Wavves – „King Of The Beach“
26.07.2010 von Redaktion
VĂ: 30.07.2010
Web: http://www.myspace.com/wavves
Label: Fat Possum
Mountain Dew ist ein Softdrink. So Ă€hnlich wie Sprite, nur sĂŒĂer. Und Mountain Dew betreibt seit Kurzem auch ein Label namens Green Label Sound. Zuckerwasser und Zuckersound? Vielleicht sollte man den Label-Ambitionen eines Brauseherstellers grundsĂ€tzlich skeptisch gegenĂŒberstehen.
Eines muss man der fragwĂŒrdigen Combo zu Gute halten: Mit Bands wie The Cool Kids, Theophilus London oder Neon Indian hat sich Green Label Sound in der Vergangenheit zu einem Label entwickelt, das gemeinhin als âhipâ bezeichnet wird. Schlecht fĂŒr die Reputation des GetrĂ€nks ist das sicher nicht. Und durch die neueste Veröffentlichung âKing Of The Beachâ von Wavves wird sich das auch nicht Ă€ndern.
Wavves ist das Ein-Mann-Projekt von Nathan Williams, der seine ersten beiden Alben âWavvesâ und âWavvvesâ in der Garage seiner Eltern in San Diego, Kalifornien, aufgenommen hat. Schnell wurde er zum neuen Hype auserkoren und durch die Themen seiner Songs wie AuĂenseitertum, Grasrauchen, Musikmachen und Surfen (womit sich gelangweilte EinzelgĂ€nger Anfang 20 in Kalifornien eben herumschlagen) zum modernen Slacker und ein wenig vorschnell zum Kurt Cobain seiner Generation ausgerufen. Dazu passt es, dass Williams selbst âKing Of The Beachâ als âsein âNevermindââ bezeichnet.
Ob es zu diesem Album ĂŒberhaupt kommen wĂŒrde, war allerdings lange fraglich. Mit Ausrastern auf der BĂŒhne, FaustkĂ€mpfen mit anderen Bands und Tourabsagen erarbeitete sich Williams langsam aber sicher einen Britney Spearsâschen Ruf. Nathan wurde ebenso schnell wieder abgeschrieben, wie er zuvor zum Next Big Thing gemacht wurde.
Der Produzent Dennis Harring (u.a. Modest Mouse) und die Bandmitglieder des im Januar gestorbenen Jay Reatard glaubten aber nach wie vor an das Songwriter-Talent von Nathan Williams und griffen ihm bei seiner neuen Platte stĂŒtzend unter die Arme. Diese Hilfe und die professionelle Produktion taten den Songs sehr gut. Melodiöser und facettenreicher klingen sie im Gegensatz zu den VorgĂ€ngeralben, von ihrer Energie haben sie dabei nichts verloren. Denn nach Garage klingt das alles immer noch, wenn auch weniger lĂ€rmig als noch auf âWavvvesâ. Und auch Williamsâ Herkunft ist nach wie vor unĂŒberhörbar, sei es wegen des Skate-Punks oder der Beach-Boys-Harmonien.
Man fĂŒhlt sich sehr an die 90er erinnert, an die frĂŒhen Blink 182, Green Day oder Weezer; SpaĂ machen Williamsâ Songs. Da verzeiht man es auch, dass der Refrain des Songs âPost-Acidâ aus der banalen Wiederholung der Worte âwith youâ besteht, weil es âwith youâ nun mal am meisten SpaĂ mache. Aber mit lyrischen Glanzleistungen konnte man bei einer neuen Wavves-Platte sowieso nicht rechnen, die eingĂ€ngigen Melodien genĂŒgen. Mit musikalischem SpĂŒrsinn rechnet auch bei einem amerikanischen Softdrink-Hersteller niemand. Kann aber auch gutgehen, zeigt âKing Of The Beachâ.
Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Panasonic.
Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Die ausfĂŒhrliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland â der Sendung mit den neuen Platten. Neuland wird am Sonntag zwischen 16 und 18 Uhr wiederholt.








Kommentare
2 Antworten zu “Wavves – „King Of The Beach“”Trackbacks
Das sagen andere zu dem Beitrag...[...] welches man sich bei prefix ansehen kann. âKing Of The Beachâ war Ende Juli auch Album der Woche bei [...]
[...] Beach-Boys-Harmonie, kalifornischen Skate-Punk und Lo-Fi-Ăsthetik verbindet und im Juli unser Album der Woche [...]