Die ByteFM Charts KW 18

30.04.2012 von  

Die am meisten gespielten Platten bei ByteFM in den vergangenen zwei Wochen. Die Albama Shakes können mit ihrem Album ‚Boys & Girls‘ Platz Eins locker behaupten. Jack White legt mit seinem Album ‚Blunderbuss‘ einen fulminanten Start hin und schafft es aus dem Stand auf Platz Zwei. Mittekill mĂŒssen einen Platz abgeben und liegen damit in dieser Woche mit ‚All But Bored, Weak And Old‘ auf Platz Drei.

In den Trackcharts bleibt alles beim Alten. Auch hier liegen die Alabama Shakes vorn, gefolgt von Michael Kiwanuka und Shearwater – wie auch schon in der Vorwoche. Immerhin schafft es Jack White auch hier aus dem Stand nach weit oben – Platz FĂŒnf fĂŒr ihn.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Alabama Shakes – Boys & Girls (1)
2. Jack White – Blunderbuss (neu)
3. Mittekill – All But Bored, Weak And Old (2)
4. Moonface – With Siinai: Heartbreaking Bravery (10)
5. The Black Seeds – Dust And Dirt (4)
6. Michael Kiwanuka – Home Again (3)
7. Spiritualized – Sweet Heart Sweet Light (neu)
8. Grimes – Visions (5)
9. The Shins – Port Of Morrow (6)
10. Quakers – Quakers (14)
11. Patrick Watson – Adventures In Your Own Backyard (neu)
12. M. Ward – A Wasteland Companion (7)
13. Rocket Juice And The Moon – Rocket Juice & The Moon (13)
14. Shearwater – Animal Joy (neu)
15. Django Django – Django Django (neu)

Die Trackcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Alabama Shakes – Hold On (1)
2. Michael Kiwanuka – I‘ll Get Along (2)
3. Shearwater – Animal Life (3)
4. The Black Seeds – Love Me Now (4)
5. Jack White – Missing Pieces (neu)
6. Moonface – Faraway Lightning (12)
7. Bowerbirds – In The Yard (neu)
8. Mittekill – 3 Tage Stromausfall (6)
9. Patrick Watson – Lighthouse (neu)
10. Spiritualized – I Am What I Am (neu)
11. Moodymann – Hold It Down (neu)
12. White Rabbits – Heavy Metal (9)
13. Grimes – Genesis (5)
14. Battles – Wall Street (Gui Boratto Remix) (neu)
15. M. Ward – Sweetheart (neu)

Vor 30 Jahren: Satanische Botschaften in „Stairway To Heaven“?

Flickr | Dunechaser | (CC BY-NC-SA 2.0)
Led Zeppelin – nicht so harmlos, wie sie tun.

Da hatte jemand ganz genau hingehört: RĂŒckwĂ€rts abgespielt soll Led Zeppelins Song „Stairway To Heaven“ satanische Botschaften enthalten. Im kalifornischen State Assembly kam es 1982 deshalb zu einer Anhörung mehrerer Wissennschaftler und Experten, um herauszufinden, ob der Menschheit Gefahr droht

„I sing because I live with Satan. The Lord turns me off, there’s no escaping it. Here’s to my sweet Satan, whose power is Satan. He will give you 666. I live for Satan.“ Diese Zeilen sollen Robert Plant und seine Bandkollegen perfiderweise in ihren Hit „Stairway To Heaven“ aus dem 1971er Album „Led Zeppelin IV“ geschmuggelt haben, und noch schlimmer: Der selbsternannte Neurowissenschaftler William Yaroll war davon ĂŒberzeugt, dass solche rĂŒckwĂ€rts abgespielten Botschaften unterbewusst erkannt und vom Gehirn verarbeitet werden. Deshalb hielt das California State Assembly am 28. April 1982 eine Anhörung, in der mehrere Experten zum Thema „RĂŒckwĂ€rtsbotschaften in PopulĂ€rmusik“ aussagten. Ziel war es, ein Gesetz zu verabschieden, das Bands dazu zwingen wĂŒrde, diese potenziell hochgefĂ€hrlichen Botschaften auf ihren Alben kenntlich zu machen. Die Anhörungen verliefen leider ergebnislos.

