des Verkehrsfunks zu.

Später am Abend in das Set der Moon Invaders hineingestolpert, wurde schnell klar, dass es hier nicht nur rootige Gitarrenmusik auf die Ohren gibt. Die Mischung aus Ska, Rocksteady und Soul kam beim Publikum sehr gut an. Stammgäste – von denen es reichlich gibt – sind an derartige Ausflüge außerhalb der Label-Linie auch schon gewöhnt.

Stichwort Ausflüge: Besonders Hartgesottene lassen ihre Abende auf den Aftershow-Parties im berüchtigten Stadtkrug ausklingen. Dazu muss man vom Festivalgelände, dem kleinen Garten des Glitterhouse-Hauses, einen Fußmarsch von rund zehn bis fünfzehn Minuten meistern – hin geht es meistens schneller als zurück. Früh ankommen lohnt sich. Denn auch wenn es sich beizeiten so anfühlt: Die knapp zweitausend Festivalbesucher passen nicht alle in die kleine Dorfkneipe hinein. Wer es schafft reinzukommen, kann bis zum Morgengrauen den Plattenlegern des Stag-O-Lee-Shakedown-DJ-Teams zuhören oder auf seinen 50cm² tanzen.

Stag-O-Lee ist ein Glitterhouse-Sublabel, spezialisiert auf Rhythm & Blues sowie allerlei Soul und Garage mit Sechziger-Einschlag: der perfekte Heimathafen für die Fuzztones, dem ersten Highlight des Sonnabends. Die Legenden des Garagenrock spielten ihr Programm mit einer beeindruckenden Coolness – und das trotz fortgeschrittenem Alter, brennender Sonne und schwarzem Outfit.

Einen bemüht-coolen Auftritt legten die jungen Schweizer Navel hin. Vielleicht muss man cool wirken wollen, wenn man eine Art Cockrock-Grunge spielt. Im Wesentlichen betrachtet – also die Songs betreffend – waren die Jungs aber eine echt gute Überraschung; sogar eine doppelte Überraschung, wenn man bedenkt, dass Navel kurzfristig für die Band Kill It Kid eingesprungen waren.

Immanu El aus Schweden entlieĂźen uns am Sonnabend mit spährischem Postrock in die Nacht. Untermalt wurden ihre Lieder stimmig mit Bildern einer Seefahrt. „Das Herz wird uns aufgehen“, hatten die Festivalmacher bereits im Vorfeld prophezeit. Sollte es nach dem Konzert noch nicht offen genug gewesen sein, dann gab ihm die rĂĽhrende Abmoderation von Glitterhouse-Urgestein Rembert den Rest. Er lieĂź die versammelte Gemeinde wissen, dass er seiner Freundin nach „18 Jahren wilder Ehe“ gerade einen Heiratsantrag gemacht hatte – erfolgreich.

So etwas würde bei anderen Festivals nicht unbedingt interessieren. Das Orange Blossom ist aber eine sehr familiäre Veranstaltung. Neben jahrelangen Anhängern aus allen Landesteilen, steht auch die Nachbarschaft im Publikum: Kinder und Grauhaarige inklusive. Beverungen ist zwar offiziell eine Stadt, könnte allerdings als groß gewachsenes Dorf durchgehen. Man kennt sich also.

Neu in der Familie Glitterhouse ist Nive Nielsen. Im April hat sie dort ihr Album „Nive Sings“ veröffentlicht. Völlig gerechtfertigt bei den Independent Music Awards ausgezeichnet, wusste sie am Sonntag mit originellem Folk zu ĂĽberzeugen. Nive ist ĂĽbrigens Grönländerin und spielt Ukulele. Jede Wette, dass wir von ihr noch viel mehr hören werden.

