Neuer Wochenplan bei ByteFM

28.02.2010 von  

Seit gut 2 Jahren ist ByteFM auf Sendung. Zeit für eine kleine Veränderung:

Zum 1. März haben wir unseren Wochenplan überarbeitet. Einige Sendungen bekommen einen neuen Sendeplatz, alles ist ein bisschen übersichtlicher geworden und es gibt weniger Wiederholungen im Programm.
Den ByteFM TourKalender haben wir in ByteFM Magazin umgetauft. Aber keine Sorge: Inhaltliche Veränderungen gibt es nicht. Der neue Name macht Sinn, denn viele Inhalte aus dem ByteFM Magazin tauchen auch in der Sendung auf (werktags von 15-17 Uhr) – neben Konzerthinweisen und Studiobesuchen von Bands auf Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Unsere DJ Sets beginnen jetzt an manchen Tagen schon ein bisschen frĂĽher und es gibt ein paar neue Sendungen, z.B. montags um 13 Uhr Canteen mit Christian Tjaben. Oder The Shakedown mit Reinhard Holstein alle 2 Wochen mittwochs um 14 Uhr. Auch neu, Blog&Roll: Alle 2 Wochen am Mittwochabend stellen befreundete Musikblogs eine eigene Musikauswahl vor.
Wir freuen uns auf den neuen Programmplan und – immer – auf Eure Ohren!

Werft mal einen Blick auf den neuen Wochenplan. Falls Ihr über einzelne Termine unglücklich seid. No worries! In ein paar Tagen gehen wir mit dem ByteFM Archiv an den Start. Dann könnt Ihr (fast) alle Sendungen auch unabhängig vom ByteFM Stream hören, „on demand“, wann Ihr es wollt, gegen eine kleine Gebühr.
FĂĽr Freunde von ByteFM gibt es dieses Angebot dann zu deutlich vergĂĽnstigten Konditionen.

Viel SpaĂź mit dem neuen Wochenplan.

Danke für’s Hören & für Eure Unterstützung.

Euer ByteFM

Heute bis 17 Uhr: Gewinnt Karten fĂĽr Die Sterne live @ CeBIT Sounds in Hannover

27.02.2010 von  

Noch haben wir nicht alle Tickets verlost, also ran an die Mail-Maschine und Mitmachen beim Gewinnspiel um eine Doppelkarte fĂĽr Die Sterne, morgen Abend im Rahmen der CeBIT in Hannover.

Ihr aktuelles Album „24/7“ war unsere Platte der Woche und das nicht nur, weil Die Sterne Frontmann Frank Spilker auch ByteFM Moderator ist („Frank-A-Delic). „24/7“ zeigt Die Sterne im neuen Produktionsgewand und die Zusammenarbeit mit den Club-Königen von Gomma Records hat der Band nicht geschadet – im Gegenteil!
Als Medienpatner der CeBIT Sounds (CeBIT Eröffnung ist übrigens heute) haben wir noch ein paar Karten für den Auftritt von Die Sterne morgen, Mittwoch den 03.03.2010 in Hannover.
Ihr müsst über 18 Jahre alt sein, morgen bereits tagsüber Eure Messe-Tagestickets in Hannover abholen können und vor allem Glück haben, dass Eure Mail an radio@byte.fm (Betreffzeile: „Ich will zur CeBIT am 03.03.“) von uns ausgelost wird und schon habt ihr zwei Karten für die Show sowie ein Tagesticket für die CeBIT.

Die CeBIT Sounds eröffnet heute übrigens mit einer Show vom ehemaligen Freundeskreis Frontmann Max Herre. Für Donnerstag verlosen wir ebenfalls Karten, dann spielen Timid Tiger. Und Freitag reisen die Berliner Boss Hoss zum Konzert nach Hannover.

27.02.: Kuhaugen auf Cola-Dosen

27.02.2010 von  

Für Spiegel Online blättert sich Christoph Dallach durch die Rockstarbiographien von Ozzy Osbourne und Gene Simmons und wird fündig: Kuhaugen auf Cola-Dosen und ein verkappter Neoliberaler.

In der FR bespricht Thomas Winkler kurz und bündig das neue Album der Blood Red Shoes. „Fire Like This“ heißt das neue Werk des Rockduos aus Brighton, das so viel Wert darauf legt, keine Indie Popband zu sein. Winkler gefällt’s, vor allem wegen der Portion Glamour, die der sperrigen Rockproduktion trotzt.

