19.08.: Fuckin‘ magnets – how do they work?
19.08.2010 von Redaktion

Deutschland sei momentan sehr gespalten. Schuld daran sein Google Street View. Die taz sieht nĂ€mlich „ein Land im Pixelrausch“ und erörtert Pro und Contra bezĂŒglich der „öffentliche[n] Empörung“.
Daniel Schulz fragt sich dabei, was das „Bohei“ denn soll und befindet, dass sich wohl vor allem die Oberschicht durch Google Street View bedroht fĂŒhle. Es sei nĂ€mlich „auffĂ€llig, dass sich kein Schwein fĂŒr Ăberwachung interessiert, wenn sie vermeintlich nur KinderschĂ€nder, bĂ€rtige Terroristen und die SĂ€uferclique vorm Aldi, AuĂenseiter also, trifft. Kaum fĂŒhlt sich die Mittelschicht aufwĂ€rts beobachtet, gibt es einen Volksaufstand.“
Wolf Schmidt hĂ€lt dagegen. Dem kommt mittlerweile Googles Werbeslogan „Don’t Be Evil“ wie ein „Orwell’scher Neusprech“ vor, und zĂ€hlt auf, wieso Google in den letzten Monaten ziemlich evil war. Und „wer die Missbrauchsmöglichkeiten ĂŒbersieht, die der Datenkrake inzwischen hat, muss blind sein.“
Pro und Contra seiner aktuellsten Aktion hĂ€tte auch der Duisburger OberbĂŒrgermeister Adolf Sauerland abwĂ€gen sollen. Er „wollte die Veröffentlichung von Dokumenten zur Loveparade verbieten – und scheiterte an der Blogger-Gemeinde.“
Die SZ berichtet in ihrem Artikel, wie ein Zwischenbericht zum UnglĂŒck auf Anweisung der Stadt Duisburg wieder aus dem Internet entfernt werden sollte. Mit Verweis auf das Urheberrecht (!). Der Bericht war zuvor von der Stadt Duisburg selbst „wegen des hohen öffentlichen Interesses“ ins Netz gestellt worden und mehrere Zeitungen hatten bereits daraus zitiert.
Solch eine Zensur lieĂ sich die Blogger-Szene nicht bieten. Die Dokumente wurden daraufhin von so vielen Blogs veröffentlicht, dass Sauerland am Mittwoch kapitulierte. „Die unkontrollierbare Verbreitung der Dokumente sei faktisch nicht mehr zu unterbinden“, sagte ein Stadtsprecher. AuĂerdem verzichtet die Stadt auf juristische Schritte, die ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fĂŒr die Veröffentlichung des Zwischenberichts zur Folge gehabt hĂ€tten.
Eine Aktion, die das Image des Duisburger OberbĂŒrgermeisters nicht gerade verbessert. Allerdings fragt sich auch die SZ am Ende des Artikels: „Kann Sauerlands Image noch schlechter werden?“
Ebenfalls nicht besonders gut ist das Bild, das Angela Steidele in der SZ von Arthur Schopenhauer zeichnet.
Es nĂ€hert sich der 150. Todestag des Philosophen, dessen „Frauenhass […] nicht graue Theorie, sondern Lebenspraxis“ war, was sowohl seine Mutter, seine Schwester als auch seine Geliebte zu spĂŒren bekamen. Die Konsequenz daraus war, dass Schopenhauer den Rest seines Lebens mit Pudeln verbrachte.
Seine frauenverachtenden Schriften hatten durch den groĂen Einfluss des Philosophen einen verheerenden Effekt, schreibt Steidele. „Mit Arthur Schopenhauer begann eine neue, brachiale Misogynie, die argumentativ hilflos, wissenschaftlich absurd und brutal in der Konsequenz die Frauenemanzipation zu verhindern suchte“.
Ein Mann, der sicherlich weder Frauen noch MĂ€nner noch Kinder verachtet, ist Wyclef Jean. Er liebt alle Bewohner Haitis sogar so sehr, dass er gerne ihr PrĂ€sident werden wĂŒrde. Momentan wartet Wyclef in Haiti auf die Anerkennung seiner Kandidatur, wie der NME berichtet. Dies tut er allerdings in einem Versteck, da er mehrere Drohungen erhalten hat.
Ebenfalls eine Meinung zu Wyclefs Kandidatur hat Will Butler, der Frontmann von Arcade Fire. „Technically, [Wyclef Jean] shouldn’t be eligible because he hasn’t been a resident of Haiti. And I think him not speaking French and not being fluent in Creole would be a really major issue in trying to run a really complex government, like the government in Haiti. […] I really hope he throws his support behind someone who is really competent and really eligible“, gabe er Pitchfork zu Protokoll und stellte noch einen Arnold-Schwarzenegger-Vergleich an.
Kennt Ihr die Insane Clown Posse? Das sind Violent J und Shaggy 2 Dope, zwei ehemalige Wrestler, die sich seit Anfang der 90er mit Clowns-Schminke bemalen und als Rapper versuchen. FĂŒr das Musikmagazin Blender gehören sie mit Songs wie „I Stab People“ oder Texten wie „to get your attention in the crowded place/I‘d simply walk up and stick my nuts in your face“ zu den schlechtesten Band aller Zeiten.
In einem anderen Song zeigt sich die Insane Clown Posse ratlos bezĂŒglich einiger Wunder der Natur, die sie nicht verstehen bzw. nicht verstehen wollen. „Fuckin‘ magnets â how do they work?“, fragt sich Shaggy 2 Dope im Song „Miracles“, bevor er allerdings klar macht, dass er das eigentlich gar nicht erklĂ€rt haben möchte, da alle Wissenschaftler „lying motherfuckers“ seien (was Saturday Night Life fĂŒr eine sehr ziemlich lustige Parodie auf „Miracles“ zum Anlass nahm).
Das alles könnte man ignorieren, wĂ€ren da nicht die sehr groĂe Zahl fanatischen AnhĂ€nger der Insane Clown Posse, die sich Juggalos nennen und die „eine wachsende reaktionĂ€re Kultur verkörpern, in der Ingnoranz eine Tugend ist“. Mehr ĂŒber die Juggalos und die Insane Clown Posse erfahrt Ihr in diesem Artikel des Guardian.







