Presseschau 28.01.: Von Popsäuen und Herzenshygiene

28.02.2011 von  

„Es hatte in erster Linie was mit Herzenshygiene zu tun“, erklärt Judith Holofernes heute in der taz ihre klare Absage an die Bildzeitung, für deren Werbekampagne nicht zur Verfügung zu stehen (wir berichteten). Auch bei jetzt.de findet sich ein Interview. Die Bild wiederum nutzt derweil den offenen Brief der Wir-sind-Helden-Frontfrau und druckt ihn als Werbeanzeige in der heutigen taz: „Danke für ihre ungeschönte und unentgeltliche Meinung, Frau Holofernes“. Clever gelöst von der Bild könnte man meinen, Frau Holofernes hält das ganze allerdings für eine „ziemlich zahnlose Dominanzgebärde“ und merkt zudem an: „Interessant übrigens, dass sich die taz dafür zur Verfügung stellt.“

In Los Angeles wurden die Oscars verliehen, die wenig Überraschendes zu bieten hatten. Neben den strahlenden Preisträgern (u.a. Natalie Portman, Christian Bale, Melissa Leo) auch ein etwas müde lächelnder Sieger Colin Firth. Ob er wohl froh ist, den Preisverleihungsmarathon hinter sich zu haben? Den Oscar für die beste Filmmusik ging an Trent Reznor für den Sountrack zu „The Social Network“, für den der Nine-Inch-Nails-Frontmann vor einigen Wochen auch schon einen Golden Globe einheimste (wir berichteten). Mehr zu der Preisverleihung und den Gewinnern gibt es hier.

„Ich bin halt immer noch eine Popsau“ – die taz war zu Gast bei Martin Gretschmann (seines Zeichens Kopf von Console, DJ Acid Pauli und Mitglied bei The Notwist) und begab sich mit ihm auf die Suche nach dem „besonderen Geräusch“. Das finde sich sowohl im italienischen Schlager als auch im Knirschen unter den FĂĽĂźen, wenn man ĂĽber den dichten Weilheimer Schnee spaziert. Wichtig fĂĽr Gretschmann dabei: „Ich mag Musik, die nichts von einem will, die einen nicht fordert.“

Von der Popsau zur Rocksau: Musik in jedem Geräusch hört auch Liam Gallagher, und das schon seit Kindestagen: „Die anderen Jungs spielten Fußball, und ich hörte schon eine Melodie, wenn nur ein Hubschrauber vorbeiflog. Tack-tack-tack-tack-tack.“ Liam und sein Beady Eye-Kollege Gem Archer stellten sich für die FAZ den Fragen von Literatin Alexa Hennig von Lange. Herausgekommen ist ein kurzweiliges Interview, in dem deutlich wird, dass es den Herren manchmal geht wie einem selbst: die besten Ideen hat man im Bett, „vermutlich, weil man zu fertig ist, um sich vom Verstand kontrollieren zu lassen“?! Kann sein.

Verstand und Rock‘n Roll schlieĂźt sich also beinahe aus. Diesen Satz wĂĽrde wohl auch Geoff Travis vom Label Rough Trade unterschreiben, das Anfang der Nuller Jahre die Strokes unter Vertrag nahm. Er formuliert es so: „It seems too easy but it’s so hard to do. Rock‘n'roll is not intellectual – it’s primal, it’s emotional. The Strokes just had it, really.“ Nach fĂĽnfjähriger Pause veröffentlichen die New Yorker im März ein neues Album, im Guardian findet sich ein Interview mit Julian Casablancas & Co.

Unfreiwillig zum „Popstar“ mutiert auch gerade Muammar al-Gaddafi – ein israelischer Musiker hat in einer wĂĽtenden Ansprache des libyschen Dikators „alle notwendigen Elemente fĂĽr einen Hit“ ausgemacht, vor allem „Die Wiederholung der Worte, die besondere Kleidung und das Hochwerfen der Arme wie in einer Siegesbewegung.“ Song und Video seien bei Youtube, so die taz, derzeit der Hit.

