21.01.: Well Spent Youth
21.01.2011 von Redaktion

Machtverschiebungen an der Spitze eines der wichtigsten Unternehmen unserer Zeit, namentlich Google, melden die Alpha-Techblogs Ars Technica und Techcrunch: Mit bald 38 Jahren ist FirmengrĂŒnder Larry Page nicht lĂ€nger auf die FĂŒrsorge des erfahrenen Managers und bisherigen CEOs Eric Schmidt angewiesen und ersetzt diesen an der Spitze des Unternehmens. „Aufsicht von Erwachsenen ist nicht mehr nötig“ begrĂŒndet dieser via Twitter diesen Schritt und ist fortan fĂŒr „VertrĂ€ge, Partnerschaften, Kunden und weitere GeschĂ€ftsbeziehungen“ sowie Regierungskontakte(!) zustĂ€ndig.
Bits & Bytes manifestieren sich zunehmend auch in der realen Welt: Niklas Hofmann von der SZ begrĂŒĂt die Eröffnung des Computerspielemuseums in Berlin und sieht in der Ausstellung den Versuch, „die BedĂŒrfnisse des Homo ludens, in seiner modernen Variante als Homo ludens digitalis, als Triebfeder unserer gesamten kulturellen Entwicklung zu beschreiben.“ Interessante EinschĂ€tzung und gute Nachrichten fĂŒr Nerds, Geeks und alle anderen Freunde der digitalen Spielwiesen.
Entgegen der immerwĂ€hrenden Aufbruchstimmung im Netz herrscht weiterhin die fast schon gewohnte Katerstimmung bei den handfesten Printmedien: Mit dem Dogs-, Cash-Cows-, Stars- und Fragezeichen-Modell, entworfen von der Boston-Consulting-Group, analysiert Thomas KnĂŒwer in seinem Blog die Entwicklung der Auflagenzahlen von Tageszeitungen und stellt fest: Es geht (weiter) bergab. Nur Sonntagszeitungen und Magazine lassen vereinzelte Lichtblicke zu.
Gute Nachrichten gibt es hingegen fĂŒr die Freunde der groĂen Gesten und des schmetternden Gesangs: Placido Domingo, der ewige dritte Tenor wird 70 und ist, wie nicht unbedingt zu erwarten, weder mĂŒde noch eingerostet. Im Gegenteil: Jens Malte Fischer von der SZ bescheinigt dem Stimmwunder mit „rund 3500 Opernvorstellungen und rund 130 Rollen“ auĂergewöhnliche Leistungen und ungebremste Schaffenskraft im offensichtlich noch ganz eintrĂ€glich brummenden Business der populĂ€ren Oper. Ob man die nun mag oder nicht – gratulieren kann man!
Als nicht ganz so fleiĂig, dafĂŒr aber nicht weniger einflussreich – zumindest was das House-Genre betrifft – wird der deutsch-algerische Produzent IsolĂ©e von Tim Caspar Boheme in der taz eingeschĂ€tzt. Dessen neue, dritte LP-Veröffentlichung in elf Jahren, „Well Spent Youth“, erscheint dieser Tage beim Hamburger Label Pampa Records von DJ Koze und ist, laut TAZ, mit ihren diskreten, leicht melancholischen Tracks „an der Elbe bestens aufgehoben“.







