31.07.: Die Spuren des Unglücks
31.07.2010 von Redaktion

Eine Woche ist vorüber seit dem tragischen Ende der Loveparade, bei der 21 Menschen starben und hunderte verletzt wurden. Die in Duisburg am Ort des Unglücks stattfindende Trauerfeier ist dieser Tage auch das durchgehende Thema in den meisten deutschsprachigen Medien. Die taz berichtet aus der Stadt und beschäftigt sich mit der Frage, wer wem die Schuld gibt.
Dito die FAZ, die außerdem ein Portrait der Stadt Duisburg zeichnet und die Zeit, die zusätzlich eine nachdenklich machende Fotostrecke von den Spuren des Unglücks bringt.
Über bessere Zeiten der deutschen Elektromusik und Partywelt, als „Deutsche als cool galten“ kann man seit gestern bei Spiegel Online lesen. Propaganda war in den 80ern Deutschlands erfolgreichster Pop-Exportschlager. Anlässlich des Erscheinens eines Jubiläums-Albums erzählt der Gründer der Band in einem Interview von teutonischen Hits – und seinem unglamourösen Job als Banker.
Glamouröser lebte da schon Michael Jackson. Ein Album mit zehn noch unveröffentlichten Songs des toten Popstars soll laut Rolling Stone im November erscheinen. Angeblich alles potentielle Hits, die auf vergangenen Alben keinen Platz mehr fanden.
30.07.: “Leave Those Kids Alone“
30.07.2010 von Redaktion

Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ gilt als Hit bei der iranischen Protestbewegung. Blurred Vision, ein Duo aus Canada, hat den Song unter dem Titel „Another Brick in the Wall (Hey Ayatollah, Leave Those Kids Alone)“ mit der Genehmigung von Roger Waters neu aufgenommen. Das Video zum Song zeigt Bilder von Ayatollah Khamenei, dem politischen und religiösen Führer des Irans und Aufnahmen vom Protest auf den Straßen bei den Wahlen von letztem Jahr. Dank YouTube wurde das Video zur Sensation und hat schon mehr als 100.000 Hits. Mehr dazu erfahrt Ihr im britischen Telegraph.
Auch gegen Fidel wird protestiert, und zwar mit HipHop. Die Zeit berichtet von einem Aufstand junger Musiker in Kuba. Der Artikel „Reime gegen Fidel“ gibt einen Einblick in Havannas alternative Kunst- und Musikszene abseits des Tourismus.
Wir berichteten in der gestrigen Presseschau über den Tod von Neil Youngs Multiinstrumentalist Ben Keith. Neil Young steht nun kurz vor der Fertigstellung seines neuen Albums. Näheres zum neuen Album und das Video einer Live-Performance mit Ben Keith findet man im deutschen Rolling Stone.
Ein neues, viel versprechendes Album hat auch der erst 21-jährige Will Wiesenfeld alias Baths veröffentlicht. In Drowned in Sound erfahrt ihr mehr über das Album „Cerulean“ und dessen verspielte, natürliche Produktion. Einen Artikel, Video und Gratis Downloads findet Ihr auch auf unserer Magazinseite.
Wo wir gerade bei neuen Alben sind: Iggy Pop plant ein neues Stooges-Album. Der amerikanische Rolling Stone weiß mehr darüber.
Yello Kitty – das Bild gehört zum guten Ton
30.07.2010 von Redaktion
(Bild: Martin Spiller)
Electropunk, Nipponneon, Pixelkompositionen – der Soundtrack zum Animé und der Klang von Sprites in Bewegung, das ist die zentrale Spielwiese der ByteFM Sendung Yello Kitty. Aber auch im Videobereich gilt: Es müssen nicht die sündhaft teuren Produktionen der großen Studios sein. Der vor Jahrzehnten langwierig entstandene Videoclip als Schnittstelle zwischen Visual Art und Musik ist als Kunstform auch bei D.I.Y-Künstlern kein bloßes Beiwerk oder Gimmick, sondern Teil eines multimedialen Konzepts. Und längst auch ein sehr bezahlbarer.