Wanted: Neues Grafikdesign fĂĽr ByteFM-Shirts

28.02.2011 von  

Wir suchen ein neues Design fĂĽr unsere ByteFM-Shirts. Nun seid Ihr gefordert!
ByteFM schreibt einen Wettbewerb zur Erstellung eines T-Shirt-Designs aus, das unseren Sender angemessen repräsentiert.

Was ist ByteFM?
ByteFM ist moderiertes Internetradio mit hochwertigem Musikprogramm. Keine „HitHits“ keine Computerrotation, sondern ein mit Liebe zusammengestelltes Musikprogramm – präsentiert von Journalisten, Musikern und Kennern der Szene. ByteFM spielt Neues und Altes, berichtet über Konzerte auf großen und kleinen Bühnen und informiert über musikalische Entwicklungen, neuen Szenen und Bands. Liebe für die Musik und das Medium Radio sind unsere Motivation. Diese Philosophie sollte in das T-Shirt-Design einfließen.

Teilnahmeberechtigt
sind alle, die sich kreativ betätigen möchten, um für ByteFM ein T-Shirt-Design zu entwerfen.

Vorgaben:
Die grafische Gestaltung sollte ByteFM als Radiosender klar und deutlich kommunizieren. Das ByteFM Logo muss gut lesbar in den Entwurf integriert sein. Dabei sollten Frauen und Männer gleichermaĂźen von dem Motiv angesprochen werden. Die Drucktechnik ist Siebdruck. T-Shirt und Aufdruck sind jeweils einfarbig, welche Farben – das bestimmt Ihr. Bedruckt wird ein schlichtes Rundhals-T-Shirt in limitierter Auflage. Falls Ihr stärker mit dem ByteFM Logo arbeiten möchtet, stellen wir Euch gern eine Vektor – oder JPG-Datei zur VerfĂĽgung. Meldet Euch dazu einfach bei dem unten genannten Kontakt per Mail und Ihr bekommt die Datei zugesendet.

Bewertungskriterien sind:
- Originalität
- Gestaltungsqualität
- Umsetzbarkeit

Auswahlverfahren:
Die 3 besten Designs werden den HörerInnen von ByteFM auf unserer Webseite zur Abstimmung vorgestellt.

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten:
Bitte mailt uns Euren Entwurf in digitaler Form bis Donnerstag, 31.03.2011,12.00 Uhr.

1. Preis:
Porträt des Gewinners und seiner bisherigen Arbeiten auf der Webseite von ByteFM sowie die Mitgliedschaft im Freundeskreis von ByteFM.

Kontakt:
Juliane Reil
ByteFM
im Medienbunker
4. Etage
FeldstraĂźe 66
20359 Hamburg

T +49 (0)40 7536 67-74
juliane.reil@byte.fm

Lykke Li – „Wounded Rhymes“

28.02.2011 von  

VĂ–: 04.03.2011
Web: http://www.lykkeli.com/
Label: Warner

Die Ronettes wären stolz auf Lykke Li – vermutlich. Auf ihrem neuen Album „Wounded Rhymes“ singt die gebürtige Schwedin bittere Texte zu süßen Girl-Group-Hamornien.

Ganz wichtig ist es der 24-jährigen, nicht als kleines, naives Mädchen verkauft zu werden. Rehaugen hin oder her, sie habe etwas zu sagen und wenn man sie niedlich nennt, dann hat man ihr nicht zugehört. Mit 19 Jahren zieht sie nach New York, des Abenteuers wegen, und bleibt für drei Monate, um dann in der schwedischen Heimat ihr Debüt „Youth Novel“ aufzunehmen. Das Album wird ein großer Erfolg, denn die Songs haben genug Pop-Appeal für die großen Radiosender und sind speziell genug für den Kulturteil.