Im Guardian findet sich ein ebenso spannender wie ausführlicher Artikel über Florence Leontine Mary Welch, der Frau hinter Florence + the Machine. Wie es sich der plötzliche Erfolg anfühlt und wie es ist, neun Stunden Promointerviews zu geben.

26.02.: American and German Recordings

26.02.2010 von  

Im Jahr 2003 starb Johnny Cash, der wohl größte und einflussreichste Country-Sänger und -Songwriter seiner Zeit. Heute hätte er seinen 78. Geburtstag gefeiert und pĂĽnktlich dazu erscheint ein neues Album des Altmeisters. ‚American VI: Ain’t No Grave‘ wird angeblich das letzte Album in der ‚American Recordings‘-Serie, also Grund genug, um diesem besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wir haben fĂĽr Euch eine kleine Auswahl an Artikeln zusammen gestellt: Es beurteilen Jan KĂĽhnemund fĂĽr ZEIT ONLINE, Michael Pilz fĂĽr WELT ONLINE und Thomas Winkler fĂĽr die Frankfurter Rundschau.

Thomas Winkler, der Herr, der eben noch ĂĽber Johnny Cash schrieb, war fleiĂźig. Auf taz.de erschien heute sein Artikel ĂĽber Elke Heidenreich, die das tut, was sie immer tut – aber diesmal doch ein bisschen anders: FĂĽr den Bertelsmann-Verlag gibt sie nun eine Reihe an MusikbĂĽchern heraus. Klassik spiele dabei eine größere Rolle als Pop (huch, wir geben uns ĂĽberrascht!). Und zu kompliziert solle es nicht sein. Ă„h ja, viel SpaĂź damit…

Ebenfalls auf taz.de erschienen: Simone Jung rezensiert Pantha du Princes neues Album ‚Black Noise‘ und feiert damit den ersten deutschen KĂĽnstler, der auf dem britischen Kult-Label Rough Trade Records veröffentlicht wird.
Christiane Rösinger widmet sich währenddessen Adam Green und kommt zu dem Schluss, dass dieser sich mit seiner aktuellen Platte ‚Minor Love‘ auf dem Weg der Besserung befindet.

Auf dem Weg der Besserung befindet Ihr Euch hoffentlich auch, wenn Ihr den Freitag ĂĽberstanden habt. Wir wĂĽnschen einen guten Start in’s Wochenende!

ByteFM präsentiert CeBIT Sounds

26.02.2010 von  

Nachdem sich letztes Jahr Berlin, Hamburg und Köln gegenseitig den Rang als wichtigste deutsche Musikmesse/Kongress-Standorte streitig machten, kommt 2010 nun Hannover ins Spiel. Die CeBIT integriert mit der CeBIT Sounds eine eigene Halle, die sich der Musik widmet und ByteFM ist einer der Medienpartner.

Als „weltweit bedeutendste Messe für die digitale Industrie“ beheimatet die Hannoveraner Messe seit 1986 die CeBIT, die aus einer Büroindustriemesse hervorgegangen ist und sich traditionell an Besucher aus „Industrie, Handel, Handwerk, Banken, dem Dienstleistungsgewerbe, der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft“ richtet. Aber längst sind „technikbegeisterte Besucher“ zur Zielgruppe hinzugekommen und neben den Bürobedarfsangeboten spielt Unterhaltungselektronik eine wichtige Rolle. Da war der Schritt zu einer Musik-Integration nicht weit, denn in den letzten Jahren sind bekanntlich Veränderungen von Datenformaten, Kommunikationsformen und Hardware-Konzepten einflussreicher auf das Musikgeschehen gewesen als die meisten Stilentwicklungen der Musik selber.

Vom 02.03. an werden fünf Tage lang in der CeBIT Halle Aussteller wie MySpace oder Sony Ericsson aufschlagen, während auf der zentralen Bühne der Halle ein Mix aus Live Musik und Podiumsgesprächen und Präsentationen stattfindet. Musik zu für sie ungewohnten Tageszeiten machen dabei u.a. Ira Atari, Ghost of Tom Joad und Die Rakede, unterbrochen von Rednern aus dem gesamten Spektrum der Branche zwischen Pop-Lobbyist Dieter Gorny und der bloggenden DJ-Legende Tanith, zwischen Telekom Vize und De:Bug Chef, zwischen Themen wie Lizenzmodellen, Games oder Vermarktungsstrategien und zwischen Soundcloud, GEMA und nicht zuletzt ByteFM, vertreten durch Ruben Jonas Schnell, der unter anderem über das Konzept unseres Vereins Freunde von ByteFM reden wird.