Da kann schnell der Verdacht aufkommen: Yello Kitty kann nicht lange “nur” Musiksendung bleiben…und die Befürchtung wird Realität! Mangas bekommen große Augen und zu 8-Bit dürfen die Pixel fliegen – Yello Kitty jetzt zum Hören UND Sehen.
Und weil ByteFM für Musikjournalismus steht, gibt’s mehr als die übliche Click & Clip-Auswahl. Statt dessen stellt Martin Spiller himself jede Woche die drei beliebtesten/kreativstesten/ungewöhnlichstestesten Musikvideos zur Yello Kitty-Radiosendung vor – journalistisch eingeordnet, mit Informationen gespickt und knackig präsentiert bei ByteFM.
Und für alle, die den Fernseher aus dem Fenster schmeißen und nur noch einen Kanal gucken möchten: Im YouTube-Channel von ByteFM findet Ihr alle Videoausgaben zum immer wieder und wieder und wieder und wieder angucken!
Yello Kitty läuft immer freitags von 21 bis 22 Uhr.
29.07.: Support your local Plattenladen!
29.07.2010 von Redaktion

Ab dem 7. August ist hierzulande “I Need That Record” erhältlich. Die Dokumentation handelt vom Tod oder dem eventuellen Überleben unabhängiger Plattenläden und gibt einen sehr persönlichen Einblick in die Plattenladenkultur Amerikas. Bisher wurde der Film ausschließlich am diesjährigen Record Store Day verkauft. Mehr dazu und den Trailer gibt es beim deutschen Rolling Stone.
Die Digitalisierung beeinflusst nicht nur den Verkauf physischer Tonträger, sondern auch die Berichterstattung: der Freitag berichtet über das Crowdsourcing bei der Loveparade-Tragödie und mutmaßt über die Motive hinter der Handyberichterstattung. Dabei kommt auch ein Vergleich zu Max Frischs Homo Faber zustande.
Im Zeit Online Recorder befand sich Hans Unstern. In einem abgedunkelten Kunstraum in Berlin-Neukölln spielt er, begleitet von dezenten Projektionen, „San Simon“.
Ben Keith spielt leider gar nicht mehr. Der Gitarrist verstarb laut dem NME im Alter von 73 Jahren an einem Herzinfarkt. Keith arbeitete lange Zeit für Größen wie Neil Young, Bob Dylan oder Ringo Starr.
“Kein Engel, der uns die Reggae-Musik gebracht hat”
29.07.2010 von Selina Nowak

Sonne, Strand, Meer, leuchtende Farben, lachende Menschen, eine karibische Insel und ein Haufen alter Musikerlegenden, die sich nach langer Zeit wiedertreffen, um noch einmal die Hits von damals aufzunehmen. Das Sujet kommt einem irgendwie bekannnt vor, aber Stascha Baders Film “Rocksteady”, der heute deutschlandweit anläuft, will mehr sein als eine bloße Kopie vom “Buena Vista Social Club”.
Der Schweizer Regisseur gilt als Reggae-Experte, seine Dissertation über “Elektro Orale Poesie in Jamaika und England” ist heute noch ein Standardwerk. Nach über 20 Jahren ist er wieder nach Jamaika gereist, um einen Film über Rocksteady, die Wurzeln des Reggae, zu drehen.
Rocksteady wird die Musik genannt, die Mitte der 60er den schnellen Beat des Ska verlangsamte, und aus der sich in fließendem Übergang der Reggae entwickelte. In nur wenigen Jahren entstanden unzählige Hits wie “By The Rivers Of Babylon”, “You Don‘t Love Me (No, No, No)”, “The Tide Is High”, die vielen heute nur noch als Coverversionen bekannt sind.
Die Originale und deren Interpreten hingegen sind ein wenig in Vergessenheit geraten. Das will Stascha Bader mit seinem Film nun ändern.