Die Gruppe Spain ist ebenfalls ein neues Pferd im Stall. Als richtige Newcomer gehen die zwar nicht mehr durch, wohl aber als heimlicher Hit des Festivals. Im Mindesten stellte ihr Konzert einen gelungenen AbschluĂź zu drei Tagen Zelturlaub an der Weser dar: Mit warmer, meist ruhiger Gitarrenmusik wurde man sanft nach Hause geschickt. Geblieben ist, neben der neuen Vokabel „Hömma“ und einem anständigen Sonnenbrand, vor allem die Ăśberzeugung, dass man da im nächsten Jahr unbedingt wieder hin muss.

Am Samstag folg ab 14 Uhr im WeichspĂĽler eine ausgiebige Sondersendung zum Orange Blossom Special.

Lärm der Woche: Geburtstage, Diebstahl und Worte

31.05.2012 von  

Das Wichtigste in Sachen Musik- und Pop-Kultur, zusammengestellt von Ruben Jonas Schnell – das ist der Lärm der Woche. Die Koproduktion mit den Kollegen von DRadio Wissen hört Ihr bei uns jeden Donnerstagvormittag im ByteFM Magazin am Morgen.

An dieser Stelle findet Ihr jetzt jeden Donnerstag den aktuellen Lärm der Woche zum Nachhören.

Diesmal im Lärm der Woche: Wäre Curtis Mayfield noch am Leben, könnte er am kommenden Sonntag seinen 70. Geburtstag feiern. Grund genug, noch einmal an den legendären Musiker und Produzenten zu erinnern. Letzte Woche berichteten wir ĂĽber eine Werbefirma, die den Sound von Beach House kopierte, um diesen dann fĂĽr ihren Werbespot zu nutzen. Dieses Mal traf das selbe Schicksal James Murphy alias LCD Soundsystem. Weiterhin soll es um Themen gehen, wie 70 Jahre „White Christmas“ von Bing Crosby, die Rolle Karl Bartos‘ bei den Elektro-Pionieren Kraftwerk anlässlich seines 60. Geburtstages und die Frage, wie wohl das neue Album der Liars ausgesprochen wird.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Lärm der Woche vom 31.05.2012

Karl Bartos wird 60

31.05.2012 von  

(http://www.myspace.com/karlbartos/photos/828294#{%22ImageId%22%3A828294})
Karl Bartos

FrĂĽh ĂĽbt sich, wer einmal ein bekannter Musiker werden will – das dachte sich auch der am 31.05.1952 in Berchtesgaden geborene Karl, der schon mit vierzehn Jahren die Musik zum Beruf machen wollte. Der Grund war, neben seiner Verehrung fĂĽr die Beatles, der Gedanke, dass Musiker immer die hĂĽbschesten Frauen abbekommen und so grĂĽndete Bartos bereits mit 16 seine erste Band, die Anthony String Group. Ab 1970 studiert der gerade mal 18-jährige am Robert Schumann Institut in DĂĽsseldorf Klavier, Vibraphon und im Hauptfach Schlagzeug. „Ganz nebenbei“ spielt er in der Formation Sinus und zwar mit niemand geringerem als Bodo Staiger (dem späteren Gitarristen von Rheingold) und Marius MĂĽller-Westernhagen.

Ein Dozent empfiehlt Bartos an Ralf HĂĽtter und Florian Schneider weiter, die nach der Veröffentlichung des Albums „Autobahn“ einen Schlagzeuger fĂĽr ihre Band Kraftwerk suchen. Karl Bartos bleibt den Kraftwerken 15 Jahre lang treu und wird nicht nur Schlagzeuger, sondern auch Co-Autor mehrerer Titel (unter anderem „Tour De France“ und „Das Modell“) und steuert sogar den Gesang fĂĽr „Der Telefon Anruf“ bei – der einzige Kraftwerk-Song, der nicht von Ralf HĂĽtter gesungen wird. Besonders durch die Arbeit mit Kraftwerk, die (zu Recht!) als Pioniere der elektronischen Musik und als die „Beatles der elektronischen Tanzmusik“ gehandelt werden, wird Bartos auch international bekannt und berĂĽhmt.