In der ersten Single „Get Some“ des neuen Albums singt Lykke Li „I’m your prostitute, you goin’ get some“ und will dem niedlichen Image endgültig den Garaus machen. Dazu spielen reichlich verhallt Rockabilly Gitarren und es wummern die Buschtrommeln. Hier geht es um Selbstermächtigung, sagt die Schwedin gegenüber dem amerikanischen Pitchfork Magazin: „Es geht nicht um die Sexarbeiterin, sondern um den Krieg der Geschlechter.“ Und wer sich selbst zur Prostituierten macht, hat die Macht.

Diese Texte verbindet Lykke Li mit Girl-Group-Melodien, wie sie nicht besser den 60ern hätten entspringen können. „Wounded Rhymes“ ist dennoch keine Wiederholung längt vergangener Epochen, denn die Produktion hört sich frisch an, mit dezenten elektronischen Spielereien hier und da.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland – der Sendung mit den neuen Platten.

Der Produzent Nigel Godrich wird 40

28.02.2011 von  

Er gilt als einer der besten Rock- und Pop-Produzenten der letzten 20 Jahre: der Brite Nigel Godrich. Am 28. Februar 1971 wurde er in England geboren, nun wird er vierzig Jahre alt.

Godrich hat mit einer Vielzahl namhafter KĂĽnstler zusammengearbeitet: von Beck, Charlotte Gainsbourg ĂĽber Paul McCartney oder Pavement. Oft ist er es, der dem Sound einer Band erst das gewisse Etwas verleiht. Nicht umsonst wird er oft als sechstes Mitglied von Radiohead bezeichnet.

Zum vierzigsten Geburtstag gratuliert ByteFM mit einer Stunde Godrich – in einem ByteFM Container am 28.02. ab elf Uhr, moderiert und gestaltet von Eva Garthe.

Zum 40. Geburtstag von Erykah Badu

Erykah Badu wird 40 Jahre alt. Eigentlich als Erica Abi Wright kam die vielseitige Musikerin am 26. Februar in Dallas, Texas, zur Welt. Mittlerweile hat die häufig als Queen of Nu oder Neo Soul bezeichnete Badu seit ihrem Debüt im Jahr 1997 vier weitere Studioalben veröffentlicht und viele Touren hinter sich gebracht. Um ihre stimmliche Begabung auszudrücken, werden Kritiker nie müde, als Vergleiche Größen wie Billy Holiday oder Diana Ross heranzuziehen. Als wäre dies noch nicht Referenz genug, hat ihr die Popwelt einen ganz eigenen Status eingeräumt, nämlich den einer Göttin mit mystischer Aura, an die sich Sehnsüchte und Hoffnungen des R&B klammern. Hoffnungen, die sich mit ihr, der Auserkorenen, wandeln.

Wie viele Kinder wächst Badu bei ihrer allein erziehenden Mutter auf, der Vater verließ früh die Familie. Ebenso wie ihre Mutter findet Badu früh Spaß an Schauspiel, Tanz und Musik und steht mit vier Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Zehn Jahre später unternimmt sie einen ersten politischen Schritt, als sie ihren Namen Erica, den sie für einen Sklavennamen hält, zu Erykah ändern lässt. Die Endsilbe „kah“ steht für das „innere Selbst“ und man könnte meinen, dass von diesem Moment an die Suche Badus Leben bestimmt.

So beginnt sie ein Studium in Musik und Tanz, bricht es aber ab, um sich nur auf die Musik zu konzentrieren. Sie hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, unterrichtet Kinder in Tanz und Musik. Gemeinsam mit ihrem Cousin gründet sie eine HipHop-Band und nimmt ein Demotape auf. Produzent Kedar Massenburg entdeckt die junge Erykah und bringt sie mit D’Angelo zusammen. Ihr gemeinsames Duett „Your Precious Love“ wird Badus erster musikalischer Erfolg.