Als tagesabschließenden Höhepunkt der Messetage gibt es am Abend Konzerte in der CeBIT Sounds Halle. Und davon sollt Ihr mit Glück auch etwas haben: Wir verlosen als Medienpartner Tickets für Mittwoch den 03.03. und Donnerstag, den 04.03. Jeweils ein Tagesticket für die CeBIT und ein Extra-Ticket für das Konzert. Am Mittwoch gibt es ein Konzert von Die Sterne und am Donnerstag eins von Timid Tiger. Wenn Ihr Euch die CeBIT und CeBIT Sounds mal angucken wollt und dazu abends noch ein Konzert genießen, schreibt eine Mail an radio@byte.fm mit der Betreffzeile „Ich will zur CeBIT am 03.03. bzw. 04.03.“ und mit etwas Glück gewinnt Ihr eine Karte!

Die Sterne im Download

26.02.2010 von  

Frank Spilker kleidet Die Sterne in ein neues Gewand - weniger Gitarren, mehr Disko.


FĂĽr ByteFM Hörer gibt es das Album ĂĽber unseren Partner zero“ zum Download fĂĽr gĂĽnstige 6,99 €!
Als Download-Extra winkt das Video zur aktuellen Single „Deine Pläne“.

Hier schon mal das Video:

25.02.: Nach den Brits kommen die Schockwellen

25.02.2010 von  

So viel Glamour, so viel Hipness! Das groĂźe Highlight des gestrigen Abends war (zumindest fĂĽr die Briten) die Verleihung der Shockwaves NME Awards 2010. So viele Preise zu verleihen, in so vielen essentiellen Kategorien, wie z.B. ‚Godlike Genius‘, ‚Worst Band‘ oder ‚Hottest Woman‘ – da verliert man leicht den Ăśberblick. Doch der NME wäre nicht der NME, wenn er sich nich die MĂĽhe machen wĂĽrde, alles haarfein zu dokumentieren und der Ă–ffentlichkeit zugänglich zu machen. Und wer die etwas ausgeschmĂĽcktere Variante bevorzugt, wird im Guarian fĂĽndig. Als kleiner Vorgeschmack: Lady Gaga gewann gleich 2 Awards. Sie wurde als ‚Best Dressed‘ und ‚Worst Dressed‘ gekrönt.

Wäre Lady Gaga bei der folgenden Veranstaltung anwesend gewesen, hätte sie ihre Gegner wahrscheinlich mit ihren bizarren KostĂĽmen zum Schweigen gebracht. Feiern zu ‚Knall den Homo ab?‘ oder ähnlichen Songlyrics? Die Diskussion ĂĽber Homophobie im Reggae ist nicht neu; sie flaut mal auf, mal ab. In Berlin trafen sich nun der Lesben- und Schwulenverband und Reggae-Fans zum Gespräch. Martin Reichert berichtet auf taz.de.

Ăśbrigens: Heute Nacht wurde der 10.000.000.000. (fĂĽr die jenigen, die das Zählen leid sind: der 10 Milliardendste) iTunes Song verkauft und – schwupp – gab’s auch gleich noch einen glĂĽcklichen Gewinner zu vermelden. Auf MTV.com finden sich die aktuellen Informationen und Statistiken zu dem Thema.

Und noch eine erfreuliche Nachricht, die heute Nacht die Runde machte: James Murphy hat seine Arbeit am neuen LCD Soundsystem Album abgeschlossen. Jetzt muss das Ding ‚nur‘ noch zu Bob Weston zum Mastering und ab geht die Post. Auf pitchfork.com findet ihr neben einem kurzen Artikel auch ein Behind-The-Scenes Video und die Konzerttermine der LCD Soundsystem Tour, die im April startet. Wir können uns schon denken, wer diesen FrĂĽhling/Sommer die Titelseiten der Musikmagazine beherrschen wird…

Ja, Panik – Tickets fĂĽr Freunde

24.02.2010 von  

ByteFM präsentiert die Tour von Ja, Panik.