Selina Nowak hat den Regisseur getroffen und mit ihm über seinen Film geplaudert.
Wie kam Dir denn die Idee zum Film?
Die kam mir beim Ausräumen meiner Plattensammlung. Ich musste mich entscheiden, was ich behalte und was ich wegschmeiße. Und so hab ich mich durchgehört und bin beim Rocksteady einfach hängen geblieben. Ich dachte, “Wow, so ein Schatz, der noch zu heben ist, so viele Sänger, so viele Bands, so viele unglaublich gute Musiker, wie wäre es, wenn man die nochmal zusammen bringen würde, um ein Album aufzunehmen?”
Warum geriet Rocksteady ein wenig in Vergessenheit?
Rocksteady war eine kurze Periode, die sehr charmant und kammermusikalisch tönte, eine Musik, die sehr herzlich war. Die Zeiten wurden dann in den 70er Jahren sehr viel härter in Jamaika und auch die Musik wurde härter. So waren die goldenen süßen Tage des Rocksteady gezählt.
Ist es nicht ein bisschen nostalgisch, all die alten Hits wieder aufzuwärmen?
Der wichtigste Grund, warum ich diesen Film gemacht habe, ist, weil Rocksteady für mich ein Weltkulturerbe ist. Aber im Gegensatz zu den Pyramiden oder dem Taj Mahal, die aus Stein gebaut sind, ist die Musik etwas, das sich in Luft auflöst. Ich wollte diesen Musikerinnen und Musikern ein Denkmal setzen. Das hat nichts mit Nostalgie zu tun, sondern viel mehr mit historischer Gerechtigkeit.
Was haben die Musiker nach der Rocksteady Ära gemacht?
Viele Rocksteady-Musiker sind ins Ausland gegangen, um Geld zu verdienen. Einige haben es geschafft, auf die Reggae-Welle aufzuspringen, andere haben einfach aufgehört, Musik zu machen. Die hatten dann Brotjobs als Verkäufer, Maler, Bauarbeiter, LehrerIn…
Wie nahmst Du Kontakt zu den Musikern auf, kanntest Du einige schon vorher persönlich?
Es war eine Heidenarbeit, alle MusikerInnen aufzustöbern. Viele Freunde haben mir geholfen. Chuck Foster, der die Sendung “Reggae Central” von KPFK in Los Angeles macht, und Mossman Raxlen aus Montreal, der ein DJ und Reggaeproduzent ist. Die beiden haben mir sehr geholfen, Kontakt zu vielen Leuten aufzunehmen, die sie persönlich kennen. Aber dann ging für mich das Klinkenputzen los. Ich musste jeden Einzelnen persönlich treffen, bitten, und zum Teil auch beknien.
Einige haben nicht mitgemacht. John Holt von den Paragons hätte ich sehr gern dabei gehabt, weil er Klassiker (“The Tide Is High”) geschrieben hat. Wir haben dutzende Male versucht, ihn und seinen Produzenten anzurufen, aber es hat leider nie geklappt. Dito mit dem legendären Rocksteady-Sänger Alton Ellis.
Judy Mowatt wollte anfänglich nicht mitsingen, sie sagte, dass Rocksteady für sie Schlagerkitsch sei. Sie ist Christin geworden und singt heute ausschließlich Gospels. Ich musste zweimal zu ihr nach Jamaika reisen. Das erste Mal mit Schweizer Schokolade, das hat nichts genutzt, das zweite Mal mit “Basler Läckerli”, das hat sie dann gemocht. Aber alle anderen haben sehr gerne mitgemacht
Wie stark hat Dich „Buena Vista Social Club“ beeinflusst?
“Rocksteady – The Roots Of Reggae” ist ähnlich aufgebaut. Bloß hab’ ich in meinem Film auch noch die historische Komponente mit einbauen wollen. Das heißt, darin ist sehr viel historisches Archivmaterial und auch die Songs folgen einer ganz starken historischen Entwicklung. Es geht darin um Arbeitslosigkeit, um Auswanderung, um Kriminalität, natürlich auch um die Liebe und die Hoffnung und den Geist der Rebellion. Denn das hat mir ein bisschen gefehlt in „Buena Vista Social Club“ und deswegen wollt ich‘s ein bisschen besser machen.