Led Zeppelin ignorierten die VorwĂŒrfe weitestgehend. Ein Beweis fĂŒr ihre Schuld? Led Zeppelins damaliger Studiotechniker Eddie Kramer verweist auf die ausgesprochene zeiteffizienten Aufnahmen der Band und nannte die VorwĂŒrfe „vollkommen albern. Wieso wĂŒrde die Band so viel Studiozeit damit verbringen, so etwas DĂ€mliches zu tun?“ Und auch Led Zeppelins Plattenfirma Swan Song Records waren sich eher unsicher, denn ihre „Plattenspieler spielen nur in eine Richtung – vorwĂ€rts.“

Ob Led Zeppelin tatsĂ€chlich satanische Botschaften in „Stairway To Heaven“ versteckt haben, werden wir wohl nie erfahren. Falls dem tatsĂ€chlich so ist, muss die Zahl der amerikanischen SatansjĂŒnger in den 70ern drastisch gestiegen sein. Alleine in den USA verkaufte sich „Led Zeppelin IV“ ĂŒber 23 Millionen Mal.

Tu Fawning – „A Monument“

30.04.2012 von  

VÖ: 04.05.2012
Web: www.tufawning.com
Label: City Slang

Die Band Tu Fawning aus Portland hat eine durchaus signifikante Wandlung genommen, wenngleich diese erst nach mehrmaligem Hören beider Alben so richtig deutlich wird. Bestach der 2011 erschienene Erstling „Hearts On Hold“ mit tieftraurigen, tonnenschweren Songs, so scheint die vier Bandmitglieder bei der Entwicklung des Nachfolgers eine richtiggehende Leichtigkeit befallen zu haben. „A Monument“ strotzt vor aufregenden Synthesizern und einer Melodie-Verliebtheit, die Tu Fawning, bisher, schwerlich zuzutrauen war. Wer die Band um SĂ€ngerin Corrina Repp und Songwriter Joe Haege ein wenig kennt, wird ahnen, dass das neueste Werk nun aber keine leichte und nett zu hörende Pop-Platte ist. Mitnichten! Vielmehr belegen die vier Multiinstrumentalisten erneut ihr unglaubliches GespĂŒr und Talent, diffizile Songs zu bauen, die so viel Tiefe besitzen, dass sich Stimmungen mit HĂ€nden greifen lassen. Die scheinbar neu entdeckte Neigung zu ĂŒberbordenden Melodien verleiht „A Monument“ eine melancholische Leichtigkeit, die sich, gepaart mit BlĂ€sern, Streichern und reichlich EinflĂŒssen aus der afrikanischen Tribal-Musik, zu einem Gesamtwerk zusammensetzen, das sich abhebt von all dem, was in der letzten Zeit so erschienen ist.

Diese umfangreichen EinflĂŒsse kommen nicht von ungefĂ€hr, sind die vier Bandmitglieder musikalisch doch völlig verschieden sozialisiert. Songwriter Joe Haege, seines Zeichen Frontman der ambitionierten Math-Rock-Formation 31Knots, grĂŒndete 2007 zusammen mit seiner Freundin Corrina Repp, die eigentlich eine klassische Vertreterin des Folk ist, Tu Fawning. Ein Jahr spĂ€ter komplettierten Toussaint Perrault und Liza Rietz das Quartett. Er entstammt der Reggae-Szene, wĂ€hrend Rietz sich als Streicherin in einem Weltmusik-Projekt verdient gemacht hat. All diese EinflĂŒsse (und noch einige mehr) werden bei Tu Fawning zusammengebracht und genau das macht die GenialitĂ€t des Projektes aus. Corrina Repp hat dann auch fĂŒr die eingangs erörterte Problematik eine Lösung und kategorisiert den eigenen Sound, augenzwinkernd, als „Antique-Dance-Tribal-Gospel“.