Ja, Panik kommen aus Wien, das hört man und ist weitläufig bekannt. Die Band ĂĽberzeugte zuletzt mit ihrem dritten Studioalbum „The Angst And The Money“ und der Single mit Hitpotential „Alles hin, hin, hin“. Nun folgt schon die zweite Tour zum Album.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir fĂĽr jedes Konzert 1×2 Tickets.
An der Verlosung teilnehmen, können alle Freunde von ByteFM und jeder, der unserem Förderverein bis zum 28. Februar beitritt.
Hier Mitglied werden.

Schreibt eine Mail mit dem Betreff „Ja, Panik + Eure Stadt“ an radio@byte.fm. Einsendeschluss ist der 01.03., die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

Die Tourdaten:
04.03.2010 Wiesbaden, Schlachthof
05.03.2010 Kassel – Schlachthof
06.03.2010 MĂĽnster – Gleis 22
11.03.2010 Salzburg – ARGE Kultur
12.03.2010 Dornbirn – Spielboden
13.03.2010 Innsbruck – Weekender Club
25.03.2010 Bern – Dampfzentrale
26.03.2010 Konstanz – Kulturladen
27.03.2010 Schaffhausen – TapTab

24.02.: God Save Abbey Road

24.02.2010 von  


Ist das die „Rettung“ fĂĽr die Abbey Road Studios? Wie Spiegel Online berichtet, stellte die britische Regierung die legendären Aufnahmestudios nun unter Denkmalschutz. Nicht wegen des Gebäudes natĂĽrlich, sondern auf Grund seiner musikhistorischen Relevanz. Immerhin seien hier „Teile der besten Musik der Welt“ entstanden, zitiert Spiegel Online die britische Kulturstaatssekretärin.

Zu einem ebenfalls verklärten Ort der Erinnerung hat sich der Berliner Club Berghain in den letzten Jahren entwickelt. Theaterintendant Oliver Reese schreibt in der Frankfurter Rundschau ĂĽber den „mythischen Ort“ hinter dem Berliner Ostbahnhof und gerät regelrecht ins Schwärmen. „Nicht Drogen und Sex sind das Zentrum des Clubs, sondern – Musik und Raum.“
Um Abbey Road und Berghain wird es heute auch im TourKalender mit Klaus Walter gehen.

Ebenfalls in der Frankfurter Rundschau gefunden: ein Konzertbericht ĂĽber die britische Band The Woodentops. Die Band, die mit ihrem „Hypnobeat“ in den 80ern ihren größten Erfolg hatte, trat am Dienstag im Frankfurter Mousonturm auf, heute ist sie in Hamburg und morgen in Berlin zu sehen.

Zum Schluss noch drei interessante Interviews zu interessanten Köpfen der Popmusik. Die taz veröffentlicht ein Interview mit Anton Newcombe, Kopf des Brian-Jonestown-Massacre und bekannt dafür, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen.

Ebenso deutliche Worte findet Wums Wemly in der taz, auch bekannt als DJ Phono bei Deichkind. „Das StĂĽmpertum ist bei Deichkind tief verhaftet“. Der neueste Streich der Chaoten-HipHopper heiĂźt „Deichkind in MĂĽll“ – ein BĂĽhnenstĂĽck, bei der die Band nach eigenen Angaben das Phänomen Deichkind selbst begreifen möchte. Das ganze Theater steigt morgen im Hamburger Kampnagel.

Und in der Zeit finden wir ein Interview mit Henry Rollins. Auch der redet gerne viel, gibt sogar selber zu, mal ein „ziemliches GroĂźmaul“ gewesen zu sein. Heute ist er mehr als Spoken Word-KĂĽnstler denn als Musiker unterwegs.