Im Film wird auch die Ehefrau von Bob Marley interviewt. Wie groß ist sein Einfluss auf die Reggae-Musik tatsächlich?
Mein Film könnte auch heißen: “Standing In The Shadow Of Bob Marley“. Es ist ein Film, der zeigen will, dass es eben kein Engel namens Bob Marley war, der uns die Reggaemusik vom Himmel gebracht hat, sondern, dass es eine Volksmusik ist, die von unten entstanden ist und Bob eigentlich ein Teil davon war.
Gibt es weitere Musikthemen, die Dich reizen?
Der Balkan birgt für mich ein unheimlich interessantes Reservoir an musikalischen Entdeckungen. Vielleicht mach ich auch eine Fortsetzung von “Rocksteady”, einen Film über den heutigen Reggae international. Oder ein Musical in Jamaika – wer weiß.
Wird es eine Europatour mit den Rocksteady-Musikern geben?
Ich würde mir wünschen, dass alle Rocksteady Allstars mit Band durch Europa und die Welt touren, denn sie sind ein Knüller. Das Internationale Jazzfestival Montreal, Kanada, hat sie letztes Jahr eingeladen. Da bewies unsere Rocksteady All Star-Band vor 125 000 Leuten, dass sie in Topform sind! Es war ein wahnsinnig schönes Konzert und ich würde mir wünschen, dass sie auch in Europa auftreten – möglichst bald!
Der Film “Rocksteady – The Roots Of Reggae” läuft heute deutschlandweit in den Kinos an. Der dazugehörige Soundtrack ist im Handel erhältlich.
Einen Beitrag zum Film hört Ihr im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr.
Mehr Hello Mellow Fellow für Euch
29.07.2010 von Redaktion

Gute Nachrichten für alle Fans von Hello Mellow Fellow. Ab dem 02. August nimmt Euch Matthias Westerweller nicht mehr monatlich, sondern zweiwöchentlich an die Hand und setzt Euch auf’s Sofa, um Euch mit Honig für die Ohren zu verwöhnen. Perfekt gegen Nervosität und Stress, und garantiert ohne Nebenwirkungen.
Hello Mellow Fellow, ab August jeden zweiten Montagabend ab 20 Uhr.
Die Einfachheit des Produzierens und die Überforderung der Verfügbarkeit
28.07.2010 von click

Mit 4 Jahren die ersten Klavierstunden, mit 13 die ersten eigenen Heimaufnahmen mit dem Midi Keyboard (Eurodance!!!), kurz darauf die erste Band, Konzerte, Aufmerksamkeit und einen Plattenvertrag beim äußerst wichtigen Label Anticon durch Empfehlung der beiden Produzenten Daedelus und Flying Lotus erhascht. Da ist es wohl auch zu verkraften wenn man aus dem tristen amerikanischen Vorort Chatsworth bei Los Angeles kommt. Mittelstandsprobleme halt. Genug Bio für heute.
Will Wiesenfeld ist mittlerweile junge 21 Jahre alt, hat sein altes Projekt Post-foetus an den Nagel gehangen und Anfang diesen Monats sein erstes Album unter dem Namen Baths veröffentlicht.
Und es ist das wahrscheinlich interessanteste diesen Jahres bisher (zumindest für mich).
Wiesenfeld gelingt auf Cerulean ähnliches wie Bibio im letzten Jahr oder aktuell dem Projekt Mount Kimbie. Diese Einfachheit, diese Offenheit, das nicht Ausformulieren von Fragmenten. Ein, ich nenn es mal, Einfachdrauflosproduzieren. Mit dieser Leichtigkeit am Laptop kleine Skizzen und große Gesten schreiben, romantisch und verspielt. Ein Piano liegt über den meist schlottrigen Beats. Manchmal akustisches Instrumentarium und öfter als das, der Gesang von Will Wiesenfeld. Mal übertrieben hoch im Stakkato, dann wieder als Chor aufgeblasen.