1997 erscheint Erykah Badus Debüt-Album „Baduizm“, das die Kritiker begeistert. „Baduizm“ wird im Folgejahr mit dem Grammy ausgezeichnet, die Single “On&On” gleich hinterher. Weitere Preise schließen sich an.

Der R’n’B hat einen neuen turbantragenden Star. Badu allerdings will nicht auf einem Image festsitzen, viel eher ist sie für ihre Wandelbarkeit bekannt. Mit dem Folgealbum “Mama’s Gun” widmet die Popindustrie ihr und vereinzelten Mitstreitern, wie den Soulquarians, einen eigenen Genrebegriff, den Neo oder Nu Soul. Hoffnung steckt in dem Namen und zwar nicht nur musikalischer Natur, denn mit Erykah Badu ist dem R’n’B nicht etwa nur irgendeine weitere Sängerin entstiegen, die sich darin genüge, ihr Hinterteil in die Kamera zu halten, sondern eine potentiell sozialkritische Stimme, die für Aufsehen sorgt:

Die Hoffnung, nach vielen groĂźen schwarzen Musikern wie beispielsweise Marvin Gaye oder Nina Simone, endlich wieder einen authentischen Star mit Aussagekraft zu haben, der in seiner Musik artikuliert, was in Amerika immer noch an Differenzen zwischen Schwarz und WeiĂź besteht.

Ob sie dem allerdings gerecht wird, ist strittig, denn die sich immer wieder neu erfindende Badu –Stichwort Frisur oder Haaraccessoir- möchte sich nicht festlegen. Zwar ist die dreifache Mutter in ein Netzwerk integriert, das sich aus alternativen Künstlern wie Talib Kweli, The Roots, J Dilla, Madlib oder Ursula Rucker speist, behält sich andererseits aber Eigenständigkeit vor. Verschiedene Produzenten und Gastmusiker beeinflussen ihre Musik ebenso wie die jeweilige Lebensphase, in der sich Badu befindet.

So hatte ihr viertes Album New AmErykah Part 1: 4th World War“ nicht mehr viel mit dem Sound von „Baduizm“ gemein und rechnete mit dem Song „Soldier“ mit der US Politik ab. Ihr jüngstes Album „New AmErykha Part 2: Return Of The Ankh“, das im Frühjahr 2010 erschien, knüpft allerdings wieder an das Debüt an. Zwar sorgte es wegen des Musikvideos zu „Window Seat“ für Aufsehen. Zu sehen ist Erykah Badu in Dallas, sie läuft durch die Straßen der Stadt und entledigt sich nach und nach ihrer Kleider, bis sie an der Stelle angekommen ist, nackt, an der einst JFK erschossen wurde. Der Song endet mit einem Schuss, Badu stürzt zu Boden. Ihr ginge es aber nicht um ein politisches Statement, so die Künstlerin, sondern es sei ein persönlicher Befreiungsakt, der Ort sei lediglich der berühmteste und belebteste ihrer Heimatstadt.

ByteFM gratuliert Erykah Badu zum 40. Geburtstag am 26.02. im ByteFM Magazin ab 15 Uhr.

Presseschau 26.02.: Ein guter Abgang ziert die Ăśbung

26.02.2011 von  

Irgendwann nimmt alles sein Ende – das mag sich auch Mike Skinners von The Streets gedacht haben. Vor zehn Jahren betrat der Brite mit dem charmanten Akzent erstmals die Hip Hop-BĂĽhne, um Jahre später zahlreiche „Cockney-Poeten“ nach sich zu ziehen. Jetzt soll das letzte The Streets-Ablum veröffentlicht werden. Unter dem Titel „Computers And Blues“ vereint das musikalische Ĺ’uvre Songwriting mit Soul, Hip Hop und 2 Step. Zeit Online spricht von einer kleinen musikalischen Heimaterzählung Englands, welche von einer hofflungslosen Note durchzogen ist. Und so verabschiedet sich Mike Skinners mit einem auswegslosen fĂĽnten Album voller bedrĂĽckend schöner Melodien und Themen.

