Presseschau 30.07.: Cults und die Provokation
30.07.2011 von Redaktion

Die Spex setzt sich mit dem Video zu „Go Outside“ von Cults auseinander, mit dem die Band provozieren möchte. Bereits der Bandname Cults deute eine Faszination für religiöse Kulte an. Im Video wird das weitergesponnen. Thematisch dreht es sich um den Sektenführer Jim Jones und seine Sekte „Peoples Temple“. Im Clip werden Madeline Follin und Brian Oblivion als Sektenmitglieder inszeniert, allerdings auf positive Weise. Ausgeblendet wird der grausame Fakt, dass Jim Jones 1978 mehr als 900 Mitglieder der Sekte zum Massenselbstmord durch Zyankali zwang. Daher „bleibt das Video bei aller handwerklicher Perfektion geschmacklose Exploitation und ein ziemlich hilfloser Versuch, einer netten Hipster-Band ein provokatives Image zu verpassen.“ Den Clip kann man sich auf unserer Facebook-Seite oder direkt auf Vimeo ansehen.
Michael Kienzl hat sich für Zeit Online das Debütalbum von Azari & III aus Toronto angehört. Auf diesem zitieren sich Azari & III, die man durch die 2009 erschienenen Singles „Hungry For The Power“ und „Reckless (With Your Love)“ kennen könnte, „durch die Geschichte der elektronischen Clubmusik“. Manches Stück des Quartetts klingt deshalb „wie eine verschollene Perle aus der Frühphase des Chicago House.“
Laut Spinner hat Amy Winehouse vor ihrem Tod bereits die Basis zu zwölf neuen Liedern aufgenommen, die eventuell veröffentlicht werden könnten. Das habe Universal, wozu Winehouses Label Island gehört, bekanntgegeben. Ob die Lieder allerdings posthum veröffentlicht werden, sei Entscheidung von Amy Winehouses Eltern, ihrem Management und dem Label.
Früher gab es noch nicht so viele Möglichkeiten, auf neue Musik zu stoßen. Es gab die klassischen Medien, die unendlichen Weiten des Internets waren damals allerdings noch nicht vorhanden. Deshalb war es damals spannend, zu erfahren, welche Musik aus dem Kontingent, zu dem ohnehin jeder Zugang hatte, jemand anderes denn höre. Heute ist es hingegen viel interessanter, danach zu fragen, wie genau jemand eigentlich auf neue Musik stößt. jetzt.de behandelt diese Frage und lässt einige Mitglieder der Redaktion zu Wort kommen.
Die taz betrachtet die Ausprägung des Musikgenres Grime in London. Rapper hätten in Londons Danceszene lange Zeit das Nachsehen gehabt. Doch nun haben sich MCs wie Joshua Idehen, Wiley oder Mz Bratt als eigenständige Künstler etabliert.
Presseschau 29.07.: Prince in Köln
29.07.2011 von Redaktion

Die Pop-Legende Prince spielte gestern Abend in der Lanxess Arena in Köln. Der Rolling Stone veröffentlicht aus diesem Anlass online noch einmal ein ausführliches Feature, das bereits letztes Jahr im gedruckten Magazin erschienen ist. Ansbert Kneip von Spiegel Online hat das gestrige Konzert besucht und über das von Pannen überschattete Konzert geschrieben, bei dem die Besucher lange Pausen und übersteuerten, matschigen Sound ertragen mussten.
Boys Noize und Erol Alkan haben sich an eine Neuauflage von Leonard Cohens Stück „Avalanche“ gewagt, wie beim NME zu lesen ist. Und damit nicht genug: Auch Pulp-Frontman Jarvis Cocker ist im Boot und hat seine Stimme zu der Dance-Version beigesteuert. Er übernahm die gesprochenen Teile des Liedes. Nicht gerade häufig covern Musiker den Klassiker von Leonard Cohen – 1984 nahmen Nick Cave And The Bad Seeds eine Version davon auf ihr Album „From Her To Eternity“.
MTV feiert nächste Woche seinen dreißigsten Geburtstag. Das erste Musikvideo – „Video Killed The Radio Star“ von den Buggles – wurde am 01. August 1981 ausgestrahlt. Seit diesem Jahr ist MTV allerdings zu einem Bezahlsender geworden, der frei nicht mehr empfangbar ist. Deshalb stellt jetzt.de anlässlich des Geburtstages seinen Lesern die Frage, ob sie MTV denn überhaupt vermissen. Schließlich ist der Sender in den Augen vieler ja schon längst tot.
Vor ein paar Tagen haben wir von einem ominösen Video von Feist berichtet, das auf Kommendes verwiesen hat. Mittlerweile ist bekannt, dass bald „Metals“, ein neues Album von ihr erscheinen wird. Nächste Woche soll das finale Albumcover dazu enthüllt werden. Als Vorbereitung gibt es nun eine Vorlage, die man nach dem Prinzip „Malen nach Zahlen“ ausmalen kann, wie Pitchfork berichtet. Auf ihrer Facebook-Seite ruft Feist ihre Fans dazu auf, ihre eigenen Versionen des Covers zu malen. Die besten werden mit Preisen belohnt. In der ByteFM Redaktion werden jetzt schon eifrig die Malstifte ausgepackt!
Salsa-Großmeister Joe Arroyo gestorben
28.07.2011 von Redaktion