Im Jahr 1990 (nach der Veröffentlichung von „The Mix“) verlässt Bartos das Kling-Klang Studio und Kraftwerk, nicht aber die MusikbĂĽhnen dieser Welt. Um Abstand von der Band zu gewinnen zieht er nach Manchester, grĂĽndet sein Solo-Projekt Elektric Music und veröffentlich Remixe, Coverversionen, Singles und 1993 auch das Solo-DebĂĽt-Album „Esperanto“. Doch damit nicht genug, Bartos tut sich 1995 mit den Musikgrößen Bernard Sumner von New Order und Smiths-GrĂĽndungsmitglied Johnny Marr alias Electronic zusammen, aus der Zusammenarbeit entsteht das Album „Raise The Pressure“.

In den nächsten Jahren veröffentlicht Bartos ein weiteres selbstbetiteltes Solo-Album unter dem Namen Electric Music, mit dem er an seine Liebe zu den Beatles erinnert, gleichzeitig arbeitet er als Produzent und Remixer, 2003 erscheint dann das erste Album „Communication“ unter seinem eigenen Namen. Seit 2004 lehrt Karl Bartos als Gastdozent an der Universität der KĂĽnste Berlin, tourt nebenbei allerdings weiterhin mit seinem Synth-Pop durch die Welt.

Bei so viel kreativer Schaffenskraft bleibt zu hoffen, dass Karl Bartos uns auch in Zukunft mit musikalischem Output beglĂĽckt – bis dahin gratulieren wir erst einmal zu 60 Jahren voller genialer Ideen!

Curtis Mayfield: Botschafter des Soul

30.05.2012 von  

CurtomCurtom

Am Sonntag wäre Curtis Mayfield 70 Jahre alt geworden. Dieses Ereignis nimmt ByteFM zum Anlass, um mit drei Sondersendungen an den einzigartigen Erneuerer des Soul zu erinnern.

Tanzen mit Botschaft
„Our purpose is to educate as well as to entertain“ – dass tanzbare Musik nicht bloß leere Hülle sei und dem Amüsement dienen müsse, hat Mayfield stets betont. Dementsprechend blickt Oliver Stangl zum Start des Spezials ab 15 Uhr im Rahmen des ByteFM Containers vor allem auf die Anfangszeit von Mayfields musikalischer Karriere zurück und beleuchtet seine Rolle im Civil Rights Movement, für das er zunächst mit The Impressions sowie im Rahmen seiner anfänglichen Solokarriere den Soundtrack lieferte. Im Rahmen der Sendung kommen Franz Dobler und Klaus Walter, der Mayfield noch 1994 interviewte, zu Wort.

Mayfields Movies
Alexandra Friedrich beschäftigt sich ab 17 Uhr in der Sonderausgabe ihrer Sendung Je ne sais quoi mit den Film-Sountrack-Arbeiten von Curtis Mayfield. Ausgehend von seinen ersten Arbeiten zum Blaxploitation-Klassiker „Super Fly“ – auch hier gab sich Mayfield politisch – versucht sie einen Eindruck von diesem eher kleinen Segment in Mayfields Schaffen zu geben.

Get Yourself Together
Auch Soulsearching gratuliert zum Earthday von Curtis Mayfield, deshalb in der Sendung ein kurzer Flashback in den Club Bitter End in New York, wo Mayfield seinerzeit eines der, wenn nicht das beste Livealbum aller Zeiten aufnahm.

Curtis’ Erben
Nicht nur der Soundtrack zu „Super Fly“ gilt als eines der einflussreichsten Alben der Popmusik der 70er-Jahre im Allgemeinen sowie der R&B-Ära im Speziellen, auch sonst kommt Mayfields Werk eine erhebliche Referenzrolle zu. Wie sah Mayfields musikalischer Einfluss aus? Welche Folgen hatten seine politischen Ambitionen? Klaus Walter fragt in Was ist Musik ab 20 Uhr nach dem Einfluss Curtis Mayfields. Und er sucht nach den mittlerweile rar gewordenen Mayfields von heute.