Die Frage, ob wir uns bald auch von einem adligen Kopisten in Ministerposition verabschieden können, rĂĽckt derweil immer mehr in den Mittelpunkt. Karl-Theodor zu Guttenberg wird erstmals aufgrund des Plagiatvorfalles von einem Bayreuther Juristen öffentlich angegriffen. Man dĂĽrfe Plagiate in der Wissenschaft nicht verharmlosen, denn geistiges Eigentum sei genauso wertvoll wie materieller Besitz. Eines ist jedoch sicher: Der Fall ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Universität Bayreuth ĂĽberprĂĽft die Dissertation zu Guttenbergs weiterhin auf Fehler. Währenddessen behaupten mehrere Juristen, der Verteidigungsminister habe aus Vorsatz gehandelt. Der Tagesspiegel redet in dem Artikel „Wir sind einem BetrĂĽger aufgesessen“ von einer bröckelnden Popularität des beliebtesten Politikers Deutschlands.

GroĂźer Beliebtheit erfreut sich auch Tom Hoopers Verfilmung „The King’s Speech“. Dieser wurde in zwölf Kategorien fĂĽr den Oscar nominiert, welcher am Sonntag verliehen wird. In der taz bespricht Bernd Rebhandl den so hoch gelobten Film im Zusammenhang mit den Auswahlkriterien fĂĽr den Gewinn eines Oscars. Als „unfehlbare Oscar-Melange“ beschreibt er Tim Hoopers „KonfektionsstĂĽck, das auch industriepolitisch bedeutsam ist“. Des Weiteren kommt er zu dem Entschluss, dass neben den glatten Favoriten die Oscar-Nominierungen in diesem Jahr „recht differenziert“ seien.

Auf Erfolgszug befindet sich zur Zeit ein Drittel der minimalistischen Band The xx. Die Rede ist von Jamie Smith alias Jamie xx, welcher kĂĽrzlich Gil Scott-Heron geremixt und die Platte „We‘re New Here“ veröffentlicht hat. „It’s this interest in embedding music with genuine emotion that made Smith the obvious choice to remix Gil Scott-Heron’s ‚I‘m New Here‘ album“, so der Guardian. In seinem Artikel wird die kleine Geschichte des 22-jährigen Engländers erzählt, auf welchen Pirate Radio besonders groĂźen Einfluss ausĂĽbte.

Jason Collett

25.02.2011 von  

Nach einer langen Reise von Kanada, fĂĽhrte es Jason Collett ins schöne Hamburg. Der Singer/Songwriter veröffentlichte im Oktober 2010 sein fĂĽnftest Album „Rat A Tat Tat“ – eines der schönsten Folkalben des vergangenen Jahres. FĂĽr seine Deutschland-Tour gab uns Jason Collett einen kleinen Vorgeschmack, von welchem Ihr Euch hier ĂĽberzeugen könnt:

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Jason Collett – Bitch City (Live @ ByteFM)

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Jason Collett – Black Diamond (Live @ ByteFM)

Neue Platten: Sea Of Bees – „Songs For The Raven“

25.02.2011 von  

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Julie Ann Baezinger alias Sea of Bees kommt aus Kalifornien und veröffentlicht nun ihre erste Platte mit dem Titel „Songs For The Ravens“ bei Crossbill Records.

Was? Willkommen in der fabelhaften Welt der Julie Ann Baezinger. Mit ihrem Debütalbum „Songs for the Ravens“ pflegt die Singer/Songwriterin aus Sacramento das Image des sympathischen, verträumt-spleenigen Mädchens, das sich aus poetischen Texten, handgemachtem Sound und gezielt eingesetzten Elektro-Beats eine Welt bastelt, wie sie ihr gefällt. In musikalischer Hinsicht ist dies durchaus wörtlich zu verstehen, da sie ihre „Songs for the Ravens“ nicht nur selbst geschrieben und eingesungen, sondern auch jedes Instrument auf ihrer Platte ausgenommen das Schlagzeug selbst eingespielt hat. Melancholisch-nachdenklich mit düsteren Zwischentönen aber auch einigen heiteren Momenten kommt dieses folkige Popalbum daher. Dabei vertraut Julie Baezinger auf ein schlichtes Songwriting und ihre einprägsame Stimme.