Picastro – „Become Secret“

PicastroPicastro – „Become Secret“
VĂ–: 05.03.2010
Web: www.myspace.com/picastro
Label: Monotreme Records
Kaufen: ”iTunes"

Ach, immer diese kleinen Kulturschocks. Wo – bitteschön – ist denn das von vorherigen Veröffentlichungen bekannte (und geliebte) schleppende und schepppernde Schlagzeug? Aber mit einem solch profanen Ansatz darf man der Musik von Picastro gar nicht begegnen. Dank Monotreme Records bekommen wir in Europa jetzt offiziell Zugang zu „Become Secret“, dem seit 2002 vierten Album des losen Musiker-Kollektivs um Sängerin, Gitarristin und Cellistin Liz Hysen aus Toronto. In Kanada ist „Become Secret“ auf Vinyl bereits im September 2009 bei Blocks Recording Club erschienen, einer sehr kleinen, von KĂĽnstlern in Eigenregie betriebenen Plattenfirma, deren Mitarbeiter „ehrenamtlich“ – also ohne Bezahlung – tätig sind. Erhebliche finanzielle UnterstĂĽtzung hat Blocks Recording Club beispielsweise von Owen Pallett erhalten, der einst auch vorĂĽbergehend Mitglied bei Picastro war.

Viele KĂĽnstler und Bands erleben in ihrer musikalischen Entwicklung einen Konsoldierungsprozess, Ecken und Kanten werden – womöglich unbewusst – im Laufe der Zeit abgeschliffen. In der RĂĽckschau wird deutlich, dass dies bei Picastro nicht zutrifft, scheinen sie doch mit jedem Album „unbequemer“ zu werden. Als das DebĂĽt „Red Your Blues“ veröffentlicht wurde (2002 auf dem amerikanischen Pehr Label, 2004 dann auch bei Monotreme) war kaum zu ahnen, dass es – bis dato – das am „leichtesten“ zugängliche Picastro-Album sein wĂĽrde. Aus heutiger Sicht erscheint es gar nicht mehr so windschief und träge wie seinerzeit. Die Faszination ist dennoch ungebrochen – dank dunkler Gitarrenklänge, sperriger Streicher, schräger Klavierklänge, spannender Perkussion und des verstörenden Gesangs von Liz Hysen. Auf „Metal Cares“ (2005, Polyvinyl Records) und „Whore Luck“ (2007, ebenfalls Polyvinyl) bauten Picastro ihre Stärken aus, aber auch kurze Kuriositäten in Form knarzender Instrumentals oder demo-artiger Songs ein. Drei Alben, fĂĽr die Ewigkeit gemacht, nicht zuletzt auch wegen der Pop-AttitĂĽde, dies es eben doch auf ihnen gibt.

Mit „Become Secret“ sind Picastro nun bei der Kammermusik angekommen, die ihnen in der Vergangenheit irrigerweise häufig nachgesagt wurde. Mangels Schlagzeug fehlt eines der wesentlichen Elemente des bisherigen Sounds. Entgegen einem in vielen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreiteten Irrglauben ist „anders“ jedoch nicht notwendigerweise auch automatisch „besser“, sondern oft eben nur „anders“. Aber hier macht „anders“ durchaus Sinn, denn um die Qualitäten von „Become Secret“ zu begreifen, muss der eingefleischte Fan (ohne zu zögern hebt der Rezensent die Hand) die Gedanken an die drei Vorgänger-Alben vorĂĽbergehend verdrängen. Deren kämpferische Melancholie weicht auf „Become Secret“ nämlich nun endgĂĽltig Schwermut und Selbstaufgabe, auch wenn gelegentlich ein vergebliches Aufbegehren spĂĽrbar wird. Die Sparsamkeit der Arrangements von Stimme, Cello, Klavier, Gitarren und einzelnen elektronischen Klängen verhindert deren Sperrigkeit nicht. Die Tasten des Klaviers werden durchweg hart, ja beinahe unerbittlich angeschlagen, die Klänge des Cellos erscheinen häufig spröde und bedrohlich, Liz Hysens verschwommener Gesang schwankt zwischen Wehmut und Resignation. Der Umgang mit Worten erfolgt sparsam, sie wirken – so sie denn zu verstehen sind – dafĂĽr umso bitterer. So entsteht auf „Become Secret“ bisweilen eine ausgesprochen unbehagliche Intimität. Da passt es förmlich „ins Bild“, dass eine der typisch grausamen Zeichnungen des tschechischen KĂĽnstlers Josef Bolf das Album-Cover ziert.

Selbst wenn ein Schlagzeug hier und da Entlastung hätte bringen können, es wäre fehl am Platz gewesen. Es mag schwer fallen, „Become Secret“ auf Anhieb zu mögen. Mit jedem weiteren Hören wird jedoch allmählich klar, dass auch dieses Album für die Ewigkeit gemacht sein könnte, denn tatsächlich ist es eine ebenso beklemmende wie bedrückende Kostbarkeit.

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