M.I.A. – „Maya“

05.07.2010 von  

VÖ: 09.07.2010
Web: http://www.myspace.com/mia
Label: Xl/Beggars

Schon im Vorfeld der Veröffentlichung von M.I.As drittem Album, das nach ihrem Rufnamen „Maya“ benannt ist, sorgte die britisch-tamilische KĂŒnstlerin mehrfach fĂŒr medialen Wirbel. Erst kĂŒrzlich mit ihren Verschwörungstheorien zu Social Networks wie Facebook und Myspace. Und natĂŒrlich mit dem Schockervideo zur Single „Born Free“, das von Youtube entfernt wurde und genau dadurch noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. Als hĂ€tte sie dies genauso geplant, verdecken auf dem Albumcover die Balken von Youtube Playern M.I.A.s Gesicht. Alles Teil einer großangelegten Promokampagne? Der erste Track des neuen Albums schließt thematisch jedenfalls gleich daran an. „iPhone connected to the internet connected to the government“ heißt es darin.

Die Kritik an der Überwachung im Netz wird auf dem restlichen Album aber nicht konsequent weitergefĂŒhrt. KĂ€mpferisch prĂ€sentiert sich M.I.A nach wie vor.

Insgesamt hat sich an ihrem Sprech-Sing-Sang wenig verÀndert. Einfache Melodien, die an KinderabzÀhlreime erinnern, leicht verstÀndliche Texte mit eindeutigen Statements. Einzig, dass ihre Gesangsparts mittels Vocoder verzerrt wurden ist neu.

Viel interessanter als M.I.As Stimme ist aber deren musikalische Untermalung. Zahlreiche Samples lassen Bilder im Kopf des Zuhörers entstehen. Da gibt es MotorsĂ€gengerĂ€usche und unheimliche Kinderstimmen („Steppin Up“), klirrende EiswĂŒrfel(„Teqkilla“), Flugzeuge und verfremdete indische GesĂ€nge („Story To Be Told“), Gospel-Loops („Tell Me Why“) sowie heulende Sirenen („Space“).

Dazu wummern fette Beats, die sich Synthesizer Sounds verzahnen. „Maya“ ist weniger HipHop-lastig als die VorgĂ€ngeralben „Arular“ und „Kala“. Eine Unmenge an Stilen wird hier bunt zusammengemischt, sogar einen Reggae-Track findet man auf dem Album:
„It Takes A Muscle”, nach der Vorlage des hollĂ€ndischen One-Hit-Wonder namens Spectral Display.

Die Stromgitarren von „Born Free“ hat Iggor Cavalera von Sepultura beigesteuert, zitiert aus dem Song „Ghost Rider“ von der Synthpunk-Band Suicide von 1977. Bei all den starken Nummern verwundert nur, warum ausgerechnet „XXXO“ als nĂ€chste Singleauskopplung auswĂ€hlt wurde. Einer der schwĂ€chsten Songs des Albums, aber vermutlich auch einer der massenkompatibelsten. Mit getunter Stimme singt M.I.A. „You want me to be somebody who I‘m really not“. Vielleicht darf man das als Kommentar fĂŒr diese kommerzielle Anbiederung verstehen.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Den Anfang macht am Montag Oliver Stangl. Die ausfĂŒrhliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten. Neuland wird am Sonntag von 16 bis 18 Uhr wiederholt.

Kommentare

2 Antworten zu “M.I.A. – „Maya“”
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