Baths spiegelt einen Zeitgeist der sich selbst erschlagenden Internetgeneration wieder. Ähnelt sich doch die Vielfalt der Musik von Baths mit der beinahe endlosen Verfügbarkeit an neuer Musik im Netz. Das kann am Anfang verwirrend sein und eher abschrecken, aber durch mehrmaliges Hören von Cerulean entpuppt sich das Unfertige als Diamant und lässt einen nicht mehr los. Man fragt sich ob die Songs, oder Chiffren, ausformuliert wohlmöglich anders wären. Besser oder schlechter. Zu verkopft oder zu normal. Erwartet man Anfangs noch wenigstens ab und zu ein normales KLF Schema, gibt sie dir spätestens beim zweiten Durchhören Halt und Du wirst süchtig.

Genug geschwafelt. Cerulean von Baths ist vor ein paar Wochen bei Anticon erschienen.
Und hiermit wärmstens empfohlen.
Hier kann man sich einige Lieder anhören und/oder runterladen.
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Baths – Lovely Bloodflow (Download)
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Baths – Hall (The One AM Radio Remix feat. The Los Feliz Ladies Choir) (Download)
28.07.: Alles hat ein Ende…
28.07.2010 von Redaktion

Das Prefixmag bedauert die Auflösung der amerikanischen Band Casiotone For The Painfully Alone. Nach 13 Jahren und 5 Alben spielen die Musiker rund um Sänger Owen Ashworth nun eine ausgedehnte letzte Tour.
“Er könne ja nicht ewig singen”, meint Ex-Fugees-Mitglied Wyclef Jean im Guardian. Jean gab bekannt, dass er für das Amt des Präsidenten in Haiti kandidieren will. Der amtierende Präseident René Préval darf laut Gesetz keine dritte Amtsperiode regieren. taz.de bemerkt weiterhin: “In seinem Song ‘If I was president’ nimmt Jean vorweg, was ihm angesichts der desolaten Lage in seiner Heimat blühen könnte, sollte er mit seiner Kandidatur Ernst machen und am Ende tatsächlich gewinnen: ‘Wenn ich Präsident wäre, würde ich am Freitag gewählt, am Samstag ermordet und am Sonntag begraben.’”
Gleiche Zeitung ist schockiert darüber, dass man nach den Todesfällen auf dem dänischen Roskilde Festival 2000 nichts gelernt hat. Bei einem Konzert von Pearl Jam sind damals neun Menschen gestorben.
Von Dänemark nach Wales. Popmatters veröffentlicht den ersten Teil einer “three-part series” über die Geschichte der Rockmusik in Wales. “Part One addresses the so-called ‘Cool Cymru’ explosion of the mid-to-late-‘90s. Part Two looks at the diversity of music produced in Wales during the 2000s. Part Three critically profiles some recent Welsh wits from the current music scene.”
Klaxons sind “Back From The Brink” schreibt Gigwise und spricht mit der Band über ihr neues Album “Surfing The Void”.
Nichg ganz so neu, dafür aber umso interessanter, ist die Serie A.V. Club Undercover. Club Undercover ist eine Reihe von Videos, in denen Bands Songs aus einer Liste auswählen und anschließend covern.
Forest Swords oder wo die Fähre den Mersey überquert
27.07.2010 von Christoph Möller

Die Band Gerry & the Pacemakers veröffentlichte 1964 die Single “Ferry Cross The Mersey”. Darin beschreiben sie die Fähre, die merhmals täglich den Mersey River überquert und eine Anbindung zwischen ihrer Heimatstadt Liverpool und der Halbinsel Wirral schafft. Eben dort, auf Wirral, lebt und arbeitet (vielleicht auch in seinem Garten?) Matthew Barnes alias Forest Swords. Seine Musik ist ein Abbild seiner Heimat, die seit jeher von Wetterveränderungen, Meer, Strand und Tristesse geprägt ist: “So I’m sure consciously or unconsciously all those elements play a part in the music.” (FADER).
