18.01.: Von bewegten und unbewegten Bildern
18.01.2010 von Redaktion
Film ist nicht gleich Film. WĂ€hrend man in den groĂen deutschen Feuilletons ĂŒber die Golden Globe Auszeichnung fĂŒr Christoph Waltz und Michael Haneke berichtet, sieht man in Hamburg mit gemischten GefĂŒhlen der heutigen AuffĂŒhrung des Films âWarum Israel?â von Regisseur Claude Lanzmann entgegen. Die VorfĂŒhrung sollte eigentlich bereits im Oktober letzten Jahres stattfinden, wurde damals aber auf Grund von gewaltsamen Protesten einer âlinken Gruppierungâ auf die Besucher spontan abgesagt. Heute wird die AuffĂŒhrung im Uebel & GefĂ€hrlich nachgeholt, anwesend werden u.a. der Regisseur selbst und Kulturtheoretiker Klaus Theweleit sein. Moderiert wird das Ganze von Max Dax, dem Chefredakteur der Spex, die als eine der ersten ĂŒber diesen erschreckenden Vorfall berichtete.
Von unbewegten Bildern berichtet der Spiegel: die Wiederauflage des 2004 zum ersten Mal veröffentlichten Comic „Blankets“ von Craig Thompson gibt Anlass, ein in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum rĂŒckendes Genre eine „LiebeserklĂ€rung“ zukommen zu lassen. Auch wenn die Herausgeber mit dem Begriff „Comic“ so ihre Probleme zu haben scheinen… oder wie soll man die Umschreibung „illustrierter Roman“ interpretieren?
Das Dummy-Magazine veröffentlicht ein Interview mit Andrew Weatherall. Ist das Foto auf der Homepage aktuell, ziert dessen Gesicht jetzt ein ĂŒberdimensionaler Pornobalken. Aber ungeachtet dessen gibt es auch was zu erzĂ€hlen: Nach seinen beiden Bandprojekten (u.a. „Two Lone Swordsmen“) und unzĂ€hligen Remixarbeiten hat der eigentliche Musikproduzent nach fast 20 Jahren im MusikgeschĂ€ft nun sein SolodebĂŒt veröffentlicht. AuĂerdem erzĂ€hlt der ĂŒber die Entstehung des letzten Fuck Buttons-Album, fĂŒr das er sich ebenfalls als Produzent verantwortlich zeigt.








Ich glaube, das hat sich einfach so etabliert: Comics sind die „klassischen“ gezeichneten Geschichten in all ihren unterschiedlichen Schattierungen. Das Subgenre der autobiographischen ErzĂ€hlung (dessen völlig zurecht bekanntestes Beispiel „Blankets“ ist) ist allerdings wesentlich jĂŒnger als das, was wir klassischerweise unter einem Comic verstehen. DarĂŒber hinaus spricht es u.U. eine ganz andere (und Ă€ltere) Kundschaft an. In meinem Comicladen um die Ecke ist „graphic novel“, also „illustrierter Roman“ ein völlig normaler Begriff. Und dass der Comic dadurch herabgesetzt werden soll, denke ich nicht.