Der Salsa-Superstar Joe Arroyo ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Bereits am Dienstagmorgen gegen 6:50 Uhr erlag er einer Reihe von Atemwegs- und Nierenkomplikationen, wie u.a. Spiegel Online nun berichtet. Seit Jahren litt der in der Karibik als Großmeister der Salsamusik geltende Arroyo, der mit bürgerlichem Namen Alvaro José hieß, an Bluthochdruck und Diabetes, zudem waren seine Lunge, Niere und Herz geschädigt. Schon mit acht Jahren zog er laut Spiegel Online als Sänger eines Cumbia-Ensembles durch die Rotlicht-Bars von Cartagena: „Ich sang von neun Uhr abends bis drei Uhr morgens und ging dann um sieben in die Schule“, erinnerte sich Arroyo in einem Interview.
Sein Hit „Rebelión“, der die Geschichte der Sklavenaufstände des 17. Jahrhunderts an der Karibikküste erzählt, machte ihn 1986 über Lateinamerika hinaus zum Star. Insgesamt umfasst sein Werk Arroyo 47 Platten und rund 300 Lieder. Sowohl in Barranquilla als auch in Arroyos Geburtsort Cartagena riefen die Behörden eine dreitägige Trauerzeit aus. Auch die taz und die Süddeutsche Zeitung erinnern an den Künstler.
Presseschau 28.07.: Die Rückkehr der Kelly Family
28.07.2011 von Redaktion