Eröffnet wird „A Monumet“ mit dem zauberhaften „Anchor“, das auch gleichzeitig die erste Singleauskopplung ist. Eingeleitet durch Trommeln, entfaltet sich eine hypnotisch anmutende Melodie, die zusammen mit dem zarten, geisterhaften Chorus und Repps wundervoll verschrobener Stimme ziemlich klar macht, was uns die nĂ€chste Dreiviertelstunde erwartet. Weiter geht’s mit dem treibenden, souligen „Blood Stains“, simple Drums, dynamische Synthesizer, Halleffekte auf den Backingvocals und eine Corrina Repp, deren Stimme ganz plötzlich einen sehr erdigen, rauchigen Touch hat. Treibende Beats gibt es dann auch bei dem scheinbar Bollywood-inspirierten „Build A Great Cliff“. Die indisch anmutende Hegemonie, unterstĂŒtzt durch BlĂ€ser und Trommeln, wird gen Mitte des Songs von einem Gitarren-Solo zerrissen, und konstituiert sich dann wieder ganz neu; am Ende ĂŒberschlagen sich die instrumentalen Ereignisse und lassen uns herrlich verwirrt zurĂŒck. Beim zarten und geisterhaften „To Break Into“ harmonieren dann Repps und Haeges Stimmen sogar zusammen, ein waschechtes Duett also. Unterlegt von zurĂŒckhaltenden Gitarren-Riffs, entrĂŒckten, unsagbar leichten Synthesizern und einer Trompete, die so wehmĂŒtig klingt, dass sie problemlos von einer Calexico-Aufnahme stammen könnte.

„A Monument“ ist ein komplexes Album, Tu Fawning fordern etwas von ihren Hörern und liefern keine leichtgĂ€ngige oder gar kurzweilige Platte ab. Das neueste Werk des in Portland ansĂ€ssigen Quartetts fordert etwas Zeit und viel Aufmerksamkeit, doch diese Investition lohnt sich! Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn dieses grandios-phantasievolle Meisterwerk gen Ende des Jahres nicht einen exponierten Platz in den „Best-of-2012“-Listen der einschlĂ€gigen MusikblĂ€tter erringen kann. An dieser Stelle eine dringende Kaufempfehlung, auch bezĂŒglich Tickets fĂŒr die bevorstehende Tour im Mai!

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Panasonic.

Jeden Tag von Montag bis Freitag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 10 und 12 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Nachmittag von Montag bis Samstag zwischen 15 und 17 Uhr und im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausfĂŒhrliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Tu Fawning“ und seiner/ihrer vollstĂ€ndigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: City Slang | Kaufen

Neue Platten: Jack White – „Blunderbuss“

XL Recordings/Beggars Group(XL Recordings/Beggars Group)

8,5

Schwarzes, mittellanges Haar, ein weißes, meist ausdrucksloses Gesicht. Im Hintergrund lĂ€uft „Grinnin‘ In Your Face“ von Son House. „That’s my my favorite song … It became my favorite song the first time I heard it and it still is.“

FĂŒr Jack White kann ein Song, zusammengesetzt aus einfachen Elementen wie Stimme und HĂ€ndeklatschen, allen musikalischen Zauber beinhalten: Rock ‚n‘ Roll, Ausdruck, KreativitĂ€t und Kunst. FĂŒr seine eigene Musik sollte es dann aber doch noch ein wenig mehr sein. Metaphorisch gesprochen möchte er eine Platte wie eine DonnerbĂŒchse („Blunderbuss“), in die man einfach alles hineinpacken kann, um es dann gemeinsam abzufeuern. Obschon der Multi-Instrumentalist White seine Platte hĂ€tte auch alleine einspielen können, scharte er einen ganzen Haufen Musiker um sich, um seine Songs mit ihm zu interpretieren. Der White-Stripes-Genius leistet dann auch gleich mal einen Beitrag zur Gender-Forschung in musikalischem Kontext. Denn er stellte gleich zwei Bands zusammen: eine Band aus rein weiblichen Musikern und eine andere aus mĂ€nnlichen. Zusammen mit ihnen erarbeitete er ein Repertoire bestehend aus 40 Songs.