Warum? Die Eindringlichkeit, mit der Sea of Bees die Songs vorträgt, kann nur wenig über eine gewisse Berechenbarkeit der Kompositionen und eine Beliebigkeit ihrer Anordnung hinwegtäuschen. Selbst an den Stellen, an denen das Album auf den ersten Blick unvorhersehbar erscheint, beispielsweise beim herausstechenden „Sidepain“, wirkt dies leider allzu willkürlich. Musikalische Anleihen bei den Liedarrangements von Kate Bush über Björks „Vespertine“ bis zu The Verve sorgen dafür, dass das Album nicht als besonders eigenständig oder gar originell im Gedächtnis haften bleibt. Das ist schade, da Julie Ann Baezinger sicherlich genügend Talent und Charisma mitbringt, um ihrem Bandprojekt „Sea of Bees“ eine ganz eigene, unverwechselbare musikalische Note zu verleihen. So bleibt der Eindruck eines hoffnungsvollen Debüts, das Raum nach oben lässt.

Label: Cooperative Music | Kaufen

Presseschau 25.02.: Es hackt!

25.02.2011 von  

Eine sichtlich schlecht gelaunte Judith Holofernes setzt derzeit ihre Bandwebsite auĂźer Kraft. Auf die Anfrage der BILD, ob die Sängerin von Wir Sind Helden nicht Lust hätte, sich in die Rige deutscher Prominenter einzureihen, die mit mehr oder minder provokanten Statements fĂĽr die BILD werben, reagierte Holofernes drastisch. Sie antwortete in einem offenen Brief auf der Website, die deshalb wegen zu hohen Zugriffs nicht erreichbar ist. Holofernes: „Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash-​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guilty Plea­su­re” fĂĽr wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle-​Zi­tat.“ Und weiter: „Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht.“ Der ganze Brief kann hier nachgelesen werden.

R.E.M. Bassist Mike Mills verriet der NZZ im Interview, was ihn nach 30 Jahren als Mitglied von R.E.M. immer noch reizt, weiter musikalisch aktiv zu bleiben: Er liebt den Entstehungsprozess eines Songs, mag das Leben auf Tour und kommt dabei immer wieder gerne nach Europa. Seinen Wohnsitz belässt er aber doch lieber in den USA. Dieser Tage erscheint R.E.M. s neues Album „Collapse Into Now“

Ein weiteres Interview gab Bob Geldof zu seinem neu erschienen Album „How To Compose Popular Songs That Will Sell“ in der Welt. Viele Worte werden darĂĽber aber nicht verloren, die Herren unterhalten sich viel mehr ĂĽber Iren, Afrikapolitik und Abhängen mit Bono von U2. Aber die Inspirationsquelle fĂĽr den Albumnamen verrät Geldof, der mit seinen 59 Jahren auf zwei Hits zurĂĽckblicken kann: Es ist der Titel eines Kompositionsratgebers aus den 1930er Jahren.

Thomas Winkler rezensiert in der Frankfurter Rundschau das neue Album „MĂşsica + Alma + Sexo“ von Ricky Martin. Sechs Jahre mussten Fans auf die Veröffentlichung warten. Es ist auch das erste Album seit Martins Coming Out und sollte manch Hörer ein „schwules Statement“ erwartet haben, so wird er enttäuscht. Martin versucht mit „MĂşsica + Alma + Sexo“ ein breites Publikum anzusprechen und so liefert der Puertoricaner Songs zwischen Karibik und Dancefloor und ein Liebes Duett. Allerdings mit Frau – „Der nächste Schritt im selbstverständlichen Umgang mit Homosexualität wäre wohl, wenn ein schwuler Mainstreamstar tatsächlich endlich mal ein Liebes-Duett mit einem Mann wagen darf,“ so der Autor.