Es nimmt kein Ende mit den Todesfällen. Der Salsa-Superstar Joe Arroyo ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Bereits am Dienstagmorgen gegen 6:50 Uhr erlag er einer Reihe von Atemwegs- und Nierenkomplikationen, wie u.a. Spiegel Online nun berichtet. Seit Jahren litt der in der Karibik als Großmeister der Salsamusik geltende Arroyo, der mit bürgerlichem Namen Alvaro José hieß, an Bluthochdruck und Diabetes, zudem waren seine Lunge, Niere und Herz geschädigt. Sein Hit „Rebelión“, der die Geschichte der Sklavenaufstände des 17. Jahrhunderts an der Karibikküste erzählt, machte ihn 1986 über Lateinamerika hinaus zum Star. Insgesamt umfasst sein Werk Arroyo 47 Platten und rund 300 Lieder. Sowohl in Barranquilla als auch in Arroyos Geburtsort Cartagena riefen die Behörden eine dreitägige Trauerzeit aus. Auch die taz und die Süddeutsche Zeitung erinnern an den Künstler.
Und auch einen weiteren Todesfall vermeldet die Frankfurter Rundschau: Count-Basie-Saxofonist Frank Foster, der als Musiker des Count Basie Orchestras in den 50er-Jahren zur Swing-Legende wurde. Foster erlag am Dienstag in seinem Haus im US-Staat Virginia den Folgen einer Nierenerkrankung im Alter von 82 Jahren. Er schrieb zu seiner Lebenszeit 70 Jahre Jazzgeschichte mit. Seine Leidenschaft für Musik entdeckte er früh und spielte schon mit zwölf Jahren in Bands. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Shiny Stockings“, „Blues Backstage“ und „Down for the count“. Nach seinem Ausstieg beim Count Basie Orchestra komponierte er unter anderem für Jazzgrößen wie Sarah Vaughan und Frank Sinatra. Nach Angaben seiner Frau komponierte Foster noch bis kurz vor seinem Tod. Weitere Meldungen zu Fosters Tod finden sich bei der New York Times und Jazz Times.
Aber ein Glück gibt es auch noch ein paar andere Nachrichten, die nichts mit dem Tod, sondern mehr mit einer Art Wiedergeburt zu tun haben. Ob man es sich wünscht oder nicht: aber wie die Frankfurter Rundschau ankündigt, meldet sich die Kelly Family zurück. So kündigte Paddy Kelly (33) eine Tournee für den kommenden Dezember an. Mit dabei sollen seine Geschwister Patricia, Kathy und Paul Kelly sein. Das Programm von „Stille Nacht – Eine musikalische Weihnachtsgeschichte“ soll demnach nicht nur berühmte Weihnachtslieder, sondern auch Kelly-Family-Hits wie „An Angel“ umfassen.
Anlässlich der Veröffentlichung der „25th Anniversary Edition“ von „Peace Sells…But Who’s Buying?“ schreibt ByteFM Moderator Matthias Schönebäumer für Zeit Online über den Triumph des knurrigen Kotzbrockens. Gemeint ist damit Dave Mustaine von Megadeath, der vor 25 Jahren aus seinem Streit mit Metallica so viel Energie schöpfte, dass er diesen Klassiker des Heavy Metal schuf.
Und zu guter Letzt noch neue Musik: Bei Drowned in Sound gibt es einen neuen Song der Indie-Lieblinge The Pains Of Being Pure At Heart anzuhören. „Tomorrow Dies Today“ heißt der Song, der das erste Lebenszeichen nach ihrem im März erschienenen Album „Belong“ ist, welches wir hier besprachen. Über die Soundcloud-Seite ihres Labels PIAS, auf unserer Facebook-Seite oder hier kann man sich den Song anhören. Die Band bleibt ihrem Stil dabei treu und liefert einen verträumten hübschen Gitarrenpop-Song.
ByteFM Bewegtbild – Folge 10: Good Shoes
27.07.2011 von Redaktion

Will Church und Steve Leach von der britischen Band Good Shoes haben sich mit uns in idyllischer Atmosphäre zum Videointerview getroffen. Im Gespräch erzählten sie davon, welche Interviewfrage sie nervt, welche Instrumente sie mögen und welche Gegenstände ihre Fans auf die Bühne werfen. Außerdem gestanden sie, dass sie ihre Interviewpartner manchmal zusammenschlagen müssten. Na ja, wir waren wohl nett – uns ist nichts passiert!
Presseschau 27.07.: Neues von alten Helden
27.07.2011 von Redaktion

Cameron Crowe, musik-affiner Regisseur von u.a. „Almost Famous“ (2000) oder dem Seattle-Musik-Liebesfilm „Singles“ (1992), hat eine Dokumentation über die 90er-Jahre Grunge Helden von Pearl Jam aus Seattle gedreht. „Twenty“ heißt diese passend zum 20-jährigen Bandbestehen des Quintetts. Auf unserer Facebook-Seite könnt Ihr Euch den Trailer bereits anschauen. Wie Stereogum berichtet, wertete Crowe 1200 Stunden bisher unveröffentlichtes Bild- und Videomaterial aus. David Lynch ist dabei beispielsweise im Interview mit Sänger Eddie Vedder zu sehen, aber auch Chris Cornell kommt zu Wort. Der Film wird am 10. September beim Toronto International Film Festival Premiere feiern.
10 Jahre ist es auch nun schon her, dass The Strokes ihr Debüt „This Is It“ veröffentlichten, welches für viele damals eine musikalische Offenbarung darstellte und als eines der besten Alben der letzten 10 Jahre gilt. Stereogum nahm das nun zum Anlass, das Album von verschiedenen Musikern neu einspielen zu lassen. Mit dabei sind u.a. Austra, Peter, Björn & John oder Owen Pallett. Betitelt ist das Ganze mit „Stroked! A tribute to This Is It“. Auf Stereogum wird die Wirkung des Albums wie folgt beschrieben: „It helped not only put contemporary New York City in the forefront of music lovers’ minds, it offered an easy reference for people to dig backwards into the Big Apple’s rock ‘n’ roll past. For certain younger fans, it was maybe the first time they carefully considered Television (the late ’70s), the Velvet Underground (mid ’60s to early ’70s), and other lesser known garage and rock and whatever bands that inhabited a dirtier, grubbier Manhattan.“ Das Album lässt sich über die Stereogum-Seite komplett runterladen.
Auch Robyn hat einen Song gecovert und zwar die neuste Single der britischen Band um Chris Martin Coldplay: „Every Teardrop is a Waterfall“ heißt der Song und wurde von ihr bei einer BBC 1 Live Lounge Radio Session aufgezeichnet. Die Schwedin tourt derzeit mit Katy Perry und Marina And The Diamonds durch Nordamerika. Anhören könnt Ihr Euch den Song über Pretty Much Amazing und selbst urteilen, welche Version Euch besser gefällt.
Gestern berichteten wir von Björk neustem Video zu Crystalline. Die Spex nimmt die erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Michel Gondry zum Anlass, um eine kleine Werkschau der Videos der isländischen Künstlerin mit dem Regisseur aufzustellen. Eine kleine interessante Reise in die Geschichte des Videoclips.
Auch heute beschäftigt der Tod von Amy Winehouse die Medien. Gestern wurde die Samstag Abend verstorbene Sängerin in London beerdigt. Darüber berichten u.a. der Tagesspiegel, NME, Die Zeit und auch der BBC.
Tickets für Ringo Deathstarr
26.07.2011 von Redaktion