John Anthony Gillis ist ein beeindruckender Musiker, Komponist und Produzent. Mit seinem eigenen Label Third Man Records widmet er sich in Nashville, der Heimatstadt der US-amerikanischen Country-Musik, ausschließlich der Produktion und Vermarktung von Indie-Bands und besonderen Vinyl-Veröffentlichungen. Erst kĂŒrzlich fuhr der Label-eigene „Rolling Record Store“, ein liebevoll aufgearbeiteter alter Van, ĂŒber das South By Southwest Festival von BĂŒhne zu BĂŒhne, um vor Ort die geschĂ€tzte Musik seiner Bands an den Mann oder die Frau zu bringen. Jack White ist von ganzem Herzen Musiker, und genau aus diesem Grund konnte er nicht anders, als seine eigene Solo-Platte zu produzieren. Schließlich waren seine Bandkollegen von The Raconteurs und The Dead Weather mit eigenen Projekten (The Kills, Queens Of The Stone Age, The Greenhornes) beschĂ€ftigt, sodass White in KĂŒrze acht Songs fertig hatte und diese irgendwo „untergebracht“ werden mussten.

Das Gesamtwerk „Blunderbuss“ glĂ€nzt durch viel Liebe zum Detail und durch die gelungene Verschmelzung der zwei Elemente Garage Rock und Blues. Bei seinen 13 Titeln schafft es White, sein ganzes Instrumentenspektrum durchzuspielen. Trotz seines durchschlagenden Namens, startet White sein Soloalbum mit einem relativ ruhigen Pianothema im ersten Titel „Missing Pieces“. Seiner großen Liebe zum Blues verleiht er hierbei gekonnt am Rhodes Piano Ausdruck. Im krassen Gegensatz dazu folgt der zweite Song „Sixteen Saltines“, ein klassischer Garage-Rock-Titel. Bei „Freedom At 21“ vertauscht White clever die Rollen von Drums und Gitarre. Die Gitarre als straighter, dĂŒsterer Taktgeber und ein hintergrĂŒndiges, fast jazzig verspieltes Drumset umgarnen Whites helle, schrill anmutende Stimme. Unterbrochen wird das Ganze gen Ende von einem gut sitzenden Gitarrensolo. Mit einer gehörigen Portion romantischer PianoklĂ€nge und einem Hauch Country durch die Pedal-Steel-Gitarre folgt alsbald der Namensgeber des Albums. Überhaupt bilden die Tasten des Pianos gefĂŒhlt den Mittelpunkt von „Blunderbuss“. Nach einigem Hören wird recht klar: Das Gros der Tracks ist um die entsprechenden Klavierthemen gebaut, wobei sich der Komponist selbstredend nicht um eigene Gitarrensoli bringen lĂ€sst. Bei „I‘m Shakin“ kann dann der Meister – ganz im Sinne des oben genannten Vorbildes – die „wenigen“ Dinge zum Tragen kommen lassen: „… just singing & clapping and it meant everything. It meant everything about Rock ‚n‘ Roll …“ Track acht von „Blunderbuss“ gewinnt seine Dynamik aus dem HĂ€ndeklatschen und dem stimmlichen Einsatz, unterstĂŒtzt wird das Ganze von treibenden Drums und (fĂŒr Whites VerhĂ€ltnisse) simplen Gitarren. Ein wenig bizarr wird’s dann bei „I Guess I Should Go To Sleep“. Die Klavier-Parts lassen sich so auch mit einem Saloon wĂ€hrend des GoldgrĂ€berrausches im Wilden Westen assoziieren. Das Ganze wird garniert mit einem, dem Album sonst eher fremdem, Klangbild, instrumental wie auch gesanglich, das so auch aus der Feder von Cat Stevens stammen könnte und problemlos zum „Harold-And-Maude“-Soundtrack hinzugefĂŒgt werden könnte.

Fraglos gilt er als einer der grĂ¶ĂŸten noch lebenden musikalischen Virtuosen, nicht ohne Grund trat Jack White neben Jimmy Page und The Edge in der E-Gitarren-Dokumentation „It Might Get Loud“ auf. Obschon „Blunderbuss“ ohne musikalische Neuerungen oder große Überraschungen aufwartet, ist es schlicht ein durch und durch gutes Album, und zwar fĂŒr jeden, der ein – wie auch immer geartetes – Faible fĂŒr Musik hat! Aufregend wird’s dann auf Tour, denn Herr White nimmt angeblich beide Bands, weiblich wie mĂ€nnlich, mit, und entscheidet kurz vor der Show, wer das Set mit ihm spielen darf!