Barnes glänzt mit Reverb-schwangerer Musik irgendwo zwischen Wave, Dub und hypnotischem Pop. Kurz gesagt: Es ist einfach so: Er spielt mit zurückhaltender Spitzfindigkeit, spickt seine Songs mit wimmernden effektverhangenen Gesangsparts, die sich in schleierhafte Loop-Passagen drücken und seine Songs zu 5,6,7-minütigen eklektischen Sound-Emulsionen anwachsen lassen.
Britische Küstenmusik mit Hang zur Apathie.
Mit Informationen über seine Musik hält sich der moderne Musiker bedeckt. Was man aber weiß: Über das kleine New Yorker Label Olde English Spelling Bee veröffentlichte Barnes Anfang März die Dagger Paths EP, vorher (2009) die Fjree Feather EP. Noch spannender als diese beiden Platten ist aber seine aktuelle “Rattling Cage”-Single, die über No Pain In Pop in limitierter 300er Auflage verkauft wird.
Für diejenigen, die keinen Plattenspieler besitzen, gibt es die Songs bei uns (bzw. Gorilla vs. Bear) gratis. “Rattling Cage” ist einfach grandios. Musik, die bleibt.
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A: Forest Swords – Rattling Cage (Download)
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B: Forest Swords – Hjurts (Download)
27.07.: Heute keine Überschrift
27.07.2010 von Redaktion

… und keine guten Nachrichten. Am gestrigen Montagabend starb eine weitere Besucherin der Loveparade an den Folgen ihrer Verletzungen. Damit steigt die Zahl der Opfer auf 20.
In Duisburg schieben sich laut Pressemitteilungen in der Zwischenzeit Veranstalter, Polizei und Stadt die Schuld gegenseitig zu. Man wartet auf eindeutige Stellungnahmen. Angeblich, weil ein “Rücktritt sowas wie ein Schuldeingeständnis wäre”, mutmaßt CDU-Politiker Wolfgang Bosbach bei Spiegel Online.
Profitgier und Geltungssucht sind die beiden Vorwürfe, die immer wieder gegen die Stadt und den Veranstalter laut werden. DJ Westbam sieht es in einem Interview mit der Zeit so: “Wenn der Wunsch nach einer großen, tollen Party so stark ist – von den Besuchern, vom Veranstalter, der Stadt Duisburg und dem Ruhrgebiet, dann gibt es diese kleine menschliche Schwäche. Die Bereitschaft, ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Dass man sich Dinge offensichtlich schön redet oder vor ihnen die Augen verschließt”.
Für Westbam sollte die Loveparade der letzte öffentliche Auftritt als DJ sein. Er erfuhr allerdings auf dem Weg nach Duisburg von dem Unglück und kehrte direkt wieder um.
Während in Duisburg die Welt stillzustehen scheint, dreht sich der tägliche Popzirkus weiter: Wie der Guardian berichtet, möchte sich Wyclef Jean in die Präsidentschaftswahl Haitis im November diesen Jahres einbringen. Ob er auch selbst kandidiert, ist noch unklar. Die Insel ist sein Geburtstort, und er fühle sich immer noch stark mit ihr verbunden, bestätigte seine Familie in einem Statement.
Auch von einem zweiten Ex-Fugee gibt es Neuigkeiten: Das Paste Magazin hat einen neuen Song von Lauren Hill im Netz gefunden und mutmaßt, ob der sowas wie ein Vorbote auf mehr sei.
Wie es sich anfühlt, im Schatten von Thom Yorke zu stehen und über seine Bewunderung zu Nick Drake erzählt Philipp Selway bei Pitchfork. Der Radiohead-Drummer hat ein eigenes Solo-Album fertiggestellt, das Ende August erscheinen soll.