Ringo Deathstarr – den Namen kann man clever oder albern finden. Ein schmaler Grat. Ähnlich schwierig wie auf dem Clever-Albern-Grat zu wandern ist es, selbiges auf dem Diedürfendas-Unnützekopie-Grat zu tun. Ein gefährliches Territorium, unter dem sich ein sehr sehr tiefer Abgrund findet. Vor allem, wenn man es mit so übermächtigen Vorbildern wie My Bloody Valentine und The Jesus & Mary Chain hält.
Das Trio Ringo Deathstarr aus Texas tut eben das und – tada, die dürfen das. Wieso sie die Gratwanderung mühelos meistern? Dank ihres Shoegazes, der extrem druckvoll nach vorne geht und unter dem sich wunderbar eingängige Melodien nicht verschämt verstecken, sondern stolz präsentierten und aus vollem Halse schreien: „Guten Tag.“
ByteFM präsentiert die Tour von Ringo Deathstarr und Ihr könnt Karten gewinnen. Schreibt uns einfach bis zum 31.07. eine Mail mit dem Betreff „Todesstern“, Eurer Wunschstadt und Eurem Vor- und Zunamen an verlosungen@byte.fm. Die Gewinner benachrichtigen wir rechtzeitig per Mail.
04.08. Hamburg – Uebel & Gefährlich
05.08. Stuttgart – Club Schocken
08.08. München – Ampere
09.08. Berlin – Comet
Presseschau 26.07.: Abschied von Amy Winehouse
26.07.2011 von Redaktion

Im engsten Familien- und Freundeskreis wird an diesem Dienstag Abschied von Amy Winehouse genommen. Die britische Sängerin wird heute in London beigesetzt, berichtet der NME. Eine Obduktion fand gestern statt, konnte jedoch anscheinend noch keinen Hinweis auf die Todesursache der Musikerin geben. Die gerichtliche Untersuchung wurde auf den 26. Oktober verschoben, während die Ergebnisse der toxologischen Tests innerhalb des nächsten Monats erwartet werden. Amy Winehouse war am Samstag in ihrer Londoner Wohnung tot aufgefunden worden. Sie starb im Alter von 27 Jahren.
Björks neues Album „Biophilia“ wird am 27. September veröffentlicht (wir berichteten). Auf Pitchfork kann man nun die erste Single „Crystalline“ von der LP als Videoclip bestaunen. Regie führte der französische Regisseur Michel Gondry, der schon mehrfach mit der Isländerin Björk zusammengearbeitet hat. Bereits 1993 führte er Regie bei dem Musikclip zum Stück „Human Behaviour“: Auch für die Visualisierg von „Isobel“ (1995), „Army Of Me“ (1995), „Bacholorette“ ( 1997) und „Jogá“ (1997) ist der Franzose verantwortlich.
Die britische Folk-Pop-Sängerin Laura Marling veröffentlicht ihr drittes Album mit dem Titel „A Creature I Don´t know“ am 12. September (wir berichteten). Laut NME geht die Musikerin im Oktober auf Tour und peformt die Songs vom neuen Album in verschiedenen Kirchen und Kathedralen des Vereinten Königreichs. Auf der Seite des NME sind die genauen Tourdaten nachzulesen.
Außerdem werden wir um eine neue Coverversion von Chris Isaaks „Wicked Game“ reicher. Ernest Greene alias Washed Out hat sich an den Klassiker gewagt. Zu hören ist der Song bei Stereogum.
Down By The River Festival 2011 – Ein Nachbericht
25.07.2011 von Vera Hummel