Label: XL Recordings/Beggars Group | Kaufen

LĂ€rm der Woche: Bert Weedon, Electronic Dance und Studio 54

28.04.2012 von  

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Studio 54 (Foto: clumsy_jim | flickr | cc by-nc 2.0)

Das Wichtigste in Sachen Musik- und Pop-Kultur, diesmal zusammengestellt von Martin Böttcher – das ist der LĂ€rm der Woche. Die Koproduktion mit den Kollegen von Dradio Wissen hört Ihr bei uns jeden Donnerstagvormittag im ByteFM Magazin am Morgen.

An dieser Stelle findet Ihr jetzt jeden Samstagnachmittag den aktuellen LÀrm der Woche zum Nachhören.

Diesmal mit dem Tod des legandĂ€ren Gitarrenlehrer Bert Weedon, dessen Handbuch Gitarristen wie Keith Richards inspirierte und der es als erster mit einem Rock‘n'Roll Instrumental in die Top Ten schaffte, Nicki Menaj, Lisa „Left Eye“ Lopes und News ĂŒber das legendĂ€re Studio 54 in New York, das durch Drogenexzesse und exklusive GĂ€ste bekannt wurde. Es wĂ€re dieses Jahr 35 geworden. Außerdem dabei ist die amerikanische Dance-Musik Szene, die als der neue HipHop gehandelt wird. AngefĂŒhrt von David Guetta begeistert sie tausende Jugendliche.

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LĂ€rm der Woche vom 26.04.2012

Tickets fĂŒr Cursive

28.04.2012 von  

(http://facebook.com/dpmullerphoto)
Cursive by Daniel Muller

Zwillinge – der eine gut, der andere böse – werden bei der Geburt getrennt. Jahre spĂ€ter treffen sie zum ersten Mal aufeinander und es beginnt ein dramatischer Kampf um ihre Seelen. Soweit der Plot des aktuellen Cursive-Albums „I Am Gemini“, und unsere Lieblingskonzeptindierocker aus Omaha haben sogar ein 13-seitiges Booklet beigelegt, damit man der Geschichte mit all seinen SchauplĂ€tzen und Nebencharakteren auch folgen kann. Auch eine Möglichkeit, dem illegalen Download einzelner Songs vorzubeugen. Und wer nichts mit allzu komplizierten Geschichten anzufangen weiß, der wird durch dynamische Songs, krachende Riffs und clevere Melodien mehr als entschĂ€digt.

ByteFM prĂ€sentiert die Tour von Cursive und verlost exklusiv unter Mitgliedern des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ fĂŒr jedes Konzert 2×2 Karten. Wenn Ihr gewinnen wollt, schreibt uns einfach bis zum 03.05. eine Mail mit dem Betreff „Cursive“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.
Ihr seid noch kein Mitglied in unserem Förderverein? Hier erfahrt Ihr, wie Ihr ByteFM unterstĂŒtzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könnt.

05.05.2012 Köln – Werkstatt
06.05.2012 Bremen – Tower
07.05.2012 Hamburg – Knust
12.05.2012 MĂŒnster – Gleis 22
13.05.2012 Berlin – Magnet Club
21.05.2012 MĂŒnchen – Feierwerk

Holmes

26.04.2012 von  

Die Musiker des schwedischen Folk-Kollektivs Holmes haben gerade ihr neues Album „Burning Brigdes“ veröffentlicht und erfreuen ihr Publikum live auf Tour. Und wir haben uns auch gefreut: Die Göteborger waren samt riesigem Equipment zu Besuch und haben uns persönlich von ihrem melancholischen Stil ĂŒberzeugt. Bei dieser geballten Ladung schwedischen GefĂŒhls und so vielen Bandmitgliedern wurde es in unserem Studio ein wenig eng. Oder kuschelig – passend zu Holmes‘ Songs.


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Holmes – Bells (Live bei ByteFM)

Neue Platten: Django Django – „Django Django“

Warner(Warner)

9,1

Bereits zu Beginn des Jahres erschien in Großbritannien das DebĂŒtalbum der ehemaligen Edinburgher Kunststudenten von Django Django, auf dem sie popmusikalische Stilmittel der 60er-Jahre mit allerhand EinflĂŒssen aus den folgenden Jahrzenten verweben. Die Resonanz der britischen Presse hierauf als positiv zu bezeichnen wĂ€re eine ziemlich starke Untertreibung. Die Briten rasten mal wieder aus.