Sonja Eismann porträtiert in der taz JD Samson und ihr aktuelles Projekt MEN. Das ehemalige Le Tigre Mitglied gilt derzeit als echte Undergroundclubgröße und Stylequeen und gibt sich mit MEN voll dem 80er Dancesound hin, wobei ein paar Einflüsse aus ihrer musikalischen Vergangenheit hörbar bleiben.

Die ByteFM Charts KW08

25.02.2011 von  

Jetzt wirds eng in den ByteFM Charts. Neueinsteiger wie Radioheads „The King Of Limbs“ (nur ein paar Tage nach Release schon in den ByteFM Charts) oder PJ Harvey, die mit Album und Doppel-Platzierung in den Trackcharts punktet, treffen auf die heiĂźen Neulinge James Blake und Nicolas Jaar, die ebenfalls gleich mehrmals in den Charts auftauchen. Es drängeln sich die Hits in den Top15 der ByteFM Airplay Charts

Die Trackcharts (Platzierungen der Vorwoche)

1. Joan As Police Woman – The Magic (3)
2. Destroyer – Chinatown (5)
3. James Blake – Limit To Your Love (2)
4. Hercules And Love Affair – My House (1)
5. James Blake – The Wilhelm Scream (11)
6. Nicolas Jaar – Problems With The Sun (neu)
7. Christiane Rösinger – Hauptsache Raus (12)
8. The Go! Team – Ready To Go Steady (7)
9. Nicolas Jaar – I Got A Woman (9)
10. Jessie Ware And Sampha – Valentine (10)
11. PJ Harvey – Let England Shake (neu)
12. Hercules And Love Affair – Blue Songs (neu)
13. James Yuill – On Your Own (8)
14. PJ Harvey – The Words That Maketh Murder (neu)
15. Iron And Wine – Monkeys Uptown (4)

Die Polizei stĂĽrmt den Club und die Discokugel wird abgehängt: Nach 3 Wochen an der Spitze der Trackcharts wird Hercules and Love Affairs „My House“ von Joan As Police Womans „Magic“ verdrängt. „Chinatown“ von Destroyer folgt auf Platz 2, den vorher James Blake Inne hatte, aber der talentierte Mr. Blake hat ja mit „The Wilhelm Scream“ noch ein zweites Eisen im Feuer.

Die Albumcharts (Platzierungen der Vorwoche)
1. Nicolas Jaar – Space Is Only Noise (2)
2. Hercules And Love Affair – Blue Songs (1)
3. James Blake – James Blake (3)
4. How To Dress Well – Love Remains (4)
5. Destroyer – Kaputt (8)
6. The Go! Team – Rolling Blackouts (6)
7. PJ Harvey – Let England Shake (neu)
8. Iron And Wine – Kiss Each Other Clean (5)
9. IsolĂ©e – Well Spent Youth (7)
10. Christiane Rösinger – Songs Of L. And Hate (12)
11. Nathaniel Rateliff – In Memory Of Loss (10)
12. Joan As Police Woman – The Deep Field (14)
13. Twin Shadow – Forget (9)
14. Gang Of Four – Content (11)
15. Radiohead – The King Of Limbs (neu)

Auch in den Albumcharts verliert die bunte Truppe um Andrew Butler ihren Spitzenplatz. NutznieĂźer ist Nicolas Jaar der mit „Space Is Only Noise“ einen mehr als wĂĽrdigen Nachfolger liefert. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich der junge New Yorker mit dem entspannten Sound gegen alte Hasen wie PJ Harvey oder Radiohead behaupten kann.

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