©Vera Hummel
Am Ufer der Spree, nahe der Jannowitzbrücke in Berlin, dreht sich eine kleine Discokugel an einem Baum, dessen Äste bis über das Wasser reichen. Neben diesem Baum klafft eine sandige Fläche, auf der ein paar Baucontainer stehen. Nichts weist mehr hin auf die exzessiven Nächte der Bar 25, die hier letztes Jahr noch stattgefunden haben, nichts erinnert mehr daran, wie Abendröte und Morgendämmerung ineinander übergingen und man diesen Kosmos oft erst am Montag oder Dienstag taumelnd und glückstrunken wieder verließ.
Das Gelände der Bar 25 fiel städtischen Investoren zum Opfer, das Gelände wird bebaut – auch weil Berlin das zufließende Geld der Immobilien- und Gewerbebranche dringen nötig hat. Die Bar 25 ist umgezogen, einfach auf die gegenüberliegende Seite der Spree. Die neue Bar heißt nun Kater Holzig, kurz: Kater, und sie wirkt wie ein Spiegelbild der alten Location. Der holzige, durchlebte und zusammengeschreinerte Charme der Terrassen am Ufer und die vielen liebevollen Details vermitteln den Eindruck, als wäre alles gleich geblieben, als hätte es dort schon immer so ausgesehen.
Der Kater befindet sich auf einem alten Fabrikgebäude – das lässt Berlins neuen Abenteuerspielplatz um ein Vielfaches größer wirken als die Bar 25. Und hier fand am Samstag – kurz nach der offiziellen Eröffnung des Kater – das kleine, liebevoll kuratierte Folk-/Indiefestival Down By The River statt. Die dritte Ausgabe dieser Veranstaltung lockte mit zwanzig Bands, die sich mittlerweile überwiegend in Berlin angesiedelt haben und die der breiten Masse noch unbekannt sind. Die Übersichtlichkeit des Kater erlaubte einen entspannten Festivalablauf. Die Besucher brauchten sich nur zwischen zwei Bühnen zu entscheiden und die verschiedenen eigensinnigen Musikstile zogen viele Zuhörer an, die die Bands zwar nicht kannten, denen die Musik in dem Moment aber einfach gefiel.

©Vera Hummel
In einem kleinen Schuppen am Ufer betrat am frühen Abend eine zierliche Gestalt mit bestickter Kutte und einer Art Fell-Perücke auf dem Kopf die Bühne: Marzipan Marzipan stöpselt ihre verschiedenen kleinen Synthesizer und Drum Machines immer wieder um und belustigt das Publikum mit ihren Ansprachen, die meist sogar länger sind als die Songs, die sie spielt. Die Musik von Marzipan Marzipan besteht aus geloopten Drum-Rhythmen, über die sie dann Geschichten aus ihrem Leben erzählt. Oft sind das nur drei Sätze, die immer wiederholt werden, aber immerhin beschwört sie die Authentizität des Gesungenen.
Wie eine Parodie auf den deutschen Goth-Schlager wirkt dagegen Dagobert, der in einem schwarzen Frack kurze Zeit später auf der Holzbühne steht. Er schwelgt in Herzschmerz, steht alleine auf der Bühne und singt, oder vielmehr: heult zu einer Playback-Melodie. Das ist für fünf Minuten ganz nett anzuschauen, so richtig ernst nehmen kann man es allerdings nicht.