Tickets fĂĽr Young Man

30.05.2012 von  

(http://www.facebook.com/youngmanmusic)

Die Songs von Colin Caulfield alias Young Man sind voller Hall, Harmonien und kleiner Details – dort weht der Wind, da knarrt ein Stuhl und irgendwo tropft Wasser vor sich hin.
Obwohl Caulfields Musikerkarriere mit dem Covern von Songs seiner Helden wie Animal Collective, Deerhunter oder Ariel Pink begann, ist Young Man mehr als nur ein Abklatsch dieser Vorbilder. Er ist ein eigenständiger kreativer Kopf, bei dem man zwar immer hört, woher seine Einflüsse kommen, der sich aber dennoch anschickt, bald auf einer Stufe mit seinen Vorbildern zu stehen.

ByteFM präsentiert die Tour von Young Man und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ fĂĽr jedes Konzert 1×2 Karten. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns einfach bis zum 01.06. eine Mail mit dem Betreff „Young Man“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.
Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstützen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

02.06.2012 Berlin – Roter Salon
03.06.2012 Köln – Studio 672
04.06.2012 Frankfurt – Ponyhof

Doc Watson stirbt im Alter von 89 Jahren

30.05.2012 von  

(http://www.flickr.com/photos/28744394@N08/3718521733/)
Appalachian Encounters

Einer der einflussreichsten Folk- und Countrymusiker verstarb gestern an den Folgen einer Operation im Bauchbereich in einem Krankenhaus in North Carolina im Alter von 89 Jahren.

Arthel Lane Watson kam in Deep Gap, North Carolina, in den Blue Ridge Mountains, zur Welt und wurde dort zusammen mit acht Geschwistern groß. Kurz nach seinem ersten Lebensjahr erblindete er aufgrund einer Augeninfektion. Da seine Eltern musikalisch engagiert waren – beide sangen in einem Kirchenchor und sein Vater spielte Banjo – erhielt Arthel Lane Watson bereits mit wenigen Jahren eine Harmonika und im Alter von fünf Jahren sein erstes Banjo.

Er entwickelte seinen eigenen Gitarrenstil, half seinem Vater auf der Farm, verkaufte als Jugendlicher Bleistifte und spielte gelegentlich auf der StraĂźe. In den 60er Jahren wurde Watson vom Folklore-Enthusiasten Ralph Rinzler entdeckt, der nach den typischen Bergballaden der Appalachen suchte. Nach dem Auftritt beim Newport-Folk-Festival 1963 gelang ihm der Durchbruch. Sein angeeignetes Repertoire war riesig: Watson hatte seine eigene Art entwickelt Gitarre zu spielen. Er beherrschte die Art des Flatpicking und konnte so seine Gitarre wie eine Fiedel zu zupfen. Weiterhin spielte er Folk, Country, Blues genauso gut wie Hillbilly und Rock‘n'Roll.

1949 bekam Watson zusammen mit seiner Frau Rosa Lee einen Sohn, Eddy Merle Watson, mit dem er später 15 Jahre lang zusammen spielte. Als Eddy Merle 1985 bei einem Traktor-Unfall ums Leben kam, war Doc Watson so betroffen, dass er seine Karriere aufgab. Zu Ehren seines Sohnes gründete er 1988 das MerleFest, welches jährlich in Wilkesboro, North Carolina, mit verschiedenen Rootsmusikern stattfindet. Erst seit ein paar Jahren spielte er wieder selbst bei diesem Festival.

Doc Watson revolutionierte die Gitarrenmusik und machte den Sound der Appalachen in der ganzen Welt bekannt. Er veröffentlichte mehr als 60 Alben, erhielt sieben Grammys und 2004 den Recording Academy’s Lifetime Award sowie 1997 den nationalen Orden der KĂĽnste von Bill Clinton. Er spielte den Americana bereits bevor der Begriff erfunden wurde. Er ĂĽberzeugte mit seiner Baritonstimme und seinem atemberaubenden Gitarrenspiel. Doc Watson hinterlässt uns nicht nur groĂźartige Musik, sondern auch eine ganze musikalische Entwicklung, die es in dieser Weise ohne ihn vielleicht nie gegeben hätte.