Das in London lebende Quartett um Drummer und federfĂŒhrende Instanz David Maclean wĂ€hlt einen interessanten Weg. Ihre Idee, Psychedelic Rock der 60er mit synthetischen Elementen anzureichern, ist keinesfalls neu, sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks. Vor gar nicht mal so langer Zeit fĂŒhrte sie sogar zu einem der ĂŒberraschendsten DurchbrĂŒche der jĂŒngeren Popgeschichte. Und wer sich fragt, wie genau sich doch gleich noch einmal der Moment anfĂŒhlt, in dem MGMTs „Oracular Spectacular“ nach der HĂ€lfte umkippt, der findet hier eine knapp 49 Minuten lange, perfekt ausbalancierte Antwort.

Im letzten Dezember erschien die unglaubliche Vorabsingle „Default“, ein ĂŒberbordendes, verrĂŒckt phrasiertes Rythmuswirrwarr, in dem verspulte Synths und entfremdete, ĂŒbereinandergeschichtete „Default“-Vocalschnipsel fĂŒr die MelodiefĂŒhrung zustĂ€ndig sind. Doch die Band sorgte bereits im Jahr 2009 mit ihrer ersten Single „Storm / Love’s Dart“ – beide Songs finden sich nun, in ebenbĂŒrtiger Gesellschaft, ĂŒbrigens auch auf dem Album – das erste Mal fĂŒr Aufsehen. Eine Folge: vom Start weg ausverkaufte Konzerte im Heimatland. Schon damals erklĂ€rte Maclean, Herr im Studioreich Django Djangos (seinem eigenen Schlafzimmer), in einem Interview die Herangehensweise: „I helped beef out the songs and helped structure them, … then working backwards to give it a PG certificate.“ Reduktion ganz im Stile eines Dub, und bevor er den SongentwĂŒrfen der Band beim Erwachsenwerden half, hat er noch an Acid-House-Produktionen gefeilt: „I tried to let the songs dictate. Production wise, definitely I think I’d have more in common with the way Public Enemy produce, or the way that house guys produce than a rock engineer.“ Und genau das ist trotz der enorm vielfĂ€ltigen Instrumentierung und generellen Bandbreite des Albums auch immer wieder bemerkbar. Ganze FlĂ€chenstrukturen in den Songs kommen und gehen, einzelne Elemente verschwinden ersatzlos und machen damit Platz fĂŒr Neues. Was passiert wann? Wann wird ein Muster aufgebrochen? Wann ein Thema wieder aufgegriffen? Es ist vorstellbar, wie schwer diese ZurĂŒckhaltung manchmal gefallen sein muss und wie viel Zeit sie gekostet hat. Perfekt zu hören ist dieses Prinzip in „Firewater“, einem Countryfolk-Stampfer mit Krautrock-Sporen, der ein großartiges Beispiel fĂŒr einen gut arrangierten Popsong und die daraus folgende Harmonik ist. Manchmal sind es nur Andeutungen, wie die leicht schlotterige Cowbell in „Zumm Zumm“, aus dessen Rhymthmusstruktur sich im Übrigen gut und gerne auch drei Songs herausschĂ€len ließen; manchmal aber auch elementare Bestandteile, wie die Chöre und SynthieflĂ€chen im Outro des erstgenannten. In eine ganz andere Richtung zeigt der Kompass im von Spaghettiwestern-Gitarren getriebenen „WOR“, das schon in seiner Breite eher an den Sound zeitgenössischer britischer Bands wie Primal Scream oder Kula Shaker erinnert. Ein Rezept, das schon Kasabian zu beachtlichen Erfolgen fĂŒhrte, hier jedoch nicht annĂ€hernd so dreist verfolgt wird.

Die nicht zu ĂŒberhörende Ähnlichkeit zur stetig gefeierten, 2004 zerbrochenen Beta Band mĂŒsse im Blut liegen, meinte Maclean einmal scherzhaft und meinte das wohl wörtlicher als man zunĂ€chst denken könnte, ist Beta-Keyboarder John Maclean doch sein Bruder. TatsĂ€chlich liegen die EinflĂŒsse nah beieinander: Der mittlerweile wieder oft anzutreffende mehrstimmige Gesang, die Surfgitarren – die 60er eben. Kennt man schon? Nicht so. DarĂŒber hinaus ist das Album ist ein wahrer Genuss fĂŒr diejenigen, die Syd Barretts Pink Floyd aus der „The-Piper-At-The-Gates-Of-Dawn“-Ära lieben, wegen der zahlreichen Psychedelic-Verweise, aber auch wegen des Ă€hnlichen, leicht ungeschliffenen Sounds. Und wenn Du denkst, das könnte gut klingen, dann, denke ich, sollte es das auch.