©Vera Hummel
Viel interessanter ist es da, das Gelände noch etwas zu erkunden. In dem alten Fabrikgebäude befindet sich im dritten Stock ein Restaurant mit einer erlesenen Speisekarte und dem Zugang zu einer Dachterrasse. Von dort aus überblickt man nicht nur das Gelände, sondern auch weit über die Spree hinaus das abendliche Berlin.
Nach Sonnenuntergang steht Brendon Massei alias Viking Moses auf der Main Stage im Inneren der Fabrik. Er spielt seine Songs zwar nur auf einer E-Gitarre und wirkt im ersten Moment unscheinbar, die Mimik und Gestik mit denen er seine Lieder unterstreicht, sind aber absolut sehenswert. Jeder Satz bekommt eine ehrliche, eindringliche Bedeutung, wenn er mit den Schultern zuckt, seine Handgelenke verlegen dreht und gehemmt die Hüften kreisen läßt. Leider waren viele Zuschauer zu seinem Slot aber nur gekommen, um sich die besten Plätze für den darauf folgenden Headliner zu sichern: Chinawoman.
Die russische Sängerin aus Kanada wohnt in Berlin und hat sich durch ihre Internetpräsenz schon eine vergleichsweise breite Fangemeinde gesichert. Ihre melancholischen und schweren Songs gleicht sie mit ihrer freundlichen und humorvollen Art aus. Ihre Musik bewegt sich haarscharf am Soundtrack eines Quentin-Tarantino-Films vorbei: Ein bisschen sexy, ein bisschen traurig. Aber vor allem die Kombination aus reduzierter Instrumentalisierung und tiefem Gesang versetzt die Festivalbesucher in einen eigenartigen Zustand. Chinawoman trifft mit ihrer Musik den Übergang zwischen Lachen und Weinen, zwischen der Tragik und Komik des Lebens.
Nach dem „Down By The River“ Festival konzentriert sich der Kater zwar wieder auf den verspielten und elektronischen Klang des Bar 25-Labels. Doch auch künftig wollen die Veranstalter verstärkt auf andere Formen von Kultur setzen. Damit soll ein Forum geschaffen werden, das auch den nicht immer kompatiblen Kreativen zum Auftritt verhilft. Und obwohl der Kater erst wiedereröffnet wurde als die Tage schon wieder kürzer wurden: Für diesen Sommer hat er noch viel versprochen.
Die ByteFM Charts KW 30
25.07.2011 von Redaktion
Washed Out wurde von der Topposition der Albumcharts verdrängt. Stattdessen findet sich dort jetzt Kollege Dayve Hawke alias Memory Tapes. Mit Adolescents, Handsome Furs und The Horrors sind auch eine Handvoll Neulinge in die Albumwertung eingestiegen. In den Trackcharts sind die Future Islands mit ihrer großartigen aktuellen Single „Before The Bridge“ auf den ersten Platz geklettert, nachdem sie bereits in den Vorwochen gut platziert waren.
Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Memory Tapes – Player Piano (6)
2. Washed Out – Within And Without (1)
3. Little Dragon – Ritual Union (neu)
4. Kurt Vile – Smoke Ring For My Halo (5)
5. Ada – Meine Zarten Pfoten (13)
6. Casper – XOXO (11)
7. SBTRKT – SBTRKT (4)
8. Zomby – Dedication (neu)
9. Vetiver – The Errant Charm (14)
10. Adolescents – The Fastest Kid Alive (neu)
11. Bon Iver – Bon Iver (10)
12. Handsome Furs – Sound Kapital (neu)
13. The Horrors – Skying (neu)
14. Jamie Woon – Mirrorwriting (3)
15. Tu Fawning – Hearts On Hold (-)
Die Trackcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Future Islands – Before The Bridge (4)
2. Washed Out – Within And Without (8)
3. Ada – Likely (12)
4. Memory Tapes – Yes I Know (neu)
5. Andreas Dorau – Edelstein (-)
6. Bon Iver – Towers (1)
7. WU LYF – Cave Song (neu)
8. Kurt Vile – Runner Ups (neu)
9. Wild Beasts – Bed Of Nails (neu)
10. SBTRKT – Hold On (2)
11. Jamie Woon – Night Air (5)
12. Tu Fawning – I Know You Now (neu)
13. Destroyer – Chinatown (11)
14. Washed Out – Far Away (14)
15. Memory Tapes – Wait In The Dark (neu)