Im ByteFM Magazin ab 15 Uhr erinnert Alexandra Friedrich an den legendären Folk-Musiker.

Noel Gallagher wird 45

29.05.2012 von  

(Matthes Köppinghoff/ByteFM)

Am 29. Mai 1967 wurde Noel Gallagher geboren, Gitarrist und Songwriter der laut eigener Aussage „besten Band der Welt“. Über den Gehalt dieser Selbsteinschätzung lässt sich sicher streiten, doch nicht allzu viele andere Menschen können behaupten, weltweit über 70 Millionen Alben verkauft zu haben.

„Until someone does what we‘ve done, I‘ll always consider myself the last big songwriter.“

„We‘re not arrogant, we just think we‘re the best band in the world.“

„I can only speak for myself but if I say ‚I fucking hate Bloc Party‘ I guess what it means is: I hate their music. I never met those guys personally, so I can’t tell – but they sure look like a bunch of idiots to me.“

Es gibt wenig unterhaltsameres, als sich durch Zitate von Noel Gallagher zu lesen. Ob das jetzt nun wahnsinnige Selbstüberschätzung oder gesundes Selbstbewusstsein ist, die Karriere Noel Gallaghers ist ohne Zweifel beeindruckend. Aufgewachsen in einem Vorort von Manchester, der Vater ein gewalttätiger Alkoholiker, mit 13 die erste Bewährungsstrafe, mit 15 der Rauswurf aus der Schule. Gallagher schlug sich mit Jobs auf dem Bau durch und brachte sich selbst das Gitarrespielen bei. Noten lesen kann er bis heute nicht. Als regelmäßiger Besucher der Konzerte der Inspiral Carpets hörte er 1988 davon, dass der Sänger die Band verlassen wollte und versuchte sein Glück beim Vorspielen. Obwohl er den Job nicht bekam, nahmen ihn die Inspiral Carpets als Roadie mit auf Welttournee. Als er 1991 zurück nach England kam, hatte sein Bruder Liam eine Band gegründet und bot Noel den Managerposten an. Der lehnte dankend ab ab, schlug jedoch vor, als Gitarrist und Songwriter bei der Band einzusteigen. Oasis waren geboren.

Zwei Jahre später unterzeichneten Oasis einen Vertrag ĂĽber sechs Alben mit Sony, 1994 stieg ihr DebĂĽtalbum „Definitely Maybe“ auf Platz 1 der britischen Charts ein, im selben Jahrt hatten sie ihre erste Top-10-Single. 22 weitere sollten folgen. Neben ihrem musikalischen Erfolg machten die Gallagher-BrĂĽder aber auch immer wieder durch ihren exzessiven Lebenswandel abseits der BĂĽhne bzw. Schlägereien auf der BĂĽhne auf sich aufmerksam. Dass Noel und Liam wie Hund und Katz waren, daran hatte man sich in 18 Jahren Oasis längst gewöhnt und Meldungen von Handgreiflichkeiten zwischen den beiden waren lange schon nichts Besonderes mehr. Da kam nach all den Jahren im August 2009 doch ein wenig ĂĽberraschen die Nachricht, dass sich Oasis nach einem weiteren Streit der beiden BrĂĽder endgĂĽltig getrennt haben. Während Liam kurze Zeit später mit den ĂĽbrigen Bandmitgliedern die Gruppe Beady Eye grĂĽndete, zog sich Noel Gallagher einige Zeit ganz aus der Ă–ffentlichkeit zurĂĽck. Erst 2011 veröffentlichte er mit seiner neuen Band Noel Gallagher’s Flying Brids neues Material und arbeitet momentan an einem Nachfolgealbum.

Nächste Seite »