„You‘re on the go / You‘re always wanna go / You want to go somewhere / Where you don’t know“ – wie die rastlose, von Aktionismus getriebene Person, welche in „Storm“ gezeichnet wird, ist das Album immer wieder in der Lage, einen herauszufordern. Als wĂ€re Maclean der personifizierte und genau richtige Ort fĂŒr die Ideen der Band; wie die Studiokapelle in Englewood Cliffs, die Rudy Van Gelder Anfang der 60er-Jahre so zahlreichen JazzgrĂ¶ĂŸen zur VerfĂŒgung stellte, die es zu dieser Zeit in die spirituelle Richtung trieb. Der Freiraum, auf den die AnsĂ€tze treffen konnten, die Zeit die sich genommen wurde, all dies lĂ€sst das Album nach Spielfreude klingen. „A complex sum“ also.

Weil die Schubladen, derer sie sich bedienen, mehr als interessant und keinesfalls ausgenudelt sind. Weil eben nicht bloß die zitierten Elemente, sondern das Songwriting fĂŒr sich ĂŒberzeugt. Ja, weil sie es ĂŒber die gesamte Zeit schaffen, die Spannung hoch zu halten und immer wieder Momente zu erzeugen, die einen dieses Kribbeln in den Fingern spĂŒren lassen, das man in dem Moment fĂŒhlt, in dem man die RĂŒckspultaste drĂŒcken oder die Nadel zurĂŒcksetzen möchte, einfach um das gerade Gehörte nochmals zu hören, verdient der Ansatz, den Django Django auf ihrem ersten Album wĂ€hlen, jede Aufmerksamkeit.

Label: Warner | Kaufen

Bowerbirds

25.04.2012 von  

Die amerikanischen Folk-Musiker der Bowerbirds haben ihren klangvollen Namen von einem Laubvogel geklaut, der seinen Partner danach auswĂ€hlt, wie schön das von ihm gebaute Nest ist. FĂŒr ihr neues Album haben sich auch die Bowerbirds in die Natur zurĂŒckgezogen. Jetzt haben Beth Tacular und Phil Moore ihre HĂŒtte in North Coralina allerdings verlassen, um mit ihrem Bandkollegen Mark Paulson ihre neuen Songs auf Tour zu prĂ€sentieren. Zwei ihrer traurig-schönen Lieder haben sie fĂŒr uns live performt, den zweiten aufgrund von Synhtesizer-Fehleinstellungen sogar a capella.


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Bowerbirds – Brave World (Live bei ByteFM)

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Bowerbirds – Overcome With Light (Live bei ByteFM)

Ist das Kunst oder kann das weg?

25.04.2012 von  

(http://www.noemiegoudal.com/images/personal/lovers/waterfallpetit.jpg)
Ist das Kunst?

Hier alle Links zu den Liedern der neuesten Ausgabe von der Initiative ‚Herz Statt Kommerz‘.
Und wie immer gilt: Falls die Links nicht funktionieren, weil die KĂŒnstler/Labels die MP3s von ihrer Seite genommen haben, bitte nicht böse sein. Wir selektieren und verlinken lediglich, weisen also nur auf die Downloads hin.

Corduroi- SheÂŽs 21
Blackbird Blackbird – Poltergeist
Candy Claws – Zoom In To My Heart
Chrome Sparks – Still_Sleeping
Doseone – Last Life
Gold & Youth – Time to Kill
Electric Sea Spider – Lucky Drums
Orca Orca – Say So
Javeline – Soda Popinski
Dustin Wrong – Pink Diamond (edit)
Beach Fossils – Lessons
Bordeaux – All Our Love
Power Animal – Exorcism
Bravestation – Signs Of The Civilized
Allie – Nacht Zuvor Pt.1
Hands – Come to Know

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